Autor Thema: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!  (Gelesen 1653 mal)

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Offline Rhylthar

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Ich bin gerade (mal wieder) auf eine gute Dosis Cthulhu aus und habe mit Bookhounds of London begonnen (ich habe es aber noch nicht durch, vielleicht sagt jetzt auch jemand "RTFM!", weil es am Ende noch wirklich erklärt wird).

Beim Einlesen hatte ich sofort Bilder vor meinen Augen:
Johnny Depp in "Die Neun Pforten" bzw. "Der Club Dumas" als Buch, verwinkelte Buchläden, mysteriöse Käufer/Sammler...und dann kam die Schallplatte knirschend zum Stillstand.

Ich bin mir mittlerweile vollkommen im Unklaren, wie eine längerfristige Kampagne einer Gruppe von Spielern aussehen könnte. Die Charaktere sind/sollen ein wenig schwächer sein als bei ToC (kenne die Regeln aber noch nicht wirklich), also was machen sie, wer sind die Gegner und wie sieht die Abwechslung aus?

Hat mich gestern doch grübelnd zurückgelassen; leider wird frühestens morgen abend weitergelesen aufgrund des Super Bowls.
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"Naja, ich halte eher alle FATE-Befürworter für verkappte Chemtrailer, die aufgrund der Kiesowschen Regierung in den 80er/90er Jahren eine Rollenspielverschwörung an allen Ecken wittern und deswegen versuchen, möglichst viele noch rechtzeitig auf den rechten Weg zu bringen."

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #1 am: 7.02.2016 | 17:31 »
"Book of The Smoke" liegt Dir auch vor, nehme ich an?

Ich wäre aber auch gespannt über Berichte von Leuten, die es schon gespielt haben. Ich wäre derzeit Feuer und Flamme dafür, allerdings geht es mir ein wenig wie Dir, die richtigen zündenden Ideen fehlen mir. Im Moment sehe ich es eher geeignet als guten Rahmen für mehrere lose Szenarien, deren Plot nicht aufeinander aufbaut, aber die Strukturen nutzt (Buchshop, NPCs, ...).
Das Buch gibt Beispiele für Szenarien und das o.g. Book of The Smoke lädt ein, sich inspirieren zu lassen, an welche mysteriösen Orte es die SC verschlagen könnte. Die Drives sollten gut gewählt sein.

Bei den Gegner tue ich mich auch schwer. Ich würde auf jeden Fall Purist spielen und die Herausforderungen auf die Gelehrten-Ebene schieben, die sich der Mittel von Dr. Armitage und Dr. Willet bedienen, nicht Sprengstoff und Waffengewalt. Die Gruppenkonstellation ist mE auch recht wichtig, sowohl für das Funktionieren der Strukturen, als auch für potentielle Hooks.

Ich würde auf jeden Fall klein anfangen (Book Shop Credit Rating ~2) und wenig Wissen über Okkultes, in den ersten Sessions können die SC dann ihren Einfluss ausbauen, Zugang zu neuem Wissen erhalten (Megapolisomancy, Tomes ...), was dann wiederum neue Probleme eröffnet, die gelöst werden müssen. Die Armitage Files-Lektüre ist natürlich hilfreich, wenn man viel improvisieren will.

Im Grunde spielen die SC ja genau den Schlag Charaktere, der von Lovecraft & Co. hinreichend beschrieben wurde, an Inspiration fehlt es also eigentlich nicht. Solange die Spieler keine wandelden Cthulhu-Lexika sind,denen man nur noch mit den extravagantesten Ideen kommen kann, und Spaß daran haben sich mit ihren Charakteren durch Bibliotheken zu wühlen und Büchern hinterher zu jagen, denke ich, läuft alles ganz gut. Der Rest ist mE durch gute Stimmung zu gewinnen.

Offline Rhylthar

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #2 am: 7.02.2016 | 19:08 »
Zitat
"Book of The Smoke" liegt Dir auch vor, nehme ich an?
Ja, wie diverse andere Cthulhu London Publikationen.

Mittlerweile bin ich dann auch schon ein Stück weiter, alleine mit der Erkenntnis, dass ich wohl anders "denken" müsste für solche Kampagnen. Einzelteile, die nicht zwingend auf irgendetwas bestimmtes hinauslaufen, sondern in sich abgeschlossen sind, aber natürlich gerne mit wiederkehrenden NSC/Gegnern.

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #3 am: 7.02.2016 | 19:33 »
Ja, so ähnlich sehe ich das auch.

Aber vielleicht taucht ja noch jemand auf, der es tatsächlich gespielt hat. Fände einen Bericht immernoch interessant.  :)


Offline Scimi

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #4 am: 8.02.2016 | 22:42 »
Ich hatte eigentlich immer den Eindruck, dass das Setting mehr Möglichkeiten bietet als die anderen Spielvarianten aus dem Grundbuch. Kultisten verprügeln, vor Ghulen wegrennen und Monster beschwören und bannen kann man überall. Aber während die Gesetzeshüter aus Arkham oder das Kollegium der MU Kopf und Kragen riskieren, um die Menschheit zu retten, sind die Bücherjäger viel egoistischer motiviert.

Ohmeingott, der böse Kult des Roten Herings hat Cthulhus schwarzes Büchlein mit den Telefonnummern aller Großen Alten! Wir müssen in ihr geheimes Hauptquartier eindringen und das Buch vernichten! ...oder es an den noch böseren Bund des Grinsenden Bewahrers verhökern. Oder es selbst benutzen. Oder seitenweise an die okkulte Szene verkloppen und dann finden die Heringe es heraus und um ihr Leben zu retten müssen die Charaktere die ganzen Teile dann wieder zusammenbringen, um eine Fälschung erstellen zu können, die die Heringe zufriedenstellt...
Die Charaktere sind in einer sonderbaren Mittelposition. Sie haben Kunden in den höchsten Kreisen der Oberklasse und Kontakte in der schummrigsten Unterwelt Londons. Sie sind gleichzeitig Gelehrte und gerissene Händler. Sie scheuen vor keinem Verbrechen zurück, um angesehen und respektabel zu werden. Sie stehen zwischen Menschheit und Mythos und spielen beide Seiten gegeneinander aus. Das Risiko ist natürlich enorm, die Chancen gering und der Einsatz sind Geld, geistige Gesundheit und körperliche Gesundheit und der gute Ruf. Wie der Gewinn aussehen könnte, muss jeder Charakter selbst entscheiden. Vielleicht ist es genug, dass er überlebt.

Prinzipiell kann ich mir vorstellen, dass man mit so einer egoistisch motivierten Gruppe jedes Cthulhuabenteuer spielen kann, wo es etwas zu holen gibt. Oder jedes Cthulhuabenteuer so spielen kann, dass es etwas zu holen gibt. Der Ablauf kann halt sehr anders sein als gewohnt und die Charaktere können Entscheidungen theoretisch in jede Richtung treffen. Das gemeinsame Buchgeschäft muss dann dazu dienen, das Ganze etwas zusammenzuhalten, damit die Kampagne nicht völlig chaotisch herumdriftet. Und die Gefahren sollten ziemlich hart sein, damit die Spieler nicht den Eindruck bekommen, dass man Cthulhu "gewinnen" kann, wenn man nur ein ausreichend großer Bastard ist. Dann lieber die Story so drehen, dass die ganz schlauen Spielerentscheidungen die Gruppe später wieder in den Hintern beißen.

Online Ginster

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #5 am: 9.02.2016 | 08:48 »
Danke, Scimi, das beschreibt es ganz gut, auch wenn ich nicht unterschreiben würde, dass es mehr Möglichkeiten bietet. Andere, ja. Dennoch finde ich es nicht leicht, eben gerade durch das doch recht andere Thema, das Ganze in Gang zu bringen und am Leben zu erhalten. Sprich, spannende Situationen entstehen zu lassen, die eben irgendwie anders sind als man das so "gewohnt" ist und das alles auch mittelfristig interessant zu halten. Und das alles eben ohne, dass es stets im üblichen "Kultisten verprügeln, vor Ghulen wegrennen und Monster beschwören und bannen" endet.

Edit: eine Herausforderung sehe ich übrigens hauptsächlich in der Mittel- Langfristigkeit so einer Kampagne.


Offline Scimi

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #6 am: 9.02.2016 | 22:10 »
Mit den "mehr Möglichkeiten" meine ich vor allem, dass es für den Keeper weniger vorhersehbar ist, wo das Abenteuer hingeht, wenn es für unternehmerisch denkende Ermittler durchaus eine Option ist, sich mit den Bösewichtern zu einigen oder sich einen komplexen Trickbetrug mit allen beteiligten Parteien auszudenken. Ebenso muss man sich überlegen, die ganzen bestohlenen Kulte, betrogenen Millionäre und ausgebremsten Konkurrenten auch später wieder auftauchen zu lassen - ist ja nicht so, dass die Spieler die Stadt oder das Land verlassen und die Schlangenwesen vom Hindukusch einfach hinter sich lassen.

Das Spiel wird da natürlich anders, aber erinnert mich beim Drübernachdenken an Shadowrun oder WoD: Spiel an einer festen Location, Beziehungsgeflecht von wiedetkehrenden Gegnern, Verbündeten und Kontakten, riskante Aufträge, ausbaubares Hauptquartier, vom Spielstein zum Strippenzieher werden... Wäre jetzt vielleicht nicht meine erste Wahl für einen Einstieg in lovecraftsches Rollenspiel, aber kann ich mir durchaus vorstellen, das länger zu spielen, gerade auch, wenn man es als Sandbox anlegt, in der die Spieler ein wenig Büchergeschäfts-Aufbauspiel treiben können.

Offline Skeeve

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #7 am: 9.02.2016 | 23:37 »
ich habe zwar keinen wirklichen Plan vom Thema (Bookhounds of London) hier [habe selbst einiges von Lovecraft gelesen und einmal auf einem Con Cthulhu gespielt], aber nach der Beschreibung von Scimi sehe ich irgendwas zwischen dem schon erwähnten "Die Neun Pforten" und der unsichtbaren Bibliothek
Zitat
ALLES BEGINNT MIT EINEM BUCH ... Die unsichtbare Bibliothek - ein Ort jenseits von Raum und Zeit und ein Tor zu den unterschiedlichsten Welten. Hier werden einzigartige Bücher gesammelt und erforscht, nachdem Bibliothekare im Außendienst sie beschafft haben. Irene Winters ist eine von ihnen. Ihr aktueller Auftrag führt sie in ein viktorianisches London, wo eine seltene Version der Grimm'schen Märchen aufgetaucht ist. Doch was als einfacher Einsatz beginnt, wird nur allzu schnell ein tödliches Abenteuer, denn Irene ist nicht die Einzige, die hinter dem Buch her ist. Und die anderen Interessenten gehen über Leichen, um zu bekommen, was sie wollen ...

vor meinem inneren Auge. Vielleicht ohne die verschiedenen Parallelwelten von der unsichtbaren Bibliothek, andererseits: wenn ich mich jetzt richtig an Lovecraft erinnere, dann gibt es mit der normalen Welt und der Traumwelt auch schon zwei Welten... Aber beginnen würde das bei mir viel mehr bei Johnny Depp aus den neun Pforten als "Jäger des verloren Buches". Und solange die Charaktere nie auch nur einen Blick in die, mehr oder auch weniger legal beschafften, Bücher werfen würden und sich auch nie fragen warum das eine oder andere Buch gleich von mehreren Gruppen/Leuten verlangt wird, solange würde das auch endlos weiter gehen.

Aber sowie sie mal einen Blick in die Bücher werfen, entweder um mal zu schauen was sie da eigentlich verscherbeln oder nach dem sie mal ein Buch zwecks Kopieren (um gleich doppelt zu kassieren) an einen NSC-Kopisten/Fälscher verliehen hatten und der Fälscher vor der vollständigen Erledigung seines Auftrags seine geistige Stabilität schon komplett und absolut verloren hat, geht es auch mit den Charakteren mehr oder weniger bergab...

[ich bin gerade sehr verlockt mich mal intensiver mit "Realms of Cthulhu" auseinander zu setzen... habe aber leider/zum Glück keine Zeit]
... oft genug sind die Spieler die größten Feinde der Charaktere, da helfen auch keine ausgeglichenen Gegner

Hoher gesellschaftlicher Rang ist etwas, wonach die am meisten streben, die ihn am wenigsten verdienen.
Umgekehrt wird dieser Rang denen aufgedrängt, die ihn nicht wollen, aber am meisten verdienen. [Babylon 5]

Offline Rhylthar

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #8 am: 10.02.2016 | 06:07 »
Nachdem ich jetzt für "Cthulhu Britannica" ein Abenteuer gefunden habe, in dem es um Buchbeschaffung geht, hätte ich die ein oder andere Idee, die evtl. auch ein wenig weggehen von dem in Bookhounds vorgeschlagenen Stil der "egoistischen Gruppe".

Tatsächlich hatte ich auch für den Beginn einer Kampagne so etwas wie "Shadowrun" im Sinn, also Anheuern der Gruppe durch Dritte. Würde aber dann, nachdem irgendwann klar wird, um was für Bücher es sich zum Teil handelt, in eine Art "Warehouse 13" wechseln, sprich: Das Beschaffen der Bücher geschieht deshalb, um sie unter Verschluss zu halten und nicht in die Hände Dritter fallen zu lassen.

Daraus könnte sich dann so einiges ergeben...
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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #9 am: 10.02.2016 | 07:31 »
Mit den "mehr Möglichkeiten" meine ich vor allem, dass es für den Keeper weniger vorhersehbar ist, wo das Abenteuer hingeht

Ja, und: gut  :d

Offline Scimi

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #10 am: 10.02.2016 | 10:29 »
Würde aber dann, nachdem irgendwann klar wird, um was für Bücher es sich zum Teil handelt, in eine Art "Warehouse 13" wechseln, sprich: Das Beschaffen der Bücher geschieht deshalb, um sie unter Verschluss zu halten und nicht in die Hände Dritter fallen zu lassen.

Das ist für mich aber eher das, was ich mit Armitage Inquiry verbinde: Öffentlichkeit und Regierung wissen nicht, was geht, darum müssen die Leute mit Ahnung ran, um die Menschheit vor dem Mythos zu schützen. Würde natürlich auch vor dem Hintergrund des londoner Büchermarkts in den 30ern funktionieren, so eine Mischung aus Torchwood und M.R. James.

Bei den Bookhounds stelle ich mir eher den Werdegang von Dean Corso vor: Betrüger, Söldner, Dieb, Besessener, Kultist. Also potentiell die Art von Leuten, die von normalen Cthulhuermittlern gejagt werden. Oder vielleicht auch so eine Art literarische Drogendealer, die mit dem schädlichen Stoff handeln, nach dem sie selbst süchtig sind. Das Spiel besteht dann darin, das zu balancieren, ohne sich einerseits ganz herauszuhalten oder andererseits direkt Azathoth zu beschwören, während das Umfeld einem nach Geld und Leben trachtet.

ErikErikson

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #11 am: 10.02.2016 | 10:38 »
Hmm vielleicht verstehe ich was falsch, aber normalerweise sind Mythosbücher sehr selten. Auch wenn man sich drauf spezialisiert bekommt man alle Jubeljahre mal ein wirklich seltenes  zu Gesicht und dann ist es arschteuer. Ich vermut mal die Bookhounds werden sich auch viel mit ganz normalen wertvollen Büchern beschäftigen und auch viel mit Büchern, die nur mythosfragmente enthalten. Es müsste also  in Richtung "Neun pforten "gehen.

Offline Rhylthar

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #12 am: 10.02.2016 | 19:31 »
@ Scimi:
Auch eine Möglichkeit, wäre aber nicht so meins, weder als Spieler noch als Spielleiter.
Ich würde die Regierung gar nicht raushalten wollen; sie könnte auch durchaus als Gegenspieler fungieren.

@ ErikErikson:
Geh weg vom "Mythos". Ich würde wohl auf "Forbidden Books/Forbidden Lore" setzen, was zwar den Mythos beinhalten kann, aber nicht muss. Es ist genau so "lustig", sich mit einer echten Schrift (und seinen Verfolgern) herumzuschlagen, in der die Kinder Jesus aufgezählt werden, oder mit Aufzeichnungen, aus denen klar hervorgeht, dass Jack the Ripper ein Mitglied der englischen Königsfamilie war (um mal zwei Ideen aus anderen Büchern zu klauen).
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Offline Scimi

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #13 am: 11.02.2016 | 00:05 »
Hmm vielleicht verstehe ich was falsch, aber normalerweise sind Mythosbücher sehr selten. Auch wenn man sich drauf spezialisiert bekommt man alle Jubeljahre mal ein wirklich seltenes  zu Gesicht und dann ist es arschteuer. Ich vermut mal die Bookhounds werden sich auch viel mit ganz normalen wertvollen Büchern beschäftigen und auch viel mit Büchern, die nur mythosfragmente enthalten. Es müsste also  in Richtung "Neun pforten "gehen.

Suuuuuperselten sind Mythosbücher nicht unbedingt. Typische Ermittler wie Journalisten, Landstreicher und Polizeidetektive werden vielleicht nie davon gehört haben. Aber "At the Mountains of Madness" legt nahe, dass der Ingenieurwissenschaftliche Stab der MU das Necronomicon(!) teilweise gut genug gelesen hat, um es zitieren zu können und in "The Dunwich Horror" bekommt es ein schmutziger, mutierter Hinterwäldler anscheinend auf einfache Nachfrage ausgehändigt. Realweltliche Mythoswerke wie "The Witch Cult in Western Europe" kannst du bei Amazon bestellen, wenn du willst. Natürlich ist es sehr viel leichter an Fragmente, Übersetzungen und abgespeckte Zweitausgaben zu kommen, gerade bei irgendwelchen Handschriften.

Was aber bei den Bookhounds dazukommt, sind die (historischen) Besonderheiten des Settings: In den 30ern hat in England die Wirtschaftskrise einiges umgerührt: Mitglieder der Oberschicht und des Adels sind teilweise bankrott und müssen Schlösser, Ländereien und eben auch die Familienbibliothek aufgeben. Gleichzeitig haben die neureichen Gewinner der Krise einen gewaltigen Bedarf an Statussymbolen. Dadurch entsteht ein interessanter Markt für Bücher, auf dem man mit dem richtigen Know-How ein Vermögen machen oder zuvor unmöglich zu bekommende Bücher finden kann. Analphabetische Straßenhändler verticken Bücher zum Kilopreis vom Trödlerkarren, während luxuriöse Buchläden in bester Lage ausgefallenste Sonderwünsche für exzentrische Kunden erfüllen. Bücher werden kopiert, gefälscht oder mit falschen Zertifikaten versehen. Es ist üblich, Bücher neu aufzubinden, von Reihen einzelne Bände oder Fragmente zu verkaufen (z.B. kaufen Studenten, die sich kein ganzes Fachbuch leisten können vielleicht 20 Seiten davon) oder Illustrationen aus Büchern herauszutrennen und einzeln zu verkaufen.
Und die Bookhounds, die die Spieler darstellen sind Fachleute für Bücher und Schriftstücke und gut in ihrem Job. Vielleicht sind sie Geschäftsleute, Fälscher, Literatur- oder Sprachexperten oder haben die richtigen Connections. Vielleicht verkaufen sie nicht jeden Tag das Necronomicon über die Ladentheke, aber es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass man beim billigen Jakob eine alte Ausgabe des King in Yellow findet oder ein Kunde einem jeden Aufwand bezahlt, wenn man ihm ein De Vermis Mysteriis auftreiben kann, legal oder illegal. Und das sind halt die Momente um die es geht - vielleicht machen die Charaktere wochenlang ihr Alltagsgeschäft, aber das Abenteuer beginnt, wenn ein seltsamer Ausländer eine Expertise zu seiner Mittelalterlichen Handschrift haben will. Sagen die Charaktere ihm, dass es sich um ein verschollen geglaubtes Buch von unschätzbarem Wert handelt, oder versuchen sie, es ihm billig abzuluchsen? Und was passiert, wenn ihnen dann das Buch gestohlen wird?

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #14 am: 11.02.2016 | 13:44 »
Scimi, es reicht!  Mein Kopfkino platzt  ~;D

Nee, im Ernst, Danke für die Anregungen!  :d

Offline Uwe-Wan

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #15 am: 19.02.2016 | 16:37 »
Die vielen hier genannten Kampagnenideen finde ich ganz cool, aber hat jemand tatsächlich schon praktische Erfahrungen mit einer Bookhounds of London-Kampagne gesammelt?
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Offline rillenmanni

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Re: Bookhounds of London - Mein Kopfkino braucht Hilfe!
« Antwort #16 am: 22.02.2016 | 00:32 »
Mit der "Kampagne" nicht. Ich habe aber das im Buch enthaltene Abenteuer gespielt.
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