Autor Thema: [Ubiquity] Stärken und Schwächen  (Gelesen 3558 mal)

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Offline Ludovico

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[Ubiquity] Stärken und Schwächen
« am: 11.10.2015 | 13:05 »
Mittlerweile hat das System ja auch ein paar Jahre auf dem Buckel, wobei es im Gegensatz zu anderen Spielen bislang keine zweite Edition gibt (z.B. HEX 2.0).

Da stellt sich mir die Frage, wie gut sich das System gehalten hat, insbesondere im Vergleich zu RPGs, die ähnliche Segmente bedienen und neu sind oder immer weiterentwickelt wurden (wie FATE und SW). Welche Stärken und Schwächen kann Ubiquity in der heutigen Zeit vorweisen?

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #1 am: 11.10.2015 | 13:36 »
Zu den Schwächen würd ich zählen, dass das Poolsystem nicht so gut skaliert und man schwer längere Kampagnen spielen kann, wenn die Spieler regelmäßig was steigern können sollen. Zudem können Spezialisten zu leicht nur ihr ein Ding hochpushen, und sind dann konkurrenzlos gut. Für kurze und mittlere Sachen aber derzeit das Pulp-System meiner Wahl.
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Offline Weltengeist

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #2 am: 11.10.2015 | 14:13 »
Sehe ich ganz ähnlich: Perfekt für kurze und mittellange Pulp-Runden, nicht mehr ganz so toll für längere Kampagnen oder Runde mit hohem Ernsthaftigkeitsfaktor.

Stärken:
- Schnelle und trotzdem hinreichend detaillierte Charaktererschaffung
- Kompakte Regeln, sind schnell erklärt und gelernt
- Spielt sich sehr flüssig; Regeln stehen dem Spiel nicht im Weg, Kämpfe gehen schnell und sind trotzdem vielseitig
- Es gibt kleine "Indie-Mechanismen" (Spieleffekt von Schwächen, Fakten schaffen etc.); die aber weit weniger allgegenwärtig sind als z.B. bei Fate und meinem Spielstil eher entgegenkommen.
- Pulp-Feeling; es ist immer was los (und zwar gerne auch etwas mehr). Sehr gut geeignet für den Slightly-larger-than-life-Stil, den ich bei Oneshots und kurzen Kampagnen bevorzuge.

Schwächen:
- Für längere Kampagnen würde ich Ubiquity eher nicht verwenden. Zum einen weil ich dafür dann doch detailliertere Charaktere mag, zum anderen wegen des von Mentor schon erwähnten Powerniveaus.
- Es gibt immer noch keinen 08/15-Fantasy oder 08/15-SciFi-Ableger... ;)
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eldaen

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #3 am: 11.10.2015 | 15:21 »
Mittlerweile hat das System ja auch ein paar Jahre auf dem Buckel, wobei es im Gegensatz zu anderen Spielen bislang keine zweite Edition gibt (z.B. HEX 2.0).

Das ist so nur bedingt richtig - zumindest auf absehbare Zeit. ;)

Ansonsten spiele ich es in einer fortlaufenden Kampagne seit 2010 - es geht also schon. Wenn man allerdings eher spielt um Charaktere hochzuspielen, ist man mit Systemen, die inem regelmäßiger "einen Fisch zuwerfen" (und einen Charakter dafür dafür allgemein künstlich schwächer machen) wie EotE besser bedient. Ernsthaft kann man es gerade mit den Zusatzregeln zu Horror und Sanity (z. B. im "Frozen City of Terror" Abenteuer oder in TAG's "Globetrotter's Guide to Gothic Horror") sehr gut und durchaus auch als Alternative zu WoD spielen - nimmt sich weder von der Ernsthaftigkeit der Regeln noch von der Geinstufigkeit etwas.

Was mich daran so überzeugt ist:

+ Eingängigkeit
+ Flexibilität

Flexibilität bedeutet, dass man den Mechanismus an jeder Stellen "aufmachen" kann, und Dinge Modifizieren, ohne dass das System an anderen Stellen geändert werden müsste.

Offline Rumpel

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #4 am: 11.10.2015 | 16:51 »
Etwas OT, aber da hier gerade der Thread steht und ich Kompetenz vermute:

Ich lese gerade den Space 1889 Quickstarter und lese unter "Bewaffnung" folgendes:

Zitat
Unter dem Eintrag Größe ist eine Modifi -
kation auf die Kampffertigkeit genannt, die aus der Größe des
Charakters resultiert: Liegt sie über 0, dann sinkt die Kampffertigkeit,
während ein negativer Wert einen Zuschlag auf die
Kampffertigkeit mit sich bringt.

Kann mir jemand erklären, was damit gemeint ist? Haben Waffen in Ubiqity einen Größe-Wert, dessen Auswirkungen für kleine Charaktere positiv und für große negativ ist?
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Offline Ludovico

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #5 am: 11.10.2015 | 18:24 »
Mach doch dafuer einen Thread auf. Da poste ich gerne eine Antwort.

eldaen

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #6 am: 12.10.2015 | 07:32 »
Hab grad aus gegebenem Anlass einen Ubiquity Regelfragen Sammelthread angelegt:

http://www.tanelorn.net/index.php?topic=95778.msg134309312#msg134309312

Deine Frage war die erste. :) Bitte lass mich wissen, ob die Erklärung so verständlich ist.

Offline Althalus

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #7 am: 12.10.2015 | 07:33 »
Zitat
nicht mehr ganz so toll für längere Kampagnen oder Runde mit hohem Ernsthaftigkeitsfaktor.
Kann ich mich nicht anschließen. Vergleicht man z.B. den 08/15-D&D-Helden ab Stufe 10 mit einem UBI-Char, dann sieht letzterer insbesondere im Kampf immer noch deutlich schlechter aus. Gerade bei Desolation hab ich eher das Gefühl, dass die Chars ziemlich klein gehalten werden sollen, was frustrieren kann. Bei Space 1889 ist es nicht ganz so schlimm, da bringen eher die INT-Monster die Sache aus dem Gleichgewicht.
Bei AfO hab ich eine Kampagne über ca. 2 Jahre Realzeit geleitet und auch gar nicht mit XP gegeizt. Am Ende waren die Helden zwar deutlich über "Reallevel" aber nicht übermächtig - ein Sniper mit Muskete und es brach Hektik aus, um den Kameraden zu retten. Natürlich konnte die Gruppe es mit einem ganzen Saal voller Vampire aufnehmen - aber hey, das kann Van Helsing auch ...  ;)

@Ernsthaftigkeit: Style-Points raus und das Ganze wird grim'n'gritty.
Zitat
dass das Poolsystem nicht so gut skaliert
Ganz ehrlich: Interessiert bei uns keinen. Die Würfelproben halten sich in meiner Praxis aufgrund von "Durchschnitt nehmen" eh im Minimalbereich auf - und entsprechend wird meistens nur dann gewürfelt, wenn man sich mehr Erfolge erhofft und das Risiko in Kauf nimmt, doch weniger zu haben.
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eldaen

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #8 am: 12.10.2015 | 07:34 »
+1  :d

Und das mit dem Durchschnitt nehmen können, und die Existenz und einfache Skalierbarkeit und Anwendung von Stilpunkten, macht aus Ubiquity ein deutlich erzählerisches Rollenspiel, als Fate etc., weil mehr Fokus auf der Geschichte und weniger auf den Regeln oder einer Metadiskussion bleibt.
« Letzte Änderung: 12.10.2015 | 07:39 von HEXer »

Offline LushWoods

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #9 am: 12.10.2015 | 08:12 »
Was mir persönlich sehr gut gefällt und von meinen Spielern oft und gerne genutzt wurde ist die Tatsache das Spieler den anderen Spielern Style-Punkte zuspielen können. Das hat sich in anfeuernden Zurufen, Waffen zuwerfen oder ähnlichem geäußert und super zu HEX gepasst.
Für mich is es eine wirklich gelungene Mischung aus Savage Worlds und FATE und eliminiert dabei einige Kritikpunkte die ich an den beiden anderen Systemen habe.

Wie ich schon mal irgendwo anders geschrieben habe:
Negativ sehe ich das große und anfixenden Angebot an Talenten und die Tatsache das diese gleichzeitig relativ teuer daherkommen.
Zugleich sind die Nachteile für die man sich wieder Talente rauslassen kann stellenweise wirklich krass einschneidend.
Werden wir wieder eine Ubiquity Runde angehen werde ich das wahrscheinlich irgendwie lockern.

Edit: Noch sehr posiriv zu erwähnen wäre das wirklich gelungene "offene" Magiesystem von Desolation. Sollte es mal ein einen Fantasybaukasten geben, sollte das unbedingt implementiert werden.
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Offline Rumpel

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #10 am: 15.10.2015 | 13:42 »
Okay, ich schreite langsam in der Lektüre fort und stelle einfach weiter Fragen zu Systemelementen:

Für ein eigentlich recht grobkörniges System kommt mir die Kampfmanöverliste, wie ich sie in Space: 1889 finde, ziemlich lang vor. Ich hätte da z.B. mit einer Option für "Defensiv kämpfen" gerechnet, stattdessen finde ich Ausweichen, Parade und volle Abwehr, die anscheinend alle ähnlich, aber doch etwas anders funktionieren ... hat das einen speziellen Sinn? Nutzt man die Sachen im Spiel dann meistens sowieso nicht? Funktionieren sie so gleich, dass man sich beim Charakterkonzept faktisch auf eine Option festlegt und dann eh nur die nutzt, weil die anderen nicht sinnvoll sind?
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Offline Althalus

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #11 am: 15.10.2015 | 14:04 »
Ausweichen ist gegen Fernangriffe, Volle Abwehr gegen Nahkampf und Parade ersetzt bei der Abwehr DEX als aktive Verteidigung durch den Nahkampf-Wert.
Alles unterschiedlich, alles schon verwendet.
Parade wird insbesonder mit dem gleichnamigen Talent sehr nützlich - Standardtalent unter Musketieren bei AfO (oder gleich Riposte). Auch Ausweichen wird mit dem entsprechenden Talent ziemlich übel (man laufe gegen 25 Musketenschützen Sturm, verbrate eine Menge Stilpunkte und komme ohne Kratzer an ...).

Überhaupt sind die Manöver mit den Talenten verknüpft. Geht alles ohne, aber so richtig toll wird's mit dem Talent dazu.

Bei Space hat halt dafür fast jeder Char Universalist ...
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Offline Rumpel

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #12 am: 15.10.2015 | 14:14 »
Mich interessiert vor allen Dingen, ob man am Ende tendenziell den Überblick über diese ganzen Kampfoptionen bewahren muss, oder ob man sich seine Kombo bastelt, mit der man dann in 90% der Situationen auskommt. Wenn Spieler auf die Liste mit Manöveroptionen starren und sich zu entscheiden versuchen, kann das halt schon ziemlich lähmend sein ...
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Offline Orok

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #13 am: 15.10.2015 | 14:23 »
Kurz: Ja
Lang: Sie machen zwar ähnliches, die Unterschiede sind aber sehr gravierend, gerade wenn das ganze mit den entsprechenden Talenten gepuscht wird.
Ausweichen: Nur gegen Fernkampf, kein Angriff, Sportlichkeit statt Abwehr
volle Abwehr: Kein Angriff, dafür Abwehr +4
Parade: Nur Nahkampf, Nahkampfwurf statt Abwehr, per zusätzlichem Talent behältst du dann den Angriff

*edit: Die gebastelte Kombi reicht mMn fast immer.
« Letzte Änderung: 15.10.2015 | 14:25 von Orok »
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Offline Rumpel

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #14 am: 15.10.2015 | 15:00 »
@Orok:
Danke, das klingt doch vernünftig! Man hat also ein bisschen Material, um sich seinen Spezialstil zu basteln, muss aber nicht in jeder Kampfrunde neu abwägen, wie man jetzt angreift.

Nächste Frage:
Ich bin ja ein großer Freund von Sachen in Richtung GM-Intrusions aus Numenera/Aspekte der Spieler reizen bei Fate - also irgendwelche Sachen, die es der SL erlauben, die Spieler mit einem Punkt dafür zu "entschädigen", dass er jetzt eine fiese neue Komplikation aus dem Hut zaubert ("Gerade hast du den Wachtposten überzeugt, dass du der Baron bist, da kommt am anderen Ende der Straße der Leibdiener des Barons um die Ecke! Noch hat er dich nicht gesehen ..."). Beim Querlesen des Regelteils habe ich jetzt erst einmal nichts in der Art gefunden - aber ließe sich so was vielleicht einfach über die Vergabe zusätzlicher Stilpunkte lösen? Oder würde man was am System durcheinanderbringen, wenn man eine weitere Stilpunkte-Quelle einbringt?
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Offline Orok

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #15 am: 15.10.2015 | 15:12 »
Kann man sicherlich machen ohne das System zu schrotten. Schließlich werden so ja auch eher Stilpunkte verbraucht. Habe ich so allerdings noch nie gemacht. Ubiquity kennt ja nur die gegenteilige Funktion, Spieler die sich per Stilpunkten positive Ereignisse und Umstände kaufen ("Ich gebe einen Stilpunkt dafür aus, das der überwältigte Wachmann auf der Rückseite der Magnetkarte auch den Pincode notiert hat").
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Offline Weltengeist

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #16 am: 15.10.2015 | 15:24 »
Ich bin ja ein großer Freund von Sachen in Richtung GM-Intrusions aus Numenera/Aspekte der Spieler reizen bei Fate - also irgendwelche Sachen, die es der SL erlauben, die Spieler mit einem Punkt dafür zu "entschädigen", dass er jetzt eine fiese neue Komplikation aus dem Hut zaubert ("Gerade hast du den Wachtposten überzeugt, dass du der Baron bist, da kommt am anderen Ende der Straße der Leibdiener des Barons um die Ecke! Noch hat er dich nicht gesehen ...").

Seit wann muss der SpL die Spieler dafür entschädigen, wenn er ihnen Steine in den Weg wirft? Ich dachte, das wäre ein ganz normaler Teil des Jobs und nichts, wofür man sich entschuldigen muss?

Für die beschriebene Situation würde bei mir auch bei Fate niemand einen Fatepunkt kriegen. Die sind nach meinem Verständnis eher dafür da, den Spieler dafür zu entschädigen, dass ich in sein Erzählrecht eingreife oder dass er sich selbst Steine in den Weg wirft...

P.S.: Wenn Rumpel auf diese Frage antwortet, hat er 4000 Postings... ;)
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eldaen

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #17 am: 15.10.2015 | 15:33 »
Also ich mache das sehr häufig, dass ich, wenn ich eine coole Idee habe (reicht ja, wenn ICH sie cool finde,nech?), buchstäblich mit einem Stilpunkt in der Luft rumzufuchteln und vorzuschlagen, dass jetzt rgendwas negatives passieren könnte oder dass der SC etwas anderes macht, als die vernünftige/optimale Handlung. Am liebsten mache ich das mit Bezug auf Nachteile oder sonstige auf den entsprechenen Charakter bezogenen Aspekte.

Das Schöne ist dabei für mich bei Ubiquity, dass ich mir nicht einen hochtheoretisch-abstrakten Kopp machen muss, welche Facette eines Aspektes ich jetzt wie reize/ausnutze/..., sondern einfach ne Idee in den Raum schmeiße, und der Spieler sagt Ja oder Nein. Stilpunkt weder - Kopp nicken - weiter.

Und es ist schon cool, wenn man mal wieder eine gaaanz offensichtliche Pulp-Deathtrap aufzieht, den Gummipunkt wedelt und der Spieler  mit einem hämischen Grinsen seinen Char in die Deathtrap latschen lässt, und schon plant, wie er es mir mit Unterstüützung des Gummipunktes später so richtig heimzahlen wird... Ich steh auf so'n Sch...ß! :)

Ich lasse aber auch gerne zu, wenn spieler einen Stilunkt ausgeben wollen, um einen Fakt in der Welt oder der Situation zu schaffen. Wenn das Beschriebene sowieso existiert oder logisch wäre, kostet das natürlich keinen Stilpunkt, aber wenn es fraglich oder unwahrscheinlich ist schon.

Lief bislang immer sehr gut. :) Also da solltest du eigentlich auf deine Kosten kommen, Rumpel.

Danke übrigens für die Auflistung der Paradeoptionen, Althalus! Ich hatte da doch tatsächlich was nicht so ganz richtig gelesen...

« Letzte Änderung: 15.10.2015 | 15:37 von HEXer »

Offline Rumpel

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #18 am: 15.10.2015 | 16:16 »
Seit wann muss der SpL die Spieler dafür entschädigen, wenn er ihnen Steine in den Weg wirft? Ich dachte, das wäre ein ganz normaler Teil des Jobs und nichts, wofür man sich entschuldigen muss?


Jetzt hat Hexer es schon so gut erklärt ... aber ich will trotzdem meinen 4000. Post.

Bei Numenera habe ich das halt sehr zu schätzen gelernt - ich entschädige ja eigentlich nicht die Spieler für Schwierigkeiten (klar, die wollen sie sowieso), sondern ich schlage ihnen vor, dass ihren SC jetzt genau was Doofes passiert, sie dafür aber auch ein Mittel bekommen, es wieder rauszureißen ...

Unterm Strich macht mir die Geste des "Ich werfe euch jetzt einen Stein ins Getriebe, aber das wollt ihr doch auch!" mit solchen Gummipunkt-Belohnungen einfach mehr Spaß.
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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #19 am: 15.10.2015 | 16:24 »
Ist das nicht normal im System vorgesehen durch Motivations und Flaws?

Offline Weltengeist

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #20 am: 15.10.2015 | 16:29 »
Jetzt hat Hexer es schon so gut erklärt ... aber ich will trotzdem meinen 4000. Post.

Das was der HEXer erklärt hat, ist in der Tat der Mechanismus wie in Fate. Der entscheidende Unterschied ist, dass er den Spieler auffordert, selbst etwas Dummes zu tun. Das ist etwas ganz anderes als die von dir geschilderte Situation, in der einfach nur etwas passiert, was den SC nicht in den Kram passt. Das tut es ja in Abenteuern eigentlich ständig, sonst wären es ja keine Abenteuer. Ich würde jetzt bestimmt nicht anfangen wollen, den Spielern jedesmal Gummipunkte zu geben, wenn die Welt gerade mal nicht nett zu ihnen ist.
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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #21 am: 15.10.2015 | 16:40 »
Ich würde jetzt bestimmt nicht anfangen wollen, den Spielern jedesmal Gummipunkte zu geben, wenn die Welt gerade mal nicht nett zu ihnen ist.

Das nicht - aber es eignet sich halt schon, um ganz willkürlich Zusatzkomplikationen reinzuwerfen und dabei ein bisschen den Willkür-Beigeschmack rauszunehmen. Beispiel: "Dein Handy hat keinen Empfang." Wenn ich das als SL einfach so reinwerfe, kommt das vielleicht schon mal als Gängelung rüber. Wenn es für solche Fälle einen verbindlichen Mechanismus gibt, gefällt mir das besser.

Dabei gefällt es mir bei Fate auch gar nicht so, dass das Reizen immer an Aspekte geknüpft ist - das ist mir schon zu viel Verwaltung für mich als SL. Da gefallen mir die Numenera-Intrusions halt besser, wo ich auch so was wie das Handy ohne Empfang zum Gummipunkt-Lieferanten werden lassen kann.

Außerdem sind in dieser Weise verwendete Gummipunkte auch toll, um Monster-Spezialangriffe zu triggern. Kein "Kann alle 3 Runden seinen Feuerordem einsetzen", und dann sitzt man da als SL und zählt Runden, sondern "setzt seinen Feuerordem ein, wenn die SL dem betroffenen SC dafür einen Gummipunkt rüberreicht".

(Ich habe diese Diskussion allerdings auch mehrmals in Numenera-Strängen geführt und den Eindruck, dass dieser Mechanismus irgendwie immer falsch verstanden wird, wenn man ihn nicht in der Praxis einsetzt. "Wie, jetzt brauche ich plötzlich Punkte, um den SC das Leben schwer zu machen?" - Nee, das ist es nicht, sondern: "Jetzt darf ich den SC dafür, dass ich ihnen das Leben extra-schwer mache, Punkte geben.")

Wie gesagt, wenn sich das mit Ubiquty leicht einfädeln lässt, wie Hexer beschreibt, finde ich das sehr schön!
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eldaen

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #22 am: 15.10.2015 | 16:49 »
Mir is bislang noch nix untergekommen, was sich in Ubiquity nicht einfach einführen ließe...

Bin gespnnt darauf, wenn du das Regelwerk durch hast - viellecht haben wir dann ja einen ersten Konvertiten... ;)

Welches liest du eigentlich? Space 1889?

Offline Rumpel

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Re: [Ubiquity] Stärken und Schwächen
« Antwort #23 am: 15.10.2015 | 19:13 »

Bin gespnnt darauf, wenn du das Regelwerk durch hast - viellecht haben wir dann ja einen ersten Konvertiten... ;)

Welches liest du eigentlich? Space 1889?

Ja, ich lese Space 1889. Hatte Ubiquity auch schon lange auf dem Schirm, aber irgendwie hat mich bisher keines der Settings so richtig angesprochen ... Space 1889 halt noch am ehesten, und wenn korki eine Aventurien-Konversion macht, wäre das auch was für mich.
Ohne die vielen Threads wäre ich aber auch nicht drauf gekommen, mir das noch mal näher anzusehen!
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