Ich haben den Film jetzt im Original gesehen und ich fand, es war ein ganz ordentlicher Unterhaltungsfilm bei dem Nolans Handschrift gut erkennbar war. Kein Mega-Sommer-Blockbuster, sondern eher ein aufwendiger Film der nachdenklichen Töne. Gut gefallen hat mir, dass die Atmosphäre streckenweise schön archaisch war, dass Zeus‘ Gesetze ein Witz waren und zwar fast die ganze Zeit über, es gab einige schöne Bilder und die Erzählstruktur war auch nicht uninteressant. Insofern war alles gut.
Weniger gut war die altbekannte Schwäche Nolans, sich fast schon zu weigern einem seine Charaktere näher zu bringen. Es ist, als wenn der Zuschauer auf keinen Fall Empathie oder eine Beziehung zu den Figuren aufbauen soll. Das war hier, aufgrund der Episodenhaftigkeit, aber ohnehin schwierig.
Das andere, eigentlich noch gravierendere Problem ist, dass der Film ziemlich zerredet wird. Es ist kein Vertrauen in den Zuschauer da, dass dieser die Situation einordnen kann und die richtigen Schlüsse daraus zieht, und vor allem auch den Subtext mitbekommt. Nein, es kommt häufig ein begleitender Kommentar von den handelnden Personen selber, der meistens einfach überflüssig ist und ohne den der Film vermutlich doppelt so gut geworden wäre. Das wurde hier aber auch schon von anderen erwähnt und ich kann nun bestätigen: Ja, es stört und war größtenteils echt unnötig.
Gut war noch, dass Christopher Nolan Szenen durchaus eigenwillig interpretiert, und so auch mal ein neuer Blickwinkel entsteht. Alles in allem war es zum größten Teil solide Unterhaltung, wenn auch in meinen Augen jetzt nicht der ganz große Wurf oder gar Nolans beste Arbeit. Ich habe allerdings auch nichts gesehen, was den momentanen Hype vor allem in den Staaten wirklich nachvollziehbar macht, aber gut - muss man vielleicht noch sacken lassen.
7/10

Kann es etwas schöneres geben, als eine Einladung zum Essen bei Circe?