Autor Thema: [Diary] Der Prophet von Dessola  (Gelesen 1409 mal)

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[Diary] Der Prophet von Dessola
« am: 7.06.2013 | 23:55 »
Über das Wasser wandelte Benion, der wahre Prophet
Um die Erleuchtung zu bringen den Kindern des Himmelsfeuers
Und sein Pfad führte in nach Dessola, einer Insel südöstlich Maldors

Wo in den Ruinen einer einstmals prachtvollen Stadt
Die da waren überflutet und bevölkert von Ratkin
Ein altes, magisches Geheimnis seiner Entdeckung harrte

Und Dessola war Heimat der Ärmsten der Armen
Die da geflohen waren vor den Kriegen, denen Maldor anheim gefallen
Denn Dessola war ein ödes Land und es nicht wert, die Meerenge zu queren

Doch waren sie auch hier vor Bluttaten nicht sicher
Denn die Saat der Gewalt wohnte in ihrer eigenen Mitte
Und Piraten suchten ihre Küsten heim

In der alten Trutzburg des Geschlechtes derer von Dessola
Regierte ein Graf, der da träumte einen Traum vom Gestern
Und zwei starke Frauen rangen um die Herrschaft über sein Schicksal

Hierhin also kam Benion, das Feuer des Sonnengottes in seinem Herzen
Zu wirken Seine Wunder und zu verbreiten Sein Wort
Ein Funke nach hundert Jahren Dürre
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #1 am: 8.06.2013 | 00:02 »
Klingt spannend. Falls ich nicht irgendwelche Triggerwords übersehen habe: Für welches System planst du?

Edit: Ich hatte übrigens schon seit längerem mit dem Gedanken gespielt, mal die Messias- oder Propheten-Thematik in einem Abenteuer zu verarbeiten. Auch deswegen bin ich sehr gespannt, wie du das angehst.
« Letzte Änderung: 8.06.2013 | 00:11 von Dolge »
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #2 am: 8.06.2013 | 00:48 »
Ich wollte auch mal ein bisschen kryptisch sein. ;) Es ist TSOY. An "Maldor" hätte man es erkennen können.
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #3 am: 8.06.2013 | 00:49 »
Mist, ich kenne nur das solar system, nicht TSOY selbst.  ::)
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #4 am: 8.06.2013 | 00:56 »
Das Motto von TSOY zu kennen, lässt vielleicht eine gewisse Tendenz erahnen bezüglich der Frage, wie ich die Messias-Thematik zu verarbeiten gedenke. Es lautet:

No gods.
No monsters.
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Offline Horatio

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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #5 am: 11.06.2013 | 16:07 »
Ein TSoY oder SoSy Szenario zum Austesten des Systems würde mich sehr freuen!  :d
Das Spiel liegt schon ewig auf der Ausprobieren-Halde, aber die World of Near macht bei mir nicht so richtig klick..  :-\
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #6 am: 13.06.2013 | 21:08 »
Dann sag ich's hier auch noch mal: Ich werde das Szenario morgen (Freitag) um 21 Uhr auf der NordCon leiten.

Und jetzt ist es Zeit, in Panik auszubrechen! ;D
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #7 am: 13.06.2013 | 21:12 »
Einen kleinen Moment gab es, da hatte ich noch die Arroganz zu glauben, dass ich der erste bin der einen Testlauf fertig hat ;D.

Viel Spaß und Erfolg!  :d
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #8 am: 13.06.2013 | 21:29 »
Dann sag ich's hier auch noch mal: Ich werde das Szenario morgen (Freitag) um 21 Uhr auf der NordCon leiten.

Und jetzt ist es Zeit, in Panik auszubrechen! ;D

Wer soll in Panik ausbrechen? Du? Oder die Konkurrenz? :D
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Offline La Cipolla

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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #9 am: 13.06.2013 | 23:28 »
Ich ärgere mich höchstens, dass ich Freitag nicht da bin.

Panik hab ich schon seit ner Woche. ;D

Offline Lord Verminaard

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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #10 am: 13.06.2013 | 23:30 »
Wie es aussieht, krieg ich immerhin die Charaktere ausformuliert hin. Ich müsste aber eigentlich auch noch mal die Regeln lesen, ist schon ein paar Jahre her, dass ich TSoY geleitet habe... ;)
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #11 am: 16.06.2013 | 19:58 »
Testspiel auf der NordCon hat stattgefunden! Da nur vier von fünf Charakteren besetzt wurden und zwei der vier Spieler die angelegten romantischen Verwicklungen und auch die Keys im Wesentlichen links liegen gelassen haben, war der Erkenntnisgewinn beschränkt. Aber immerhin hat das Szenario es ausgehalten und es war trotzdem eine gelungene Runde! Also es scheint recht robust zu sein...
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #12 am: 16.06.2013 | 22:19 »
Ja, da hätten wir als Spieler mehr daraus machen können.  :D
Zu meiner Verteidigung sei aber gesagt, daß ich mich schon ein wenig überfahren gefühlt habe, als Grafen-SC keinerlei romantisches Interesse meinem Charakter gegenüber gezeigt hat, dafür aber alles andere als politisch blauäugig, unambitioniert und ahnungslos gehandelt hat. Da fand ich es dann schon schwer ihn mit meiner mystischen, albischen grauen Eminenz, die sich seiner romantischen Gefühle bedient um ihn zu lenken, an zuspielen, außer durch gelegentlichen Ratschläge und Unterstützung.
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #13 am: 17.06.2013 | 15:02 »
Dich hab ich auch nicht gemeint! Ich meinte natürlich vor allem den Grafen-Spieler, der halt eher problemlösungsorientiert heranging, wobei ich mich fragte, ob er die Rundenankündigung nicht gelesen hat. Und auch die Spielerin des Troubadours/Meuchelmörders ist ja dem Beziehungs-Gedöns so gut sie konnte ausgewichen, bzw. hat es jedenfalls nicht sehr drauf angelegt, irgendwelche Leute vor den Kopf zu stoßen.

Aber es macht vielleicht Sinn, der Albin noch ein etwas konkreteres Ziel zu geben, auf das sie hin manipuliert. :)
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #14 am: 17.06.2013 | 22:59 »
Hmm, ich hatte die Troubadour-Spielerin erst als ruhig Spielerin eingeordnet, aber jetzt wo du es sagst, sie wurde wirklich aktiver, als ich  den kleinen Mord vorschlug.
Bei der Albin bin ich mir unsicher, klar je konkreter die Ziele sind um so wahrscheinlicher gibt es Knatsch zwischen den Charakteren, aber das gilt ja eigentlich für alle Charaktere, nicht nur die Albin.
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #15 am: 2.07.2013 | 00:23 »
Bah, dauert alles doch länger als ich dachte. :P Text steht aber im Wesentlichen. Sind bisher etwas mehr als 11.000 Wörter. Jetzt noch einmal Korrektur lesen und die Spielwerte für die NSCs einfügen. Müsste ich morgen hinkriegen.
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #16 am: 15.08.2013 | 23:01 »
Mein ausführliches Jury-Feedback zu "Der Prophet von Dessola":

„Der Prophet von Dessola“ ist kein Abenteuer im herkömmlichen Sinne, auch kein Kampagnenauftakt, sondern eher ein Closed-Room-Szenario. Auch wenn der Autor das in seinem Vorwort erwähnt, möchte ich das hier nochmal herausstellen, denn ich bin eine große Freundin solcher Szenarien. Zunächst gibt es eine sehr stimmige, leicht an „Der Sturm“ erinnernde, atmosphärische Einführung der wichtigsten Fraktionen und ihrer Motive sowie der NSCs, dann folgt ein Einstiegsabenteuer. In letzterem spielt der namensgebende Prophet die Hauptrolle.
Eigentlich gibt es nichts zu bemängeln, aber ein paar Kleinigkeiten hab ich dann doch anzumerken: Für Spieler, die The Shadow of Yesterday nicht kennen, hätte ich mir einen kurzen Satz in der Einleitung gewünscht, was genau das Himmelsfeuer ist. Ich weiss gerne, wo ich mich genau in einer vorgegebenen Spielwelt befinde. Dafür ist die Insel umso besser beschrieben, eine Karte wäre noch ein nettes Add-On gewesen, aber nicht wirklich nötig.
Von den Stichworten ist Wasser wandeln sehr zentral eingebaut – und trotz der Propheten-Analogie hatte ich nicht das Gefühl, eine christliche Parabel à la Narnia zu lesen. Magie entdecken kann zu einem späteren Zeitpunkt in einer Kampagne auftauchen, im Abenteuer finde ich es so nicht wirklich wieder.
Insgesamt ein sehr schönes Low-Fantasy-Setting mit einem interessanten Abenteuer, das schon fast zuviele gute Szenen hat. Ich würde es gerne spielen, um zu sehen, ob es „in Action“ hält, was es verspricht.
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Offline Horatio

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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #17 am: 17.08.2013 | 20:31 »
 Hm.. also ich sehe die tollen Ansätze und die SCs sind wirklich cool, aber es wirkt etwas unfertig; zumindest habe ich mir etwas schwer damit getan.

Der Text ist etwas unübersichtlich; man ließt die Fraktionen und Charaktere und wird mir Namen und Ereignissen erschlagen. Bei dieser Fülle wäre eine vorangestellte kurze Darstellung der Dramatis Persona und ihrer Funktion in dem Szenario hilfreich gewesen. Ein Inhaltsverzeichnis hätte auch schon geholfen. So ließt man alles öfter als man es müsste.

Die Beschreibungen der Umgebung und der Figuren ist recht fluffig geschrieben sind und man erstmal filtern muss, was denn nun konkret wichtig ist und was nur ausformuliertes Beiwerk. Bspw. sind von den Personen des Widerstands nur der Anführer wirklich wichtig und der Rest der Figuren austauschbar; eigene Konflikte bringen sie nicht wirklich rein.

Die Piraten als Fraktion hätte man meines Erachtens nicht weiter ausformulieren müssen. Diese sind letztendlicht nur als Gefahr von außen präsent und haben erstmal nur eine Szene, nach der sie auch wieder verschwinden. Der angelegte Konflikt zwischen Kaptain und einer seiner Crewmitglieder hängt auch sehr stark in der Luft; ich wüsste nicht wie ich den ins Spiel einbringen sollte oder was sich daraus für die SCs relevante ergeben könnte.

Was ich auch ein wenig Schade finde ist, dass die SCs  zwar untereinander verküpft sind und dafür belohnt werden miteinandern zu interagieren, allerdings keine Pfade haben, die sie zur Handlung bezüglich der Geschenisse im Szenario treiben. Die einzige wirkliche Motivation die Burg und das Spiel untereinander zu verlassen, eben dass einer der SCs der Graf ist und sich eben mal um die Geschenisse der Region kümmern sollte.

Dem Einstigesabenteuer fehlt ein wenig der rote Faden. Allgemein wird man als SL sehr mit den Szenen des Szenarios und der Informationsvermittlung alleine gelassen. Die erste Szene soll dramatisch gelößt werden. Was ist denn dramatisch? Insbesondere wenn sich daran Auswirkungen knüpfen können die den Spielern wohl eher unlieb wären? Bei vielen Szenen / Orten fragt man sich, ob und wie die Scs daran teilnehmen sollten oder wie sie davon erfahren sollen bevor sie passiert sind.

Davon abgesehen.. nach maximal zwei Sitzungen bin ich auch einfach mal mit allen im Szenario angelegten Konflikten durch und muss mir was neues, von außen kommendes einfallen lassen; grundsätzlich nichts verkehrt daran, aber da finde ich die Aussage des Kampangeneinstiegs ehrlicherweise etwas hoch gegriffen :P.

EDIT: .. und nachdem ich mir jetzt so viele Gedanken drüber gemacht habe wie ich das aufziehe und was ich draus mache, habe ich plötzlich starken Drang es zu leiten :P. Bekomm ich das auch mit SoSy hin oder gibts da Editionsprobleme? Btw. finde ich die nicht ausformulierten Gaben in der verlinkten deutschen Version der Regeln?
« Letzte Änderung: 17.08.2013 | 23:17 von Horatio »
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Offline Blechpirat

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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #18 am: 19.08.2013 | 19:11 »
Mein Feedback (Wie bei den anderen habe ich mich an den Wertungskriterien entlang gehangelt:

Aufbereitung der Informationen
Punkte: 8/10
Logischer Aufbau, kein Inhaltsverzeichnis
Innere Logik
Punkte: 15/15
Klare Motivationen, logische Umwelt, klare Beziehungen der Fraktionen zueinander
Spannung
Punkte: 10/15
Ansprechende Konflikte auf der übergeordneten Ebene, kaum Hinweise für eine interessante Gestaltung auf der taktischen Ebene.
Drama
Punkte: 17/20
Interessante Vernetzung der PC, spannende Konflikte zu den NSC, klare Motivlagen. Bonuspunkt für den Goblin
Explorativ
Punkte: 8/10
Zwar mit der alten Stadt, einer Insel mit Höhlen und dem Dorf grundsätzlich eine interessante Umgebung geschaffen, dann aber zu wenig an Merkmalen, Beschreibungen oder Karten geliefert.
Sprache
Punkte: 18/20
Sehr angenehm zu lesen, allerdings an einigen Stellen abrupte Umschwünge zwischen formalen und umgangssprachlichem Deutsch. Sehr klare Sprache, kaum Tippfehler und vergurkte Sätze.
Mechanik
Punkte: 10/10
TSOY ist eine gute Wahl, weil über die Keys die angelegten Ziele sowohl strategischer als auch emotionaler Natur unterstützt werden.

Offline Lord Verminaard

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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #19 am: 19.08.2013 | 22:49 »
Vielen Dank schon mal für das Feedback! :) Ich kann die Kritikpunkte größtenteils nachvollziehen, vieles hätte ich auch mit mehr Zeit, mehr Open Office Skills und überhaupt so etwas wie Mapmaking Tools/Skills anders gemacht. ;)

@ Horatio: Kampagne ist halt relativ. Bei mir bedeutet "Kampagne" so was wie 5-10 Spielsitzungen. ;) Die nicht ausformulierten Keys findest du in dem deutschsprachigen PDF, nicht aber in der HTML-Version. Harald hat das so halb umgebaut aber nicht so richtig. TSoY und SoSy sind nicht identisch, aber natürlich sehr eng verwandt, sollte also keine Probleme geben.
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #20 am: 22.08.2013 | 16:50 »
Mir fällt auf, dass du eine enge Definition von Sandbox verwendest. Für einige Vertreter wäre, das was du anbietest auf jeden Fall eine, insbesondere mit der Selbstbeschreibung. Das Feeling erinnert ich ein bisschen an Game of Thrones. Die Charaktere sind sehr ausgiebig und abwechslungsreich gestaltet. Sehr schön, das macht das ganze aber auch etwas schwierig. Als Hilfsmittel fehlt mir hier ne R-Map o.ä.

Systemwahl ist wohl OK. Ich würde aber fast überlegen, etwas ohne Charakterbesitz zu nehmen, um die komplexe Situation vollständiger zu erfassen. Du sagst ja selbst, dass man vielleicht auch die anderen Gruppierungen spielen könnte. Ich denke, es wäre sogar ein Verlust das nicht zu tun.

Offline Horatio

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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #21 am: 22.08.2013 | 16:58 »
Ja, tatsächlich wirkt der Widerstand was die Geschenisse im Lande angeht mitunter besser motiviert als die, in erster Linie mit sich selbst beschäftigten, eigentlichen Protagonisten^^ (und das obwohl die Widerständlern nicht mal Pfade haben :P).

EDIT: Wobei ich ein Ergebnis in die Richtung von:
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.. auch irgendwo "charmant" fände ;D; nur halt Schade, dass dann der Rest des Szenarios an den Spielern vorbeigegangen ist :P.
« Letzte Änderung: 22.08.2013 | 17:15 von Horatio »
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #22 am: 22.08.2013 | 19:55 »
Naja die Gräfin und der Troubadour sind ja schon so angelegt, dass sie auch Kontakt mit anderen Fraktionen haben und diesen ggf. sogar näher kommen könnten... ich steh halt eher auf klassische Rollenverteilung. Game of Thrones stimmt natürlich, ich bin halt so ein Fanboy. :P

Sandbox ist ja weniger eine Darreichungsform als eine Attitüde und genau diese Attitüde hatte ich eben nicht im Sinn.
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Re: [Diary] Der Prophet von Dessola
« Antwort #23 am: 11.09.2013 | 08:21 »
Disclaimer: Das mein Feedback so spät erfolgt ist gesundheitlichen Problemen im engeren Familienkreis geschuldet. Das bitte ich zu entschuldigen.

Feedback zu Dessola
Mehr als jeder andere Beitrag hat die Lektüre von „Dessola“ bei mir Bilder erzeugt: Eine nebelumschwirrte Insel, alte Ruinen, brutale Piraten – alles erinnerte mich irgendwie vage an die Atmosphäre in Haggard's Schloss im „Letzten Einhorn“. Das erreichtest du bei mir vor allem durch den Sprachstil, den ich als klar verständlich, trotzdem malerisch und an den richtigen Stellen salopp empfunden habe. Ein paar Abzüge gibt es lediglich dafür, dass zunächst ein Inhaltsverzeichnis und dann die schon angesprochene R-Map fehlen. Ungeachtet dessen finde ich den Text prinzipiell gut aufgebaut. Eine Liste der NSCs wäre wohl nicht verkehrt gewesen, aber die Reihenfolge, in der die Informationen präsentiert werden, finde ich intuitiv erfassbar: Erst der Background, dann die Schauplätze und die ihnen zugeordneten NSCs, dann das Beispielabenteuer und der Ausblick. Besonders die kurze Liste von „Wahrheiten“, die jede Fraktion hat, fand ich ein frisches Konzept, mit dessen Hilfe man ganz hervorragend improvisieren kann. Insgesamt kam mir das ganze Abenteuer schon im Ansatz sehr „szenisch“ gedacht vor, was für diesen Beitrag sicherlich nicht der schlechteste Ansatz ist. Insofern hat 1of3 auch nicht Unrecht damit, dass das Spielen der anderen Fraktionen eine große zusätzliche Spaßquelle bedeuten könnte. Allerdings ist das für mich mehr ein netter Bonus als eine Notwendigkeit.

Dass es für dich „The Shadow of Yesterday“, bzw. das Solar System sein musste, wurde mir bald klar: Durch die Pfade hat jeder SC und NSC auch mechanisch die Möglichkeit zur Charakterentwicklung. Das hat den Spielfokus finde ich auch relativ klar in Richtung zwischenmenschlicher Verstrickungen gesteuert – zumindest wie ich das Szenario verstanden habe und ich glaube, dass du das auch im Sinn hattest. Drama ist auch das, was ich in deinem Beitrag als Dreh- und Angelpunkt wahrgenommen habe. Die SCs und NSCs sind sehr gut konzipiert und es gibt eigentlich niemanden, der nicht eine interessante Facette hat, die auch zu Problemen für ihn führt. Das klappt mit „The Shadow of Yesterday“ ja auch gut.

Auffallend finde ich, dass „Dessola“ der einzige Beitrag ist, der auf einer bereits ausgestalteten Spielwelt fußt, die nicht vom Autor stammt. Dass macht das Abenteuer ein klein wenig schwieriger zugänglich als die anderen Beiträge, aber ich hatte trotzdem nicht das Gefühl, dass ich die Beschreibungen der Welt Nah brauche, um da wirklich durchzusteigen. Schön ist, dass du am Ende deines „Story-Schmelzofens“ noch ein paar weitere Möglichkeiten für zusätzliche Abenteuer andenkst, du das Abenteuer damit also in einen Gesamtzusammenhang stellst. Alles in allem ist „Dessola“ ein Abenteuer, das mir sehr gut gefallen hat und das ich bald zu spielen hoffe.
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