Autor Thema: von Schänkenschwänken und Mumenmären; Grimm`sches Aventurien  (Gelesen 560 mal)

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Offline Aedin Madasohn

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die Sammlungen der Gebrüder Grimm sind ja eine wahre Fundgrube für jedes Fantasy Setting.
hier einmal eine Umformulierung für das DSA-Verse und als
Dreingabe für unseren Briefspieler  :D
https://www.tanelorn.net/index.php/topic,127507.0.html
auch auf almadanisch gefärbt:

Der blutige Huf

so trug es sich zu, dass ein stolzer, jedoch auch armer almadanischer Almhirte eines der ihm anvertrauten Rinder mit einem blutigen Hufe beim Viehauftrieb aus einem der dem Theron zuströmenden Bächen steigen sah.
(nördliches Almada; Ambossgebirge)
Sauber und glatt war der Schnitt, so dass der Treiber verwundert Ausschau hielt, wo sich das Tier so arg hatt´ verletzen können.
Alsbald darauf fand er im Kies und Sand des Baches eine nächtschwarze Klinge, die gefährlich drohend ihre rasiermesserscharfe Schneide ins sprudelnde Frühjahrswasser reckte.

Verwundert über diesen sonderlichen Fund zog der Hirte nun das Vulkanglasstück aus dem Bachbett, welches gänzlich aussah wie ein schwerer Dolch in Form und Größe, jedoch ohne Fehlstelle oder Beschädigung war, ja sogar wie aus einem Stücke gegossen daherkam.

Jahrelang behielt nun der Viehtreiber dieses ewig scharfe und wunderlich unkaputtbare Obsidan-Messer und schnitt altes Brott, weiche Früchte aber auch zähen kalten Braten und gar Holz derart sauber, dass er ihm eine wahre Freude und stete Hilfe in allen Lebenslagen war.
Nie rutschte er im Schnitte ab oder vergoss gar sein eigenes Blut.

Es kam nun, dass von der uralten Magierstadt Fasar einer dieser unheimlichen Schwarzkünstler sich zum Aventurischen-Magier-Konvent bemüßigte zu reisen, welcher den tüchtigen Hirte mit dieser lichtschluckenden Obsidanklinge auf dem Viehmarkte zu Punin hantieren sah.

Obgleich als Magier der linken Hand im Umgang mit finsterstem Gezücht geübt, erblasste dieser Sohn Tulams sogleich als wie der frische Schnee auf den höchsten Wipfeln des Raschtulswalls. Nimmer wollte er die Reise fortsetzen, sondern beharrte darauf, diese mysteriös im Bachgeröll gefundene Klinge zu erwerben und kein Preis konnte ihn schrecken, so dass er endlich Besitzer des Obsidandolchs wurde.
Schleunigst kehrte er unserem herrlichen Almadanien den Rücken, um nach dem fernen Fasar zu entschwinden, gar als hätten ihn tausend flammende Praioten gehetzt, unser braver Viehtreiber hingegen hatte genügend  blinkendes Gold erhalten, um sich ein eigenes Gut in der Valguzia zu kaufen und darauf noch jene Rinderherde, welche er sein ganzes Leben lang nur gehütet hatte, jetzt sein Eigen nennen zu können.

Verwendung im Spiel
- "besonderer Besitz" nicht mit "freiem Geld" sondern per Generierungspunkte "gekauft"aka gefunden
-  nachzujagendem McGuffin
-  generisches Lot bis hin zu plottspezifischen Lot 

Was sacht dee Lore`ley?

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Edit für Links und optische Anpassungen
« Letzte Änderung: 3.05.2024 | 11:58 von Aedin Madasohn »

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Haha, wie cool!
Gefällt mir gut, sehr stimmungsvoll!
Power Gamer: 33% Butt-Kicker: 21% Tactician: 67% Specialist: 42% Method Actor: 88% Storyteller: 75% Casual Gamer: 42%

Spielt zur Zeit: DSA Briefspiel, sowie 3-6 DSA Larps pro Jahr. Am Tisch: derzeit nix ;D

Würde gern spielen: Altered Carbon, Shadowrun, Cyberpunk, irgendetwas aus diesem Genre... außerdem The Witcher, Nesciamus, Vampire, ... irgendwas

Offline Aedin Madasohn

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wie die Festumer den Wolfenstein im tobrischen bauen mussten

als da nun der Kaiser Perval Invictus all seine abgefeimten Herausforderer im Lande bis auf den blanken Knochen zerschunden hatt`,
da lenkte er seinen flammenden Blick gen Festum, wohl eingedenk, dass jene Hellerfuchser und Pfeffersäckler einst den eidbrüchigen
tobrischen Herzog mit Geld, Waffen und räuberischen Pack noch und nöcher ausgestattet hatten.

So sammelte er seine wackeren Kriegsleut und führte ihnen die sieggetränkte Mantikorflagge voran.
Als dann diese unaufhaltbare Lawine aus blinkendem Eisen, hartem Stahle und noch festerem Mute
sich auf der ganzen Breite und Länge der Reichsstraße gen Bornland walzte,
da kam den Festumern  die blanke Angst auf flinken Sohlen den Nacken hinaufgestiegen.
"Wohlweh", riefen sie in ihrer Not aus, "was wollen wir noch auf Rettung und Schonung hoffen,
wenn der Perval höchstselbst die Kriegsgeißel wider uns schwingt!"

Da schickten sie Emissäre und Auslöser dem allgewaltigen Kaiser aller Heere entgegen,
um ihn mit klingenden Konzessionen doch noch milde zu stimmen.

Hart war das Urteil unseres Landesvaters wider die bornischen Kriegstreiber, welche dareinst dem verräterischen Kunibrande
so lästerliches Plünder und Brandschatzervolke hatte zugeschickt, auf dass die  tobrischen und warunkischen Lande noch
immer die Wunden dieser Heimsuchung zeitigten.
Um darob auf ewig eine erneute Einmischung der Festumer in die Angelegenheiten des raul´schen Reiches zu trutzen,
mussten sie den Ausbau der bescheidenen Hochburg Wulfen up da Streeße via Vallusia zur achtbaren Reichsfeste Wolfenstein tragen.

12 göttergefällige Jahre ließ der Kaiser ihnen Zeit und unter Tränen, Wehklagen und Schweiße schufteten die Schufte,
eine uneinehmbare Festung hoch oben samt tief in den Felsen reichenden Katakomben zu bauen.

Seit jenem Tage hat kein bornischer Händlergecke oder Brückengräfe es mehr gewagt,
Aufruhr und Krieg in unserem praiosgesegnetem  Mittelreiche anzufeuern.



Verwendung im Spiel

hier im  :t: zeigen ja so viele Bastler&Bemaler ihre wunderbaren  :d :d :d Minis und Plattformen
hei, da bekommt man schon so Lust zum Dungeonbauen und Figuren schieben  :)

wenn die Gruppe hier mal Kriegsspiel (formidable Belagerung als Kampagne) und/oder TT anwenden will für die mittelreichische Eroberung
einer von finsteren Dämonenpriestern/Nekromaten/Kultisten/Häretikern/Korrumpierten verteidigten Location,
so kann ja auch mal "Pläne im festumer Archiv suchen gehen" eingeschoben werden

und es gibt auch eine nachvollziehbare Begründung für Pfusch am Bau und Unterlassung der Sorgfalt ab,
wenn die Ausführenden Festumer sind und der Kaiser Perval weit weg in Gareth sitzt
und danach Cella&Bardo die Zügel schleifen lassen...

dann können schon mal Belüftungsschächte der Kasematte in der Felswand
schlampig gemauert (am teuren Mörtel gespart)
das Gittereisen zu dünn und ungehärtet ausgeführt sein
auch die sprichwörtlichen "Ausfallpforten" könnten vielleicht...(erstmal wissen, wo  ^-^ )

jetzt vielleicht ein Stoßtrupp echter Helden, welche sich den Zugang dort freibrechen und ihren Spaß im  Dungeoncrawl gegen eine dämonische Kasematten_hoch&Festungstürme_rauf-Verteidigung haben.

und warum haben die Paktierer hier geschlampt? 8] weil es natürlich eine Falle ist...  ~;D
ein Hochamt für Xarfei (Erzdämon des blutigen Gemetzels), sich durch die Räume und Türme zu schnetzeln.
 >;D sind es eure Helden wert, dieses Hochamt aus Schlachtfest und blut´gem Gemetzel zu (er)tragen,
auf das Xarfei die Seelen seiner PaktiererInnen zu fallen können?  >;D
 
 :muharhar:

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Offline Aedin Madasohn

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Der Zweihänder in der Steineiche, oder wie das Haus Dunnerschlache von den Honoriten zu den Salutaristen konvertierte

bevor das altehrwürdige Adelshaus von Dunnerschlache zu den geachteten Grafen von Leuenwarthe wurden, da nannten sie ein bescheidenes Festes_Haus im Bärenwald ihren Stammsitz.
Jahr um Jahr im Rondra versammelte sich nun dort an diesem Burgstall (abgegangenes Bauwerk)
die Familie von Dunnerschlache, um dort der prächtigen Sturmherrin Rondra durch Turneyen eine gebührende Andacht zu halten, ganz so, wie es schon immer Sitte und Tradition im weid´schen Lande gewesen war.

Als sie nun sich auch im 8. Jahre Valpo aufmachten, da sahen sie ein Rondrazeichen, denn die Himmelsleuin und Wolkenfetzerin hatte eine der mächtigen, IHro geweihten Steineichen gebeuget und zersplittert, worauf im Stamme der Griff eines prächtigen Zweihänders zu Tage trat.
So wisset, meine lieben Kinder, zu Zeiten des gerechten Reichsbeschützers Rohal, seine Weisheit und Wohlfahrt aller Lande sei ewig gepriesen vor den guten Göttern, hatte ein das Nahen des Todesrabens Golgari fühlender Recke aus dem Hause Dunnerschlache seinen geweihten Zweihänder vor den jungen Setzling eingesteckt, dem Wohlwalten seiner alveranischen Herrin vertrauend.

Und so war es den versammelten Dunnerschlachen ein ganz besonderes Turney, den dem strahlenden Sieger sollte es zufallen, das Schwert aus dem Stamme zu ziehen, gewisslich, dass die Alveranskriegerin ihm eine besondere Queste zugedacht habe.
Doch oh weh oh Schrecke.
Das Schwert ließ sich nicht herausziehen.
Der Reihe nach trat ein jede Knospe  aus dem noblen, stolzen und allseits für seinen rondriatischen Mute gerühmten Hauses an, sich dieser Probe vor Rondra höchstselbst zu stellen, doch ein niemand fand dort ihren Wohlgefallen.
"Herrin, was haben wir gefehlt?", sprach da das Familienoberhaupte, "findet gar niemand aus unserem Stamm mehr dein Wohlgefallen?"

Da wurde einem der versammelten Ritter ganz schwer ums Herz, den er es war sein dunkles Geheimnis, zu wissen, dass das Haus von Dunnerschlache nicht gänzlich erschienen war an diesem Tage im Rondra 8 Valpo.
Er hatte nämlich dareinst mit der schönen Müllerstochter der leichtlebigen Rahja mehr geopfert als der ehrbaren Travia, sich doch aus falschen Stolze niemals zu diesem daraus entsprungenem Kinde bekannt.
So brachte er also seine 14 jährige Tochter aus einer nicht standesgemäßen Verbindung  herbei und siehe, diesem Sproß des Hauses verstattete die Donnernde die prächtige Klinge.

Als wenn tausend Alveranier mitgezogen hätten, so leicht zog die Schildmaid den in der Sonne funkelnden Zweihänder hervor.
Da sprach das Familienoberhaupt: "Kind, wenn Rondra dich erhöht, so erhöhen auch wir dich. Sitz und Stimme gewähren wir dir in unserem Haus alldann!"

doch übles Nachrede, Spott und Häme kam da aus allen Rattennestern über das Haus von Dunnerschlache, dass sie einen unstandesgemäßen Bastard in ihre noblen Mitte aufgenommen hatten.
Den damals waren die Honoriten, welche den Menschen nur nach seiner Abstammung bewerteten,  hoch im Kurs.
Die Dunnerschlaches hingegen legten ob dieses Rondrazeichens diese Denke hinfort und wurden überzeugte Salutaristen.

Doch es grämte die wackere Schildmaid, so geschmähet und herabgesetzet zu werden, auf dieses sie nun Auszog, ihre Würdigkeit vor Rondra allen zu beweisen.
Doch das ist eine andere Geschichte, meine lieben Kindlein, die ich euch bei einem anderen Krug Ferdoker erzählen mag...

Verwendung im Spiel

- "untraviabündliche"- uneheliche Kinder in einer Adelsfamilie bieten auch immer eine gute Erklärung,
   warum sie auf Questen&Aventurien ausziehen
- Spiel mit den feinen Nunancen einer ständischen Gesellschaft "Bastardbalken im Wappen!"
- "besonderer Besitz" persönliche Waffe (geweiht, magisch, Zwergenstahl...)
- adlig genug, um von GrafInen/Herzogen/Fürstinen/Königen/Kaiserin für eine Mission auserwählt zu werden,
   aber vom Sozialstatus her ausbaufähig genug, um noch "belohnt" werden zu können.
- vom Sozialstatus her niedrig genug, um auch mal "kleine Brötchen backen" zu müssen und nicht überall gleich
   als unanfechtbare Autorität auftreten zu können (echte Beweise finden müssen im Intrigenabenteuer)
- Nachteile wie "schlechter Ruf" lassen sich auch gut umbauen zu Eigenbauten der Marke "Rufmord" – der sich dann durch im Laufe des Spiels abarbeiten lässt
- "Feinde" im Sinne von so welchen "Rufmördern" kann man schon noch händeln.
   Solange der Char noch "unerprobt vor Rondra" ist, kann der Char so noch "kleingehalten" werden – auch würde sich das im Laufe des Spiels abarbeiten lassen

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Offline Aedin Madasohn

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die barmherzige Sumurriterin

zu Zeiten von Belen-Horas trug es sich nun in den nachmalig Nordmarken genannten Landen zu, dass ein tapferer Centurion der hornissengleichen bosparanischen Legionen mit Namen Shinfexius mit seinem Pferde in einer hohlen Klamm von den heimtückischen und feigen Rotkitteln in eine Falle gelocket worden war.
Denn bedenkt dies immer, wenn ihr es mit diesen räudigen Goblinpacke zu tun habt. Sobald eine dieser alveranlästerlichen Schamahninen die wilde Meute führt, da wissen die Ässer fürchterlich trefflich, wie sie einen Hinterhalte zu legen haben.

Denn höher als der Shinfexius mit dem stolzen Schwerte streichen und der spitzen Lanze stechen konnte war der Fels, als da die Rotpelze ohne Furcht vor dem grimm´en Menscheneisen mit simpeln Steinen und Felsenbröckchen den wackeren Centurien gar schier an die Schwelle zu Borons Reich steinigten.
Da half ihm kein guter Helm, noch eherner Panzer oder fester Schild! Länger als er die Würfe trotzen konnte, da sie einzeln gering, jedoch in der Summe unerduldbar wurden, zog sich der Klamm hinne, an welchen aberdutzende Goblins sich wild heulend und gebärdend eingefunden hatten.

Denn wisset, einstmals waren es schier unüberschaubare Scharen an rotgepelzten Räubern, die sich Herzogtümern gleich als Stämme ersammelt hatten und nicht diese lose Banden und Haufen, wie sie göttergelobt heutigen Tages nur noch auftreten.

Und so erlag der Shinfexius der feigen Übermacht und wurde bis auf die nackte Haute von dem Packe ausgeplündert. Wo er nun so von Prellungen, Ergüssen und Platzwunden zerschunden da´e lag, kam eine rotschöpfiger Sumurriterin auf dem Pfade daher und sah den Bosparaner dort in seiner Not liegen.
Da erbarmherzigte sich die Pfadlerin des Offizieres und wusch ihm die Wunden, verband ihn und bedeckte seine Blöße, indem sie ihren eig´en Mantel mit dem langen Messer teilte.

So errette eine barmherzige Sumurriterin einen bosparanischen Centurion.

Verwendung im Spiel:

- auch simple Goblingegner wissen, was sie tun
- außer Reichweite halten und Steine aus überhöhter Position werfen erhöht ihre Gefährlichkeit massiv
- Schamahninnen-geführte Stämme im Gegensatz zu losen (Räuber)Banden oder simplen Schergen (Schwertfutter Henchmen)

was sagt die Lore´ley (und etwas Spekulatius mit Kraut)
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Offline Aedin Madasohn

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dieses Mal ein Museumsstück als Inspiration, aber zu schön, um es nicht adaptieren zu wollen  :)
https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6wenmensch

das zersplitterte Löwenhaupte

als die garstigen Orken das junge Weiden unter ihrem Kunig Nargazzes übelst verheeret und geplündert hatten,
da war wohl viel Elend und Hungersnote im geschund´en Lande.
Die Noth war derat große, dass eine arme Siedlersfamilie unter den ältesten drei Söhnen musst Lose ziehen lassen,
wer nun ausziehen sollt, sich sein täglich Brot im Dienste der allseitens gefürchteten Flussherzogin Mandlaryla zu verdingen.

Da zog der erste fort in die Nebelauen Nu`yarin, doch nach drei Tagen kehrte er entkräftet zurück, da er nichts und niemanden anzutreffen schaffte.
Da zog nun der zweite hinforten, doch nach 7 Tagen kehrte er verzagt und entmutigt zurück, da er die Arbeit der Flussherzogin nicht zu
verrichten vermochte.
Da musste nun der dritte Sohne ausziehen, seine verelendete Familie von seinem hungrigen Mäule zu erlösen.

Als er nun in die sumpfigen, von Nebel verhangenen Nuyarinauen eintrat, da sah er im allwaltenden Graue ein mattes Lichte glimmen.
Als der Knappe nun aber meinte, forsch ausschreitend schnell das Lichte ereichen zu können, so täuschte er sich arg.
Dutzendschritt um Dutzendschritt legte er in Sumpf und Aue zurück, doch einzig das Licht wurde heller und deutlicher, aber nicht näher.
Einen geschlagenen Tag und eine halbe Nacht musste er so gehen, weiter, als der Nu`yarin reichte unter Praios wachsam´Auge,
als er nun zu Mitternächten an der Quelle des verlockenden Lichtes eintraf, und siehe, es war die Flussherzogin höchstselbsten,
denn es war ihr loderndes Feenhaar, als welches glommte gleich der sattroten Glute in der Esse.

"Flussherzogin, gewogene und holde HErrin der treuen Nachfahren Leuowains, Hunger und Verelendung schicken mich vor DEine Füße,
um um Brot gegen Dienst DIch zu erbitten" sprach der Jüngling, allen Mute zusammennehmend,
da IHr prüfenden Katzenblick aus bernsteinfarbenen Augen schwer auf ihm lag.

"So seume nicht, Menschenkind, noch zage oder zaudere. Gehe hin zum launigen Nu`yarin und schöpfe mir 7 Fuder Sand heraus.
Dann will ich dir Gnade erweisen."

Eisig war das Wasser und bitter die Arbeit, doch der Jüngling hyllt sein Wort. Als nun die 7 Fuder  Sandes herausgeschöpft waren,
erschien die Flussherzogin und gab ihm zum Lohne einen Apfel.
Und ob es nur ein einziger Apfel war, sättigte er den Knaben.

"Gehe hin und siebe peinlich fein mir den Sande, und lege alles allgetreulich getrennet hin."
Aufzehrend war das schier ewig währende Sieben, Trennen und Sortenlegen, schier den Geiste auserschöpfend,
und ein kleinster Fehlwurf nur hätte alles zuschaden richten können, doch der Jüngling hyllt sein Wort.
Als nun die 7 Fuder gesiebt und peinlich genau getrennt waren,
erschien die Flussherzogin und gab ihm zum Lohne eine Birne.
Und ob es nur eine einzige Birne war, sättigte sie den Knaben.

"Gehe hin und nimm nur von dem ausgesiebten Knochensplittern und schaue, was du daraus zusammmenzufügen vermögest."
Fummelig war das zusammensetzen und den Scharfsinn herausfordernd, Bruch zu Bruch,
Fragment zu Fragment zu gesellen, doch der Jüngling hyllt sein Wort.
Als nun aus dem Häuflein Splitter eine halbe Figur mit Löwenhaupte geworden war,
erschien die Flussherzogin und gab ihm zum Lohne eine Nuss.
Und ob es nur eine einzige Nusse war, sättigte sie den Knaben.

"Sagt mir, holde FlussHErrin, wo werde ich die übrigen Knochensplitter auffinden, auf dieses Figürchen zu vollenden",
frug nun der Jüngling treulich pflichtig nach seinem nächsten Dienste.

"Das obwaltet einzig nur dir, Spross der Sippe Leuowains, denn mir oblag es nur, dich

auf Zähigkeit und Willen, Fleisse und Sorgfalt, Geduld und Scharfsinn

auf die Probe zu stellen.

Gehe nun hin zum Rhodenstein, wo Schwertmutter und Schwertvater deiner erwarten.
Denn was du hiro begonnen hast, wird dorten vollendet vor IHR, Rondra Sturmherrin, denn wisse nun,
ein jeder Splitter der Figur ist die bare Heldenessenz all jener weid´schen  Reckinnen und Recken vor dir.
IHR Dienst steht dir nun offen, so leiste deinen Beitrag zu IHREM Bollwerk gegen den Terror."


Denn deratige Leuenhäupter sind zu Urzeiten von der Alveransreckin in einem jeden Lande gesäet worden,
auf dass IHR daraus zur letzten Schlacht wieder des Chaos´ ein wackeres Heer ohne Fehl und Tadel, ohne Lügen und Wankelmut
zuwachsen würde.
Stattlich ist diese Ehrensaat nun in unserem allschönen Weiden geraten, doch noch immer fehlen der Figur Schulter, Wangen und Arme.
Dies zu vollenden ist nun unsere heilige Pflicht, Menschenkinder!

Denn wisset, balden schon wird SIE IHREN Heerruf erschallen lassen, und für säumige und pflichtvergessene Lande mag es dann
wenig Nachsicht und Schohnung geben, wenn die Nacht der Nächte anbricht.

Verwendung im Spiel

- im Dungeon finden, am Tempel abliefern, Belohnung einsacken, in die Taverne feiern gehen
- McGuffin in der Rondra-Queste (Skalierung von Anfänger bis episch möglich)
- Rondrageweihte glauben fest an die Tafel Rondras, an der sie Platz nehmen werden, bis sie zum letzten Gefecht ausziehen.
- Illiarisch angehauchte Hesindianer und freigeistige Magierphilosophen würden von aspektgefärbten Nayrakis-Rückfluss gen Alverans sprechen
  (solange jedenfalls, wie die Amtskirchen und Weiße Gilde nicht in Höhrweite sind)
- Namenlose Kultisten würde ein solches 12G-Objekt (ob nun echt karmal aufgeladen oder nur profan) aus purem Hass zerschlagen
  und in den nächsten Fluss streuen wollen...
- Xarfai Paktierer damit als geschändete Donotaria ihr Schindluder treiben wollen
- wenn irdisch 30.000 Jahren überdauerbar sind, können auch ein post-4.Zeitalter Schnitzgut
  von Leonir (Myranor) ganz ohne Magie, Wunder oder Handwedeln überdauern
- wie ähm... ...groß... muss übrigens ein Säbelzahn-Felidae gewesen sein, dass da jemand mal eine 31 cm hohe Figur aus dem Zahnbein schnitzen konnte?!
  Den Nervenkanal bitte bei der Schnitzberechnung mit einpreisen  ;D

was sagt die Lore-ley (in diesem Fall nüschts... ~;D)
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Offline Aedin Madasohn

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so, einmal in eigener Sache: ich habe diesen Pfaden gestartet für Geschichtchen. Er ist nicht gesperrt oder so. Wer also ebenfalls Material zum Teilen hat, kann sich hier gerne beteiligen.
Sollte es Interesse an einer Besprechung, Austausch, Anmerkungen, Diskussion etc.pp. geben, bitte in einem separaten Thread, da ich hier das Material_welches ja nur ein Inspirations-Steinbruch für eure eigenen Sachen sein kann_konzentriert präsentieren will

aber jetzt auf zu einem neuen Märchen, dieses Mal sind wir zu Gast im Almadischen

Rosenelfchen

Noch vor der Machtergreifung der Praiospriesterkaiser lebten einst ganze Völkerscharen an holden Elfen, niedlichen Feenlein und verführerischen Dryaden an den Ufern
des Yaquirs in unserem herrlichen Almada.
Wunderprächtigst waren ihre Schlösschen und Baumhäuser anzuschauen, stets erfüllt von warmen Licht, ehrlichem Lachen und schier ewig währender Freude.

Über all dies gebot der charismatische Elfenkönig Thantor und sein Hof, der gartenartige Sommernachtstraum, war das schönste aller Elfenheime.
Prachtvollst das Dekor, verführerischts die Musik, herrlichst der Blütendufte und einzig die unübertreffliche Schönheit seiner Tochter Rosenelfchen
konnte dies in den Schatten stellen. 
Und so fanden sich stets neckische aufgelegte Dryaden, fröhliche Feenchen und tanzeslustige Elfen zu einem unvergesslichen Reigen ein.

Doch da kam ein finsterer Missgünstling des Weges, und der konnt´all dieses schöne und heitere Feiern nicht ertragen in seinem blanken Neide auf all das Holde.

Da sprach er unverstellt einen verbotenen Dämonennamen,
und bei diesem Böse Wort erstarb sofort eine der Dryaden vor Grausen.
Da sprach er laut heraus einen schrecklich gehörnten Dämonennamen,
und bei diesem Böse Wort erstarben sofort drei der Feen vor Grausen.
Da gotteslästerte er offen heraus einen Erzdämonennamen,
und bei diesem Böse Wort erstarben sofort dreizehn der Elfen vor Grausen.

Doch all diese Vernichtung des Schönen und Heiteren reichte dem Missgünstler und Neidler nicht aus,
da hohnlachte er aller guten Ordnung und nannte den Herrscher aller Niederhöllen offen,
da zerfiel der ganze Sommernachtstraumgarten zu modrigem Staube.

Verdüstere Rosensträucher entsprungen dem geschändeten Boden, alles erwürgend, was sich ihrem ungebändigtem Wuche entgegenstellte.
Gleich einem Belagerungsring umwallte das dämonische Geränke den höchsten und schönsten aller Elfenbeintürme im Sommernachtstraumgarten,
begierig im Vordrängen, doch,
noch muss man sagen,
zurückgehalten von der strahlenden Anmut der letzten und reinsten der Elfenprinzessinen.
Thantors Tochter Rosenelfchen.

Und so ruht sie nun seit achthundert Jahren in ihrem kristallenen Sarge, eingeschlossen und von bösen Mächten umlagert in ihrem Elfenbeinturm.

Blütenweiß und makellos wie frisch gefallener Schnee ist ihre Haut
Blutrot leuchten ihre Lippen feucht
Kohlrabenschwarz ist ihrer Hauptes Haar


so liegt sie still und stumm, Prinzessin Rosenelfchen, in ihrem Gefängnis, wartend auf jene Helden,
welche sie erlösen aus ihren Nöten.

Verwendung im Spiel

- in Aventurien sind Feen-Dryaden-Elfen als sauber in den Kreaturenbänden abgegrenzte "Klassen" einsortiert. Für die Normaloaventurier dürfte
  da das Bild aber wesentlich "trennschwächer" aussehen, so dass in den Märchen und Geschichten das wild durcheinandergeht.
  Da sollte sich die Gruppe nicht zu sehr darauf verlassen, auf welche "Klasse" sie da jetzt treffen wird und "offener"(vorsichtiger) mit umgehen.
- Verhüllende Namen für bösartige und/oder mächtige Entenitäten, da ja laut ausgesprochene Klarnamen etwas schönes sterben lassen.
  Helden werden dementsprechend auch mal schräg angeschaut, wenn sie zu "direkt" über den Namenlosen, Dämonen etc.pp. reden.
  Im Gegenzug ist es schwierig, unter gemurmelten "die Olle ist wieder sauer" den richtigen Bezug auf etwa das Tatzelwurmweibchen hinzubekommen
- Klassischer Damsel-in-Distress-Plot mit dämonischem Dornenrankenlabyrinth-Dungeon Part.
  Beliebig in Größe, Gefährlichkeit und Szenen voller Feenwunderlichkeiten skalierbar
- blankes Gold, hochelfische-Artefakte Loot; Belohnungen lassen sich beliebig nach Gruppengeschmack skalieren als auch begründen
- so ein paar Überschneidungen mit dem Hochelfenstadt-Simyala-Märchen bestehen. Vielleicht auch alles nur abgekupfert und verformt, in Wahrheit...  :)

was sagt die Lore`ley

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