Autor Thema: [Forge, aber allgemeingültig] Versuch "Wozu Theorie?" für Einsteiger  (Gelesen 44247 mal)

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Offline carthinius

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Weisst du, es gibt auch Spieler + SLs, die mit den Systemen, die sie spielen, vollauf zufrieden sind.
Natürlich gibt es die, das stellt doch auch niemand in Abrede. Genausowenig, wie es eine Rollenspielpolizei gibt, die dich zwingt, gefällgst deine Rollenspiele streng nach Regeln und "by the book" zu spielen, wird jemand dich oder auch irgendeinen anderen Spieler oder Spielleiter nötigen, sich mit Theorie auseinandersetzen zu müssen (und das wurde hier auch schon mehrfach gesagt). Dass manche das als kurzsichtig einstufen würden, wurde hier auch schon gesagt - Theorie ist ein Werkzeug, dass die helfen kann, aber nicht helfen muss, erst recht nicht, wenn du den Werkzeugkoffer gar nicht haben willst.
Aber sobald es bei einer Runde Probleme gibt, ist der erste Lösungsweg "Redet darüber!". Und die Theorie kann helfen, dass man überhaupt weiß, worüber man reden kann, und dafür sorgen, dass alle wissen, worüber sie reden. Und nicht zuletzt das Wissen um bestimmte Probleme oder Lösungsansätze und Gestaltungsideen kann dazu führen, dass man erkennt, wo der Schuh drückt und was man dagegen tun kan, ja, eventuell entstehen sogar neue Spielerlebnisse.
Natürlich kann man anderen auch nur empfehlen, eventuell mal andere Systeme auszuprobieren, wenn man glaubt, dass ein Gruppenproblem eher dem System anzulasten ist als den Leuten. Ausprobieren müssen sie es dann aber selbst. Wenn eine Gruppe aber meint, dass es überhaupt kein Problem gibt, muss auch keiner sich mit der Theorie auseinandersetzen. So einfach ist das.
Das gilt auch für erstaunlich viele andere Bereiche des Lebens. Auch bei anderen Hobbies oder anderen Spielen gibt es sowas.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man nicht allen Runden mit solchen Ideen kommen kann. Da kommt dann wieder sowas durch wie verschiedene "Schulen" der Theorie und Rollenspielgestaltung, prallen "traditionelles Rollenspiel" und "Avantgarde" aufeinander; teilweise werden aus solchen Überlegungen entstandene Rollenspiele sogar als "keine echten Rollenspiele" deklassiert, weil sie halt anders sind als das bekannte. Weder die eine Haltung noch die andere hat in diesem Zusammenhang etwas mit gesundem Menschenverstand zu tun - und, ganz im Ernst, verlassen will ich mich allein auf ihn bei fast gar nichts mehr, erst recht nicht bei Problemlösungen, Regeldiskussionen oder ähnlichem...

Zitat
Und damit möchte ich mich aus der Diskussion verabschieden, und den Profis der RPG-Theorie das Feld überlassen.
Schade, dass du als Threadnekromant wohl eher am Staubaufwirbeln als an echtem Dialog interessiert bist... Poltern und dann Weglaufen ist jedenfalls kein guter Stil.
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ChristophDolge

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Schade, dass du als Threadnekromant wohl eher am Staubaufwirbeln als an echtem Dialog interessiert bist... Poltern und dann Weglaufen ist jedenfalls kein guter Stil.

Nachtreten, wenn einer einen Rückzieher macht, aber auch nicht.

Ich lese aus seinen Posts zumindest ein gewisses Verständnis heraus, dass er für die Theorie entwickelt hat. Jetzt klingt es nicht mehr nach "Das braucht keine Sau!" sondern nach "Das brauche ich nicht."

Offline Beral

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Auch die Grundlagenforschung ist nicht praxisentfremdet. Es wird häufig der Denkfehler gemacht, dass Theorie einen direkten praktischen Nutzen haben muss. Das stimmt aber nicht. Es gibt Probleme, die nicht mit einem Arbeitsschritt gelöst sind. Da muss der Lösungsweg in mehrere Einzelschritte zerlegt werden und ein Teilschritt führt dann nicht zur direkten Lösung eines Problems, sondern zu einer neuen Ausgangslage, die der Lösung einen Schritt näher kommt.

In anderen Lebensbereichen akzeptieren wir, dass eine Firma nur Metallbarren gießt. Wofür brauche ich Metallbarren? Ich will doch ein Auto haben! Was nützen mir denn komplizierte Apparate, die die Aufgabe haben, Schrauben zu fräsen? Was zum Teufel soll ein Chemiekonzern, der sich mit der Haftung von Farbpartikeln auf verschiedenen Untergründen beschäftigt? Und was interessieren mich die Physiker mit ihren blöden Gesetzen? Ich will ein Auto!

An dieser Stelle müssen wir einfach die höheren Gehirnbereiche einschalten, die uns erkennen lassen, dass bestimmte Ziele nur über mehrere Zwischenschritte zu erreichen sind. Und dann wird klar, dass selbst die Grundlagentheorie keinesfalls praxisfremd ist. Es liegen lediglich ein paar Zwischenschritte bis zur Praxis. Grundlagenforschung hat nicht einfach so ihre Berechtigung, sie ist in höchstem Maße praxisorientiert.
Spielertyp: Modellbauer. "Ich habe das Rollenspiel transzendiert."

"Wir führen keinen Krieg...sind aber aufgerufen eine friedliche Lösung auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen." Gerhard Schröder.

Offline carthinius

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Nachtreten, wenn einer einen Rückzieher macht, aber auch nicht.
Ich empfand es nicht als guten Ton, dass er mich zitiert, mein Zitat mit einer neuen Aussage quittiert, die überhaupt nichts mit dem von mir Gesagten zu tun hat, und sich dann verabschiedet. Deswegen hab ich ja auch nicht "nachgetreten", sondern noch einige erläuternde Worte zu seiner Aussage gemacht.

Seine Pauschalaussage mit den "glücklichen Spielern durch glückliche Systeme" klang für mich ehrlich gesagt nicht nach dem Verständnis, das du ihm zusprichst; er scheint immer noch nicht zu verstehen, dass Theorie eine Möglichkeit ist, die sich dem Interessierten (!) eröffnet, um sein Spiel zu bereichern oder sein Verständnis der Materie zu verbessern - wer's nicht haben will oder braucht, auch gut, aber dann hier nicht rumstänkern. Es will ihm ja keiner aufzwingen, Theorie irgendwie berücksichtigen zu müssen. Ich sag ja auch nicht: "Physik brauch ich nicht, mir fallen auch so Sachen runter."

@Beral: Schöner Text!  :d (Und deine Signatur passt auch gut hier rein!  >;D )
« Letzte Änderung: 4.12.2008 | 20:02 von carthinius »
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