Autor Thema: Die hanebüchenste Prämisse in einem Kaufabenteuer?  (Gelesen 4231 mal)

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Offline Lyonesse

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Re: Die hanebüchenste Prämisse in einem Kaufabenteuer?
« Antwort #75 am: Gestern um 14:18 »
Auch wenn wir hier langsam vom Thema wegkommen. Kiesow hat ja unter dem Pseudonym "Andreas Blumenkamp" Artikel geschrieben, die Railroading extrem anprangern (bzw sich darüber lustig machen). Wie paßt das zusammen ? Waren seine Abenteurer aus einer anderen Phase als diese Artikel ? Selbst wenn das so war, warum hat er dann großzügig über das Railroading anderer DSA-Autoren hinweggesehen ? Hat da jemand Einsichten ?
Keine Einsichten nur Spekulationen: Kiesow war gelernter Erzieher, was vermutlich schon vieles selbst erklärt, und er wollte wohl den oft noch relativ jungen (und formbaren) Spielern und Spielerinnen von DSA seine Vorstellung von ''gutem'' Rollenspiel nahe bringen. Ich schätze, das war aber auch weitgehend in der DSA-Redaktion dieser Zeit Konsens.
Die Blumenkamp-Kolumne in den Wunderwelten nimmt da tatsächlich andere Standpunkte ein und tobt sich streckenweise ganz schön aus, aber vermutlich war Kiesow, wie so viele Menschen, einfach eine ambivalente Persönlichkeit.

Offline sma

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Re: Die hanebüchenste Prämisse in einem Kaufabenteuer?
« Antwort #76 am: Gestern um 14:44 »
Was mich nachdenklich macht: Solche Abenteuer werden foch gegengelesen und probebespielt.
Diese These halte ich in dieser Allgemeinheit für falsch. Bei Hort of the Dragon Queen z.B. war die Schwerküsten-Rundreise wichtiger als jede Konsistenz und alles wurde mit extrem heißer Nadel gegen eine Vorversion der Regeln ohne Kommunikation mit WotC geschrieben, weil das ja zusammen mit dem GRW 2014 erscheinen musste. Bei vielen alten (deutschsprachigen) Abenteuern haben die Ersteller zudem das Selbstverständnis eines Romanautors, der eine spannende Geschichte erzählen will, in der die Spielercharaktere präsent sein dürfen, mehr aber auch nicht. Gestützt wird das zudem dadurch, dass die meisten Abenteuer nur von SLs gelesen werden, aber nie gespielt werden, und dementsprechend optimiert, inkl. der (IMHO) Unart, auch den SL überraschen zu wollen, worum es hier eigentlich geht.

Offline General Kong

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Re: Die hanebüchenste Prämisse in einem Kaufabenteuer?
« Antwort #77 am: Gestern um 15:04 »
Und zwischen "Onkel Kiesow erklärt dir mal, wie man richtig spielt" und den blumenkampschen Tiraden liegen ca 6 Jahren - die erschien in Wunderwelt 3 1990.

Da war im Hobby schon einiges passiert und hatt3 sich verändert.

@Sma: DAS nervt mich auch KOLLOSAL, diese "Entwicklung" des Plots vor den Augen des SL mit überraschenden Wendungen. Als SL muss ich wissen, wohin die Reise geht, und will das auch zum Start wissen, nicht "Ach der ist der Mörder! Donnerwetter!" Das zwingt mich, dann nochmal alles zu überprüfen, was stimmig it und was nicht. Fehler lassen sich so schlechter korrigieren. Und: Es langweilt.
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Offline Lyonesse

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Re: Die hanebüchenste Prämisse in einem Kaufabenteuer?
« Antwort #78 am: Gestern um 15:59 »
Und zwischen "Onkel Kiesow erklärt dir mal, wie man richtig spielt" und den blumenkampschen Tiraden liegen ca 6 Jahren - die erschien in Wunderwelt 3 1990.

Da war im Hobby schon einiges passiert und hatt3 sich verändert.
Das kommt zeitlich aber so nicht hin. UK hatte mehr oder weniger immer diesen Ton drauf, und das vielzitierte Die Attentäter (A30) ist von 1991. Darum ja auch meine Annahme der Ambivalenz oder vielleicht kam er ja als Andreas Blumenkamp tatsächlich zu anderen Einsichten.

Offline gunware

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Re: Die hanebüchenste Prämisse in einem Kaufabenteuer?
« Antwort #79 am: Gestern um 16:28 »
Bei welchem Abenteuer hattet ihr euren heftigsten Facepalm-Moment?
Ich habe jetzt zwei Tage intensiv nachgedacht. Und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich nicht liefern kann. Entweder hat mein alterschwaches Gedächtnis versagt oder es kam nie zu diesem Moment.
Bezogen auf die Abenteuer, die hier angesprochen wurden und die ich kenne, hatte ich kein Facepalm-Augenblick. Ich wusste, dass wenn ich sie leiten würde, wäre der Verlauf höchstwahrscheinlich nicht wie beschrieben, aber es war weit davon entfernt, Facepalm Gesicht zu machen. Und auch die vielen anderen gekauften Abenteuer, die ich kenne, empfand ich nicht zum Fremdschämen. Mir fällt kein Beispiel ein. Sorry.

Bin ich nur vergesslich oder einfach  unbedarft? Wahrscheinlich wäre ich kein guter Kritiker.
Ich bin der letzte Schrei der Evolution, als sie mich erschaffen hatte, schrie sie: "Oh Gott, was habe ich denn gemacht?!"

Offline Ninkasi

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Re: Die hanebüchenste Prämisse in einem Kaufabenteuer?
« Antwort #80 am: Gestern um 17:15 »
Ich tippe auch auf mein altersschwaches Gedächtnis.
Klar gab es früher haufenweise unlogische Dungeons mit "lustigen" Fallen & Rätsel und Auftraggeber, wo man sich wundern hätte können, warum der jetzt die unwürdigen Streunerbande angagiert, aber da auch irgendwie klar: Sonst haben wir kein Abenteuer.

Viele Plots wurden den Spielern vielleicht auch nicht komplett klar, wie dumm diese überhaupt waren.

So richtige Facepalm zum Abenteueraufhänger fällt mir auch so nicht viel ein. Und ich habe damals das Schiff der verloren Seelen und ihre Kelche gespielt...

Offline unicum

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Re: Die hanebüchenste Prämisse in einem Kaufabenteuer?
« Antwort #81 am: Gestern um 17:20 »
Bezogen auf die Abenteuer, die hier angesprochen wurden und die ich kenne, hatte ich kein Facepalm-Augenblick.

Mir sind hier nur zwei Abenteuer vorgestellt worden die ich kenne und bei beiden kann ich die Argumentation warum es schlecht sein soll nicht nachvollziehen. Wohlgemerkt das ich beide Abenteuer schon zweimal geleitet habe (Witchfire und EnemyWithin). Aber ich will das hier nicht deswegen derailen. Bei dem ein oder anderen ist mir klar das wenn man eine kleinigkeit überliest (bei DethOnTheReik etwa) das Abenteuer etwas anderst läuft.

Mag aber auch daran liegen das ich zwar seit ein paar 40 Jahren RSP mache aber doch recht wenig Kaufabenteuer zu hause habe.

Offline General Kong

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Re: Die hanebüchenste Prämisse in einem Kaufabenteuer?
« Antwort #82 am: Gestern um 17:30 »
Das kommt zeitlich aber so nicht hin. UK hatte mehr oder weniger immer diesen Ton drauf, und das vielzitierte Die Attentäter (A30) ist von 1991. Darum ja auch meine Annahme der Ambivalenz oder vielleicht kam er ja als Andreas Blumenkamp tatsächlich zu anderen Einsichten.

Dann weiß ich es auch nicht. Vielleicht ein Fall von "den Balken im eigenen Auge sieht man nicht", bei ynderen regt einen das dann schon auf. Da ist er ja nicht der Märchenonkel gewesen und dann doof . .
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Offline nobody@home

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Re: Die hanebüchenste Prämisse in einem Kaufabenteuer?
« Antwort #83 am: Gestern um 17:36 »
Mag aber auch daran liegen das ich zwar seit ein paar 40 Jahren RSP mache aber doch recht wenig Kaufabenteuer zu hause habe.

Das ist sicher für den einen oder anderen von uns auch ein Grund. Ich habe zwar im Lauf der Jahre doch mal das eine oder andere Kaufabenteuer mitgenommen, aber eine wirklich große Sammlung ist da auch nie draus geworden...und schlimmer noch, in viele davon habe ich (in Tateinheit mit den dazugehörigen Regelwerken) seit Jahren keinen einzigen Blick mehr geworfen. Was der Erinnerung denn auch nicht wirklich weiter hilft.

Online Sashael

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Re: Die hanebüchenste Prämisse in einem Kaufabenteuer?
« Antwort #84 am: Gestern um 17:49 »
Nachdem ich jetzt hier gelesen habe, ist mir bewusst geworden, was ich persönlich mit diesem "hanebüchen" eigentlich meine.

Mein Beispiel von Grabmal der Vernichtung verursacht bei mir den Facepalm ja nicht durch die Frage "Warum sollten die SCs das überhaupt machen?" oder durch einen besonders unlogischen oder abstrusen Schauplatz. Eigentlich ist der Dschungel vopn Omu mit seinen drölf Nebenquesten ein geradezu fantastisches Sandboxsetting, in welchem man ohne die Hauptquest und den damit verbundenen dramatischen Zeitdruck unglaublich tolle Abenteuer erleben könnte.

Warum die SCs das machen, ist ganz klar. Sie haben eine Auftraggeberin, die eine schöne Belohnung in Aussicht stellt und da gibt es ein mysteriöses Problem, dem man nachgehen kann. So weit, so normal und nachvollziehbar.

Aber die Spielwelt der Vergessenen Reiche, ihre gesamte soziale Ökonomie mit Göttern, Chosen Ones, mächtigen Fraktionen in Verbindung mit der planetenweiten Bedrohung von Alles und Jedem lässt die Vorstellung, dass sich darum nur eine Gruppe von Jungspunden ohne Ressourcen kümmert, so völlig absurd erscheinen.

Unlogische Rätsel? Kriegt man im Hobby doch im Dutzend billiger.
Fragwürdige Motivationen für SCs? Kann man als w100 Tabelle haben.
Seltsames und irrationales Verhalten von NSCs? Been there, done that. In RL.

Das sind eigentlich nur schöne (oder gruslige) Anekdoten. Aber bei GdV haben die Macher im RL Vergleich eine weltumspannende Phalanx von Atombomben in den Orbit platziert und eine Gruppe Handwerksgesellen kümmert sich alleine um das Problem.
Und DAS finde ich "hanebüchen".  ;D

Aber viele der hier erwähnten Abenteuer sind trotzdem schöne Beispiele für "You had ONE job, Mr. Designer!"  :d
"Ja natürlich ist das Realitätsflucht. Was soll daran schlecht sein? Haben Sie sich die Realität in letzter Zeit mal angesehen? Sie ist grauenhaft!"


Von Conan über d'Artagnan über Indiana Jones über John Wick bis Ellen Ripley ... if there's Action, then outgun it!

I got away with Murder!