Die fünf haben sich am Lagerfeuer versammelt, und werden mal etwas Tacheles miteinander RedenSoundtrack: Matthew Hussey,
The Battle for Grayskullhttps://www.youtube.com/watch?v=PyZP2ONNKhg„Komisch, dass Skeletors Caligarier überhaupt noch
da ist!“, sagt Ram Man, nach einem ordentlichen Schluck aus dem Blechhumpen. Der Schein des Lagerfeuers spiegelt sich auf seiner Glatze, weil er ausnahmsweise mal seinen Helm abgesetzt hat.
Mekaneck grinst, „Ist er doch auch nicht mehr, sonst hätte mein unterbittlich‘ Blick ihn ja bereits wieder entdeckt! Dein Rammstoß, mein bulliger Freund, der hat ihn ja davon segeln lassen, durch Luft und Zweiglein! Keine Sorge, diese Fresse sehen wir nicht so schnell wieder.“
„Höh?“, fragt Ram Man, „Nein, das mein' ich nich', Zollstock! Ich mein': Eigentlich müsste der doch gar nich' mehr flexistieren!“
„‚Existieren‘ heißt‘s“, knurrt Fisto, „Bei Dir geht’s immer nur ums—“
„… Der müsste doch aus der Flexistenz
ausgelöscht sein! Erinnert Ihr Euch nicht an Goras' Epos? ‚Und die Caligarus-Donnerechse mit dem Peitschenschwanz ward enthauptet, durch die Klingen der Edlen‘, und so! So heißt es da! Wenn die Jungs in der Vergangenheit den Vorvater aller Caligarier also verhackstückt haben, Leute, dann kann doch heutzutage nicht dieser Whiplash immer noch sein Unwesen treiben! Hier auf Eternia, in der Gegenwart! Logisch!“
„Aber das war nur
eine dieser Donnerechsen, welche die erlegt haben!“, knurrt Buzz-Off, „Davon gab’s eine ganze Spezies!“
Ram Man zieht die Augenbrauen hoch, „Ach so?! Na, ich dachte nur!“
Fisto kichert, „Das Denken, das überlass’ Du doch mal bitte lieber den Caligariern und deren Vorfahren, die haben nämlich
größere Köpfe als Du!“
„Was?!“, schnaubt Ram Man, „Dass mein Kopf diesem Whiplash überlegen war, das haben wir ja vorhin alle genau gesehen! Bwar, har!“
Mekaneck zuckt mit den Schultern, und sagt, „Schön, dass wir jetzt wieder unsere beiden Verlorenen um uns haben, und ihnen dabei zuschauen können, wie sie sich gegenseitig ohn’ Unterlass in die Pfanne hauen!“
„Bwar har har!“
Buzz-Off hebt den Blick seiner Insektenaugen, und ergänzt, „Womit wir bei der ursprünglichen Frage wären: Wie kommt Ihr beiden überhaupt hierher?“
„Komische Frage, das“, setzt Fisto ungnädig dagegen, „Und Du, Herr Konsul, was treibst
Du hier? Gibt’s hier irgendwo ein diplomatisches Gespräch, bei dem Dein sanftmütiges Fingerspitzengefühl gebraucht wird …?“
Ram Man haut Fisto volle Möhre auf den Rücken, „Hah, das is‘ gut! Fingerspitzengefühl, weil er ja gar keine Finger hat, er hat ja Zangen! Bwar, har!“
Buzz-Off wirft den beiden Menschen einen angewiderten Blick zu, sichtlich haben sie sich den verhängnisvollen Fehler geleistet, ihn zu provozieren!
Teela geht also schnell dazwischen, indem sie sagt, „Die Funk-Hilferufe von Bogo wurden in der Ebene der Ewigkeit aufgefangen, und ihr Inhalt wurde über Umwege zu uns in Eternis weitergetragen. Und wir sind so schnell losgeeilt, wie wir konnten. He-Man ist leider nicht zu erreichen, er sei irgendwo draußen bei Castle Grayskull, so heißt es. Buzz-Off war gerade in Eternis, mit neuer Nachricht von seiner Königin, und hatte die Huld, uns spontan hierher zu begleiten. … Überhaupt täten wir gut daran, uns etwas mehr auszutauschen, bevor die nächste Angriffswelle der Kobolgor kommt!“
„Sollnse ruhig kommen!“, lacht Ram Man, „Kann‘s kaum erwarten!“
„Wie meinst Du das, Teela?“, fragt Fisto.
„Onkel! Ich will
auch wissen, was Ihr zwei letztlich getrieben habt! Wir haben uns alle Sorgen gemacht. Furaro scheint mächtig angepisst zu sein, wie man hört. Ihr hättet dem Herrn der Verwüstung in eine seiner Fallen gelaufen sein können, hier draußen im Ödland. Und jetzt erscheint ihr beide wieder auf dem Plan, als wäre nichts gewesen!“
„Hehe. Zwei Häuptlinge machen Fisimatenten!“, grinst Ram Man, und trinkt noch einen ordentlichen Schluck.
„General Furaro kann von mir aus seinen Kopf in den Sand stecken vor lauter Wut!“, murrt Fisto, „Wir schulden dem nichts. Ram Man nicht, und ich schon
zweimal nicht. Ich habe das Rittertum vor langer Zeit schon an den Nagel gehängt. Wenn nicht der Zusammensturz der Mystischen Mauer wäre, hätte ich weiterhin einen Bogen um Eternis gemacht. Ohnehin mach' ich das alles hier nur aus altem Pflichtgefühl, und wegen früher! Und Ram Man, der war sowieso nie in den Ritterstand erhoben, der kann schon immer tun und lassen, was er will!“
Mekaneck hebt den Zeigefinger, und sagt, „Aber Randors Soldaten — dahingehend scheine ich Dein Erinnerungsvermögen auffrischen zu müssen, oh Fisto —
das sind wir
alle!“„Bah. Damals, während der Großen Unruhen. Was mich betrifft,
ich wurde ausgezahlt kurz nach der Schlacht um die Halle der Weisheit, habe mein Rittersiegel abgegeben, und bin meiner Wege gezogen.“
Buzz-Off fragt streng, „Warum eigentlich, Fisto? Dass die Großen Unruhen damals ein derartiges Erbe nach sich ziehen würden wie jenes, das wir jetzt erleben, das wurde doch schon vor 20 Jahren vermutet! Warum bist Du nicht Ritter geblieben?“
Mekaneck stützt das Kinn in die Hand, und murmelt, „Oh Junge. Jetzt geht’s wieder los …“
Fisto ballt mit einem Knirschen seine Stahlhand, und sagt, „Weil das Rittertum von Eternis eine
Farce ist! Weil aufgeblasene Bonzen und plappernde Schönfärber das alles ausnutzen, als reines Machtwerkzeug für sich und ihre fetten Ärsche! Ich für meinen Teil schlafe viel lieber im Wald in einem Zelt, als in einem der rüschenbesetzten Federbetten von Eternis!“
„Und wegen seinem Brudi, weißt Du …“, sagt Mekaneck, und unterdrückt ein kleines Gähnen.
Fisto wird schlagartig sehr still.
Mit stechenden Augen guckt er Mekaneck an, wild funkeln sie unter seinen buschigen, roten Brauen.
„Oh-oh …“, sagt Ram Man leise.
„Ist nicht böse gemeint, Fisto, ganz und gar nicht böse“, sagt Mekaneck schulterzuckend, „Aber 20 Jahre Zeit hattet Ihr, Du und Duncan, um das endlich mal zu klären! Stattdessen habt Ihr nur den Wettkampf unternommen, wer von Euch
noch sturer sein kann, und der ging bisher leider auch unentschieden aus, das musst Du zugeben! Und dann muss man sich nicht wundern, nicht wahr, wenn das alles für die anderen irgendwann ein wenig
länglich wird!“
„
Hat er nich‘ gesagt!“, keucht Ram Man.
„Burschi!“, knurrt Fisto schließlich, „Solche Töne von Dir, das sagst Du mir einfach ins Gesicht? … Dir ist ja richtiggehend ein Rückgrat gewachsen!“
Mekaneck verschränkt die Arme vor der Brust, „Jahaha, ein unzerstörbares Kybernetik-Rückgrat mit Servomotoren, das ist mir zu eigen! Aber das ist schon lange so, mein Gutester! Und weißt Du, wem ich das verdanke, dass mit meinem Rückgrat alles tipptopp ist: Deinem Herrn Bruder! So! Und da brauchst Du auch nicht zu glauben, dass ich mich rhetorisch munter auf
Deine Seite schlage, wenn’s mal wieder um das alte Thema geht, wer von den beiden Brüdern im Recht ist!“
„… Das glaubst Du die ganze Zeit, Mekaneck?“, fragt Fisto in dumpfer Stimme, „Dass es bloss darum geht …?“
Ram Man haut ihm stumm ein paarmal die Pranke auf die Schulter, er sagt nichts.
Das Schweigen ist ungemütlich.
Buzz-Off‘s Stirnfühler zucken, und er sagt in fester Stimme, „Ich würde gern wissen, worauf ich mich eingelassen habe, als ich mit hierher gekommen bin! Der letzte Verbündete, dem ich misstraut habe — das gebe ich offen zu — war Man-E-Faces. Dies war kurz bevor er von seiner Monsteridentität übernommen wurde! Ich habe
Interesse daran, verlässliche Mitkämpfer zu haben, wenn ich in eine Schlacht ziehe. Und die nächste Schlacht steht Bogo bevor. Als dann: Wer
seid Ihr eigentlich? Was führt Euch hierher.“
Teela sieht ihn an, „Aber das weißt Du doch, Konsul?“
„Nun. Vergesst bitte nicht, dass wir Andreeniden anders funktionieren als Ihr Menschen. Allein schon diese vielen, komplizierten Verwandtschaftsgrade, die es bei Euch gibt … sie verwirren mich zugegebenermaßen etwas. Du, Teela, nennst Fisto Deinen Onkel …“
„Er ist mein Adoptivonkel. Man-At-Arms hat mich aufgenommen, als ich ein Säugling war.“
„Umso verwirrender!“, stellt Buzz-Off fest, „Insbesonders, weil man Euch beiden so ausgeprägte Ähnlichkeit nachsagt, im Temperament, Dir und Fisto.“
Mekaneck lächelt, „Onkel Fisto hat eben die kleine Teela geprägt, bevor er damals sein Siegel abgegeben hat, und wutschnaubend Eternis verließ! Da war sie noch ein Kindelein. Aber Fistos Wesen mag schon auf sie abgefärbt haben! Oh, die Unglückliche!“, und er schmunzelt provokant.
„Ha, ha“, sagt Teela verärgert.
„Der Reihe nach“, ordnet Buzz-Off an, „Wir machen das jetzt ordentlich, wie auf dem Wespenfelsen. Einer wohlstrukturiert nach dem anderen—“
Ram Man sagt verblüfft, „Aber Buzz-Off, Wespen wimmeln doch immerzu durcheinander! Was ist daran geordnet?“
„Dahinter steckt eine höhere Ordnung, die Du nicht hinterfragen solltest. Als dann! Erklärt es mir wie einem Nicht-Menschen, da ich keiner
bin! Mekaneck, Du fängst an …“
„Oh, ja, ich bin ja auch der Wortgewandteste unter uns, und, so muss wohl trotz aller Bescheidenheit dazu gesagt werden, derjenige, der am gewitztesten ist! Mit mir ist’s nämlich so—“
Buzz-Off schnarrt, „Und fasse Dich bitte kurz. Wer bist Du, und was bringt Dich her?“
„Nu ja, öhm … ich war doch ein Mitglied des persönlichen Kaders von General Randor, während der Großen Unruhen. Das jüngste Mitglied! Ursprünglich sozusagen der Laufbursche, dann im Handumdrehen Ausguck, Funker, Spion, Bastler, Fallenentschärfer, Fährtenleser, und natürlich Smutje! Haha! Was habe ich der Mannschaft nicht alles gekocht! 15 war ich erst, und doch als Soldat bereits mit den Besten und Fähigsten des Stadtstaates unterwegs! War unschwer zu bemerken, was für ein Siegertyp ich eben bin, auch für den General. Hatten ja auch viel zu tun, nicht wahr, mit den ganzen barbarischen Kriegsherren und Plünderer-Stämmen, und der Wilden Horde, die die aufgehetzt hatte, und allem. Alle Achtung, was sind wir auf Eternia rumgekommen! Beim Namen Orius nannte mich da schon überhaupt keiner mehr, nur noch Mekaneck, das war ein Wort der Wildnisstämme, und sollte einfach ‚Mechaniker‘ bedeuten, wegen meinem sprichwörtlichen Geschick mit dem Werkzeug! Aber gewissermaßen hat das dann einen Doppelsinn erhalten, ein Name birgt Vorbestimmung, nicht wahr! War‘n magisch herbeibeschworenes Gewitter, das mir den Hals gebrochen hat, auf einem unserer Einsätze! Brauchte die fähigsten Kunstvertreter der altvorderen Zunft der Kybernetik, um mich zu retten, daheim in Eternis! Man-At-Arms hat auch etwas geholfen, und vor allem zieht der heutzutage dann und wann ein paar Schräubchen fest, falls nötig. Ihr begreift: Ein Grund mehr für mich, nicht auf Fistos Seite zu sein, wenn wieder mal herumgestritten wird! Kann man verstehen! … Tja. Und hier? Hier bin ich auf Befehl der Generäle König Randors! Mit Rittertum und Adel und Politik hab‘ ich nix am Hut, ich bin doch Stammeskrieger, und Soldat; was gibt’s da groß zu diskutieren, wenn ein Ort wie Bogo in der Tinte steckt, da muss man doch hin, und helfen!“
Mekaneck hat sein einfältiges, zufriedenes Lächeln aufgesetzt, und trommelt mit den Handflächen auf seinen Oberschenkeln herum, und sagt fröhlich, „Ich geb‘ ab!“, an Teela gewandt (neben der er, ganz und gar zufällig, sitzt).
„Und ich bin aus denselben Gründen hier!“, sagt die ungerührt, „Ich bin seit einiger Zeit Oberbefehlshaberin der königlichen Leibgarde, und die zeremonielle Kriegergöttin der Truppen. Klar bin ich deswegen hier. Ich geb‘ auch ab.“
Ram Man blökt, „Das gildet aber nicht! Erzähl‘ Buzz-Off mal das mit der Adoption, die ist doch total toll, die Geschichte!“
Sie seufzt, und sagt, „Ich bin eine Frau ohne Stamm, ohne Ahnen, ohne Erbe, und ohne richtige Herkunft! Man-At-Arms hat mich in der Wildnis gefunden, und mich als Vater aufgezogen. Er hatte ja sonst keine Kinder, immer nur seine Arbeit für seinen Stamm und für König Randor. Ich habe immer versucht, meine Dankbarkeit zu zeigen, indem ich mich mit harter Arbeit hervortue. Eine der besten meines Jahrgangs im Heer des Königs! So bin ich sogar ein Günstling der Königin Marlena geworden. Und Trägerin des Schlangen-Zepters und des Harnischs der Kobrakämpferinnen, die mir aus der Schatzkammer des Palastes verliehen wurden!“
Ram Man nickt, „Fast wärst Du obendrein Stammeskönigin der Aerryn geworden, neulich!“
„Hah! So gut Goras vielleicht knutschen kann, ich gedenke, zu helfen, damit Randor und Marlena den Krieg gewinnen!“
„Hah!“, bestätigt Mekaneck ihre Worte, scheinbar sinnlos. (Und versucht daraufhin, nicht zu erröten.)
„Jetzt Du, Buzz-Off!“, ordnet Teela an.
„Nun gut! Wir Andreeniden sind anders von den Göttern Eternias beschaffen worden als Ihr Wesen des Tieflandes. Wir wachsen alle gleich auf, Kinder der Königin allesamt. Dann zeigt sich beinahe schlagartig unser Charakter, und daraufhin werden uns unsere bio-elektronischen Membranflügel implantiert. Mein Charakter war der eines Großvisirs, eines Seneschall. Aber ich fürchtete um die Sicherheit des Wespenfelsens, in seiner Abgeschiedenheit. Und ich tue es noch! Mehr und mehr finde ich heraus, dass fremde Einflüsse sich in unserem Stammesterritorium verbreiten, und einstmals loyale Drohnen wenden sich insgeheim gegen die Königin. Die Hemisphäre der Schatten will unseren Nektu an sich bringen! Da sie nicht mächtig genug sind, die Mystic Mountains mit einem fliegenden Heer anzugreifen, versuchen sie bisher durch List und Tücke, einen Nektu-Schwarzmarkt aufzubauen. Mein höchstes Ansinnen im Dienst meiner Königin ist es, dies zu vermeiden! Diese Mission führt mich oft in die Tieflande hinab. Warum ich heute hier bin, hat Teela bereits gesagt. Das Auftauchen von Castle Grayskull muss ein prophetisches Zeichen für alle Völker gewesen sein! Zoar nannte uns die Masters of the Universe, und ich bin bereit, auch diesem Ruf zu folgen; ich weiß nur noch nicht, ob es politisches Geschick ist oder rohe Kampfesstärke, die ich Euch Tiefländern besser zur Verfügung stellen kann, langfristig.“
Er sieht Ram Man an.
„Ich? Oh, ich bin ein einfacher Kerl! Snommogor, vom Wildnisstamm der Hakrassok, der war ich früher. Erbe dieser Rüstung hier! Nur: Getragen werden sollte sie nie. Sie war von einem gegnerischen Stamm erbeutet worden, vor drei Generationen, und einem von deren Totems geweiht, näch? War sogenannte ‚kinetische Energie’ drin gespeichert, sagten unsere Ältesten, vielleicht von den Polkappen Eternias, vielleicht aus Subternia, vielleicht sogar aus'm Weltraum. Und wir Hakrassok, wir sind doch glaubensstarke Anhänger des Ochsen-Totems! Also war's mein geerbtes Los, die Rüstung einfach nur zu bewachen, in unser'm Tempel, in der Halle der Trophäen. Hab' ich natürlich gemacht, Ehrensache. Bis eines Tages die Plünderer-Stämme kamen. Wollten unser Dorf platt machen, um der Wilden Horde zu gefallen. Da hab' ich sie im letzten Moment
doch angelegt, die Rüstung. Das einzige Ding aus Stahl, was es in unserm ganzen Dorf gab! Und Mann, was hat das'n Wumms, wenn ich zuhaue, seit ich die zum ersten Mal an hatte! War nie wieder der gleiche, hinterher. Bin natürlich rausgekantet worden von den Hakrassok. Klar. Hatte ja unser Totem verraten, egal, ob ich dadurch geholfen hatte, das Dorf zu retten. War mir auch klar gewesen, dass ich würd' ins Exil geh'n müssen, hinterher. Höhö. Und was'n
prima Exil das war! Eternis …! Hatte mich vorher nie da in die Nähe getraut. Nun wollt' ich nie wieder weg. Bin ich ja auch nich'! So, äh … alles andere wurde ja schon gesagt, oder? So mit den Großen Unruhen und so. Und Fisto und ich sind jetzt hier, weil wir Bammel hatten, dass wir noch Dummheiten machen. Und uns zu den Häuptlingen von Naddon ernennen lassen, und dann haben wir den Salat! Eigentlich wollten wir grad' zur Küste, zum Meer von Rakash! Waren fast da, als die Garde kommen musste mit ihrem blöden Flugschiff-Absturz! … So, jetzt Du, Häuptling fürs Grobe!“
„Danke, Häuptling für's
ganz Grobe!“, muffelt Fisto, „Aber eigentlich
war ich ja schon dran! Über mich haben wir ja schon gequatscht. Ich hol' mal noch mehr Bier, Leute!“
Mekaneck sagt, „Nee, jetzt nicht kneifen! Vorhin hast Du gesagt, es stimmt gar nicht, dass Du nur wegen Duncan abgehauen bist, nach den Großen Unruhen, und Eurer ewigen Rivalität!“
Fisto guckt defensiv in die Runde.
„
Erzähl' es uns, Onkel …!“, bittet Teela leise.
„Bah“, sagt Fisto, „Aber eigentlich stimmt’s ja
doch irgendwie. Beide waren wir in General Randors Kader! Ich als Ritter, er als Maschinist. Beide haben wir uns gemeinsam auf die Fresse geben lassen, um Eternis zu schützen. Und wer hat am Ende die Anerkennung gekriegt? Na wer wohl, immer der feine Herr, der sowieso immer ausersehen war, die Traditionen unseres Stammes fortzuführen! Wir sind eine der mächtigsten Familien von Eternis, weil wir so viele Geheimnisse der Mechano-Monarchen hüten. Oder was heißt ‚wir‘:
Er eben. War höchste Zeit für mich, die Bühne zu verlassen, als die Großen Unruhen vorbei waren. Allerhöchste Zeit, hätte ich schon viel früher machen sollen.“
Teela fragt leise, „Aber Du warst doch Ritter! Was wolltest Du mit Einblicken in den Maschinenbau? … Da war doch
noch etwas“, fügt sie hinzu, hellsichtig.
Fisto schweigt stur.
Ram Man sagt halblaut, „Ihm is' was angehängt worden. Hat sich nie aufklären lassen, die Sache.“
Mekaneck guckt groß, „Angehängt? Aber doch nicht von Man-At-Arms! Bruder-Rivalität her oder hin, Duncan käme doch nie darauf, sowas—“
Fisto winkt ab, und schenkt sich die Reste aus dem Bierfässchen in seinen Humpen, „Nein, nein, nicht von dem. Aber das waren die Kriegswirren. Die Würfel waren gerade neu gefallen, besonders in Eternis. Gab jede Menge Konkurrenzgedanken, man wusste eine Weile nicht, wer künftig auf wessen Seite stehen würde. Häßliche Angelegenheit. … Hab' das Rittertum nie vermisst, und die ganzen blinkenden Abzeichen und den ganzen Dreck! Nur das Schwert hab' ich behalten, und natürlich die kybernetische Faust. War ja eine Sonderanfertigung in Randors Auftrag gewesen, der Handschuh passt eh niemand anderem. … Und warum ich hier bin: Ich
will gar nicht hier sein, ich hab' hier nix zu suchen! Schlimm genug, dass letztlich Ram Man und ich was-weiß-ich-wie-lange General Furaros Drecksarbeit gemacht haben! Ich überlass' Bogo morgen direkt wieder Euch. Da ist das in guten Händen, wie man vorhin gesehen hat. Machst das spitze, Teela, bin stolz auf Dich. Und Ihr anderen auch. Mich ruft die Wildnis!“