Autor Thema: (Haus)regeln zur Abhandlung von Fertigkeitswürfen in (großen) Gruppen  (Gelesen 789 mal)

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Offline blut_und_glas

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Bei "gemeinschaftlichen" Aktivitäten, bei denen es auch nur auf ein kollektives Ergebnis ankommt, ist über Aid Another ja eigentlich schon alles ausreichend abgedeckt. Ein Wurf mit entsprechendem Bonus (bei niedrigen Werten der Helfer entsprechend anteilig berechnet - wenn ich deren Hilfestellung nicht einzeln auswürfeln möchte) und damit hat sich die Sache.

Was aber, wenn mich die individuellen Ergebnisse einer großen Anzahl an Charakteren interessieren? Wie viele von meinen 200 Pilgerschützlingen schaffen es denn beispielsweise, durch den reißenden Strom zu schwimmen, ohne unterzugehen? (Und welchen Einfluß haben die von mir ergriffenen Maßnahmen darauf?)

Und ja, ich will es möglichst genau wissen, dabei aber gleichzeitig nicht für jeden einzeln würfeln müssen, und es eigentlich auch nicht auf den Wurf eines Führers reduzieren (da mich tatsächlich die Einzel- und Eigenleistungen interessieren).

Hat jemand Hinweise (auf (semi)offizielle Quellen) oder Vorschläge? :)

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Offline Selganor [n/a]

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Warum bei 200 Leuten nicht einfach mit der Statistik arbeiten?

Fuer jeden der 20 Ergebnisse eines d20 finden sich bei 200 Leuten je 10 Leute die diese Zahl wuerfeln.
Wenn der Wurf damit es klappt eine 8+ sein musste dann haben es 130 geschafft (8+) und 70 nicht (1-7)

Irgendwelche Boni sind ja im noetigen Wurf (durch Bonus des Wurfs bzw. Reduzierung der DC) ja schon vermerkt.
Abraham Maslow said in 1966: "It is tempting, if the only tool you have is a hammer, to treat everything as if it were a nail."

Offline Schwertwal

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Wenn alle den gleichen Bonus haben: Erwartungswert nehmen.

Wenn Dir das zu langweilig ist, gibt es sicher Apps oder Programme (Excel), die Dir beliebige Mengen an Würfen simulieren.

Sonst: siehe Selganor
« Letzte Änderung: 9.03.2013 | 18:34 von Wasum »

Offline blut_und_glas

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Warum bei 200 Leuten nicht einfach mit der Statistik arbeiten?

Das funktioniert für einzelne (einmalige) Ereignisse natürlich gut, beginnt aber in der Wiederholung/Verkettung zu knirschen.

Um bei den Pilgern als Beispiel zu bleiben:

Wenn ich ob Gleichverteilung also nach der Flußüberquerung 40 Tote habe (mit angenommenen +0 DC 5 nicht geschafft und jämerlich ertrunken), 50 exhausted (DC 10 nicht geschafft), 50 fatigued (keine DC 15) und 60 putzmunter sind (Damage haben wir einmal bei Seite geschoben), und mit dieser übrigen Truppe dann in das nächste Hindernis/die nächste Aufgabe stolpere, dann wird es zunehmend unübersichtlicher (effektiv zersplittere ich die zunächst homogene Gruppe immer stärker in sich unterscheidende Kleingruppen, die einzeln verwaltet werden müssen).

(Die offensichtliche Abhilfe ist natürlich die Arbeit mit "festen" Teilgruppen, denen stets das gleiche Schicksal widerfährt (für das sie sogar einen Würfel spendiert bekommen könnten, so lange es nicht zu viele werden). Aber dabei hakt für mich erst einmal "gefühlsmäßig" auch etwas.)

Dazu kommt, dass dieses "statistische Vorgehen" ob seiner Natur vollständig berechnenbar ist - ich weiß schon vorher, dass es eben exakt 40 meiner Schäfchen nicht über den Fluß schaffen werden und wenn ich es irgendwie hinbekomme, ihnen allen einen +1 Bonus zu geben, dann werden exakt 10 mehr auf der anderen Seite ankommen...

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Offline Selganor [n/a]

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Wenn du es "realistisch" willst (also keine Erwartungswerte oder "Gruppenwuerfe") dann wirst du um Einzelwuerfe wohl doch nicht rumkommen.

Im Schlimmsten Fall musst du da wohl was programmieren.

Vielleicht hilft ja http://anydice.com dabei etwas
Abraham Maslow said in 1966: "It is tempting, if the only tool you have is a hammer, to treat everything as if it were a nail."

Offline Schwertwal

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Ja, und?

Wenn Du 200 Mann durch einen Fluss schickst und obendrein noch verschiedene Effekte der Überquerung beachten möchtest, dann wird es unweigerlich kompliziert - die Frage ist, ob es Dir das wert ist und naja, da Du das ja schon ansprichst, gehe ich mal davon aus, dass es das ist.

Wenn es um wenige Skillcheks geht, die Deine Truppe bestehen muss, dann würde ich einfach Selganors Methode verwenden und vielleicht nach der ersten Runde die Truppe nach ihren Zuständen aufteilen oder so. Dir scheint das Würfeln ja ebenso von bedeutung zu sein, da wird Dir also nichts anderes übrig bleiben, als eben einige Male zu Würfeln, um beide Deine Anforderungen unter einen Hut zu bekommen.

Ich persönlich würde garnicht würfeln und mir wären vermutlich auch die Details egal, aber in jedem Fall würde ich einfach den Erwartungswert verwenden und mich nicht weiter aufhalten.

Es bleibt natürlich die Alternative, Dir einfach ein Excelsheet zu schreiben, dass Dir einfach die entsprechende Würfe ausführt, vielleicht sogar direkt die verschiedenen Aufteilungen vornimmt und Dir angibt, wie viele Deiner Pilger in welchem Zustand am Ende des Tages noch im geplanten Nachtlager eintreffen.


Offline Selganor [n/a]

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Nur mal so als Frage in den Raum gestellt...

Wie wichtig ist der Zustand der genannten Pilger am Ende tatsaechlich?

Ist es wirklich wichtig, dass man "erwuerfelt" hat dass 127 (statt z.B. 100 oder 150) Pilgern am Ende ankommen?

Was genau (ausser genaueren Zahlen und mehr Arbeit) hast du davon wenn du von allen Beteiligten einzelne Wuerfe hast?

Das erinnert mich an ein Turnier auf einem Con auf dem der SL wohl AUF DEM CON alle Kaempfe in denen nur NPCs gegeneinander angetreten sind trotzdem genau so durchgewuerfelt hat als waere es ein Kampf an dem PCs beteiligt gewesen waeren... Die PCs die an diesem Turnier beteiligt waren haben sich wohl "waehrend" diesem Turnier noch umfangreich auf dem Rest des Con umschauen koennen ;)
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Eulenspiegel

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@ blut_und_glas
Du könntest auch 20 Würfe machen und jeder dieser Würfe steht für 10 Personen.

Oder falls du an einem Programm interessiert wärst, ließe sich so etwas sicherlich auch schnell programmieren. (Vorausgesetzt die 200 Pilgerschützlinge haben alle die gleichen Werte.)

Offline blut_und_glas

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Wie wichtig ist der Zustand der genannten Pilger am Ende tatsaechlich?

Im Falle der 200 armen Beispielpilger vermutlich wirklich nicht so wichtig (obwohl mir durch das Beispiel jetzt auch schon wieder ganz neue Ideen kommen :)), aber...

Zitat
Ist es wirklich wichtig, dass man "erwuerfelt" hat dass 127 (statt z.B. 100 oder 150) Pilgern am Ende ankommen?

...im Falle der circa 800 Red Fleet Sorceresses an Bord eines Luftschiffes während einer Schlacht sieht das schon anders aus. Da macht es einen Unterschied, ob ich in einer Runde nun 100, 150, oder eben 127 Shield Reinforcements bekomme und ob mir bei dem Versuch sie zu bekommen 8, 80 oder 98 meiner Zauberoffiziere durch Überlastung ausfallen - oder wie nah sie am Ausfall sind, um dann zu sehen wozu sie in der nächsten Runde noch in der Lage sind - ...

Zitat
Was genau (ausser genaueren Zahlen und mehr Arbeit) hast du davon wenn du von allen Beteiligten einzelne Wuerfe hast?

...was eben zu dem Dilemma führt, zwar gerne die genaueren Zahlen, aber auch möglichst kein solches mehr an Arbeit zu wollen. 800 Würfe pro Runde für eine Seite in einer Schlacht würde ich nämlich auch gerne vermeiden.

Wie gesagt, "feste" Gruppen sind der Ansatz, den ich dafür im Kopf habe, der mir aber gleichzeitig auch nicht wirklich gefällt. Daher ja auch der Thread (und den gleich allgemeiner, da das zu Grunde liegende Problem eben wirklich die Fertigkeitswürfe sind).

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Offline Schwertwal

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In dem Fall würde ich entweder Programmieren (wobei ja Excel reicht, da braucht man absolut keine Vorkenntnisse) oder von der d20-Mechanik absehen und irgendeine geschicktere Art der Simulation finden.

Offline blut_und_glas

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Eine andere Art der Simulation will ich erst recht nicht. :P

Dafür ist die d20 Umsetzung von The Red Star viel zu gut. Sie hakt nur an exakt dieser einen Stelle (alle anderen kleineren Macken sind eben wirklich klein und leicht ignoriert oder behoben). Und das ist umso ärgerlicher, da sich eben große Teile der übrigen Umsetzung ideal eignen (sogar dazu auffordern), genau diese Situationen anzugehen.

Aber zurück zum Problem und seiner Lösung:

Ein Mittelweg zwischen "statistischer Lösung" und "Gruppenlösung"? Einmal würfeln (für alle oder für Teilgruppen) und dann für ein Drittel der Gruppe eben jenes Ergebnis benutzen, für ein Drittel ein um 5 höheres (Maximum offensichtlich 20) und für das letzte Drittel ein um 5 niedrigeres (Minimum 1)?

Ich nehme immernoch gerne weitere Vorschläge (neben der Programmierung), falls jemand welche haben sollte. :)

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Offline Gorilla

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Wenn's wirklich so wichtig ist, dann plädiere ich eindeutig dafür, alles zu würfeln.