Ich lese Webromane in erster Linie über Royal Road. Zumeist über die App auf dem Handy. Oder, wenn ich erst später darauf stoße, über Amazons Kindle Unlimited/Audible, wo sie meistens in einer editierten Version landen. Allerdings quasi alles auf Englisch.
Wandering Inn liebe ich auch. Lese es aber nicht als Web Novel, sondern höre es auf Audible. Ist wirklich sehr gut geschrieben und die Charaktere wirken auf mich realer und tiefer, als in vielen anderen Geschichten aus dem Genre. Da scheiden sich halt oft die Geister, weil es zwar viele Isekai/LITRPG Tropes auf der Verpackung hat, aber eben doch ganz anders ist, als 90% des Genres.
Primal Hunter ist schon sehr geniale Popcorn Unterhaltung ohne Tiefgang. Will es auch einfach nur sein, und das merkt man beim Lesen. Die Geschichte ist relativ typisch fürs LITRPG Genre. Der Protagonist ist völlig OP und hat ordentlich Plotarmor. Das macht einfach Spaß. Der Anfang ist aber tatsächlich eher düster.
Was ich übrigens auch sehr mag, sind die Geschichten von Macronomicon. Ich mag den Schreibstil des Autors sehr, er verzettelt sich nur gerne etwas in seinen Welten, oder "pausiert" seine Erzählungen. Eine schöne in sich abgeschlossene Reihe ist "Industrial Strength Magic", eine Superheldenwelt, die für mich gut funktioniert hat. Apocalypse: Generic System hat mich auch sehr gefesselt. Tolle Charaktere, tolles System/Welt. Leider auf Pause (nach 4 Büchern, glaube ich).
Wem Primal Hunter gefallen hat, der könnte übrigens auch Shirtaloons "He who fight with Monsters" mögen. Es ist ähnlich, aber doch anders. Mehr philosophisch (gerade später, wenn der SC immer stärker wird, aber merkt, dass es dadurch eben doch nicht einfacher wird), aber auch gute Action und Worldbuilding. 100% mehr Kinn als alle anderen Storys! Und viel Humor. Da gibt es Szenen, die Erinnerungen werden mich bis an mein Grab zum Schmunzeln bringen.
Die von 1of3 erwähnten Weirkey Chronicles und Mother of learning kann ich übrigens auch sehr empfehlen. Sarah Lynns Weirkey hat eines der schönsten Cultivation/Magic Systeme die mir je begegnet sind. Man baut quasi Etagenweise ein Gebäude in seiner Seele, und zieht daraus seine Kräfte. Dafür brauch es neben Können und einem Plan auch Ressourcen, die über verschiedene Dimensionen verteilt sind.
Mother of learning ist einfach Zeitschleife in Richtig gut. Was bei Star Trek und Konsorten eher nervig und schlecht durchdacht war, funktioniert hier richtig gut. Intelligenter Hauptcharakter, ohne übermächtig zu sein.
Was zu Webromanen noch zu sagen ist, viele veröffentlichen ja nach einiger Zeit bei Amazon wegen der Reichweite (und dem Geld natürlich). Das bedeutet aber eben auch, das diese Geschichten dann nicht mehr frei im Web verfügbar sind, weil Amazon das nicht parallel erlaubt. Also lohnt es sich bei guten Geschichten dort nach den früheren Abschnitten zu suchen, oder eben Online nach Fortsetzungen zu schauen, die es noch nicht in Buchform geschafft haben. Mag natürlich auch eher eine Eigenart meines bevorzugten Genre LITRPG sein...