Autor Thema: [Hero 6th] Aufhebung der metyphysischen Reinheit (Tapasya)  (Gelesen 1082 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Jed Clayton

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.630
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Jed Clayton
Letztes Wochenende habe ich mir ausführlich überlegt, ob und wie ich zum Beispiel das hier in den Hero-Regeln darstellen sollte.

Richtig einfach war das offen gestanden nicht. Erstens lassen sich metaphysische und "religiös" gedachte Dinge ohnehin sehr schwer in Rollenspielregeln gießen. Zweitens sind die Hero-Regeln immer so aufgebaut, dass Punkte in einen Stat quasi niemals permanent weg sind: END, STUN und BODY regenerieren sich rapide. Das liegt wohl daran, dass Hero im Grunde genommen immer noch ein Strategie- und Überlistungsspiel ist. Alles ist so angelegt, dass es schwer bzw. teuer ist, einem Charakter permanent zu schaden. Charaktere sollen möglichst effizient bleiben, wie einer meiner Spieler immer sagt. Die END ist vielleicht mal für einen Turn (Runde) oder für eine Minute auf einem niedrigen Stand, vielleicht für fünf Minuten. Auch mit STUN verhält sich das so. Werden durch die Fähigkeit "Drain" Punkte in einer Eigenschaft geklaut, kehren diese auch recht schnell wieder zurück und es wäre irrsinnig teuer, die Drain-Fähigkeit so hoch zu schieben, dass sie die abgezapften Punkte für Wochen, Monate oder Jahre einbehält (vgl. Time Chart).

Für die Erfindung des Tapasya, in den englischen Übersetzungen meistens mit dem Begriff "austerities" übersetzt (Entsagung, Strenge, Enthaltsamkeit), wollte ich nämlich zunächst einen Punkte-Pool erschaffen, aus dem die Kraft zum Erzeugen von bestimmten Segen und Wundertaten bezogen werden kann. Innerhalb von HERO kam mir da natürlich am ehesten die END in den Sinn. Sagen wir mal, END wird dann auch in meinem Indien-Setting benutzt, wenn auch nur von bestimmten Mystikern, Mönchen und Asketen. Die speziellen Powers können nur aus dem metaphysischen END gespeist werden, nicht aus dem regulär vorhandenen END.

Also baue ich mir einen Pool in Form einer "Endurance Reserve". Die Powers des Mystikers bekommen in diesem Beispiel alle die gleichen Einschränkung "Can Only Draw END from the END Reserve". Nach dem Regelbuch der 6. Edition brächte dies keine Ersparnis für die Reserve, sondern gehört normal zur Natur der Reserve.

Jetzt wüsste also die Apsaras in meinem Beispiel den Stand der Endurance Reserve herunterbringen, nicht ganz löschen, aber spürbar absenken. Dazu gibt es in den neuen Hero-Regeln eine Version von Drain. Zugegebenermaßen wäre eine Apsaras mit ziemlicher Sicherheit nur ein NPC und zudem äußerst selten, aber in einem mythisch-märchenhaften Spiel auch wieder nicht so selten. Meine Quellen bestätigen über die Apsaras immer wieder, dass "viele großen Rishis und Brahmanen" ihnen zum Opfer fielen, Betonung auf dem Wort "viele". Die Methode ist immer gleich. Die Apsaras funktioniert folglich wie eine Art Succubus.

Also ginge in etwa das hier:

Great Tantric Clearance:
Drain END 4d6 (40 Active Points); Concentration (1/2 DCV, throughout use; -1/2), Extra Time (20 Minutes; -2 1/2), Gestures (-1/4), Limited Power (Drain works only on Tapasya Endurance Reserves; -2), Requires A Skill Roll (-1/4). Total cost: 6 points.

Das ist eigentlich ganz ordentlich und ich wollte es nicht noch umständlicher machen. Wie aber stellt man sicher, dass dieses Drain END die Reserve des Asketen dauerhaft beeinflusst? Ich habe gemerkt, dass es wesentlich günstiger in Bezug auf die verwendeten Punkte ist, wenn man den Nachteil "regeneriert sich unregelmäßig" nicht auf den Drain aufschlägt, sondern das Pferd von der anderen Seite her aufzieht: Statt Zusatz zum Drain END nehme ich den Nachteil als Limitation auf die END Reserve selber: Limited Recovery (steht nun im neuen Regelbuch 6E1 206 rechts). Der Abzug für Limited Recovery wird natürlich nur auf die REC der Endurance Reserve bezogen.

Tapasya Energy:
Endurance Reserve (40 END, 6 REC; 14 Active Points); Limited Power (can only power Tapasya Powers; -0), Limited Recovery (must perform strict rites and prolonged austerities; -2). Total cost: 11 points.


Edit: Ich hatte mich um einen Punkt verrechnet. Diese Reserve kostet 11 Punkte, nicht 12. Der Preis für die REC (4 Active Points) muss hier ja durch 3 geteilt werden und nicht durch 2.

Es geht sicherlich auch anders, aber so ist es ganz logisch. Durch charaktergerechtes Spiel könnte der Spieler hier Erfahrungspunkte verdienen, die direkt in die END Reserve gehen müssen. Der END-Teil der Reserve, also der volle Wert, geteilt durch 5 könnte die Faustregel für die Real Points in magischen Kräften sein, welche mit Tapasya gespeist werden. Zum Beispiel 40/5 = 8. Dieser Asket hätte erst 8 Real Points dafür erreicht.
« Letzte Änderung: 29.12.2009 | 13:46 von Jed Clayton »
"Somewhere there is danger, somewhere there's injustice, and somewhere else the tea is getting cold."

(Doctor Who, Survival, 26th season, serial 4, part 3)