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Blade Runner 2049
TheOzz:
Ich schreibe deshalb, Programmierung/Erziehung! Im Grunde haben sie eine Grundprogrammierung für einen Zweck, dann kommt die Erziehung die Implementierung von Verhaltensmuster.
Im ersten Teil wird genau gesagt, wofür die vier Replikanten gedacht sind und warum es eine 4 Jahres Verfallsdatum gibt. Dieses scheint aber bei näherer Betrachtung durch Walace aufgehoben worden zu sein, sonst wäre kein Replikant bei dem Wunder dabei gewesen und könnte das Wissen heute teilen.
K ist einsam und wird gehasst und beleidigt. Er ist ein Ding für die Anderen. Dieses Ding hat sich ein zweites Ding gekauft, das ihn davon ablenkt und hat sich in dieses Ding verliebt? Jetzt wirklich Liebe da rein zu interpretieren, finde ich gewagt. Ich bin mir da nicht so sicher. Ist jedenfalls interaktiver als eine Katze, dient aber dem gleichen Zweck. Nicht alleine sein.
Im Grunde ist es die Suche nach der Frage "Was ist Menschsein?" Ähnlich wie "Ghost in the Shell" nur weniger präzise ausgedrückt.
UND ja, das mit dem StarWars Kommentar konnte ich mir nicht verkneifen ~;D
KhornedBeef:
--- Zitat von: TheOzz am 19.10.2017 | 14:11 ---Ich schreibe deshalb, Programmierung/Erziehung! Im Grunde haben sie eine Grundprogrammierung für einen Zweck, dann kommt die Erziehung die Implementierung von Verhaltensmuster.
Im ersten Teil wird genau gesagt, wofür die vier Replikanten gedacht sind und warum es eine 4 Jahres Verfallsdatum gibt. Dieses scheint aber bei näherer Betrachtung durch Walace aufgehoben worden zu sein, sonst wäre kein Replikant bei dem Wunder dabei gewesen und könnte das Wissen heute teilen.
K ist einsam und wird gehasst und beleidigt. Er ist ein Ding für die Anderen. Dieses Ding hat sich ein zweites Ding gekauft, das ihn davon ablenkt und hat sich in dieses Ding verliebt? Jetzt wirklich Liebe da rein zu interpretieren, finde ich gewagt. Ich bin mir da nicht so sicher. Ist jedenfalls interaktiver als eine Katze, dient aber dem gleichen Zweck. Nicht alleine sein.
Im Grunde ist es die Suche nach der Frage "Was ist Menschsein?" Ähnlich wie "Ghost in the Shell" nur weniger präzise ausgedrückt.
UND ja, das mit dem StarWars Kommentar konnte ich mir nicht verkneifen ~;D
--- Ende Zitat ---
Na dann hast du in der Tat den Kern dieses Teils des Films herausgepickt. Sich Dinge zu kaufen um sich Abzulenken ist so menschlich wie es nur geht. Bei der Interaktion zwischen Joi und K verschwimmen die Grenzen .
Dass die Frage nach dem Menschsein "unpräzise" ausgedrückt ist, indem sich der Zuschauer von selbst damit befasst, ist wohl die Kunst des Films. Klar könnte man auch AM Anfang eine schwarze Einblendung machen "Was ist Menschsein? Die folgenden Figuren stehen für Interprationen der Frage und der Antwort, weil...." . Das würde ihn aber eher geringer als größer machen.
Wenn ich mich recht erinnere stammen die ganzen alten Replikanten aus der Zeit vor Wallace, d.h. sie sind Tyrells letzter Trick ("Wunder"?"Geschenk"? weiß nicht mehr, Wallace sagt so etwas).
Timberwere:
--- Zitat von: KhornedBeef am 19.10.2017 | 13:49 ---Bei Deckard hatte ich immer den Eindruck, dass sein Zustand absichtlich unklar gelassen wird, als Meta-Kommentar dazu, dass es für seine Menschlichkeit nicht erheblich ist. Das Thema wird im zweiten Film durchaus fortgeführt (Gegenüberstellung des "echten" geborenen Geschwisterkinds und der "Kopie").
--- Ende Zitat ---
Zu diesem Thema, ob Deckard Replikant ist oder nicht, fand ich Deckards Kommentar auf Ks Frage, ob der Hund echt sei oder nicht, interessant. Ich weiß das ganz exakte Zitat nicht mehr, aber es drückte aus, dass es Deckard völlig egal war. Und zumindest für mich war das eine Parallele zu seinem eigenen Replikantentum oder nicht. Es ist unerheblich, ob Deckard Replikant ist. Er denkt und fühlt und
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)hat ein Kind gezeugt.
Den finalen Twist,
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)dass K eben doch kein Mensch ist, sondern ein Replikant, hatte ich relativ schnell durchschaut. Oder besser, ich war erleichtert, als es sich so herausstellte. Denn die ganze Zeit dachte ich: Warte, das Kind ist 2021 geboren, jetzt ist es 2049, d.h. das Kind muss 28 Jahre alt sein, aber K ist älter! Wie ich darauf kam, dass K älter sein müsste, weiß ich gar nicht - entweder, weil es im Film mal erwähnt wurde, oder einfach, weil Herr Gänseküken schon 36 ist. Das muss natürlich nichts heißen, ein Charakter kann ja jünger oder älter sein als der Schauspieler, der ihn verkörpert [*hust* Marty McFly *hust*], aber irgendwie ging mir dieser vermeintliche Widerspruch den ganzen Film lang im Kopf herum, und ich war richtig erleichtert, dass sich das am Ende dann so auflöste.
Ich fand den Film übrigens sehr gut. Tolle Bilder, sehr schön stimmungsvoll an Teil 1 angeknüpft (alle Werbungen aus dem Original kommen auch hier vor, und zwar zumeist an den exakt selben Stellen), die Story und die Schauspielerleistungen haben mir auch gut gefallen, und das Setting fand ich sehr gelungen um 30 Jahre fortgeführt.
Allerdings war auch bei uns im Kino die Toneinstellung unerträglich laut, aber dafür kann, wie Sashael schon sagte, der Film ja nichts.
Kowalski:
--- Zitat von: TheOzz am 19.10.2017 | 13:33 ---
KI haben Gefühle? Wah? Die folgen ihrer Programmierung und passen sich an den User an. Ich fand nicht das Joi einzigartig war, oder gar "lebte". Eher eine Grundprogrammierung und der Rest wird adaptiert. Im Endeffekt ist sogar das Motivieren und das Opfern bei IRobot genau das Gleiche. Sehe deinen Besitzer und stimme ihn glücklich. Ist das wirklich Liebe, oder eine Imitation von selbigen?
--- Ende Zitat ---
Und wie ist das im Unterschied zu uns biologischen Maschinen???
Wenn Dich Werbefuzzies manipulieren können und Dich darauf trimmen sich an irgendwas anzupassen, was macht Dich und Mich lebendig?
Wenn die Vorgänge perfekt emuliert werden und Jpi eine "Emulation" von Bewußtsein hat, wo ist dann der Unterschied zu einem Menschen?
Du kannst Verhaltensforscher fragen, so frei und ungezwungen sind wir nicht. Wo ist der Unterschied zwischen biologischer Programmierung und Programmierung???
Das heisst nicht das ich daran glaube das wir nahe an echter KI sind. Aber wenn es nicht mehr unterscheidbar ist, ist es dann noch unterschiedlich?
Schließe nicht von Toastern auf Supercomputer. Von der Chemie und Physik her folgen wir egal, ob mechanisch oder biologisch, den gleichen Naturgesetzen.
--- Zitat von: TheOzz am 19.10.2017 | 13:33 ---Luv? Naja, "durch die Blume" durch Wallace gesagt bekommen, das er über Leichen geht. Das Kind der Replikantin muss gefunden werden, unter allen Umständen. Es spricht dafür, das hier ihre Programmierung/Erziehung darauf abzielt, alles zu tun, damit Walllace bekommt, was er will. Hier macht sie auch nichts einzigartig. Roy Batty hat so viele Leute auf dem Kerbholz und deswegen ist sein Ende epischer, da er seiner Programmierung/Erziehung entkommt.
--- Ende Zitat ---
Der Unterschied ist das die Replikanten durch eingepflanzte Erinnerungen folgsamer sind. Aber bei K z.B. kommt es zum Umdenken als er glaubt selbst das Kind von Rachael zu sein.
Wenn Luv das gleiche erleben würde, vielleicht würde sie ihre Konditionierung auch abstreifen?
Luv folgt dem Schema "Andorranischer Jude". Man erwartet von ihr ein bestimmtes Verhalten und sie fügt sich. Das die Vernichtung bei Abweichung droht, kommt ja noch dazu.
--- Zitat von: TheOzz am 19.10.2017 | 13:33 ---K? Guter Twist!!! Aber auch hier, kein Roy Batty im Vergleich eines wichtigen Replikanten. K hat seine Order, erst ab dem Punkt des Zweifels, fängt er an zu lügen und zu verheimlichen.
--- Ende Zitat ---
Du hast es nicht kapiert.
Es geht nicht darum das er so gestört ist wie Batty.
Er ist so nahe am Menschen konditioniert das er menschlich, mit Mitgefühl, reagiert.
Das wirkt so als wäre ihm sein Job peinlich und er tut es weil er es tun muss.
Roy Batty hatte ja Spaß am Quälen.
--- Zitat von: TheOzz am 19.10.2017 | 13:33 ---Er denkt nach, hinterfragt und hat Angst. Ist das nun eine Überwindung seiner Programmierung/Erziehung? Denke nicht. Sein Wechsel der Fronten war schnell, mir persönlich zu schnell.
--- Ende Zitat ---
Hä?
Was denkst Du ist denn seine Beziehung zu Joi?
Das ist ganz klar der Wunsch "normal" also menschlich zu sein.
Das in dem schon recht langen Film nicht noch X Stunden bei seinem Bemühen den Anschein normalen menschlichen Lebens zu führen, da ist es klar das er den Hinweis das es ein Kind gibt auf sich bezieht. Er zweifelt anfangs aber dann scheint alles super zu passen. Also mich hat sein Umschwenken überhaupt nicht überrascht. Es ist eine höchst menschliche Reaktion.
Während Deckard noch der Einsamkeit frönt versucht K seinen privaten Raum mit Nähe zu füllen. Das sieht so bescheuert wie bemitleidenswert aus.
Zeigt aber ganz klar das K anscheinend ziemlich die gleichen Bedürfnisse nach Nähe und Begleitung hat wie Du und ich.
--- Zitat von: TheOzz am 19.10.2017 | 13:33 ---Niander Wallace? Okay... Gottkomplex, die darauf abzielt die Galaxie zu bevölkern. Nice. Irgend wie sehr Nice. Wo liegt hier noch einmal der direkte Gegenentwurf zum "Replikanten sind Sklaven" Thema? Ach ja, er will es von oben kontrollieren und sie dann in die Galaxie schicken, oder habe ich da etwas missverstanden? Was macht ihn nun zum Antagonisten, bis aus das Sezieren des Wunders?
--- Ende Zitat ---
Das er Wesen, die zwar keine Menschen sind, aber durchaus empfindungsfähig, wie tote Dinge behandelt. Das tut noch nicht mal Luv.
Zusätzlich ist er nur ein Leichenfledderer, Proteinfarmer, der nichts kann, nur sein Reichtum hat ihn zum Erben der Tyrell Corporation gemacht.
Big Business das über Leichen geht und vor nichts zurückschreckt.
Da war Tyrell menschlicher, die Blade Runner waren ein Notbehelf die Amok laufenden Replikanten wieder einzufangen.
Er hat es ja geschafft das weitestgehend abzustellen. Die neuen Modelle rebellieren kaum noch.
--- Zitat von: TheOzz am 19.10.2017 | 13:33 ---Was ich mich die gesamte Zeit fragte ist, was ist der Mehrwert? Blade Runner hatte die Themen schon auf dem Tisch und viel spannender erzählt. Seine Charaktere waren stärker unterschieden. Klar der zweite Teil ist eine Verneigung vor dem Original, nimmt die Fäden auf, führt sie weiter, baut sie aber nicht konsequent aus. Das riecht alles nach einem dritten Teil.
--- Ende Zitat ---
Nein.
Erstens wird Blade Runner im Kino ein halber Flopp und zweitens es ist alles aus der Sicht der Menschen erzählt.
Alles darüber hinaus ist dann nur noch metaphysischer Quark,
--- Zitat von: TheOzz am 19.10.2017 | 13:33 ---Die Neuerung für mich war "Wir können ohne SIE!", aber - das hat Jurassic Park auch schon "Das Leben findet einen Weg.", ABER ist das wirklich so? Oder, wie gesagt, nur ein Joke von Tyrell, was er alles kann. Getreu seinem Motto "Menschlicher als der Mensch".
Die Fragen die sich mir nun stellen sind:
Wusste Tyrell davon und war geplant?
Ist es ein Hybrid, oder voll Replikant?
Wird es nun einen "Angriff der Replikanten" geben? :Ironie: (StarWARS!!!)
--- Ende Zitat ---
Da die Kodierung rein genetisch ist und Replikanten nur wegen ihrer fehlenden Jugend und der damit verbundenen Erziehung gaga wurden wäre ein normal aufwachsendes Replikantenkind rein psychisch von einem Menschen ununterscheidbar. Bei Ana Stelline stellen sich die Fragen ja nicht.
Klar, klüger, schneller, ausdauernder. Metamenschen. Was den normalen Menschen Angst macht und über genug Generationen hinweg dazu führen würde das nur noch Mischlinge oder reine Replikantennachkommen vorhanden wären.
BR2049 schließt den Kreis den BR1 eröffnet hat.
Mehr Geschichte zu Blade Runnern ist nicht zu erwarten.
Wer die GATTACA Kodierung nicht versteht, bitte nachschlagen.
nikol ogg:
Gestern gesehen und sehr gemocht.
Für mich ist die Fortsetzung die Geschichte einer Emanzipation vom "vorgefertigten" determinierten Wegwerfleben der Replikanten, wo der erste Teil sich mit der Frage "wer ist menschlicher?" beschäftigt hat.
Fast alle handelnden Replikanten im Film sind bemüht, aus ihrer "Programmierung" auszubrechen - der Wurmfarmer baut Knoblauch für sich an ( da ist K übrigens schon sehr am Ergebnis im Topf interessiert, als kulinarisches Forshadowing- "aha, Replikanten machen ihr eigenes Ding"), Joi hockt nicht nur als Dybbuk einer Frau auf, sondern entscheidet sich aus freien Stücken für die Vergänglichkeit, K dann eh - nur Luv nicht, dabei hat sie doch den Namen für tiefere Emotionen abbekommen im Gegensatz zur virtuellen Freundin ツ
Naja, und Freiheitsbewegung, ok; gut, dass das nicht ausgewalzt wurde. Das hätte nicht zur Richtung des Films gepasst.
UND: sie haben sehr elegant Verweise zum ersten Film eingebaut, ohne alles totzuquatschen, und sogar die literarische Vorlage angetippt. Ich fand, dass sehr viel über die langsam ausgedehnten Stimmungen transportiert wurde, da musste man sich aber drauf einlassen.
Gelang nicht jedem, in der Reihe vor mir wurden ab Mitte des Films die Whatsapp-Briketts gezückt.
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