Autor Thema: [Diskussion] >>>Retaliatoria<<<  (Gelesen 3737 mal)

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Wrathchild

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[Diskussion] >>>Retaliatoria<<<
« am: 9.05.2007 | 20:15 »
Retaliatoria
- Das Reich des Schicksals -

Das Schicksal ist für viele Menschen regelrecht enttäuschend. Doch nicht alle sind bereit, ihr Schicksal zu akzeptieren und nehmen die Entbehrungen des finstersten aller Reiche auf sich, um ihr Schicksal zu ändern…  ihr aller Weg führt sie nach Retaliatoria, das Reich Goas.

Gesichter des Grauens

Als ich den Blick gen Himmel richtete, sah ich noch immer keine Sonne. Wir mussten bereits seit Wochen unterwegs sein, doch nicht ein Zeichen, an dem man die Tageszeit hätte messen können, fanden wir. Die Wunde an meinem Bein ist noch nicht gut verheilt, meine Gefährten sind ebenfalls verletzt. Überhaupt fühle ich mich erbärmlich. Meine Hände sind von Blut beschmiert, ich weiß nicht, ob es mein eigenes ist, oder das der Bestie, die ihre Klauen in meinen Schenkel versenkt hatte.
Und dann dieser Regen. Es ist, als ob der Himmel weinen würde. Nein, nicht weinen, er stirbt. Auf uns stürzen schwere Tropfen von ekelhaftem Rot herab – Blut. Immer wieder strömt  es vom Himmel, als ob dort oben ein Schlachtfest veranstaltet würde.
In der Ferne sehe ich unser Ziel – mein Ziel. Die scharfen Konturen des riesigen Bollwerks, dessen hohe Mauern aus reinster Schwärze zu bestehen scheinen, heben sich von den dunklen Wolken und grellen Blitzen ab. Ich weiß, wenn ich es erreiche, bin ich gerettet; ich weiß, wenn ich in die dunkle Festung gelange, ist mein Leid vorüber und mein Glück vollkommen.
Ich weiß nur nicht, ob ich es noch lange durchhalte, denn mein Geist scheint mir nicht mehr zu gehorchen, wie er das früher tat. Ich fühle, wie die Trauer mich erdrückt, ich habe seit Tagen nicht getrunken oder normal geruht, ich bin am Ende.
Ich weiß nicht, wie lange ich noch durchhalte.
Ich weiß es nicht.
Ich weiß es nicht.
Ich weiß…
Ich…


Bei "Retaliatoria - Das Reich des Schicksals" geht es um Menschen wie Du und ich, denen etwas furchtbar ungerechtes geschehen ist. Doch Goa, die Hüterin des Schicksals, ist zu einem Handel bereit: Wer die Prüfung auf sich nimmt und sich durch ihr düsteres Reich Retaliatoria und die eigenen Alpträume bis zu ihrer dunklen Festung durchkämpfen kann, ohne vorher an der Masse an Hindernissen oder der eigenen Trauer und Verzweiflung zugrunde zu gehen, dem ist es vergönnt, das Schicksal selbst zu ändern...

"Retaliatoria" ist ein Rollenspiel mit zwei Schwerpunkten: Zum Einen stehen düstere Action und spannungsgeladene Situationen im Vordergrund. Scharmützel mit finsteren Feinden im blutigen Regen und Durchqueren stinkender Sümpfe voller versteckter Gefahren sind an der Tagesordnung. Daher wurden entsprechend detailierte Kampf- und Aktionsregeln erstellt. Der zweite wichtige Kernpunkt des Spiels behandelt den Umgang der Charaktere mit ihrer Angst, ihren Alpträumen und ihrer Verzweiflung. Die Trauer über das eigene, katastrophale Schicksal und die verstörende Welt Retaliatorias kann einen menschlichen Geist sprengen oder verändern. Auch dies wurde in den Regeln berücksichtigt.

http://www.lauscht.de/upload/retaliatoria.pdf >>>DOWNLOAD 514KB




"Retaliatoria" entstand von Donnerstag, dem 3.5.2007, 11:35 Uhr bis Sonntag, den 6.5.2007, 11:22 Uhr.

Viele Grüße

Felix

Offline Pyromancer

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Re: [Diskussion] >>>Retaliatoria<<<
« Antwort #1 am: 9.05.2007 | 20:26 »
Mein Eindruck nach dem ersten Überfliegen:
Für meinen Geschmack hätte es ruhig etwas surrealer sein können, und die Regeln wirken auch irgendwie zu "normal" für das Setting.
Aber es würde mich schon reizen, eine Figur zu spielen, die unter blutrotem Himmel seit Jahren, Jahrzehnten (oder doch erst seit Stunden?) auf diese große, schwarze Festung am Horizont zuwandert, in der Hoffnung, vom Schicksal eine zweite Chance zu bekommen. Ja, das reizt mich definitiv.  :d
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Offline reinecke

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Re: [Diskussion] >>>Retaliatoria<<<
« Antwort #2 am: 9.05.2007 | 21:15 »
dito.

Allein die ersten Texte (der graue und der rote) machen bei mir richtig Lust auf mehr.
Sollte man unbedingt mal Testspielen.

Wrathchild

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Re: [Diskussion] >>>Retaliatoria<<<
« Antwort #3 am: 10.05.2007 | 09:01 »
Danke erstmal

Zu den "normalen" Regeln:

In einem kampflastigen RPG war es schon immer ein Problem, die Spielabende nicht zu puren Würfelorgien und Zahlenvergleichen mutieren zu lassen, das gehört eher zu Tabletopgames. in Retaliatoria geht es ja in erster Linie um die Atmosphäre, die idealerweise auch in "rasanteren" Situationen erhalten bleiben soll. Daher sind die Regeln so konzipiert, dass mit wenig Würfeln möglichst viel (physikalischer) Realismus möglich gemacht wird. Das ist mir meiner Meinung nach auch relativ gut gelungen, vor allem das Fertigkeitensystem erscheint mir realistisch (aufgrund der "Talente"- Regel). Generell wollte ich aber eben keine Regeln für Magie oder übernatürliche Kräfte etc. einbauen, da die Charaktere in Retaliatoria mit so etwas nur gelegentlich und nur in der Opferrolle zu tun bekommen und außerdem so der "unfassbare" Charakter des Übernatürlichen erhalten bleibt.

Zum surrealen Setting:

Genau das ist mir hinterher auch aufgefallen, allerdings war's dann erstens mal zu spät, was zu ändern, zweitens müsste ich dann vieles andere wieder überdenken. Allerdings sind bereits viele surreale Elemente (z.B. der Regen, der hauptsächlich zur verzweifelten Stimmung der Charaktere beitragen soll) enthalten, so dass ich hoffe, dass es dennoch nicht langweilig wird. Wie gesagt, das Spiel lebt vor allem von Atmosphäre und die hängt nun mal von den Spielergruppen selbst ab.

@Reinecke: Vielleicht schreib ich ja mal einen Roman oder zumindest eine kleine Story, die in diesem Setting spielt.


Grüße

FElix

Offline Pyromancer

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Re: [Diskussion] >>>Retaliatoria<<<
« Antwort #4 am: 10.05.2007 | 13:59 »
Zu den "normalen" Regeln:

In einem kampflastigen RPG war es schon immer ein Problem, die Spielabende nicht zu puren Würfelorgien und Zahlenvergleichen mutieren zu lassen, das gehört eher zu Tabletopgames. in Retaliatoria geht es ja in erster Linie um die Atmosphäre, die idealerweise auch in "rasanteren" Situationen erhalten bleiben soll. Daher sind die Regeln so konzipiert, dass mit wenig Würfeln möglichst viel (physikalischer) Realismus möglich gemacht wird.
Und das ist genau der Punkt, der mich stört.  :)
Das ist eine Alptraumwelt: düster, surreal, drückend, realistisch. Nein, eben genau nicht realistisch! Deshalb stören mich die "normalen" Regeln: Sie passen nicht zum Setting.
Die Trauer-Regeln sind auch nicht gerade der Hit: Im Endeffekt entscheidet nur der Würfel, ob die Trauer hoch oder runter geht. Ich als Spieler hätte da gerne etwas mehr Einfluss. Vielleicht ein "Berserker-Modus", der mir im Kampf Vorteile bringt, aber meine Trauer erhöht. Sowas in der Art.

Zitat

Generell wollte ich aber eben keine Regeln für Magie oder übernatürliche Kräfte etc. einbauen, da die Charaktere in Retaliatoria mit so etwas nur gelegentlich und nur in der Opferrolle zu tun bekommen und außerdem so der "unfassbare" Charakter des Übernatürlichen erhalten bleibt.
Find ich gut!

Zitat
Genau das ist mir hinterher auch aufgefallen, allerdings war's dann erstens mal zu spät, was zu ändern, zweitens müsste ich dann vieles andere wieder überdenken. Allerdings sind bereits viele surreale Elemente (z.B. der Regen, der hauptsächlich zur verzweifelten Stimmung der Charaktere beitragen soll) enthalten, so dass ich hoffe, dass es dennoch nicht langweilig wird. Wie gesagt, das Spiel lebt vor allem von Atmosphäre und die hängt nun mal von den Spielergruppen selbst ab.

Alles hängt von der Spielgruppe selbst ab.  ;)
Kontext-Sensitiv: Mein Fhtagn-Hard-SciFi-Transhumanismus-Abenteuer auf dtrpg: https://www.drivethrurpg.com/product/303463/KontextSensitiv--Unternehmen-Taube

Wrathchild

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Re: [Diskussion] >>>Retaliatoria<<<
« Antwort #5 am: 11.05.2007 | 09:02 »
An so was wie einen Blutrausch, der Trauer steigert und den Körper puscht, dachte ich auch, aber ich war dann doch etwas unter Zeitdruck.
Hast aber Recht mit irrealem, hätte mehr sein können. Vielleicht schreib ich's nochmal um (außerhalb der Challenge), damit's etwas mehr auf den "persönlichen" Alptraum der Charaktere eingeht. Hab eben noch nicht so viel Erfahrung, was RPG schreiben angeht und habe auch kein Designtagebuch genutzt, das hätte vermutlich zu einem besseren (oder zumindest mehr deinem Geschmack entsprechenden=]) Retaliatoria geführt.

Grüße

Felix

Offline Joerg.D

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Re: [Diskussion] >>>Retaliatoria<<<
« Antwort #6 am: 4.06.2007 | 23:06 »
Ein Rollenspiel um die düstere Welt wo man die Möglichkeit hat sich durch die 7 Pforten zu kämpfen um eine Chance auf die Behebung des Fehlers zu haben.

Die Trauer und Regen sind zentral eingebaut und dafür gibt es schon mal ein Plus. Die anderen Stichworte sind auch eingebracht, was von dem Willen zur Umsetzung zeugt. Das Ganze ist optisch sehr ansprechend aufgebaut und hat auch eine Art Index über die Kapitel, aber leider keine Seitenzahlen, falls man mal etwas sucht.

Als ich angefangen habe das Werk zu lesen dachte ich nur boah, cooler Fluff. Der zieht sich dann aber so fürchterlich in die Länge, das es mich persönlich nervt. Weniger wäre da IMHO mehr gewesen. Oder der Autor muss das Ganze ein auflockern um die Aufmerksamkeit des Lesers zu binden.

Die Kampfregeln sind relativ komplex, das Erschaffungssystem ist aber recht einfach und und sollte ganz fix von der Hand gehen. Die Spieler und Spielleiter Tips laufen aber ein bisschen gegenläufig zu der Mühe die in den Kampf und seine Regeln gesteckt worden sind. Aber es ist schön zu lesen, was der SL will, Powergamer Charaktere mit Theatereigenschafften und gaaaanz viel Color.

Fazit:
Zum Anfang hat es mich gefangen genommen und dann immer mehr gelangweilt. Ich habe bei diesem Regelwerk das erste mal während der Challenge den Drang verspürt das Ding einfach nicht weiter zu lesen, weil es langweilig wurde. Dabei hat es so viele gute Absätze und ist optisch echt gut aufbereitet. Vielleicht hängt es ja auch mit  meiner Aversion für die weißen Wölfe zusammen, aber das Spiel ist einfach nix für mich.
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Offline 1of3

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Re: [Diskussion] >>>Retaliatoria<<<
« Antwort #7 am: 13.06.2007 | 15:29 »
Formal alles OK, nur die verschnörkelte Schrift ist auf totem Baum nicht gut zu lesen. Ansonsten wäre dein Text stellenweise einfacher, wenn du Spiegelstriche verwenden würdest. Auch Zusammmenfassungen - etwa des Kampfablaufes - wären schön.

Kommen wir zum Inhalt. Du hast den längsten Hintergrund-Teil produziert, den ich in der Challenge gegeben habe. Ziel des Spiels ist es sich als Träumer durch eine Alptraum-Welt zu schlagen und am Ziel von einem mächtigen Wesen sein Schicksal ändern zu lassen. Soweit so gut.

Allerdings gibts da schon einiges, was ich nicht verstehe: Warum reduzierst du das ganze auf ein Fantasy-Spiel? Die Charaktere haben nach deiner Beschreibung ihr Leben vergessen. Das führt das ganze Spiel irgendwie ad absurdum.

Auch die Erklärung mit der Paradies-Schlange ist irgendwie nicht rund. Die hat im Spiel eigentlich nichts zu tun. Es ist völlig egal, wo die Schlange herkommt. Die wartet einfach am Ende.

Kommen wir zu den Regeln. Du verwendest ein explodierendes W8-Poolsystem mit variablem Mindestwurf. Da die inzwischen als out gelten, würde mich interessieren warum. Auch verwendest du nicht nur hier, sondern an allen Stellen sehr viele Variablen. Waffen haben zwei Zahlen für Schaden. Du addierst Attribut und Fertigkeit, leitest aus den Attributen meist zwischendurch noch was ab. Warum der Schmonz?

Dann kommen die "Meisterhinweise". Immerhin hast du da was versucht. Das ist wohl überhaupt der wichtigste Teil des Spiels. Und dann kommen die Probleme, die ich mit dem Spiel hab. Was willst du denn nun? Action oder Emo? Natürlich willst du beides, aber wie passen die zusammen. Überhaupt wid gar nicht beschrieben, wie diese ganze Reise verlaufen soll. Im Endeffekt hättest du dir den Teil sauber sparen können.

Streiche dabei insbesondere das Wort "sicher" (wie in "der Kontakt mit der Bevölkerung lässt sich nicht mit Kampffertigkeiten lösen") aus deinem Sprachschatz. Sicher ist gar nichts.

Dann kommt was zur EP-Verteilung und du willst im Ernst verkaufen, dass sich die Prioritäten des SLs unterscheiden? Worin denn? Das Abenteuer das gespielt wird, ist doch immer gleich. Man reist zu dieser Festung. Es gibt auch ganz klar keinen Grund da nich hinzureisen. Das hättest du natürlich einbauen können, dass die Spieler sich in diesem Traumreich ansiedeln. Aber das Land ist ja darker than thou.

Ich sehe in der Tat nicht mal einen Sinn darin, überhaupt Erfahrungspunkte zu verteilen. Man spielt bei dem Spiel genau ein Abenteuer. Statt dessen hättest du sagen sollen, wie man dieses Abenteuer genau aufbaut. Wie Mountain Witch vielleicht; das Spiel macht das Gleiche. (Auch wenns aus anderen Gründen für den Arsch ist.)

Fazit: Du hast dir ein enorm enges Thema - einen einzigen Plot - gewählt, aber daraus ein Standard-Standard-Rollenspiel zu machen versucht. Völlig am Ziel vorbei.