Autor Thema: DAIDALOS  (Gelesen 394 mal)

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Offline Rise

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DAIDALOS
« am: 1.06.2022 | 17:17 »
Hallo liebe Rollenspieler und Spielleiter,

Vor ab, wenn ich im falschen Forum gelandet bin, dann bitte ich um einen Hinweis / Korrektur!

es mag ja vielleicht schon ein alter Hut sein, aber ich bin ganz neu über das freie erzählrollenspiel Daidalos gestolpert.

http://www.daidalos-rpg.de/daidalos.html

In einem ersten Spielabend wurde es getestet und es hat sich bewährt.  Zumindest für mich und meine Mitspielerin und unseren bevorzugten Spielstil war es ein voller Erfolg.
Kampfszenen und auch soziale Konflikte wie z.B. Verhandlungen sind noch nie so geschmeidig und einfallsreich gespielt worden wie an diesem Abend.
Ob auf Dauer das Würfeln und die damit einher gehenden Regelmechanismen nicht abgehen kann ich natürlich nicht sagen.
Als begeisterter FATE Spieler wirkt Daidalos nach dem ersten Test wie ein weiterer Schritt in die Richtung das "perfekte" Spiel hin zu bekommen.
Selbst bei Rückkehr zu FATE oder andern noch klassischeren RPG würden wir vermutlich aus einigen Spielen Daidalos viel gelernt haben.

Ich muss allerdings zugeben, dass es sich durchaus merkwürdig anfühlt so ganz ohne Würfel, Chips, Spickzettel und SL Schirm zu spielen.
Aber ist uns etwas abgegangen? Nein, es war nur ungewohnt und irgendwie auch befreiend.

Da die Idee sehr spontan kam hatten wir eine bestehende Kampagne mit FATE-Charakteren genommen und während des Spieles die Charaktere auf Daidalos umgeschrieben bzw. umformuliert. Die Ausformulierung und Weitergestaltung eines Charakters während des Spieles ist ja ein Teil des "Regelmechanismus" von Daidalos. In so fern war es gar kein Problem einfach los zu legen.

Hat von euch schon jemand Erfahrung mit Daidalos oder dieses sogar eine längere Zeit gespielt?
« Letzte Änderung: 1.06.2022 | 17:20 von Rise »

Offline schneeland

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Re: DAIDALOS
« Antwort #1 am: 1.06.2022 | 17:43 »
Ich hab's mal unter "Weitere Pen&Paper-Systeme" einsortiert, wo es besser hinpasste als zum Weltenbau. Falls ich das falsch verstanden habe und Daidalos Dein eigenes System ist, zu dem Du Feedback haben möchtest, bitte kurz melden (dann wäre das alte Forum korrekt gewesen).
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Offline Haukrinn

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Re: DAIDALOS
« Antwort #2 am: 1.06.2022 | 19:01 »
Erfahrung habe ich leider nur oberflächlich. Und die ist auch zwanzig Jahre her. Aber toll, dass das auch heute noch jemand spielt.  :d
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Offline Rise

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Re: DAIDALOS
« Antwort #3 am: 24.06.2022 | 09:32 »
So, die ersten Spiele mit dem Nicht-System Daidalos liegen hinter mir.

Wir haben einen One Shot in der heutigen Zeit gespielt (1SL, 1 Spieler)
wir haben einen One Shot Shadowrun gespielt (( 1SL, 1 (anderer) Spieler ))
und wir haben eine Runde Malmsturm (FATE) mit Daidalos gespielt. ( 1SL, 2 Spieler).

wobei ich für letzteres als Option für die Spieler die Möglichkeit des Würfelns als Zufallsmechanismus mit eingebaut habe.
Dabei habe ich mich dem Freeform Universal System bedient.
Die Spieler haben aber in der Regel dankend abgelehnt und lieber nicht gewürfelt. Nur bei besonderen Unwägbarkeiten wie dem Einsatz besonders mächtiger Magie in Kombination mit einem Malmsturm  wurde gewürfelt. Das bezog sich dann auf ganze 3 einzelne Würfe in einem Spiel von ca.10h.

Fazit der Spieler: nach wie vor sind sie von dem völlig freien erzählerischen Ansatz, ganz ohne Würfeln oder Karten etc total begeistert und haben das Gefühl endlich ihre Charaktere so spielen zu können wie sie es sich wünschen und vorstellen. Übrigens wurden auch und ganz besonders Kämpfe als viel interessanter wahrgenommen als mit Würfeln. 

mein FAzit als SL: Die Spieler sind kreativer, erzählen besser,  spielen ihre Charaktere tiefer. Und auch auf der Regelebene gab es nie Probleme. Verletzungen wurden akzeptiert ohne gejammer (früher haben sie sich dann immer über den immer gut würfelnden SL beschwert oder über das eigene Pech gejammert).

Das das in anderen Diskussionen über reine Erzählspiele oft Thema war nochmal zum Kämpfen:
Da das Beschreiben der Kämpfe ein freies Hin und Her ist und bei mir auch die Spieler über gelingen und nicht gelingen ihrer Aktionen bestimmen können + ein bisschen die Gegner mit beschreiben entstehen eigentlich sehr kreative Kampfszenen. Die Unwägbarkeit des Würfelns entsteht indirekt dadurch, dass jeder Kreativ den Kampf weitererzählt und man nie genau weis was die anderen Beschreiben. So muss man immer wieder auf unerwartet Situationen reagieren.

Wir sind aber auch ein sehr eingespieltes Team. Die Entscheidungen des SL werden fast nie angezweifelt, so das dann auch keine Diskussionen entstehen wie z.B. "warum nun der Arm getroffen wurde und ob das nicht auch anders ginge".
Die Spieler sind es aber auch gewohnt, dass sie immer Veto einlegen dürfen, wenn jetzt etwas geschieht das sie sich für ihren Charakter einfach nicht vorstellen können.
Dadurch ist ein guten und vertrauensvolle Miteinander vorhanden im dem es kein "SL VS Spieler" denken gibt.

Ich vermute, dass das eine wichtige Voraussetzung insbesondere in einem reinen Erzählrollenspiel  ist.