Autor Thema: Das Adelsmodell von Burning Empires  (Gelesen 3945 mal)

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Offline Azzu

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Das Adelsmodell von Burning Empires
« am: 26.01.2007 | 20:16 »
Das Feudalsystem aus Burning Empires finde ich sehr interessant:

Das Äquivalent des Ritterstandes ist die "Pilotry" - der Kriegeradel. Entweder, der Lord-Pilot gehört zum "Anvil", der planetengebundenen Armee, steuert den "Iron", eine via Cyberimplantat gesteuerte Powerarmor, und befehligt Anvil-Truppen (Heer, Marine und/oder Luftwaffe) oder er gehört zum "Hammer", der Raumflotte, und befehligt ein Kriegsschiff. Die nötigen Ressourcen für die militärische Hardware und Crew werden aus dem Lehen aufgebracht.

Darüber kommen die Anvil Lords und Hammer Lords, die mehrere Lords-Pilot als Lehnsmänner befehligen und entsprechend das übergeordnete Gebiet als Lehen befehligen.

Die nächste Stufe ist der Forged Lord, der sowohl Anvil und Hammer Lords als Lehnsmänner hat und somit über eine vollständige Armee (planetengebunden und im All) verfügt. Der Forged Lord hat in der Regel einen ganzen Planeten, oder zumindest einen großen Teil davon, als Lehen.

Noch darüber kommt dann der Hochadel, ehemals bis hinauf zum Imperator.


Näher am mittelalterlichen Feudalsystem und weniger barock als der Adel bei Fading Suns. Hier ist die unterste Adelsschicht noch eine echte Kriegerelite, der mangels der nötigen Ressourcen für Powerarmor oder Kampfschiffe niemand den Rang ablaufen kann.
« Letzte Änderung: 26.01.2007 | 20:18 von Azzurayelos »

Offline Haggi

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #1 am: 27.01.2007 | 17:15 »
Das hört sich sehr interessant an, aber ist FS nicht so angelegt das es für einen Serf oder Freeman unmöglich ist in den Adel zu kommen. In FS wird die Kaste doch sehr betont und es steht auch im Regelwerk zur Char-erschaffung das man Adle nur aus Geburt werden kann. Ich finde das es auch ein Grundbestandteil ist des Settings. So werden die unadligen immer sehr neidisch auf die Adligen sehen die mehr sind als sie, ohne etwas dafür geleistet zu haben.
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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #2 am: 27.01.2007 | 17:36 »
Es gibt viele verlorene Welten mit alten häusern,
Vielleicht kann man ja einigen vuldrok-Stämmen so etwas unterjubeln, ohne dass es sonderlich auffällt...

Das ist alles schon sehr durchstrukturiert... vielleicht kann man soetwas inner halb einer Familie auf einem planeten (Hazat?) aufziehen? Das könnte ins Setting passen.
Und so eine große änderung ist das ja nicht, oder? denn über machtverhältnisse zwischen den Adligen ist hier nicht so viel ausgesagt, da FS ja auch sehr stark auf Kabale und intrige ausgelegt ist.

sers,
Alex

Burncrow

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #3 am: 27.01.2007 | 18:16 »
Dafür ist, IMHO, das Universum von FS nicht 'warlike' genug.
Im Mittelalter rechtfertigen sich das Feudalsystem mit dem Kriegeradel dadurch, dass man dann eben auch jedes Jahr Fehden geführt und Bauern geschlachtet hat.
Bei FS scheint es eher auf den neuzeitlichen Kriegsstil mit großen Armeen, Picket-Truppen, Plänkeleien und heroischen Sturmangriffen hinaus zu laufen und eben auf ein massenheer wo der Adel befehligt aber nicht so dumm ist sich selbst erschiessen zu lassen.

Offline Azzu

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #4 am: 27.01.2007 | 19:50 »
@Haggi:

Zitat
Das hört sich sehr interessant an, aber ist FS nicht so angelegt das es für einen Serf oder Freeman unmöglich ist in den Adel zu kommen.

Unmöglich nicht - die "Schlachtfeld-Ritterschaft" hat sich der eine oder andere Soldat schon erworben, ebenso, wie ein dickes Schmiergeld an einen Lord einen freien Kaufmann in den Ritterstand heben kann.

Bei BE ist das letztendlich genauso. Die Mitgliedschaft in der "Pilotry" ist vererblich, aber die Erhebung in den "Pilotenstand" für besondere Verdienste auf dem Schlachtfeld oder für dicke Geschenke ist möglich.

@Burncrow & DK:

Zitat
Dafür ist, IMHO, das Universum von FS nicht 'warlike' genug.

Das sehe ich ähnlich. Wenn ich Adel mit Powerarmor und Kriegsschiffen gleichsetze, wird die Grenze zu Warhammer 40k sehr schmal (wobei man statt Powerarmor auch Energieschilde verwenden könnte, Frank Herberts Dune lässt grüßen).

Wenn überhaupt, dann würde ich das so machen, wie DK das vorschlägt - auf einer Verlorenen Welt, oder nur bezüglich eines einzelnen Adelshauses (die Hazat erscheinen dafür in der Tat überaus passend).

Zitat
Im Mittelalter rechtfertigen sich das Feudalsystem mit dem Kriegeradel dadurch, dass man dann eben auch jedes Jahr Fehden geführt und Bauern geschlachtet hat.

Die Iron Empires, das Setting von Burning Empires, liegen auch konstant miteinander im Krieg - so sehr, dass sie die tödliche Bedrohung von außen bislang noch gar nicht richtig wahrgenommen haben.

Bei FS fehlt mir eine echte Rechtfertigung für den Ritterstand: In einem Staat, der mehrere Sonnensysteme und zig Milliarden Menschen umfasst, muss man niemanden in den Adelsstand erheben, der eine Festung mit ein paar Dörfern drum herum als Lehen hat - dazu ist die Bedeutung des Lehens angesichts der Größe des Ganzen eigentlich zu unbedeutend.

Burncrow

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #5 am: 27.01.2007 | 20:04 »
Andere Arten der Verwaltungsstruktur.
Bei einer so fraktuierten Welt wie FS braucht man ein verwaltung die auf den jewiligen Welten verankert ist, aber dennoch 'off-world' Authoritäten Gefolgschaft schuldet.
Feudalismus bittet sich da an.

Offline Azzu

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #6 am: 27.01.2007 | 20:07 »
Feudalismus bittet sich da an.

Ich zweifle nicht an der Glaubhaftigkeit eines intergalaktischen Feudalsystems, sondern bin der Meinung, dass der Adelsstand zu weit unten anfängt. Ein Ritter bei FS hat ein Lehen, dass mit dem eines mittelalterlichen Ritters durchaus vergleichbar wäre. Nur war die "Bekannte Welt" des mittelalterlichen Ritters exponentiell kleiner, als die "Bekannten Welten" des Ritters aus dem Jahr 4999.

Offline Haggi

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #7 am: 28.01.2007 | 02:31 »
Aber irgendwo muss man die nervigen oder unwichtigen Familienmitglieder hinschieben. Da ist ein kleines Lehen auf einem der Planeten der Adelsfamilie doch ganz nett.
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Burncrow

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #8 am: 28.01.2007 | 02:34 »
Exakt.
Und die Karotte für die Freemen ist auch nicht verkehrt (aus den Emperor Wars sind ja nicht wenige Knights and sogar einige 'very minor houses' hervorgegangen).

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #9 am: 28.01.2007 | 11:44 »
Ich hatte jetzt nicht die militärische macht als Rechtfertigung für die Adelsstände gesehen,
das wäre wirklich nicht passend für FS. die andere richtung, dass jeder ritter eine Rüstung (meinetwegen Keramstahl) hat und dass innerhalb bestimmter Häuser Adelsrang=milit.Rang gelten könnte,finde ich schon passend.
Wozu gibt es denn Wachbattallione, Ehrenwachen, Leibgarden, vielleicht liegt ja auch die polizeifunktion beim heer...Das sind genug "blinde" Truppen für die weniger ambitionierten adligen...
das macht das Setting nicht kaputt.
Kann man mMn ohne Probleme einbauen.
Ich könnte mir soetwas durchaus auch für die Decados vorstellen. Bloß mit Polizeirechten und legislativen Rechten an Stelle der Militärgewalt.

sers,
Alex

P.S.
DK ist für die Schreibfaulen i.O.  ;)

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #10 am: 28.01.2007 | 16:25 »
Wie stehts eigentlich mit Adoptionen von freemen in den Adelsstand - ähnlich wie im republikanischen Rom? Kommt das vor das verdiente "nützliche" freemen so befördert werden?

Burncrow

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #11 am: 28.01.2007 | 18:22 »
Jeder Freemen kann 'befördert' werden.
In der Regel für besondere Verdienste oder wenn eine Familie schnell VIEL Geld braucht und ihre (adeligen) Töchter an Freemen verscheuert.
Sowohl für eins wie für zwei gibt es bei den Imperial Surveys für die imperialen Welten Beispiele.

PrinzMegaherz

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #12 am: 25.06.2007 | 00:41 »
@Haggi:
Das sehe ich ähnlich. Wenn ich Adel mit Powerarmor und Kriegsschiffen gleichsetze, wird die Grenze zu Warhammer 40k sehr schmal (wobei man statt Powerarmor auch Energieschilde verwenden könnte, Frank Herberts Dune lässt grüßen).


Eigentlich würde darin eher eine Differenz zu Warhammer 40k bestehen. Bei 40k haben nicht Adelige die dicken Rüstungen, sondern die kämpfenden Mönchsorden (Space Marines). Bei FS sinds die Brother Battle, was ungefähr das gleiche ist.

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #13 am: 25.06.2007 | 13:52 »
Zitat
was ungefähr das gleiche ist.
außer, dass der Alexius kein gottkaiser ist, der von den BB angebetet wird ::)*klugscheiß*

Da man davon ausgehen kann, dass jeder Adelige min einen Leibwächter, wenn nicht gar eine Leibgarde, deren Größe und Schlagkraft von der macht und dem Rang des Adligenabhängt, hat,sind die unterschiede zwischen dem aktuellen FS und dem hier vorgestellten system nur quantitativ.

Bsp. zu alexius Leibgarde gehört mit sicherheit auch das eine oder andere Schlachtschiff...

Was ich oben, in meinem mehr als konfusen Post, meinte, war, dass einzelne Häuser durchaus ihren adligen noch "blinde Truppen" unterstellen. Damit meine ich Truppen, die an Aufgaben gebunden sind und nicht gleich Macht über Ländereien bedeuten.
So kann ein Hazat-Adliger von geburt her, der Anführer der Wache zu Hofe, oder eine Baronesse gleichzeitig die Polizei der Stadt unter sich haben...

regnerische Münsteraner grüße,
Alex

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #14 am: 25.06.2007 | 15:10 »
außer, dass der Alexius kein gottkaiser ist, der von den BB angebetet wird ::)*klugscheiß*
Oh, da wäre ich mir nicht so sicher. Es soll da so einen Kult geben......

Heretic

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Re: Das Adelsmodell von Burning Empires
« Antwort #15 am: 8.11.2008 | 02:36 »
Das Feudalsystem aus Burning Empires finde ich sehr interessant:

Das Äquivalent des Ritterstandes ist die "Pilotry" - der Kriegeradel. Entweder, der Lord-Pilot gehört zum "Anvil", der planetengebundenen Armee, steuert den "Iron", eine via Cyberimplantat gesteuerte Powerarmor, und befehligt Anvil-Truppen (Heer, Marine und/oder Luftwaffe) oder er gehört zum "Hammer", der Raumflotte, und befehligt ein Kriegsschiff. Die nötigen Ressourcen für die militärische Hardware und Crew werden aus dem Lehen aufgebracht.

Darüber kommen die Anvil Lords und Hammer Lords, die mehrere Lords-Pilot als Lehnsmänner befehligen und entsprechend das übergeordnete Gebiet als Lehen befehligen.

Die nächste Stufe ist der Forged Lord, der sowohl Anvil und Hammer Lords als Lehnsmänner hat und somit über eine vollständige Armee (planetengebunden und im All) verfügt. Der Forged Lord hat in der Regel einen ganzen Planeten, oder zumindest einen großen Teil davon, als Lehen.

Noch darüber kommt dann der Hochadel, ehemals bis hinauf zum Imperator.


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Hübsch ausgeführt, ABER:
Lord-Pilots müssen nicht zwanghaft Anvil-Bataillione kommandieren, sie besitzen nur das Recht dazu.
Lords Pilot müssen nicht einmal zwanghaft adlig sein, lies dir mal "Your XY"Traits durch. Nicht jeder Lord-Pilot hat einen Titel!


MFG