Autor Thema: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen  (Gelesen 5174 mal)

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Offline aikar

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Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« am: 12.01.2016 | 09:38 »
Ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass bei Diskussionen um und über Traveller oft Halbwissen, Gerüchte und Verwechslungen zwischen Traveller-Versionen eine Rolle spielen.
Ich möchte im Folgenden mal mit ein dieser paar Punkten aufräumen, vor allem um Neueinsteigern einen klaren Blick auf das aktuelle Traveller zu bieten.
Ich stehe auch gerne für weitere Fragen zur Verfügung.

Traveller ist ein Science-Fiction-Rollenspiel
Richtig. Traveller konzentriert sich im Gegensatz zu vielen anderen "Science Fiction"-Systemen tatsächlich auch darauf. Es gibt zwar optionale Regeln zur Psionik. Magie undd Dämonen sucht man aber vergeblich. Damit ist Traveller das perfekte System für jeden, der Science Fiction in Reinkultur erleben will.
Dabei liegt der Fokus von Traveller auf Weltraumabenteuern mit menschlichen oder menschenähnlichen Protagonisten und unterscheidet sich damit von transhumanistischen Settings.

Traveller ist ein uralter Rollenspiel-Dinosaurier
Größtenteils falsch. Traveller ist eines der ältesten Rollenspielsysteme, hat aber genauso wie z.B. D&D, DSA, Shadowrun oder Midgard verschiedene Versionen durchlaufen und sich immer wieder erneuert. Die aktuelle deutsche Version basiert auf Mongoose-Traveller, die seit 2008 erscheint.
Im Netz werden leider oft verschiedene Traveller-Versionen verwechselt, so hat z.B. das deutlich ältere Mega-Traveller (1986–1991) immer noch begeisterte Anhänger.

Das deutsche Traveller von 13 Mann ist eine veraltete Version
Teilweise richtig. Das deutsche Traveller basiert auf der aktuellen Version von Mongoose. Mongoose hat eine neue Version in Arbeit. Von dieser ist aber bis jetzt nur das Grundregelwerk verfügbar (und das nur in einem
Beta-Stadium) und es wird wohl noch Jahre dauern, bis das neue Mongoose-Traveller so gut unterstützt wird wie das aktuelle.
Die Unterschiede sind außerdem eher gering (Eher wie von DSA4 zu 4.1 als von D&D4 zu D&D5)

Das Regelsystem von Traveller ist altmodisch und komplex
Falsch. Mongoose/13 Mann-Traveller ist im Gegenteil sogar ein sehr schlankes System, etwa auf dem Komplexitätsgrad von Savage Worlds oder Splittermond und in eingen Bereichen sogar deutlich einfacher. Auf jeden Fall ist es um ein vielfaches weniger komplex als z.B. Shadowrun oder DSA.
Einen Gutteil des Grundregelwerkes machen nicht Regeln, sondern Zufalls-Tabellen aus (Siehe dazu den folgenden Eintrag).
Es gibt zwar zusätzliche Regeln in den Erweiterungsbänden, diese sind aber völlig optional und man kann auch nur mit dem Grundregelwerk gut spielen. Im Normalfall wird außerdem selten mehr als ein Erweiterungsband (abhängig vom Stil der Kampagne) auf einmal zum Einsatz kommen.

Bei Traveller muss man ständig auf irgendwelchen Tabellen würfeln
Größtenteils falsch. Traveller hat zwar viele Tabellen, aber im Gegensatz zu z.B. Anima sind die Tabellen von Traveller nicht Teil des eigentlichen Regelsystems und werden im normalen Spielverlauf nicht benötigt.
Traveller bietet aber Unmengen an Zufallstabellen um Auftraggeber, Tierarten und ganze Welten zu erschaffen und ist damit eine große Werkzeugkiste für die Sandbox der Gruppe.

Traveller ist nur für Space-Operas zu gebrauchen
Falsch. Traveller geht von einem Universum mit Welten verschiedenster Technologiegrade von Steinzeit bis absoluter Hightech aus und bietet dafür alle notwendigen Regeln und Ausrüstung an.
Es ist also problemlos möglich mit Traveller Cyberpunk, einen Gegenwarts-Thriller oder sogar ein mittelalterliches oder antikes Setting zu bespielen.

Traveller ist tödlich
Richtig. Traveller ist (zumindest ohne Anpassungen) kein Hollywood-Actionkracher-System, sondern bietet realistische Gefahren. Wenn etwas in der Realität eine schlechte Idee ist, ist es meist auch in Traveller eine schlechte Idee.
Wenn man sich auf einen Kampf einlässt ist eine Schutzausrüstung nicht nur ein netter Bonus, sondern macht den Unterschied zwischen Überleben und Tod aus.
Das führt dazu, dass Kämpfe bei Traveller nicht Hauptthema, sondern üblicherweise die letzte Option sind. Diplomatie und Einfallsreichtum sind gefragt.

Bei Traveller muss man seine Charaktere zufällig auswürfeln
Falsch. Mongoose/13 Mann-Traveller bietet auch ein Punktekaufsystem an.
Traveller bietet aber ein Lebenspfad-System zur zufälligen Charaktererstellung und die meisten Spieler benutzen dieses. Dieses System ist dabei aber nicht nur wie bei vielen anderen Systemen ein zufälliges Auswürfeln von Werten, sondern ein Ermitteln von Lebensereignissen, Erfolgen in einer Karriere, Begegnungen in der Vergangenheit u.Ä., die den Charakter prägen.
Damit ist die Lebenspfad-Charaktergenerierung schon ein Spiel für sich (und ich habe mit Freunden schon ganze unterhaltsame Abende damit verbracht, einfach unterhaltsame Charaktere auszuwürfeln) und bietet Charakterinspirationen, auf die man selbst oft gar nicht gekommen wäre. Ich würde jedem Rollenspieler raten, mal einen Traveller-Charakter nach dem Lebenspfad-System auszuwürfeln, ob man ihn dann für die Kampagne benutzt oder nicht (und doch zum Punktekaufsystem greift).
Auch für Spielleiter kann das Lebenspfadsystem interessant sein, um NSCs zu erschaffen.
Ein Tipp: Es ist problemlos möglich, die im Lebenspfad erwürfelten Werte-Boni als Kaufoption anstatt als direkten Bonus zu sehen und dann basierend auf diesen Kaufoptionen und dem Punktekaufsystem einen Charakter zu erschaffen, der die Balance des Punktesystems und den reichhaltigen Hintergrund des Lebenspfad-Systems vereint.

Bei Traveller kann man schon bei der Charaktererschaffung sterben
Größtenteils falsch. Das war in früheren Versionen von Traveller möglich, in der Mongoose/13 Mann-Version aber im Normalfall nicht.
Die einzige Option, das wirklich zu erreichen ist, das ganze Leben eines Charakters bis zu seinem Tod durch Altersschwäche auszuwürfeln (was möglich ist). Im Normalfall wird man aber in einem gesunden Alter abbrechen und den Charakter ins eigentliche Rollenspiel überführen.

Traveller ist ein Sandbox-Spiel
Richtig. Es gibt von Traveller (noch) nur relativ wenige vorgefertigte Abenteuer, aber dafür sehr viel Unterstützung für freies Sandbox-Spiel.
Das 3. Imperium, das verbreitetste Traveller-Setting, bietet sehr viel Freiraum. Traveller ist aber nicht daran gebunden, sondern unterstützt explizit auch die Schaffung eines eigenen Settings.

Bei Traveller spielt man nur Händler
Falsch. Traveller bietet auf Wunsch ein sehr mächtiges Handelssystem an, Traveller-Kampagnen können aber verschiedenste Form annehmen. Missionen von Soldaten und Söldner, Aufträge von Geheimagenten, Raubzüge von Schmugglern und Piraten, Raumflotte-Expeditionen und vieles mehr können problemlos gespielt werden.

Bei Traveller werden Charaktere nur sehr langsam besser
Teilweise richtig. Traveller hat keine Steigerung über Erfahrungspunkte, sondern Charaktere lernen realistisch langsam mit der Zeit.
Charaktere können ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten aber sehr stark durch Ausrüstung verbessern, was ein gewisser Ersatz für die schnelle Charakterentwicklung anderer Systeme ist.
Wer es lieber klassisch mag, kann auch problemlos auf Basis der punktebasierten Charaktergenerierung Erfahrungspunkte vergeben.

Offline munchkin

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #1 am: 12.01.2016 | 11:51 »
Bei Traveller muss man seine Charaktere zufällig auswürfeln

Man darf diese Lebenspfade nicht als oberstes Gesetz sehen, sie sind ein Hilfsmittel. Bei uns ist die Charaktererschaffung bereits die erste Spielsession und die Charaktere müssen auch bereits Proben auf vorhandene Fertgikeiten machen.

Da kann natürlich auch mal was nicht so perfekt funktionieren.

Offline Hotzenplot

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #2 am: 12.01.2016 | 12:12 »
Danke, aikar, sehr aufschlussreich.  :d :headbang:
ehrenamtlicher Dienstleistungsrollenspieler

Mein größenwahnsinniges Projekt - Eine DSA-Großkampagne mit einem Haufen alter Abenteuer bis zur Borbaradkampagne:
http://www.tanelorn.net/index.php?topic=91369.msg1896523#msg1896523

Ich habe die G7 in 10 Stunden geleitet! Ich habe Zeugen dafür!

Ich führe meinen Talion von Punin in der Borbaradkampagne im Rollenhörspiel
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Deep_Impact

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #3 am: 12.01.2016 | 12:46 »
Ich finde interessant zu sehen, dass ausgerechnet Traveller 5 viele diese Vorurteile bestätigt: Tabellenwerke en masse, kompliziert, ....

Und genau wie beschrieben, sind die meisten Sachen wirklich Halbwissen und/oder basieren auf den Erfahrungen, die viele von uns gemacht haben, als wir Traveller das erste Mal getroffen haben. Für mich war das das zweite Rollenspiel nach DSA. Es gab halt nicht viel Deutschsprachiges seinerzeit (Mitte / Ende der 80er) .
Und selbst heute ist dieses "Ach, das Rollenspiel in dem man während der Charaktererstellung sterben kann!" noch sehr weit verbreitet.
Das geht nach 13Mann-Traveller nicht mehr.

Das mit der Tabellenwut, entstammt übrigens auch dieser Zeit. Da gab es ganze Bücher (dicke Bücher), nichts anderes enthielten als Tabellen. Glaube schönes Beispiel war ein Atlas des Universiums. Wo halt einfach 10.000 Planeten als Hex-Code drin waren.

Aber alles Geschichte. Traveller kann man gut nach dem Regelwerk spielen, vorallem wenn man eine etwas gereifter Rollenspieler ist, der weiß wo man auch man etwas handwedeln darf.

Ucalegon

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #4 am: 12.01.2016 | 16:45 »
Traveller kann man gut nach dem Regelwerk spielen, vorallem wenn man eine etwas gereifter Rollenspieler ist, der weiß wo man auch man etwas handwedeln darf.

Hast du Beispiele? Nach den Regeln spielen und Handwedeln klingt widersprüchlich. Letztlich sind ja gerade CT/MgT ziemlich oldschoolig-regelleicht, so dass Handwedelei im Sinne von Regeln verbiegen gar nicht notwendig ist. Finde ich.

Deep_Impact

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #5 am: 12.01.2016 | 17:52 »
Handwedeln meint nicht Wilkür, sondern nicht alles nach den Regeln machen. Handel ist ein schönes Thema dazu. Die Travellerregel dazu sind super, aber manchmal geht es mit etwas Rollenspiel und gesundem Menschenverstand viel schneller als nachzublättern und zu würfeln.

Ucalegon

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #6 am: 12.01.2016 | 18:00 »
Handwedeln meint nicht Wilkür, sondern nicht alles nach den Regeln machen. Handel ist ein schönes Thema dazu. Die Travellerregel dazu sind super, aber manchmal geht es mit etwas Rollenspiel und gesundem Menschenverstand viel schneller als nachzublättern und zu würfeln.

 :d

Volle Zustimmung. Gerade bei den ganzen Subsystemen ist weniger auf jeden Fall mehr.

Offline Mr. Ohnesorge

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #7 am: 12.01.2016 | 18:33 »
Cooler Thread!  :d

Halbwissen meiner Rollenspielkollegen: Traveller-Bücher haben so gut wie keine Bilder und sind langweilig geschrieben. Wie schaut's da aus?

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Offline Imion

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #8 am: 12.01.2016 | 18:41 »
Tja bei solchen Fragen kann man eigentlich nur 'Kommt drauf an' antworten, weil man ja nicht weiss welches Traveller vom Fragesteller gemeint ist. Daher mögen dann auch die diversen Vorurteile/Mythen/Missverständnisse herrühren ::).
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Ucalegon

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #9 am: 12.01.2016 | 18:44 »
Tja bei solchen Fragen kann man eigentlich nur 'Kommt drauf an' antworten, weil man ja nicht weiss welches Traveller vom Fragesteller gemeint ist. Daher mögen dann auch die diversen Vorurteile/Mythen/Missverständnisse herrühren ::).

Ich möchte im Folgenden mal mit ein dieser paar Punkten aufräumen, vor allem um Neueinsteigern einen klaren Blick auf das aktuelle Traveller zu bieten.
[...]
Die aktuelle deutsche Version basiert auf Mongoose-Traveller, die seit 2008 erscheint.

Offline mattenwilly

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #10 am: 12.01.2016 | 18:44 »
Mongoose Traveller ist das einzige verfügbare Traveller: Falsch. Legal als PDF gibt es derzeit diverse andere Traveller-Versionen u.a

MegaTraveller (2. Edition, von GDW)
Traveller: The New Era (3. Edition von GDW)
T4 (4. Edition, von Marc Miller)
Traveller T20 (6. Edition, von QLI)
T5 (7. Edition, von Marc Miller)

(Die 6. Edition / Version ist GURPS Traveller)

Alle Traveller-Regelsysteme sind gleich: Falsch.

T20 ist OGL
GURPS:Traveller ist na ja halt GURPS
Traveller: The New Era hat mit Mongoose in den Bereichen Charaktergenerierung, Kampfsystem und Bausysteme NICHTS gemeinsam
MegaTraveller hat mit Mongoose in den Bereichen Kampfsystem und Bausystem NICHTS gemeinsam


Mongoose ist ein Re-Make eines sehr alten Systems: Richtig

Mongoose folgt in vielen Ansätzen "Classic Traveller" mit all seinen Vor- und Nachteilen. Nachteilen wie halt "x verschiedene Bausysteme" und "kein Einheits-Kampfsystem" sowie "Zufällige Charaktergenerierung" (Das Point-Buy ist nicht wirklich gut). Das Regelsystem ist grundlegend "spätes Classic" mit dem damals optionalen "Universal Task Profile" (das in MegaT ab 1986/87 Standard war)

============

Ansonsten KANN man in Mungo-T durchaus bei der CharGen sterben wenn die OFFIZIELLE Alternativ-Regel (Iron Man Rule) verwendet wird. Gilt auch für MegaT nicht aber z.B. für TNE oder GURPS da diese beiden Systeme wenig bzw. keine Zufalls-Chargenkomponenten haben.
Manchmal kommt bei Foren der Punkt wo man einem "Diskussionsteilnehmer" mental mit einem freundliches "Ja, Ja" den Kopf tätscheln und ihn dann ganz leise auf die Ignore-Liste setzen sollte. Die gewonnene Zeit kann man dan mit interessanten Sachen verschwenden. Etwa Staubmäusen beim wachsen zu sehen

Offline Chief Sgt. Bradley

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #11 am: 12.01.2016 | 18:48 »
Super Trööd :d
Vielen Dank für die Mühe bisher und weiter so!
Den Werdegang des Charakters auswürfeln macht so richtig Riesenspaß in einer Gruppe ;D
Ein ständiger Quell an Ideen.
Für die Neuen
"Sir! We are surrounded!" - "Excellent! We can attack in any direction!"
Es gibt drei Arten von Grammatik: korrekt, falsch oder Yoda
Insgesamt hab ich das vorhin einer Bekannten am Telefon beschrieben mit "Guardians of the Galaxy in XXL und geiler!"

Offline Imion

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #12 am: 12.01.2016 | 18:52 »
(...)

Dass die 'neueste' Version die eine deutsche Umsetzung erfahren hat MongTrav1 ist heisst ja nicht automatisch, dass sich alle Fragen/Threads auf ebendiese beziehen. Daher finde ich das immer komisch.
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Ucalegon

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #13 am: 12.01.2016 | 19:16 »
Halbwissen meiner Rollenspielkollegen: Traveller-Bücher haben so gut wie keine Bilder und sind langweilig geschrieben. Wie schaut's da aus?

Mal nur auf das deutsche Grundregelwerk bezogen, ist "so gut wie keine Bilder" etwas übertrieben. Die Bilder sind schwarz-weiß, eher klein und man hat im Durchschnitt wahrscheinlich so alle 2-3 Seiten eins. Das entspricht dem minimalistischen Design von CT. Es gibt allerdings eine limitierte Auflage, die wohl etwas schicker aufgemacht ist. Besitze ich allerdings nicht.

Was das langweilig geschrieben angeht, sollte man berücksichtigen, dass Traveller über weite Strecken eben ein Baukasten ist. Das Grundbuch enthält quasi kein Setting und die Regelerweiterungen auch kaum. Selbst Stars without Number, das seine Erschaffungs-Werkzeuge für meinen Geschmack noch ein wenig lebendiger gestaltet als Traveller, würde ich jetzt nicht als packende Lektüre sehen.  ;)


Offline mattenwilly

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #14 am: 12.01.2016 | 19:31 »
Auch hier gilt "welche Version". Einige haben mehr / bessere  Grafiken als die MungoT/13M Varianten und einen aufgelockerten Text. Das hängt auch damit zusammen das Versionen wie MegaT/TNE/T20 stark bis komplett OTU-spezifisch geschrieben sind. Und es bringt nun mal mehr Leben rein wenn ich statt "generisches 300/500to Nahgeleitschiff mit Abwurftanks" eine "Nahgeleitschiff der Gazelle-Klasse" mit historischer Einbindung in ein Universum habe.

Die besten Grafiken haben wohl T20 und TNE.
Manchmal kommt bei Foren der Punkt wo man einem "Diskussionsteilnehmer" mental mit einem freundliches "Ja, Ja" den Kopf tätscheln und ihn dann ganz leise auf die Ignore-Liste setzen sollte. Die gewonnene Zeit kann man dan mit interessanten Sachen verschwenden. Etwa Staubmäusen beim wachsen zu sehen

Offline Grubentroll

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #15 am: 12.01.2016 | 19:54 »
Ich meine mal so eine Art "Anime Traveller" in einem Rollenspielladen hab liegen sehen.

War das ein Fiebertraum, oder gabs das wirklich?

(Ich selber hab noch Classic Traveller gespielt, und wir hatten nen Heidenspaß dabei. Glaub auch grad weil wir nicht jeden Quark ausgewürfelt haben.)

Deep_Impact

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #16 am: 12.01.2016 | 19:58 »
Meinst du Justifiers von Markus Heitz?

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #17 am: 12.01.2016 | 19:58 »
Danke, aikar, sehr aufschlussreich.  :d :headbang:

Dem möchte ich mich anschließen. :d
"Wenn ich in Unterleuten eins gelernt habe, dann dass jeder Mensch ein eigenes Universum bewohnt, in dem er von morgens bis abends recht hat." (Juli Zeh, Unterleuten)

Spielt derzeit: Das Horn von Hur'Adhaar (Savage Worlds - Eberron)
In Vorbereitung: Die Quelle des Lebens (Savage Worlds - Hollow Earth)

Ucalegon

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #18 am: 12.01.2016 | 20:17 »
Und es bringt nun mal mehr Leben rein wenn ich statt "generisches 300/500to Nahgeleitschiff mit Abwurftanks" eine "Nahgeleitschiff der Gazelle-Klasse" mit historischer Einbindung in ein Universum habe.

Hängt halt davon ab, was man will. MgT/13Mann folgt mit den generischen Schiffen eben dem Vorbild von CT.

Offline munchkin

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #19 am: 12.01.2016 | 20:25 »
Ich denke aikars Analyse bezieht sich auf das deutsche Traveller von 13 Mann.

Bei dem Preis von 45€ für die limited Edition kann es graphisch sicher mit jedem anderen Regelwerk mithalten, vor allem weil es komplett ist (inkl Raumfahrzeug Design, Kreaturen, Weltenerschaffung, Handeln).

Offline mattenwilly

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #20 am: 13.01.2016 | 10:17 »
Hängt halt davon ab, was man will. MgT/13Mann folgt mit den generischen Schiffen eben dem Vorbild von CT.

Selbst da war die Gazelle eine Gazelle (Kauffahrer und Kanonenboote) und hatte mehr Hintergrund als die lieblosen Statblocks bei MungoT
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Ucalegon

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #21 am: 13.01.2016 | 14:26 »
Selbst da war die Gazelle eine Gazelle (Kauffahrer und Kanonenboote) und hatte mehr Hintergrund als die lieblosen Statblocks bei MungoT

Der Hintergrund in CT Traders and Gunboats ist minimal mehr. Mit dem Unterschied, dass die Stats im Fließtext aufgelistet werden statt in einer übersichtlichen Tabelle.

Ich gebe dir Recht, dass eine liebevolle Hintergrundbeschreibung und schöne Illustrationen eine gute Sache sind, aber das ist eben in einem Settingband bzw. einem System mit Setting deutlich sinnvoller hinzukriegen als in einem Baukasten wie CT/MgT, wo man es zwecks Flexibilität irgendwo generisch halten muss.


Offline mattenwilly

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #22 am: 13.01.2016 | 14:35 »
Das Official Traveller Universe (OTU) ist überdetailiert: Falsch

Auf den ersten Blick erscheint es so den jede Welt hat Angaben zu Dingen wie Regierungsform (Gar keine bis Religiöse Diktatur), Justizgrad (Anarchie bis Buttermesser verboten) etc. Aber wenn man genauer hinsieht erkennt man das nicht vorgegeben ist WAS diese Begriffe genau bedeuten. Justizgrad "Alles Verboten" KANN ein Polizeistaat Marke DDR trifft 2015 sein. Oder indoktrinierung der Bevölkerung bis zum Punkt "Wir sind die Polizei, wir sind für Gewalt nicht ausgebildet" (Demolition Man). Religiöse Diktatur bedeutet halt nur das eine Kirche regiert, das kann auch der Vatikanstaat sein. Und so weiter.

Was Traveller erfordert ist ein SL der auch mal "Ausserhalb der Regeln" denkt und nicht immer mit der Standard-Antwort raus kommt.

Auf Planeten mit TL "Mittelalter" gibt es keine HighTech Falsch

Das 3. Imperium (und auch seine Vorgänger) sind nicht die UFP. Statt "Prime Direktive" gibt es hier "kannst du es bezahlen". Das fängt damit an das (fast) jeder imperiale Planet einen offiziellen Raumhafen hat über den die Einheimischen Kontakt mit "da draussen" haben da das Imperium den Zugang zum Raumhafen NICHT sperrt/beschränkt. Und daher gilt ultimativ das selbe was im realen Leben für Saudi-Arabien (TL "Steinzeit") gilt: "Wenn du es bezahlst, wird es geliefert". Es spricht also nichts dagegen das der grosse Pumba von Pluschistan (TL "Bronzezeit") eine teuer importierte TL14 Grav-Sänfte und einen "Sänftenlenker" (Techniker/Fahrer) hat.

Im OTU gibt es keine Roboter Falsch

Es gibt sie. Tonnenweise. Alle drei Original-Editionen (daher von GDW herausgebracht) haben Regeln für ihren Bau und offizielle OTU Beispiele. Was es (fast) nicht gibt sind WICHTIGE Roboter oder INTELLIGENTE Roboter(1). Also kein C3PO sondern "Laderoboter 4711-0815" und "Wachroboter B-UM-88-L71". Und es gibt sie primär in den Kernregionen wo der mittlere TL höher ist, weniger in den Grenzgebieten wo die Spieler zu Hause sind.

(1) Echte KI ist "geht gerade so" (TL15/16) und es gibt einen offiziellen Prototypen (AB-101) Roboter auf diesem Niveau. Raumboote sind auch nicht viel teurer
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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #23 am: 13.01.2016 | 15:00 »
Wollt ihr wohl endlich aufhören? Jetzt habt ihr mich fast soweit, dass ich Traveller nach über 25 Jahren wieder ausgrabe... ~;D
"Wenn ich in Unterleuten eins gelernt habe, dann dass jeder Mensch ein eigenes Universum bewohnt, in dem er von morgens bis abends recht hat." (Juli Zeh, Unterleuten)

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Deep_Impact

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Re: Traveller - Ein Aufräumen mit Vorurteilen
« Antwort #24 am: 13.01.2016 | 15:08 »
Mir wurde er gestern Abend eine Runde angeboten. :)