Autor Thema: [Wushu] Angels Revenge  (Gelesen 2550 mal)

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Offline Tantalos

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[Wushu] Angels Revenge
« am: 22.08.2005 | 11:37 »
Hallöle.

Ich bin gestern dazu gekommen, meine erste eigene Wushu Runde zuleiten. Ursprünglich war von mir ein bestimmtes Setting geplant, aber als mein Kumpel verlauten ließ, dass er seine Freundin mitbringt, ein noch rollenspiel-unbefleckte Dame, musste ich meine Idee erstmal einstampfen und der Dinge harren die da kommen.
Als alle in der Küche versammelt waren, Kumpel samt Freundin und mein Mitbewohner, habe ich kurz die Charakteristika von Wushu dargelegegt und dann gleich nach dem Setting gefragt. Nach kurzer Ratlosigkeit überlegte sich das Pärchen, die den tag zuvor "Dogma" gesehen hatten, dass die Spieler gefallene Engel sein sollten, die sich durch die Weltgeschichte prügeln. Damit war das Setting gesetzt und es ging an die Charaktererstellung, die auch nach kurzer Erklärung und einigen Beispielen zügig vorranging.

Orkamel war ein Engel, der gut kämpft [er hatte den Trait "Bullettime" gewählt, der alles abdecken sollte was auch ein gewisser Matrixheld kann], herablassen Bibelzitate einwirft und sein Outfit der Situation anpasst.
Berkuron kann alles mögliche vom Himmel regnen lassen, die Faust Gottes fliegen lassen [siehe "Kung Fu Hustle"] und, da er erkrankt an Lepra war, die Einzelteile seines Körpers seperat absprengen und steuern.
Zera  verfügt über die Macht,  alles in Wasser zu verwandeln und jeden nur erdenklichen Gegenstand aus ihrter Handtasche zu zaubern. Außerdem haben wir festgelgt, dass das ausklappen von Flügeln jedem Engel gegeben war. Die Schwächen waren [in der Reihenfolge]: Höhenangst(sehr dumm für fliegende Engel), Zeitlosigkeit und Süßigkeitensucht.
Das Würfellimit habe ich den Spielern vorher nicht genannt, sondern es im Stillen auf 5 Würfel und auf unbegrenzt beim Endgegner festgelegt .

Die Charaktere saßen zu Anfang in ihrer Bude (die Spieler legten fest, dass sie in einer alten Fabrikhalle residieren), als die Türen aufsprangen und eine Horde Mooks in weißen Roben mit einem roten, christliche Kreuz verziert, bewaffnet mit Schwertern und Äxten, das traute Heim der Engel stürmten. Nach einer kurzen Erklärung wie Kämpfe funktionieren haben die Spieler gleich angefangen zu improvisieren. Da ich schon in den Tagen vorher von Wushu erzählt hab, hat Orkamel (der schon länger Rollenspieler ist) erstmal seine Fähigkeit genutzt Bibelsprüche zu rezitieren und hat durch ausführliche Beschreibung auch ordentlich Würfel bekommen. Berkuron hat ebenfalls seinen Ideen freien Lauf gelassen und ist durchs Dach gebrochen um dort oben kurz nachzudenken und schließlich mit der Faust Gottes in die Mooks zu stürzen. Die Nichtrollenspielerin war zunächst etwas verwirrt und wusste so richtig nicht mit der Situation umzugehen, und hat dan beschlossen ihre Tasche zu benutzen um häßliche Ponchos hervorzuholen die dann alle Mooks tragen sollten. Die Kraft der Tasche war zwar so nicht vorgesehen (zumindest hatte ich das aus der Beschreibung nicht verstanden), aber ich hatte nichts dagegen einzuwenden und die anderen beiden Spieler auch nicht, und so konnte auch sie einige Würfel rollen. Die Spieler sind dann recht schnell mit dem System warm geworden. Nachdem die Mooks dann weggemoscht oder geflohen waren, hatte die Spielerin noch einen zurückbehalten, der dann auch promt ausgequetscht wurde. Die Spieler fanden so heraus, dass die Vorletzte Nachfolgerin Christis hinter ihnen her ist.

Die Spieler überlegten sich dann, erstmal zur Universität zu fahren und die Theologiestudenten auszuquetschen. Diese Uni war ihre Idee aber ich fand das ein gute Idee und ließ es so im Plot. Vor der Tür fanden sie einige schwarze Vans der Mooks und mit dem passenden Schlüssel aus Zeras Tasche fuhren sie los. Schnell bemerkten sie, dass sie von einem schwarzem BMW verfolgt wurden, und so stellten sie sich in einer Seitengasse ihren Verfolgern. Aus dem BMW stieg eine Gruppe von Ninjas die "Im Namen der Inquisition, Ihr seit des Todes"  brüllten. Die Spieler haben dann die Ninjas sehr wushumäßig auseinander genommen, und haben stark drauf geachtet viele neue Aktionen zu nutzen. Orkatlon hat zum Beispiel zu Schusswaffen gegriffen (wobei er darauf geachtet hat, dass keine einzige Kugel den BMW trifft), während Zera, die im Van kurz vorher am Schminken war, ihre Gegner nach der Kunst des Maskara-Fu ausgeschaltet hat.

Nach dem Kampf fuhren die Engel natürlich im BMW weiter, Stil muss schließlich sein. Im Wagen fanden sie ein Telefon und eine Nummer betitelt "Die Eine" weckte ihr Interesse. Die Spielerin traute sich einen Anruf nicht zu (im Spiel sagte sie: "Nein, ich bin noch zu sauer, das meine Schmiksachen im Kampf durcheinander geradten sind"), so rief dann einer der erfahrenen Rollenspieler an und verabredete sich mit Bethany, der Vorletzten Nachfahrin Christi in der Nähe der Uni. Sie warteten im Wagen bis ein schwarzer Van vorgefahren kam und eine Reihe Ninjainquisitoren und eine in Leder gedresste Schönheit ausstieg.
Naja, sie nahmen dann zunächst die Mooks auseinander, die hier zwei Chi Schaden pro Runde generierten, wodurch die Spieler auch tatsächlich mal Schaden nahmen. Der Kampf gegen die Nemesis gestaltete sich daher auch interessanter, da ich diese zwar nicht zu mächtig gemacht hatte, aber die Spieler doch stärker auf Verteidigung würfelten. Die Nemesis würfelte ca. 2 Erfolge Yang gegen jeden Spieler pro Runde und zwischen 3 und 5 Ying.
Auch hier waren die Spieler sehr kreativ und konnten die abwechslungsreichen Angriffe der Nemesis gut kontern, so dass diese dann nach fünf Runden geschlagen war. Ich überließ der neuen Spielerin den "Finishing Move" die erst kurz nachdachte aber dann aber sehr konsequent beschrieb, wie die Dame von innen heraus zu leuchten began, dabei das Lederoutfit abbröckelte (Sex sells!) und schließlich in Myriaden von Seifenblasen zerplatzte. In der abschließenden Pose, wo die Charaktere kurz überlegten was sie nun machen könnten ließ ich dann den "Abspann" des Filmes loslaufen. (Vorher schwenkte die kamera natürlich über ein Plakat auf dem satnd "The Pope comes to town", um ein Sequel vorzubereiten *g*)

Alles in allem war es ein schnelles, kurzweiliges Spiel und die Spieler bestätigten mir hinterher, dass es für sie Spass gemacht hatte. Die Unerfahren Spielerin hat sich meiner Meinung anch auch gut eingefügt, auch wenn ich zwischendurch das gefühl hatte, Ihr wäre das alles sehr suspekt. Mir hat es auf jeden Fall viel Spass gemacht, auch wenn ich schnell nen Plot improvisieren musste und moir da nur son Wischiwaschikram eingefallen ist, aber als Einführung vielleicht gar nicht so schlecht.
Auch habe ich zum ersten mal auf die Unterstützung von Musik zurückgegriffen (danke 8t, der hat mir auf dem Treffen gezeigt, dass das zumindest für Wushu sehr stylisch ist).
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Re: [Wushu] Angels Revenge
« Antwort #1 am: 22.08.2005 | 16:15 »
Woohoo! Cool!

Finde schön, dass es allen Spaß gemacht hat, vor Allem, dass die Einsteigerin keine großen Anpassungsprobleme hatte. Spricht meiner Meinung nach für Wushu als Einsteigersystem.
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Zitat von: 1of3
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Offline Tantalos

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Re: [Wushu] Angels Revenge
« Antwort #2 am: 22.08.2005 | 16:26 »
Als Einsteigersystem weiß ich nicht so recht. ich glaube, Wushu versaut genaz schön.
Wenn ich mit Wushu angefangen hätte und danach DSA oder Shadowrun, hätte ich glaube ich schon stark geknabbert. ABer vielleicht liegt das auch daren, dass die Engel Runde sehr frei war in der Erschaffung von Dingen. Da war dann hier mal ein neues Autfit, da mal ne Wumme und plötzlich regnete es Hirn vom Himmel.
Wenn man die Grenzen dichter absteckt, ist es vielleicht besser als Einstieg.
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Offline Fredi der Elch

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Re: [Wushu] Angels Revenge
« Antwort #3 am: 22.08.2005 | 16:54 »
Wenn ich mit Wushu angefangen hätte und danach DSA oder Shadowrun, hätte ich glaube ich schon stark geknabbert.
Eben! Wenn man mit Wushu anfängt, gibt man sich mit so einem Quatsch wie DSA oder Shadowrun gar nicht mehr ab!  >;D Naja, vielleicht hast du ja recht. Aber wahrscheinlich würden viele Leute mit Shadowrun gar nicht erst anfangen, mit Wushu... naja, wenigstens vielleicht. :)
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Zitat von: 1of3
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Offline 8t88

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Re: [Wushu] Angels Revenge
« Antwort #4 am: 22.08.2005 | 21:35 »
Also:
In Skyrocks Robocopbericht steht ja schon drin, dass die Anfängerin viel leichter in Wushu reingefunden hat als die "Alteingessessenen".
Ich denke das Problem hier war nicht Wushu, sondern die "sehr freien KewlPowerz" wie das erschaffen von gegenständen...
Hätten die Engel Statt dessen etwas  eingeschränktere fähigkeiten gehabt wäre es vielleicht weniger Chaotisch (in den Köpfen) der Spieler abgelaufen.

Aber ist ja ganz gut gegangen! :D :d
Danke für diesen Bericht! :)
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Offline Tantalos

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Re: [Wushu] Angels Revenge
« Antwort #5 am: 23.08.2005 | 11:04 »
Also, ich hatte das Gefühl, dass ihr größtes Problem darin bestand, plötzlich in einer neuen Spielsituation zu stehen, in der dann ganz spontane Kreativität gefordert war.
Ihre beiden Mitspieler sind von Natur aus etwas quirliger und beschäftigen sich auch intensiver mit Spielen und ähnliches.
Sie hat am Ende des Abends auch so etwas gesagt wie "Das war aber ganz schön viel Kreativität für einen Abend" oder so.

Das hat aber in meinen Augen nichts damit zu tunm, dass sie "Anfänger" ist oder so. Wenn ich WuShu mit Spielern spiele, die auch nicht so auf das cinematische Erzählen getritmmt sind, sonder der Typ Spieler, der sagt "Ein kampf? Geil, ich schieße mit der Maschinenpistole" hätte wahrscheinlich auch Probleme.
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Re: [Wushu] Angels Revenge
« Antwort #6 am: 23.08.2005 | 11:07 »
Ach so, das ist dann falsch bei mir angekommen. :)
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