Autor Thema: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]  (Gelesen 9390 mal)

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Offline Woodman

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #75 am: 7.06.2011 | 19:12 »
Im Prinzip geht das doch überall, man muss nur die zu ermittelnden Sachen mit den Charakteren verknüpfen. Also nicht eine Mordserie an irgendwelchen Leuten mit Merkmal X weil man dafür bezahlt wird, sondern um einen bedrohten Freund zu retten, oder weil man der einzige ist, der eine Chance hat die wahren Täter zu ergreifen, dabei dann immer wieder die Fragen aufwerfen wie weit man bereit ist zu gehen oder welche wie die Rangfolge der eigenen Werte aussieht. Das ist doch ansich unabhängig vom Spiel, das ist eine Frage des Charakter und Kampagnendesigns.
Aber das wird langsam doch etwas OT.

Offline Tim Finnegan

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #76 am: 7.06.2011 | 19:17 »
Im Prinzip geht das doch überall, man muss nur die zu ermittelnden Sachen mit den Charakteren verknüpfen. Also nicht eine Mordserie an irgendwelchen Leuten mit Merkmal X weil man dafür bezahlt wird, sondern um einen bedrohten Freund zu retten, oder weil man der einzige ist, der eine Chance hat die wahren Täter zu ergreifen, dabei dann immer wieder die Fragen aufwerfen wie weit man bereit ist zu gehen oder welche wie die Rangfolge der eigenen Werte aussieht. Das ist doch ansich unabhängig vom Spiel, das ist eine Frage des Charakter und Kampagnendesigns.
Aber das wird langsam doch etwas OT.

OT? Letztendlich.... nein. Wenn man hier den Übergang zu "Wie und Warum tut ihrs" findet, haben wir hier eigentlich den richtigen Ansatz.
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Offline Woodman

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #77 am: 7.06.2011 | 19:28 »
Ich dachte hier geht es um Horrorrpgs und nicht um optimale Gestaltung von Ermittlungsszenarios.

Offline Tim Finnegan

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #78 am: 7.06.2011 | 19:35 »
Ich dachte hier geht es um Horrorrpgs und nicht um optimale Gestaltung von Ermittlungsszenarios.

Welche Szenarienn fallen dir denn sonst so ein? Bei mir wären es drei: 1) Investigativer Horror 2) Survival Horror 3) Zehn Kleine Negerlein.
Bei 2 und 3 wäre die Sterberate sinngemäß sehr hoch, also gerade mal One-Shot geeignet, nur aus 1 könnte man was langwierigeres machen.
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Offline Destroy all Monsters

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #79 am: 7.06.2011 | 19:58 »
Welche Szenarienn fallen dir denn sonst so ein? Bei mir wären es drei: 1) Investigativer Horror 2) Survival Horror 3) Zehn Kleine Negerlein.
Bei 2 und 3 wäre die Sterberate sinngemäß sehr hoch, also gerade mal One-Shot geeignet, nur aus 1 könnte man was langwierigeres machen.

Ziemlich nüchtern zusammengefasst, wobei 3 auch eine Kombination von 1 + 2 sein kann (eben "entlarve das Monster & finde seine Schwächen, ehe es dich kriegt"). Also Werwölfe im Düsterwald als RPG.
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Offline dunklerschatten

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #80 am: 7.06.2011 | 20:23 »
@Jiba

Zitat
Ich glaube du machst den Fehler, anzunehmen, dass Rollenspiel auf eine bestimmte Art gespielt werden muss, um solches zu sein, nämlich als RollenSPIEL. Es gibt aber auch viele Menschen, die spielen es als ROLLENspiel.


Keine Bange :) ich denke es gibt mindestens soviele Arten RPG zu betreiben wie es Spieler gibt (wenn nicht sogar noch mehr)
Ich bin eigentlich blos immer wieder überrascht wie sehr sich manche mit ihrem Char identifizieren.
That´s all


Zitat
Ich würde Sephirons Idee, dass es bei Horrorrollenspiel eher um die Ängste der Spieler als die der SCs geht und die SCs nur ein Avatar sind, um diese Ängste zu erfahren, voll zustimmen. Also man nimmt Abstand zum Geschehen, will sich aber gruseln.

Das kann durchaus ein, ich sehe das aber nicht zwingend so.

Zitat
Und das klappt nur, indem man Schutzmechanismen fahren lässt und sich direkt mit eigenen Ängsten konfrontiert. Bei Computerspielen ist es doch ähnlich: Wenn ich ein krasses Horrorgame wie etwa "Silent Hill" zocke, bin ich auch nicht direkt beteiligt: Die Figur auf dem Bildschirm bin nicht ich und das weiß ich in jeder Sekunde des Spielvorgangs - eigentlich. Uneigentlich bin ich aber bereit, mich mit ihr zu identifizieren (dass ich die Kontrolle über sie habe, tut etwas dazu) und anzunehmen, dass ihre Ängste die meinen sind und meine die ihren.

Ob das etwas mit "Schutzmechanismen" zu tuen hat ist glaube ich schwer zu verifizieren.
Denke das liegt einfach eher wirklich an der Tatsache das es Menschen gibt die immer zwischen Fiktion und Real trennen können und das es Andere bei denen wird diese Grenze (zeitweise) verwischt. Das hat meiner Beobachtung nach viel mit natürlicher "Gabe" zu tuen.

Zitat
Worauf ich hinaus will: Natürlich funktioniert Horror bei dir nicht. Na klar gruselst du dich beim RollenSPIEL nicht.

Sag ich doch die ganze Zeit !!

Zitat
Es ist nicht so, dass wir alle, wenn wir Horrorrollenspiel betreiben kein Spiel mehr betreiben würden, aber der Spielaspekt tritt doch eher in den Hintergrund, muss in den Hintergrund treten - denn im Horror akzeptieren wir ja auch Illusionismus und SL-Willkür leichter als in einem Rollenspiel mit starkem Spielaspekt. Ein Spiel bleibt es aber immer noch - obwohl Horror tatsächlich als eine Art interaktive Lagerfeuer-Geistergeschichte funktioniert. Also als One-Shot. So sehe ich es.

Und das ist imho strange ....sonst wird hier wie irre geplärrt wenn es auch nur im Ansatz um SL-Willkür geht und jetzt sobald da Horror dabei ist dann ist es okay ...?
Ich bin evtl einfach nur zu einfach gestrickt oder zu begrenzt um das zu verstehen


Zitat
Nimm uns also nicht als Sonderlinge wahr, die mit Horrorrollenspielen schon kein Rollenspiel mehr spielen.


Ehrlich gesagt sehe ich mich hier gerade SELBER als Sonderling .....

Zitat
Und mach nicht den Fehler anzunehmen, dass die Gruppen, mit denen wir das tun allgemein immer derart selbstreflexiv spielen

Ne also ich nehme in Bezug auf andere RPG GRuppen schon lange nix mehr an.
Menschen sind einfach zu verschieden und das ist auch gut so. Nichts desto trotz darf ich mich aber noch wundern und auch kontrovers diskutieren oder ?


Zitat
Horrorrollenspiel funktioniert, glaube ich, einfach nur so, wenn man einen wirklichen Gruselfaktor erreichen will.

Könnte gut sein.

Zitat
Das würde heißen, dass auch du dich wahrscheinlich gruseln würdest, wenn du dich im Spiel mit den eigenen Ängsten auseinandersetzt und das möglichst intensiv und immersiv tust. Wenn du das nicht willst und dir da der Spielaspekt zu sehr zurückgenommen ist

Uh das böse Wort mit i ....
Ne da sag ich jetzt nix zu sonst steinigt man mich wieder  ~;D

Und nein ich glaube nicht das ich mich beim RPG gruseln kann, es gab da diverse Versuche die alle ernüchternd waren.
Zumal warum soll denn z.b. mein Charakter in dem hier so oft angeführten Kontrollverlust verharren ? Als Spieler in einem RPG habe ich doch meine Kreativität und kann doch auch völlig abwegige Auswege suche. ?!

Und ganz am Rande, es ist ja nicht so ,das ich mich nicht schon mit meinen Ängsten auseinander gesetzt habe ;)

Zitat
, dann können wir dir da auch nicht helfen.

Ganz ehrlich, ich bin hier weder auf der Suche nach Hilfe noch denke ich das das hier einer leisten könnte wenn ich welche bräuchte !

Zitat
Das macht unsere Methode, Horrorrollenspiel zu betreiben, aber nicht falsch oder unmöglich.

Das habe ich nirgendwo geschrieben und werde ich auch niemals schreiben !
Es mag auf mich skuriel wirken ja, aber jeder soll so spielen wie er mag !!
Dafür würde ich streiten.
Allerdings ist dies hier ein Forum wo auch ich als scheinbarer "Sonderling" meine Meinung posten darf ;)


Zitat
Um hier mal weiter zu kommen: Als was siehst du Horror denn?

Ich finde das der Horror so wie er meist transportiert wird (Vampiere, irre Killer, Monster aus dem tiefen des Universums blablub) eher nichtssagend. Das ist für mich meist eher skuriel, lustig, interessant etc

"Horror" als solches sieht für mich ganz anders aus. Z.b. die Tatsache das im 3 Reich Familien-Väter scheinbar ohne Probleme im KZ Menschen abgeschlachtet haben ..das ist Horror.
Denn imho wird da sehr deutlich das Menschen völlig unberechenbare zu allem befähigt Wesen sind und Moralisch völlig gespalten agieren können.




"Stellt Euch den Tatsachen, dann handelt danach!"
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Offline Nocturama

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #81 am: 8.06.2011 | 04:00 »
Zitat
Ob das etwas mit "Schutzmechanismen" zu tuen hat ist glaube ich schwer zu verifizieren.
Denke das liegt einfach eher wirklich an der Tatsache das es Menschen gibt die immer zwischen Fiktion und Real trennen können und das es Andere bei denen wird diese Grenze (zeitweise) verwischt. Das hat meiner Beobachtung nach viel mit natürlicher "Gabe" zu tuen.

Da geht es weniger um trennen "können", sondern vielmehr um trennen "wollen". Klar weiß ich, dass Silent Hill nur ein Spiel ist und mir nichts passieren kann. Wenn ich mir das bewusst mache, dann ist der grusel vorbei. Aber ich spiele das ja, weil ich mich gruseln will!
Klar weiß ich, dass das Paar in der neuesten Romcom schlecht aufgestellt ist, um eine vernünftige Beziehung zu führen. Trotzdem kann ich das Ende romantisch finden (na ja, manchmal).
Irgendwie alles eine Form von Suspension of Disbelief.

Zitat
Und das ist imho strange ....sonst wird hier wie irre geplärrt wenn es auch nur im Ansatz um SL-Willkür geht und jetzt sobald da Horror dabei ist dann ist es okay ...?
Ich bin evtl einfach nur zu einfach gestrickt oder zu begrenzt um das zu verstehen

Das ist ganz einfach eine Frage nach meinem Ziel und geeigneten Mitteln*. Bei einem Horrorabenteuer will ich mich gruseln und keine angemessene Herausforderung meistern - Grusel kann durch Hilflosigkeit und Unsicherheit entstehen. Wenn es beim Gruseln hilft, dann dürfen die Fähigkeiten eines Gegners (Monster oder Serienkiller) auch mal schwammig bleiben - selbst für den SL. Dann darf auch mal grundlos ein Hindernis in meinem Fluchtweg auftauchen, das eben noch nicht da war. Oder das Monster kommt trotz allem vor mir an und tötet meinen Freund.
Aber ja, über längere Zeit würde mir das auf den Keks gehe (und geht mir oft auch bei Mischformen wie CoC auf den Keks), deshalb würde ich das auch nur für kurze Horror-Abenteuer tolerieren. Und ich muss wissen, was auf mich zukommt.

Mit Spielleiterwillkür hatte ich in meinem Beitrag nicht gemeint, dass der SL mir sagt: "Nein, das macht dein Charakter nicht!" oder "Du rennst jetzt weg. Nein, ist mir egal, ob dein Charakter das nicht machen würde."

* Anderes Beispiel zum gleichen Thema: Ich finde Ressourcen-Buchführung normalerweise öde und blöd. Aber wenn ich einen knallharten Überlebenskampf einiger Soldaten im tropischen Dschungel spiele, dann muss über jede Kugel und jede Flasche Wasser Buch geführt werden. Weil es mein Spielziel ("knallharter Überlebenskampf") unterstützt.
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Offline Herr der Nacht

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #82 am: 8.06.2011 | 21:00 »
Ich habe bis auf die erste Seite die Beiträge eher überflogen, aber vielem kann ich so zustimmen.

Für mich wäre/ist die World of Darkness z.B. dann Horror, wenn man gewisse Grundvorraussetzungen schafft:

a) Jeder SC ist potentiell sterblich, nicht nur bei "dummen" Aktionen. Es gibt KEINEN Anspruch auf einen gerechten oder heldenhaften Tod

b) KEINE übernatürlichen Wesen in der Gruppe. Sobald Vampire, Werwölfe oder sonstwas auftauchen die Schaden wegstecken können und deren Best Friends andere Horrorwesen sind, kann man den Horror vergessen

c) Die Spieler müssen Lust darauf haben.

d) Daraus folgt, dass es sich um einen abgeschlossenen Rahmen handelt. Ein Horrorspiel ist für mich auch mit Hilflosigkeit der Spieler/SCs verbunden. Wer will sowas schon IMMER und immer wieder spielen? Daher mag ich auch keine Horrorfilm-Reihen. Sowas wie The Sixt Sense Teil 3 wäre einfach nur schlecht.

e) Horror hat nichts mit Splatter zu tun, Splatter zeigt die Dinge, Horror sorgt dafür dass man sie sich vorstellt.


Potentiell finde ich Horror ganz nett, aber für langfristige Kampagnen ziehe ich lieber Urban Fantasy vor oder wie dieser Begriff heißt. Denn ich mag SCs die rocken, immer nur Taschenlampenfallenlasser spielen, finde ich persönlich nervig. Ebenso wie mich immer in die volle Verantwortung des SLs und seiner Story zu begeben. Das ist was für 2-3 Spielabende und dann ists gut  ;D

Offline Sephiron

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #83 am: 9.06.2011 | 03:26 »
@SL-Willkür & Mechanik
Ich denke, dass sich die zentrale Stellung des SL in Horror-Rollenspielen im Prinzip den selben Grund hat wie auch bei vielen Erzählrunden: Konventionelle Rollenspiel-Regeln stehen da eher im Weg & das überbrückt man am einfachsten halt, indem man sie für den SL aushebelt.

Wie kann man das vermeiden?
Sanity-Regeln reglementieren Spielerverhalten. Eingriffe durch den SL in die SC-Darstellung ("Du hast Angst und rennst weg") bleiben dem Spiel dadurch erspart, die üblichen SL-Aufgaben müssen in den meisten in Frage kommenden Systemen jedoch immernoch frei Schnauze erledigt werden.
"Kleine Ängste" verfolgt da einen interessanten Ansatz: Monster werden nicht mit eigenen Werten ausgestattet, sondern benutzen den Angst-Wert des SCs, mit dem sie sich gerade auseinandersetzen. Angst funktioniert dabei als eine Art (umgekehrte) geistige Lebensenergie und kann z.B. durch Konfrontation mit dem Monster ansteigen.
Zwar kann KÄ auch in Dark Fantasy abdriften, aber Horror geht damit definitiv besser als z.B. mit Call of Cthulhu.
Reife des Mannes: das heißt den Ernst wiedergefunden haben, den man als Kind hatte, beim Spiel.

Offline sindar

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #84 am: 9.06.2011 | 11:07 »
Mal direkt auf den Eingangspost geantwortet: Ich mag Horror gar nicht. Ich will Helden spielen, die was reissen, nicht Luschen, die sich fuerchten muessen. Von Hilflosigkeit habe ich schon im RL mehr als mir lieb ist, das brauche ich nicht noch im Rollenspiel.
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Offline Destroy all Monsters

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #85 am: 9.06.2011 | 16:00 »
@SL-Willkür & Mechanik
Ich denke, dass sich die zentrale Stellung des SL in Horror-Rollenspielen im Prinzip den selben Grund hat wie auch bei vielen Erzählrunden: Konventionelle Rollenspiel-Regeln stehen da eher im Weg & das überbrückt man am einfachsten halt, indem man sie für den SL aushebelt.

Sowas in die Richtung vermute ich auch. Ein anderer Grund dafür könnte tatsächlich am Genre liegen: In Horrorgeschichten sind die Hauptprotagonisten oft Opfer unverständlicher (unverstehbarer) Mächte jenseits ihres Verständnisses. Und im konventionellen Rollenspiel repräsentiert der SL nunmal diese unverstehbaren Mächte.
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Zwar kann KÄ auch in Dark Fantasy abdriften, aber Horror geht damit definitiv besser als z.B. mit Call of Cthulhu.

Wenn ich "dark fantasy" höre, denke ich entweder "Fantasy mit Horrorelementen" (bzw. Horror mit Fantasyelementen, um ihn spielbar zu machen), oder "schon wieder eine 0815-Fantasywelt, die ein paar Bauernfänger mit reißerischen Versprechen in Umlauf bringen wollen (nicht, dass ich etwas gegen 0815-Fantasywelten hätte, im Gegenteil, aber das "dark" Attribut...)

Ansonsten was zum Beitrag: das System von kleine Ängste klingt interessant.
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Offline Das Grauen

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #86 am: 16.06.2011 | 09:36 »
Ich habe bisher nur relativ wenig Erfahrung mit den Horror-RPGs und bin bisher auch nur bei Cthulhu zweimal zum Zuge gekommen . Ansich finde ich das Thema Horror reizvoll, aber nur, wenn es dem Spielleiter gelingt, die entsprechende Atmosphäre aufzubauen. Denn ohne Atmosphäre kann auch das tollste System nicht helfen.
Deshalb sind für mich die Location, der SL und ggf. Zusatzelemente wie Musik, passende Beleuchtung etc. unverzichtbar um ein Horror-Rollenspiel zu erleben und "genießen". Auf einer Con kann es auch funktionieren, kommt dann aber vor allem auf die Leistungen des SLs an.
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Offline Sir Markfest

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #87 am: 16.06.2011 | 11:06 »
Deshalb sind für mich die Location, der SL und ggf. Zusatzelemente wie Musik, passende Beleuchtung etc. unverzichtbar um ein Horror-Rollenspiel zu erleben und "genießen". Auf einer Con kann es auch funktionieren, kommt dann aber vor allem auf die Leistungen des SLs an.

Und mindestens ebenso wichtig: Spieler, die sich darauf einlassen. Ohne die funktioniert gar nix.

Offline Das Grauen

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #88 am: 16.06.2011 | 13:42 »
Und mindestens ebenso wichtig: Spieler, die sich darauf einlassen. Ohne die funktioniert gar nix.
Auch wahr, die Spieler sollten zumindest eine gewisse Affinität oder Interesse zum Thema Horror haben, da stimme ich dir zu. Hat bei den Runden die ich damals gespielt hatte zum Glück auch gut geklappt.
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Offline Tim Finnegan

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #89 am: 16.06.2011 | 13:48 »
Auch wahr, die Spieler sollten zumindest eine gewisse Affinität oder Interesse zum Thema Horror haben, da stimme ich dir zu. Hat bei den Runden die ich damals gespielt hatte zum Glück auch gut geklappt.

Hier widerspreche ich: Horror hat bei mir bis jetzt nur mit Spielern funktioniert, die nicht wussten was sie erwartet, z.B. Cthulhu mit absoluten PnP-Neulingen. Affinität stand da bisher eher im Weg.
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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #90 am: 16.06.2011 | 15:38 »
Meine These wäre ehrlich gesagt, dass Horror als Spieler-Gruseln-sich-Erlebnis mit Anfängern im Rollenspiel, die dem Thema zugeneigt sind, leichter ist, als mit erfahrenen Rollenspielern, unabhängig von deren Einstellung zum Gruseleffekt. Das hat aber natürlich auch stark damit zu tun, ob der SL Atmosphäresachen 'drauf hat oder nicht.
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Offline Teylen

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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #91 am: 16.06.2011 | 16:06 »
Vielleicht nur so als Thesen / Gedanken.
Ich denke das Horror durchaus ueber einen laengeren Zeitraum als einen Spielabend oder ein Abenteuer funktionieren kann.
Das heisst das einzige was dagegen spraeche ein solches Abenteuer fortzusetzen ist doch die Annahme das die Figur am Ende stirbt. Wenn sie das nicht macht, sondern lediglich mit den entsprechenden Ereignissen konfrontriert wurde, steht der Fortfuehrung wenig im Wege.
Nun und m.E. muss fuer das Horror-Erlebnis der/die Protagonisten nicht sterben. Das heisst der Tod ist doch eher eine Art Formsache, nachdem der Hoehepunkt des Horrors bereits ueberschritten / erreicht wurde.

Das spielen von Nicht-Menschlichen Charakteren erteilt imho den Horror Gefuehl keinen Abbruch sondern kann er berreichernd wirken.
Einerseits aufgrund des Aspekts das diese, oftmals, strapazier-/belastungsfaehiger gestaltet sind. Etwas das m.E. weniger den scheinbar offensichtlichen Aspekt des Superheldentums anspricht, sondern den Aufbau einer groesseren Belastung und damit Spannungverhaeltnis ermoeglicht.
Andererseits wurde betont das es fuer das Genre des Horrors wichtig sein kann das "andersfoermige" hervor zu heben. Spielt man hierbei Menschen muss man ungewoehnliche phantastische Elemente einbringen, die gerade bei laengeren Runden die Glaubwuerdigkeit bedrohen bzw. in eine Routine laufen [Monster of the Week]. Nimmt man nun die Rolle eines "Monsters" ein ist die Normalitaet als solche bereits in einem Gewissen Grad als Bezug zu dem Charakter fremdartig [Und wenn man mag kann man dennoch drauf satteln].
Letztlich kann man ueber die nicht-menschliche Figur Konflikte (er)schaffen die den normalen Menschen idR. beim besten Willen nicht plagen. Wie die Jekyll & Hyde Problematik die VtM aufgreift.

Last but not least eroeffnen nicht-menschliche Kreaturen einen leichteren Zugang dazu in einer Horror-Runde die Position des [scheinbar uebermaechtigen] Taeters zu uebernehmen. Gerade wenn sich Splatter-Horror-Filme ansieht erfolgt der Horror doch weniger ueber die Opfer - deren Namen man als bald vergessen hat - sondern mehr ueber die handelnden Figuren. Dementsprechend haben Stephen King Romane auch oftmals den Namen des Horror-ausloesenden Aspekt im Namen. Drastischer wird die Funktionsweise, m.E. noch bei Interview mit einem Vampir vorgefuehrt. [Oder moderner, bzw. ggf. fuer einige eindeutiger im Horror-Genre verortet, bei "American Vampires" von King/Miller]
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Re: Wie und warum tut ihrs - [Horrorrollenspiele]
« Antwort #92 am: 16.06.2011 | 20:20 »
Das Problem mit Horrorkampagnen ist, dass die Charaktere abstumpfen.

Der erste Werwolf? Oh mein Gott was ist das bloß wie kommen wir hier weg meine Waffe hilft nicht...
Der 25. Werwolf? Gib mal die Silbermun.

Das erste Mal einen Menschen ausgesaugt? Oh the horror! Oh the humanity!
Das 25. Mal einen Menschen ausgesaugt? Hm, schmeckt irgendwie nach Hühnchen.

Klar, man kann den Horror persönlicher machen, näher an die Chars rangehen - der erste Tote ist ein Fremder, der zweite ein Kollege, der dritte dann die Mutter - aber irgendwann geht auch das nicht weiter. Irgendwann ist der Punkt gekommen, wo die Charaktere vor nicht mehr viel Angst haben und selbst ziemlich furchteinflössend daherkommen.

Diese Entwicklung von der Scream Queen zum Harten Kerl finde ich durchaus interessant und spielenswert. Aber irgendwann ist der Charakter halt HART, und dann spielt man eher Survival Horror als persönlichen oder subtilen Horror.
Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
The best lack all conviction, while the worst are full of passionate intensity.

Korrekter Imperativ bei starken Verben: Lies! Nimm! Gib! Tritt! Stirb!

Ein Pao ist eine nachbarschaftsgroße Arztdose, die explodiert, wenn man darauf tanzt. Und: Hast du einen Kraftsnack rückwärts geraucht?