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Blade Runner 2049

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Sashael:
So, heute gesehen. Gleich dürft ihr Steine schmeißen. ;D

Für den ersten Kritikpunkt konnte der Film absolut nichts. In unserem Kino war der Ton für mein persönliches Wohlbefinden zu laut eingestellt. Die Bässe haben meinen Sitz im wortwörtlichen Sinne zum Vibrieren gebracht, das war Scheisse. Ich bin im Kino, nicht auf nem Industrialkonzert.

Im Großen und Ganzen war der Film gut, für mich zu lang. Ich habe eigentlich nichts gegen ruhige und behäbige Filme. An Only Lovers Left Alive konnte ich mich kaum sattsehen und der ist nicht für seine rasante Story bekannt. Aber ich mag es nicht, wenn sich ein Film an absolut offensichtlichem zu lange aufhält. Wenn ich mir 5 Minuten angucken muss, was ich bei Beginn der Szene erwarten konnte, dann muss da was ganz Spektakuläres kommen. Die Szene, in der (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)K das Pferd findet, war mir schlicht zu lang gezogen. Auch die Sexszene war mir ehrlich gesagt zu lang und vor allem angesichts *bereits heutiger Möglichkeiten* war mir Joi dann auch noch zu langsam beim Synchronisieren. ;)
Man hätte den Film ohne Verluste auch in 2 Stunden zeigen können.

Ich persönlich fand es zu wenig ... wie soll ich sagen ... local culture. Die Welt wird nur in gigantischen Landschaftstotalen gezeigt oder auf geradezu absurd winzige Ausschnitte gezoomt. Ks Haus, die Szene mit den Prostituierten und die sehr wenigen Straßenszenen waren mir zu wenig. Ich hätte mir da mehr Gesellschaft gewünscht, mehr Leben auf der Leinwand. Stattdessen sind die allermeisten Szenen mit zwei bis drei Darstellern ausgestattet. Da fehlte mir der Kontrapunkt, der im Hausflur vor Ks Wohnung genau einmal angedeutet wird.
Dabei gab es in den Landschaftstotalen echt schöne Ansätze. Diese dicht gepackte Stadt, die beim Überflug immer wieder kurz den Blick auf Neonlichtreklamen in mit Werbung überfüllten Hauptstraßen freigibt, die trotzdem so eng sind, dass das Licht der Werbung kaum nach oben dringt ... großartig. Da hatte ich mir nur mehr davon in Nahaufnahme erhofft. Die Überbevölkerung eines Cyberpunktsettings wurde mir zu wenig thematisiert.

Das Wetter fand ich auch etwas ... störend. Es hatte nur einen Zweck: Die Stimmung rüberbringen. Dass sich in den Szenen Regen, Sandsturm/Smog und Schnee bunt abwechselten, fiel mir unangenehm auf. Das war mir zu plakativ.

Ich muss auch leider sagen, dass mich der Film emotional kaltgelassen hat. Die Figuren waren okay und auch gut gespielt, aber mit keinem Charakter konnte ich eine Verbindung aufbauen. Die waren alle "nur" interessant. Wer da wann und wie litt oder starb, ging emotional an mir vorbei. Ob Luv nun ne fiese Bitch, K ein trauriger einsamer Typ oder Wallace ein komplett irres Intelligenzarschloch ist ... ja, war halt so. Hatte so ein bißchen was vom Frosch auf dem Seziertisch. Ich konnte nicht mal bei Kampf im Wasser mitfiebern, weil mir die Leute so ... egal waren.

Ich persönlich finde, dass die existentiellen Fragen nach dem Wesen des Menschsein wieder einmal nur angeschnitten, aber nicht tiefer ergründet wurden.

Fazit: Der Film war okay, er hatte seine visuellen Momente, aber noch einmal würde ich mir die fast drei Stunden nicht nehmen.

KhornedBeef:
@Sashael: ne ne, du wirst jetzt mit Steinen werfen ;)
Deine Kritik: Zu laut, zu laaaang, handelte von etwas anderem als erwartet, und tja, Fassaden- SciFi? Die letzten beiden Sachen hängen zusammen: Blade Runner ist Cyber, aber nicht Punk , und es ist keine Geschichte über Überbevölkerung. Das würde das eigentliche Thema auch eher verwässern, denke ich. Und dass dir das eh schon zu kurz kam , kam mir nicht so vor, aber ist kritikwürdig. Zu laut lag am Kino, war bei uns besser. Zu lang, das ist wieder Geschmackssache. Ich fand ihn sehr langsam, aber das bewusst, und es hat für mich funktioniert. Fazit: ich bitte um eine Anhebung um zwei Notenpunkte auf "gerade noch gut"

Sashael:

--- Zitat von: KhornedBeef am 19.10.2017 | 07:14 ---Blade Runner ... ist keine Geschichte über Überbevölkerung. Das würde das eigentliche Thema auch eher verwässern, denke ich.

--- Ende Zitat ---
Liege ich so falsch, wenn ich die Einsamkeit von K durchaus als eines der zentralen Themen des Films ansehe? :)
Da hätte ich mir halt wesentlich stärkere Kontrapunkte gewünscht. Zum Beispiel fand ich die paar Figuren bei Wallace (er selbst, Luv und der Empfangstyp) ... naja ... viel zu wenig. So eine organisiert-hektische Firma wäre super-easy darzustellen gewesen, mit exakt der gleichen Screentime und hätte in meinen Augen den Außenseiterstatus von K auch wieder unterstreichen können.

KhornedBeef:

--- Zitat von: Sashael am 19.10.2017 | 10:48 ---Liege ich so falsch, wenn ich die Einsamkeit von K durchaus als eines der zentralen Themen des Films ansehe? :)
Da hätte ich mir halt wesentlich stärkere Kontrapunkte gewünscht. Zum Beispiel fand ich die paar Figuren bei Wallace (er selbst, Luv und der Empfangstyp) ... naja ... viel zu wenig. So eine organisiert-hektische Firma wäre super-easy darzustellen gewesen, mit exakt der gleichen Screentime und hätte in meinen Augen den Außenseiterstatus von K auch wieder unterstreichen können.

--- Ende Zitat ---
Stattgegeben, was die Charakterisierung von K bestrifft, das hätte gut funktioniert. Aus persönlichem Empfinden heraus wäre mir so eine Yuppie-Hipster-Rummelbude bei Wallace phantastisch auf den Sack gegangen. Ich fand das absurd tempelhafte gewöhnungsbedürftig, aber immer noch besser, für diese selbst so kalte, sakrale Figur, die irgendwo zwischen Fortschrittsguru und Joseph Mengele schwebt.

Sashael:
Hektik auf den unteren Ebenen hätte den tempelhaften Charakter von Wallace´s Büro doch auch noch mehr verstärkt, oder?
Die "niederen" Mitarbeiter wie die Ameisen und Bienen und er in isolierter Abgeschiedenheit mit seinen psychotischen Vorstellungen und seinem die Grenze zum Wahnsinn schon lange hinter sich gelassenen Genie ... naja, vielleicht nur mein Geschmack. :D

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