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Autor Thema: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?  (Gelesen 2400 mal)

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Offline Lichtbringer

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Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« am: 6.04.2015 | 10:43 »
Mal ne kurze Frage: Ich sehe Turbo-Fate vor allem als kleines System für einzelne Abenteuer oder Einsteigerrunden. Ich hatte soweit nicht vor, damit ganze Kampagnen zu spielen.

Wenn ich mich im Netz und dem :T: so umgucke, drängt sich aber der Eindruck auf, diese Einschätzung teilen nicht alle. Insofern würde mich interessieren, wie ihr Turbo-Fate einordnet, unter anderem was die Kampagnentauglichkeit angeht.
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Offline La Cipolla

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #1 am: 6.04.2015 | 10:50 »
Ich finde es sehr tauglich, würde bei längerem Spiel aber die Verbesserung der Approaches kicken bzw. auf die wichtigsten Meilensteine beschränken. Nicht nur, weil sonst relativ schnell alle mit mehreren +5er Werten rumlaufen, sondern vor allem, weil der Fokus der Charakterentwicklung ja sowieso auf Veränderung liegt, nicht auf Verbesserung.
Wenn man den "cool stuff" Reiz bedienen will, würde ich lieber Zusatzeffekte bei diversen Meilensteinen einführen.

Dann wiederum: Ja, für kurze Runden und vor allem Mini-Kampagnen eignet es sich definitiv auch. :D

Offline aikar

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #2 am: 6.04.2015 | 10:57 »
Ob Turbo-Fate oder Fate-Core (oder andere Systeme) hängt für mich vor allem vom gewünschten Spielgefühl ab.

Beide Systeme sind erzählerisch, aber Turbo-Fate ist einfach noch einen Tick entschlackter. Wenn die Regeln nur mehr ein ein Gerüst sein sollen, dass der Geschichte möglichst nie im Wege stehen darf, ist Turbo-Fate das System der Wahl.
Wenn die spezifischen Fähigkeiten der Charaktere und ihrer Gegner schärfer umrissen sein sollen, nehme ich Fate Core.

Im allgemeinen (aber nicht immer) deckt sich das bei mir mit dem Abstand zur "realen" Welt. Wenn ein Setting sehr abgehoben, pulpig und fantastisch ist (z.B. Alice im Wunderland, Guardians of the Galaxy), tendiere ich zu Fate Turbo, einfach weil es den Spielern praktisch keinerlei Beschränkungen bezüglich ihrer Charaktere auferlegt.
Wenn die Auswahl der Charaktere klarer ist ("z.b.: Alle Spielerrassen sind Menschen oder menschenähnliche") und die Charaktere etwas feiner untereinander unterschieden werden sollen, nehme ich Fate Core.

Offline Anastylos

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #3 am: 6.04.2015 | 12:23 »
Ich spiele eine Kampagne mit Fate Turbo. Das funktioniert sehr gut, da meine Spieler ihre Charaktere gar nicht steigern wollen. Ich habe es davor noch nie erlebt das gemurrt wird wenn man Werte steigern soll ;D
Wir haben das Regelsystem aber etwas vereinfacht weil wir zum Teil größere Schlachten haben und das mit Mookgruppen immer noch zu ausufernd ist:
Man würfelt gegen einen bestimmten Schwierigkeitsgrad, meist zwei oder drei. Will man angreifen muss man den Wert übertreffen will man Vorteile erschaffen muss man ihn nur erreichen. Sobald man insgesamt genügend Angriffserfolge hatte (in der Regel 10 bis 20) ist das ziel erreicht.
Würfelt man niedriger als die Schwierigkeit erhält man Stress (bei Angriff) bzw. der Gegner erhält einen Boost (bei Vorteile erschaffen).
Ich muss dann nur noch für Anführer und andere markante Gegner würfeln, also maximal ein bis zwei. Dadurch verhindert man Runden in denen beide Parteien sich angreifen und durch schlechtes Würfeln sich nicht treffen, entweder haben die Spieler Erfolg oder die Gegner.

Wir haben jetzt neun Sitzungen gespielt. Die Kampagne ist also noch nicht so weit fortgeschritten. Von den bisherigen Erfahrungen würde ich aber sagen, dass wir Turbo-Fate auch weiterhin verwenden werden und damit die ganze Kampagne spielen werden.

Offline aikar

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #4 am: 6.04.2015 | 12:29 »
Ich spiele eine Kampagne mit Fate Turbo. Das funktioniert sehr gut, da meine Spieler ihre Charaktere gar nicht steigern wollen. Ich habe es davor noch nie erlebt das gemurrt wird wenn man Werte steigern soll ;D
Och, das kenn ich von verschiedensten Systemen. "Ihr solltet mal wieder eure Punkte ausgeben". "Wieviele haben wir genau nochmal übrig?"  ;D

Offline Chruschtschow

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #5 am: 6.04.2015 | 13:02 »
Das kommende Gods&Monsters habe ich hier als Preview und das ist ganz klar als Kampagne angelegt. Am Ende jedes Szenarios soll es nämlich schön eine Moral "...und deshalb sind alle Krähen schwarz / ist die Erde eine Scheibe / sind die Nordmänner wilde Piraten." Das ist FAE, wobei da allerdings ein paar kleine Zusatzregeln kommen, um die göttlichen Fähigkeiten, Entwicklung etc. abzubilden.

Nur FAE ruft halt gerne mal die Antwort hervor, dass sich die SC ja gar nicht entwickeln. Dabei stellen die Aspekte doch so eine großartige Möglichkeit dar, dass sich ein SC wirklich entwickelt, nicht nur von Stufe 1-Schwertkämpfer über Stufe 2-Schwertkämpfer zu Stufe 3-Schwertkämpfer (jetzt mit Shield Bash) wird. Und Ändern der Aspekte ist ja eh immer drin.
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Offline aikar

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #6 am: 6.04.2015 | 14:10 »
Da stecken halt klassische Charakterlevel-Vorstellungen sehr tief drin. Und das ist ja auch etwas was Spaß machen kann.
Darum gehts halt bei Fate im allgemeinen nicht und das muss von vornherein klar sein.

Das "Problem" hatten wir übrigens auch bei Traveller. Da verbessern sich Charaktere auch nur seeehr langsam und Abenteuerpunkte oder automatische Aufstiege gibts gar nicht.
Aber wie Chruschtschow sagt: Charakterentwicklung heißt nicht nur Steigerung der Werte, sondern vor allem eine umfangreichere Heldengeschichte mit vielen Erinnerungen und Vernetzungen mit der Welt. Und DAS kann Fate hervorragend abbilden.

Offline Chruschtschow

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #7 am: 6.04.2015 | 17:32 »
Wobei es natürlich auch seinen Reiz hat, wenn die SC sich ein höheres Niveau erarbeiten, um irgendwann mal einen Gegner zu schlagen, der zu Beginn einfach zu stark war. So läuft es ja auch im Beispiel im Grundregelbuch. Barathar, die Schmugglerkönigin ist am Anfang mit +6 als Cap einfach krasser, aber da kann man sich hin hocharbeiten. Aber da ist die eigene Verbesserung kein Selbstzweck sondern steht im Kontext einer Kampagne.

Bei einigen Systemen ist Stufenanstieg einfach nur Wettrüstungsspirale. Und dann startet man was neues, weil D&D 3.5 einfach auf den Stufen 3 bis 8 am meisten Spaß gemacht hat, während auf Stufe 15 einfach nur noch absurde Synergien und seitenlange Stattabellen das Spiel in Dungeons&Spreadsheets verwandelt haben. ;)
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Offline Anastylos

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #8 am: 6.04.2015 | 17:48 »
Ich finde es halt seltsam wenn man innerhalb weniger Wochen vom Hemd zum Held wird. Da beginne ich lieber gleich mit kompetenten Charakteren.

Offline Feyamius

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #9 am: 6.04.2015 | 19:01 »
Das kommt ja stark auf die Lernkurve des Systems und das Verhältnis von Ingame- und Outgamezeit am Spieltisch an. Vor allem, wenn es mal auch intime längere Kampagnen oder sogar Zeitsprünge gibt, ist am Ende der außergewöhnliche Held auch mal gut fünf bis zehn, vielleicht auch fünfzehn oder gar zwanzig Jahre älter als der Noob, als der er seine Laufbahn begonnen hat.

Dann passt das schon.

Wenn man natürlich Kurzabenteuer an Kurzabenteuer reiht, die immer nur maximal ne Woche dauern, und dazwischen intime ebenfalls kaum Zeit vergeht, und dann auch noch massiv XP pro Abenteuer vergibt, hat man tatsächlich nach wenigen Ingame-Monaten den Salat: Absolut übertrieben fähige Jungspunde.

Offline Wisdom-of-Wombats

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #10 am: 11.04.2015 | 16:00 »
Charakterentwicklung heißt nicht nur Steigerung der Werte, sondern vor allem eine umfangreichere Heldengeschichte mit vielen Erinnerungen und Vernetzungen mit der Welt. Und DAS kann Fate hervorragend abbilden.

Da sage ich "Bullshit". Wenn der Charakter nicht merklich besser wird, dann brauche ich ein System gar nicht zu spielen. Ich mag Rollenspiel sehr gerne, aber systemisch möchte ich bitte belohnt werden, in dem auch meine Werte steigen. Und klar: +1 ist ziemlich viel bei FAE. Ich würde dazu tendieren, die Milestones zu vertauschen: beim Significant Milestone gibt es ein Refresh/Stunt und beim Major Milestone ein +1 auf einen Approach. Und u.U. würde ich beim Significant Milestone sogar sagen: wenn der Refresh nicht kleiner als 3 ist, muss ein Stunt gewählt werden.
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Offline Chruschtschow

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #11 am: 11.04.2015 | 16:09 »
Du nicht, andere schon. Das "Bullshit" ist also mit Verlaub eben "Bullshit". Solche harschen Allgemeinaussagen zeichnen sich gerne dadurch aus, dass sie schlicht nicht als Allgemeinaussage haltbar sind. ;)
« Letzte Änderung: 11.04.2015 | 16:11 von Chruschtschow »
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Offline Wisdom-of-Wombats

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #12 am: 11.04.2015 | 16:17 »
Du nicht, andere schon. Das "Bullshit" ist also mit Verlaub eben "Bullshit". Solche harschen Allgemeinaussagen zeichnen sich gerne dadurch aus, dass sie schlicht nicht als Allgemeinaussage haltbar sind. ;)

Ja, kann man gerne so spielen - aber dann weit weg von mir. Ich bin knallhart wegen den Werten im Geschäft. Und dazu stehe ich auch. Power Gaming rulez!  ~;D

Und noch kurz zum Topic: FAE ist für mich Fate Core. Es gibt minimale Unterschiede in den Regeln und statt 18 Skills habe ich 6 Approaches. Aber das ist alles. Kann man so auch mit Fate Core spielen.
« Letzte Änderung: 11.04.2015 | 16:24 von Murder-of-Crows »
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Offline Chruschtschow

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #13 am: 11.04.2015 | 16:38 »
In dem Zusammhang noch ein Blogeintrag von Fred Hicks, der im Prinzip zum Unterschied von FC und FAE das gleiche wie Murder sagt, wenn auch mit mehr Worten.
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Offline Bluecaspar

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #14 am: 22.04.2017 | 12:16 »
Da sage ich "Bullshit". Wenn der Charakter nicht merklich besser wird, dann brauche ich ein System gar nicht zu spielen. Ich mag Rollenspiel sehr gerne, aber systemisch möchte ich bitte belohnt werden, in dem auch meine Werte steigen. Und klar: +1 ist ziemlich viel bei FAE. Ich würde dazu tendieren, die Milestones zu vertauschen: beim Significant Milestone gibt es ein Refresh/Stunt und beim Major Milestone ein +1 auf einen Approach. Und u.U. würde ich beim Significant Milestone sogar sagen: wenn der Refresh nicht kleiner als 3 ist, muss ein Stunt gewählt werden.

Na, da hat wohl jemand wieder die einzige und wahre Meinung gepachtet.


Mir ist Charakterentwicklung in Spielwerten auch so ziemlich egal. Mal ehrlich, je stärker mein Charakter wird, um so Stärker müssen dann auch die Gegner werden. Wo ist also dann noch der Unterschied. Klar, wenn ich mich hocharbeiten will, um irgendwann den fiesen Oberbösewicht zu besiegen, dann macht das Sinn. Auch wenn ich nicht immer die gleichen Gegner vermöbeln will. An sich reizen mich aber eigentlich nur besondere Wendungen in der Handlung. Und warum nicht einfach schon gleich eine kompetente Figur spielen, die in diese Handlung perfekt reinpasst. Kurzfristige Änderungen ergeben sich eh eher im Charakter und dafür sind Aspekte genau das richtige um diese abzubilden. Das ist aber einfach nur meine Meinung und mein Spielstil der mir gefällt. Fate ist nicht das einzige und wahre Spielsystem. Es verfolgt jedoch einen ganz bestimmten Spielstil. Der gefällt dann oder er gefällt nicht. Aber naja, es ist wohl auch so, dass für manche immer nur eines den Status das einzige und wahre bekommen kann.

Offline nobody@home

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #15 am: 22.04.2017 | 16:42 »
Mein Haupt"problem" mit der Wertesteigerung bei Turbo-Fate ist schlicht, daß einen im Prinzip nichts davon abhält, nach den ersten zwei Abenteuern schon den beste Methoden-Slot (egal, welche Methode da nun gerade aktuell drinsteckt -- kann sich ja theoretisch bei jedem kleinen Meilenstein ändern) von seinem Guten (+3) Startwert auf das Maximum von Hervorragend (+5) gehievt zu haben. Heißt natürlich, daß sich für die anderen fünf nichts geändert hat, aber es steigert schon den Kontrast ganz schön und fühlt sich auch rein subjektiv einfach ein bißchen sehr schnell an.

Andererseits kann man natürlich auch bei nur insgesamt sechs steigerbaren Werten nicht besonders gut mit komplexen Pyramiden oder Säulen herumhantieren, und grundsätzlich will ich persönlich auch immer noch gerne mal Charaktere verbessern dürfen. Eine Idee, die mir dazu gekommen ist, wäre die, daß während der Steigerung schlicht die "Kette" nicht reißen, d.h. zwischen besetzten Rängen keine Lücke entstehen darf...das würde Weiterentwicklung nach wie vor erlauben und lediglich das potentielle anfängliche Losrennen in Richtung absolute Spitze etwas bremsen.

Zur generellen Einstufung: klar kann man sowohl mit Core als auch mit Turbo Kampagnen bestreiten (wobei ich stillschweigend ein bißchen voraussetze, daß die meisten Fate-Kampagnen ohnehin keine jahrzehntelangen Endlosaffären sein sollen), wobei die Core-Kampagnen dann halt mit etwas feinkörnigerem Detail glänzen können, wenn man das so möchte, während die Turbo-Kampagnen vielleicht eher etwas cartoonhaft gestrickt sind (was gegebenenfalls auch seine Vorteile hat). Zum schnellen Starten eignet sich Turbo mMn etwas besser, aber das heißt dann nicht unbedingt automatisch auch, daß ihm deswegen auf längeren Strecken die Puste schneller ausgehen muß.

Offline Wisdom-of-Wombats

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Re: Wie ordnet ihr Turbo-Fate ein?
« Antwort #16 am: 22.04.2017 | 16:56 »
Mein Haupt"problem" mit der Wertesteigerung bei Turbo-Fate ist schlicht, daß einen im Prinzip nichts davon abhält, nach den ersten zwei Abenteuern schon den beste Methoden-Slot (egal, welche Methode da nun gerade aktuell drinsteckt -- kann sich ja theoretisch bei jedem kleinen Meilenstein ändern) von seinem Guten (+3) Startwert auf das Maximum von Hervorragend (+5) gehievt zu haben.

Das kann ich voll nachvollziehen. Deswegen ja mein Vorschlag, den bedeutenden und großen Meilenstein zu tausch: beim bedeutenden Meilenstein gibt es +1 Refresh und beim großen Meilenstein +1 Methode. Insgesamt sind Turbo Fate Kampagnen aber auch kurz und knackig. Bisher habe ich selten länger als ein Dutzend Sitzungen damit gespielt.
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