Autor Thema: [Coriolis] Alternativen zu Geschichte, Hintergrund und Entwicklung  (Gelesen 815 mal)

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Offline Sarastro

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Um die Dinge und Ideen nicht zu vermischen, habe ich diesen Thread eröffnet:
Der Thread "The Last Cyclade" sollte auf diesen Band bzw die Kampagne "Mercy of the Icons" (Gnade der Ikonen) beschränkt bleiben.
Hier können (Fan) Alternativen zu Geschichte, Hintergrund und Entwicklung (Setting, Metaplot) etc vorgestellt und diskuttiert werden.
:)

Offline Sarastro

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Eine alternative Idee, die bereits geäußert wurde, ist, daß das Schema
<Erster Horizont = böse> versus <Zweiter Horizont = gut>
aufgebrochen wird.

So handhabe ich das übrigens auch. Es gibt zwar keine richtig passenden historischen Vergleiche. Aber es gab ja die Kolonialkonflikte mit mehreren Parteien. Zum Beispiel (stark vereinfacht) Briten gegen Franzosen gegen Indianer. Danach Briten gegen Franzosen gegen USA. Oder Briten gegen Engländer gegen Inder.

Insofern gibt es Möglichkeiten. Oder man differenziert einfach und sagt: Es ist nicht der komplette erste Horizont (oder zweite Horizont), der Krieg führt, sondern nur vorherrschende Mächte, die gegeneinander kämpfen. Und einige Länder/Fraktionen des ersten Horizonts (oder zweiten Horizonts) sind neutral und halten sich raus. Oder haben sogar Sympathien für die jeweilige Gegenseite...

Offline Sgirra

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Hier meine Ideen zur Kampagne Mercy of the Icons.

Vielleicht unnötig, aber:
Achtung! Massive Spoiler voraus!

Mein Grundsatz ist: Die Spieler:innen ans Steuer setzen und sehen, was passiert  ;)

Was ich vorhabe zu ändern (bisher):
  • Ich habe bereits Salamah als Mystiker:innen jagende Antagonistin eingeführt, gefundene Texte der Nazareem prophezeien einen weißen Schmetterling, und die Gesandten wurden als eine Macht erlebt, die auch gefährlich sein könnte (oder zumindest etwas, das andere moralische Maßstäbe als Sterbliche haben könnte).
  • Die SC wissen mehr, wenn die Kampagne beginnt, was die Jagd durch Coriolis verkürzen könnte, außerdem haben sie in den letzten zwei Jahren Kampagne eine Menge Kontakte geknüpft, die sie zu ihrem Vorteil nutzen könnten.
=> Gib ihnen mehr Werkzeuge und lasse sie damit neue Wege gehen.

  • Das Finale auf Coriolis wird nicht auf den Schienen des Buches enden. Die SC haben mehrere Kontakte auf Kua (einer zur Unterwelt, eine steht der algolianischen Gemeinschaft nahe, eine ist Neo-Zenetianer, hat aber mit ihrer Familie gebrochen) – das sind interessante, persönliche Aufhänger. Damit kann man den Dschungelteil abkürzen oder auslassen, muss es aber nicht. Es geht eher darum, dass sie mehr Türen zur Verfügung haben als nur den einen Weg.

Für The Last Cyclade und alles was kommt
Die Ideen sind noch sehr grob, wir sind da vielleicht nicht vor 2022:
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Der Horizont nach Teil 2
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So, das sind die groben Ideen, die ich habe. Und da es am Ende eh bei meiner Gruppe liegt, wird das sicherlich schließlich sehr, sehr anders aussehen. ;D
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Offline Sashael

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Naja, ich halte die anderen Horizonte aus meinem raus.
Ich finde die cthuluiden Anleihen und die mysteriösen Portalbauer deutlich interessanter als einen Warhammer40K/Star Wars Ansatz eines galaktischen Krieges. Das kann ich halt mit anderen Systemen bereits haben.

Vor allem, weil man das theoretisch bereits mit den Fraktionen im GRW perfekt umsetzen könnte.
Das ist auch das, was mich an der Kampagne am meisten stört. Man hat ein Setting geschaffen, das ALLE Möglichkeiten beinhaltet. Fraktionsspiel, übermächtige Aliens (Portalbauer), galaktischer Krieg ... das kann man alles auch dank des intensiv ausgearbeiteten Settings ohne die anderen Horizonte spielen. Ein so heftiger Metaplot wie die Zerstörung der namensgebenden Raumstation weckt dazu bei mir nur sehr hässliche Erinnerungen an DSA oder WoD Gehenna.

Wobei die echten Kracher in den genannten Spielen tatsächlich sehr spät kamen und nicht in der ersten Großkampagne für das Setting! ;D

Und ich bin mir nicht sicher, ob ein so "epischer" Maßstab etwas für meine Gruppe wäre. Also, eigentlich bin ich mir sogar sehr sicher, dass das nichts für meine Gruppe ist. Die lieben ihren "Firefly"-Ansatz, mit ihrem Schiff halbwegs unbehelligt durchs All zu gondeln. Mit galaktischer Politik wären sie überfordert und das würde entweder zu massivem Railroading führen müssen oder halt in absoluter Katastrophe enden.
Kein Bock, das zu leiten. ;)

Zu episch, zu strikt auf einen ganz engen Spielstil fokussiert, zuviel Verantwortung an Spielerprotagonismus.
Oder halt Spacekino des SL.
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Offline Gumbald

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Offline Sgirra

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Beides muss nicht zwingend ein Widerspruch sein. Unsere Crew ist auch eher im Stile der Firefly unterwegs, allerdings sehr an Mysterien der Vergangenheit interessiert. Genau diesen Aspekt habe ich bisher nach vorne geschoben und werde es weiterhin machen. Allerdings haben manche SC politische Verbindungen aus ihrer Zeit vor der Crew. Zu beidem finde ich in der Kampagne (und mehr noch: im jüngst ins Englische übersetzte Material der Ur-Edition) viele Spannendes, das ich remixe werde. 8) Aber unterm Strich gilt: Gespielt wird, worauf die Gruppe Bock hat, schließlich will ich mich als SL auch überraschend lassen. ;D Ich biete ihnen allerdings gerne Köder abseits der bisherigen Pfade an. Was sie ignorieren, spielt keine große Rolle mehr oder wird allenfalls zu Kulissenmaterial.

Ich stimme dir zu, dass die Kampagne auf einen sehr, sehr engen Spielstil fokussiert ist. Vor allem einen, in dem die SC nicht mehr als Laufpersonal ist, dem wenig eigene Ambitionen unterstellt werden.
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Online Waldviech

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Ich stimme dir zu, dass die Kampagne auf einen sehr, sehr engen Spielstil fokussiert ist.
Jupp. Wobei mich das im Rückblick tatsächlich nur sehr wenig wundert - vor allem, wenn ich mir die Mutant-Settings anschaue.

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Offline Sashael

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Offline Sarastro

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Hier sollten doch eigentlich eh nur Spielleiter reinschauen, oder?
Wie man es nimmt. Ich sehe es als Thread für Brainstorming und Ideenaustausch an. Parallel zum Thread "Plotideen gesucht".
Aber stimmt schon, das dürfte vor allem potenzielle Meister ansprechen.
Andererseits können Meister auch Spieler sein und nicht jeder hat bereits alle Bände gelesen.
;)

Halb-Spoiler und Halb-Idee
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Und ich bin mir nicht sicher, ob ein so "epischer" Maßstab etwas für meine Gruppe wäre. Also, eigentlich bin ich mir sogar sehr sicher, dass das nichts für meine Gruppe ist. Die lieben ihren "Firefly"-Ansatz, mit ihrem Schiff halbwegs unbehelligt durchs All zu gondeln. Mit galaktischer Politik wären sie überfordert und das würde entweder zu massivem Railroading führen müssen oder halt in absoluter Katastrophe enden.
Auch so ein Punkt.
Vielen Spielern reichen die "einfachen" Abenteuer plus Alltag (everydays life) wie bei Tales fom the Loop (nur ohne Eltern und ohne Schule).
Lokale Konflikte und ideologische Gegensätze sind da völlig ausreichend.
So habe ich das auch von Anfang an in meiner Runde gehandhabt.
Muß ja nicht jeder Charakter verstört und desorientiert rumstolpern.
;)

Zusätzlich gibt es bei mir noch Anleihen aus dem Mage Rollenspiel: Elementarkräfte versus Cyber-Technik. Dazu der Ikonen Glaube, um zwischen beiden ausgleichen können. Die Parallelen zu den drei Gruppierungen mit fließenden Grenzen sind dementsprechend
- Gestaltwandler, Elfenwesen (-> Dschinn) sowie Verbena und Dreamspeaker für die Naturverbundenen.
- Technokratie plus Sons of Ether und Virtual Adepts für die Vercyberten.
- Celestial Chorus (Faith), zum Teil auch Akashic Brotherhood, Euthanatos sowie Cult of Ecstasy und Order of Hermes (Traditions) für die Anhänger der Ikonen.
Schließlich soll es auch eine spirituelle Komponente wie bei Dune (Wüstenplanet) geben, was ein zentraler Bestandteil von Coriolis ist.
Passend dazu das "Erwachen" der Mystiker als eine Art Erleuchtung (-> Mage - The Ascension). Etwas, das bei den Charakteren entweder gar nicht oder selten vorkommt, aber in ihrem Umfeld passieren kann.

Von daher bietet Coriolis auch weiterhin sehr viele Möglichkeiten, wenn man sich nicht auf den Metaplot einengen läßt.
8)

Online Waldviech

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Von daher bietet Coriolis auch weiterhin sehr viele Möglichkeiten, wenn man sich nicht auf den Metaplot einengen läßt.
Zumal das Setting von Coriolis sehr, sehr groß ist und sowas durchaus ohne Weiteres zulässt (das ist tatsächlich der gewaltige Unterschied zu den ganzen Mutant-Subsettings). Gut vorstellbar, dass man es in einigen Sternensystemen im normalen Tagesgeschäft nicht einmal mitbekommen würde, wenn die Coriolis plötzlich weg wäre.  Das wäre dann ähnlich wie bei uns sowas wie "Terroranschlag in Peking! Komplette Führungsriege der KP tot!". Das hätte weltpolitisch wirklich gewaltige Auswirkungen, würde einen als europäische Privatperson aber erst einmal nur indirekt betreffen.
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Offline Gumbald

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Das wird hier etwas Off-Topic, fürchte ich...

Jupp. Wobei mich das im Rückblick tatsächlich nur sehr wenig wundert - vor allem, wenn ich mir die Mutant-Settings anschaue.

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Was du bei den Mutant-Settings als "Bug" siehst ist da für mich eher ein "Feature".
In meiner langen DSA-Zeit habe ich diverse Kampagnen (als Spieler und SL) begonnen und nur eine Kampagne mal beendet. Und auch wenn es sicher viele Gruppen gibt, die es auch mal schaffen, lange epische Kampagnen zu beenden, so behaupte ich mal keck: Über 50% aller großen Rollenspiel-Kampagnen werden nie zuende gespielt.

Bei Mutant hat man das meines Erachtens vorbildlich gelöst: Alle 4 Grundbücher behandeln einen Kampagennplot mit für die Kampagne relevanten Spezial-Regeln. Und wenn die Kampagne beendet ist (was man in 10-20 Sessions schaffen kann), kann das Spiel in der Zone weitergehen und man kann die Grundbücher miteinander verschmelzen. Am Ende steht dann noch "The Grey Death" bzw. irgendwann auch nochmal "Ad Astra".
Da bin ich eindeutig Zielgruppe: 40+, Familie, Vollzeit-Job.. und dem Rest meiner Spielrunde geht es da nicht viel anders. Wir haben nicht mehr so viel Zeit wie früher und bald sind wir alle tot!!11!!

Coriolis ist da zugegeben etwas anders: Das Rollenspiel ist mehr wie DSA gebaut: Eine große Welt (weitaus weniger detailliert beschrieben), separat veröffentliche Szenarien, die frei gespielt werden können und ein fortlaufender offizieller Zeitstrang mit "offizieller Kampagne", welche die Spielwelt verändert.
Im Gegensatz zu Settings wie DSA können wir bei Coriolis aber nicht erwarten, dass hier jährlich X Szenario- und oder Hintergrund-Bände veröffentlicht werden. Das geben die Ressourcen von Free League schlicht nicht her. Da arbeiten auch nicht so viele Autoren an dem Setting wie es bspw. bei DSA der Fall ist (oder zumindest war, keine Ahnung wie das derzeit ist). Und gerade bei der Kampagne schlägt sich das sicher auch in der Qualität nieder: Gute Grund-Ideen werden da nicht optimal umgesetzt, wenn es daum geht ins Detail zu gehen.
Dazu kommt, dass wir deutschen Rollenspieler vermutlich auch Weltmeister im meckern sind... ;-)

Ich denke, Free League verfolgt hier bei Coriolis einen zweigleisigen Ansatz:
1. Sie sagen immer: "Make it your own!" -> Mach damit was du willst! Du hast eine Sandbox mit massig Tabellen und nur einer groben Beschreibung aber vielen Plot-Hooks, viel Spaß! Wenn dir Infos fehlen, dann warte nicht auf unsere Veröffnetlichungen, denk dir selbst was aus!
2. Sie veröffentlichen eine Kampagne, die aus allen Ecken nur nach Railroading trieft und große Veränderungen im Setting bewirken: Die Zielgruppe ist hier wohl eher bei SLs zu suchen, die sich einen klaren Pfad und einen "spielbaren Roman" wünschen, eben weniger sandboxig spielen wollen. Die Sandbox-Fraktion nimmt sich aus den Kampagnen-Bänden eh, was sie gebrauchen kann und schmeißt den Rest weg.

Aber ja: FL sind super im World-Building, Kampagnen sind wirklich nicht ihre Stärke (Forbidden Lands ist da ein weiteres gutes Beispiel).

Mit der "Schnelligkeit" der Veränderungen habe ich eigentlich kein Problem, eher mit der Umsetzung. Man muss sich halt auch immer überlegen: "Wie lange und wie viel will ich Coriolis spielen"?
FL bringt derzeit jedes Jahr ein Spiel auf den Markt, was mich interessiert, und meine Zeit ist begrenzt. Alleine mit meinem jetzt schon geplanten Content für Coriolis, mit dem ich hoffentlich in Q3 mit "Offline-Sessions" starten kann, bin ich bei zwei längeren Sessions pro Monat vermutlich für mehrere Jahre beschäftigt.

Online Waldviech

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Was du bei den Mutant-Settings als "Bug" siehst ist da für mich eher ein "Feature".
Bitte nicht missverstehen - ich sehe da auch keinen Bug, sondern ein Feature - auch wenn ich meine Beschreibung des Ganzen etwas flapsig formuliert habe. Im Kontext ist dieser Aufbau nämlich durchaus sehr, sehr sinnig.
Von daher wundert es mich aber auch nur wenig, dass andere Fria-Ligan-RPGs designtechnisch, sagen wir mal, "ähnlich ticken", wenn es um Kampagnen geht.
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Offline Sgirra

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Coriolis nimmt allerdings noch eine Sonderstellung ein.

Es ist ursprünglich kein Free League-Spiel gewesen, sondern in der ersten Edition von Mattias Johnsson Haake, den man auch als Erfinder und Hauptautor von Symbaroum kennt. Diese erste Edition von Coriolis war jedoch nur in Schweden bekannt. Fria Ligan/Free League heißen überhaupt nur so, weil die Verlagsgründer Coriolis-Fans sind und teilweise dadurch (wieder) zum Rollenspiel gekommen sind. Daher war es ihnen auch wichtig, Coriolis ins Englische zu übersetzen und international bekannt zu machen.

Es ist also unter einer anderen Prämisse entstanden, als andere FL-Settings.

Die erste Edition von Coriolis wurde nie weitergeführt, auch nicht die damals begonnene Kampagne (deren erster Teil nun als Fan-Übersetzung in Englisch vorliegt). Schlicht deswegen, weil Mattias seine Energie auf Symbaroum verwendet hat.

Zuletzt hat die aktuelle Kampagne auch mit Verwerfungen zu kämpfen. Dadurch, dass FL so viele Lizenzen gewonnen hat und neue Spiele rausbringt, ist das Coriolis-Team quasi auf eine Person geschrumpft: Rickard Antroia, der The Last Cyclade im Alleingang geschrieben hat (bei Band 1 ist er einer von sechs Autoren). Ich erinnere mich an den FL-Talk bei der Spiel (mit Mattias und Rickard). Darin erzählt Rickard recht freimütig, dass die zentrale Idee (damals noch geheimgehalten) erst nach Band 1 entstanden sit und dass er Angst hatte, Mattias wurde sein Veto einlegen, da dieser in der Zwischenzeit Teil von FL wurde (um dort Symbaroum abzuschließen). Heute verstehe ich den leicht schmerzhaften Ausdruck in seinem Gesicht, als er sagte, er wäre erst dagegen gewesen, hätte am Ende aber nachgegeben.

Hätte er das mal nicht getan …

Daher passt der im andere Faden angeführte Star Wars-Vergleich schon. Wie bei den Sequels gab es auch bei der Coriolis-Trilogie anscheinend keinen festen Plan. Und Teil 2 wurde von einer Person verantwortet, die sich von der Begeisterung für die eigenen Ideen hat mitreißen lassen, ohne dass jemand feste Grenzen gesetzt hat. ;)

Das führt sicherlich noch mehr vom Thema ab, aber ich finde die Rolle von Coriolis für FL einfach schon länger spannend. 8)
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Offline Sarastro

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FL sind super im World-Building, Kampagnen sind wirklich nicht ihre Stärke (Forbidden Lands ist da ein weiteres gutes Beispiel).
Diese Erfahrung habe ich teilweise auch gemacht - bei Coriolis und Tales from the Loop.
Es gibt vereinzelt gute Kampagnen, aber dann gibt es auch wieder so Klöpse wie "The Last Cyclade", wo es einfach zu viel wird. Things from the Flood, wo man den Plot von TFT Loop fortgesetzt hat, war auch nicht so mein Ding.

Andererseits sehe ich natürlich, daß ein Verlag von Einnahmen lebt. Und das richtige Maß bei Kampagnen oder Fortsetzungen zu finden, ist ebenfalls nicht einfach bei verschiedenen Käuferinteressen. Ich finde es halt schwierig, wenn aus einem ursprünglich "neutralen" Szenario mit vielen Möglichkeiten sich am Ende doch wieder die "alten" Muster durchsetzen. Dann kann man (statt Coriolis) aber auch Warhammer, Cthulhu oder World of Darkness spielen, wenn man es auf Power, Krieg, Intrigen und finstere Mächte anlegt und dabei in die vollen geht.

Da wäre es vielleicht besser, wenn der Verlag selbst alternative Enden anbietet.
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