Autor Thema: [Cthulhu] Die Wilde Jagd  (Gelesen 909 mal)

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Offline Yozora

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[Cthulhu] Die Wilde Jagd
« am: 30.01.2017 | 21:06 »
Bericht Teil 1: https://inyo.home.blog/2017/01/25/cthulhu-die-wilde-jagd-part-1/
Bericht Teil 2: https://inyo.home.blog/2017/02/05/cthulhu-die-wilde-jagd-part-2/
Bericht Teil 3: https://inyo.home.blog/2017/02/19/cthulhu-die-wilde-jagd-part-3/


Da einige unserer Spielgruppe demnächst etwas weniger Zeit haben werden, haben wir beschlossen, zunächst eine Cthulhu Kurzkampagne zu spielen. Die Wahl fiel dabei auf "The wild hunt" oder auf Deutsch "Die wilde Jagd". Vorgabe waren Charaktere, die zu Ermittlungen taugen. Und natürlich dicke Warnung an alle potentiellen Spieler: Spoilers ahead!

Die Charaktere

Amanda Folks: Eine Gerichtsmedizinerin.

Andrew Tailor: Tatortfotograf des FBI.

William Harborough: Ein Literaturdozent mit okkultem Wissen.

Kathrin Heathers: Eine Profilerin.

Patrick Murphy: Ein Polizist.


Die Geschichte


Es ist Montag, der 25. Oktober 2017. Die Charaktere kommen nach einer dringenden Einladung im Vista International Hotel unter und treffen sich dann in einem Besprechungsraum der Polizeiwache. Zu der Gruppe stößt Simon Magnus, ein äußerst enthusiastischer Vampir-Experte. Der Grund des Treffens sind zwei Mordfälle, die sich an den beiden Vortagen zugetragen haben. In der Besprechung, bei der neben dem Leiter der Ermittlungen auch ein Psychologe und ein Gerichtsmediziner anwesend sind, erfährt die Gruppe, dass jeweils Samstag- und Sonntagnacht kurz vor Mitternacht eine Frau in Soho ermordet wurde. Man befürchtet daher einen Serienmörder. Beide Leichen wurden blutleer aufgefunden, Todesursache ist jedoch Ersticken. Natürlich sieht Magnus in allem, was gesagt wird, nur Beweise dafür, dass ein Vampir am Werk sein muss. Der erste Mord wurde von einem Obdachlosen beobachtet, der sich hinter einer Statue von Columbus versteckte. Die Aufnahmen seines Verhörs wirken jedoch wirr, da er stark alkoholisiert war. Er berichtet von einem plötzlich aufziehenden Nebel, Gestank wie in einem Schlachthaus und einer Person, die er nur mit "Zäääähne! Diese Zähne!" beschreibt. Dies wirkt zunächst wie die wirre Fantasie eines Betrunkenen, doch die zweite Zeugin berichtet ähnliches. Sie war mit ihrer Freundin auf dem Rückweg vom Sport, als plötzlich Nebel aufzog, es furchtbar zu stinken begann und ihre Freundin dann plötzlich weg war. Als sie sich umdrehte, sah sie nur eine große Person mit furchtbaren Zähnen und tierhaften, sich bewegenden Körperteilen, die ihre Freundin emporhob. Der stechende Blick des Täters veranlasste sie zur panischen Flucht, jetzt ist sie katatonisch. Beide Opfer waren Frauen in ihren 20ern mt Blutgruppe A+ und ektomorpher Gestalt. Beide waren sehr sportlich und lebensfroh, eine verheiratet mit Kind, die andere ledig und Studentin.

Die Ermittlergruppe ist natürlich neugierig und sieht sich noch an diesem Abend die Leichen an. Amanda, die Gerichtsmedizinerin, die eigentlich am besten darauf gefasst sein sollte, kommt allerdings mit dem, was sie dort sieht und riecht am wenigsten von allen klar. Von den beiden toten Frauen geht ein bestialischer Gestank nach Verwesung aus, obwohl sie kühl gelagert werden. Dann erfährt das Team auch noch, dass sämtliche inneren Organe eingeschrumpelt sind, da ihnen auch das letzte Bisschen Flüssigkeit entzogen wurde. Augen und Haut dagegen sind vollkommen intakt. Auch finden sich an beiden Toten jeweils ein Stich mitten ins Herz. In diesem Stich wurde DNA gefunden, die die Blutgruppe des Täters, 0-, offenbart, nicht aber sein Geschlecht, was recht merkwürdig ist. Zudem erfährt die Gruppe von einer merkwürdigen, bläulichen Substanz, die unter den Fingernägeln der Frauen gefunden wurde. Sie scheint nicht organisch zu sein und sieht unter dem Mikroskop aus wie winzige Dreiecke.

William und Patrick beschließen derweil, Kontakt mit dem Oberhaupt der Vampir-Szene aufzunehmen. Das ist allerdings aktuell in Frankreich und die Sekretärin ist nicht befugt, nähere Auskunft zu geben. Etwas voreilig ruft Murphy bei seinen Vorgesetzten an und verlangt nach einem gerichtlichen Beschluss, der das Gespräch erlaubt. Der Professor ruft währenddessen einfach mal in Paris an und lässt sich dort verbinden, allerdings scheint das dortige Büro derzeit nicht besetzt zu sein.

Am nächsten Morgen plant die Truppe ihr weiteres Vorgehen. Vormittags sollen die Tatorte noch einmal angeschaut werden, der Obdachlose soll ausgenüchtert und anschließend noch einmal befragt werden, dann will sich die Gruppe aufteilen. Andrew und Amanda wollen die Obduktion noch einmal durchgehen, William will recherchieren und die anderen beiden wollen Zeugen und Angehörige befragen. Als dann die eigentliche Besprechung und Planung mit dem Rest des Ermittlungsteams beginnt, fängt sich Murphy wegen seines nächtlichen Anrufs erst einmal eine Rüge ein.

Es geht also zunächst in den Park, wo auch der Obdachlose aufgegriffen wird. Magnus, Kathrin und Murphy bleiben beim Wagen und die Profilerin versucht, das Vertrauen des Mannes zu gewinnen und ihm ein paar Informationen zu entlocken. Die anderen Drei schauen sich derweil am Tatort um, können aber nicht viel entdecken. William versucht die Perspektive des Opfers einzunehmen, glaubt aber, dass dieses von hinter der Statue gar nicht hätte sehen können. Amanda findet keine Spuren oder Hinweise auf den Standort einer vermuteten Nebelmaschine und auch die Bäume stehen zu weit vom Tatort entfernt, um einen Angriff von oben zuzulassen.

Kathrin erfährt derweil vom Zeugen, dass der Täter ein Nosferatu gewesen sei mit reflektierenden Pranken und Zähnen. Zudem habe er kein Gesicht gehabt, sondern nur ein Maul voller Zähne.

Die anderen bemerken unterdessen, dass ein Reporter oder Privatermittler sie beobachtet und rufen Murphy an. Dieser unterhält sich kurz freundlich mit dem Mann, welcher von einem Klatschblatt namens Daily Eye ist und die drei Ermittler für Kollegen von der Konkurrenz hält. Murphy spielt mit und schickt die Gruppe fort, man will sich am zweiten Tatort wiedertreffen.


Fazit


Wie man es von Ermittlungsarbeiten erwarten kann, war der Anfang ein wenig zäh. Es wurde viel ge- und vorgelesen und Szenen wie das Vorstellen jedes einzelnen Charakters und NSCs wurde mit wenigen Worten übersprungen. Ich frage mich, warum man es überhaupt noch so macht und nicht einfach so einsteigt: Ihr seid das Ermittlungsteam, das sind eure Chefs, kommen wir zum Fall. Kein großes Blabla vorher. Klar, die Charaktere sollen ja durchaus etwas Charakter erhalten, aber bisher habe ich noch nie erlebt, dass dieser Einstieg groß etwas dazu beiträgt.

Es gibt außerdem viel zu viele NSCs und unser SL hat schon einige rausgestrichen! Überhaupt kommt schnell der Gedanke auf: Die Gruppe unserer Vorgesetzten kann alles, was wir auch können, wozu brauchen sie uns überhaupt? Ja gut, sie sind dazu da, um uns ggf. zusätzliche Informationen zu geben, worauf wir aber bisher noch nicht wirklich zurückgegriffen haben. Und auch die ersten Taten unserer Charaktere erscheinen sehr sinnlos, da die Spurensuche vieles bereits abgedeckt hat. So hatte der Einstieg von Die wilde Jagd leider erstmal den Anklang von sehr viel Sinnlosigkeit, auch wenn es mich durchaus interessiert, was nun wirklich hinter den Morden steckt. An einen Vampir glaubt wohl niemand von uns, vielmehr spukt das Bild des Monsters von Pans Labyrinth den Spielern im Kopf herum.

Kurz gesagt: Thema interessant, Umsetzung des Anfangs recht zäh und schwach.
« Letzte Änderung: 29.03.2019 | 07:37 von Yozora »
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Offline Yozora

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Re: [Cthulhu] Die Wilde Jagd
« Antwort #1 am: 6.03.2017 | 22:00 »
Nach den ersten Ermittlungsschritten geht es dann zum zweiten Tatort, einer kleinen Sackgasse, an die keine ebenerdigen Fenster angrenzen und die Wände sind über 3 Meter hoch. Hier gibt es nichts zu sehen. Ein Nebenhaus steht leer und wurde nach polizeilichen Untersuchungen auch nicht benutzt in letzter Zeit. Die Nachbarn haben angeblich nichts mitbekommen, die Gruppe befragt sie aber auch nicht noch einmal.

Vom Dach des Gebäudes aus lässt sich erkennen, dass sich hier viele europäische Baustile vereinen, beispielsweise italinische Baukunst und Neugotik sind zu finden, vor allem griechische Architektur ist zu sehen. Murphy kommt derweil auf die Idee, das Überleben der Zeugen könne mit den runden Gegenständen zusammenhängen, die in ihrer Nähe waren: Die Weltenkugel von Columbus und der Basketball. Magnus erwidert daraufhin, es könne ja auch an dem modernen PVC-Geruch des Balls kommen, dass der Vampir, der ja übermenschliche Sinne haben muss, verwirrt war und die fliehende Frau nicht als Opfer angesehen hat.

Der Park rückt derweil erneut ins Blickfeld der Ermittler. Da sich dieser in der Nähe von Five Blocks befindet, eine Kirche nördlich vom Park liegt und sich noch 3 weitere Statuen im Park befinden, die allesamt Gruppen darstellen, die es nach Amerika verschlagen hat: Ureinwohner, Ägypter und Wikinger. Neben dem Park gibt es außerdem etliche Geschäfte, in denen sich einige der Ermittler ein wenig umhören. Darunter fallen Blumenhandlungen, ein attoostudio, Esoterikladen, eine Kunstgalerie und eine Weinhandlung. In einer Buchhandlung erfahren sie, dass beide Opfer hier Kunden waren und obskure Bücher über Okkultismus und Zähne gekauft haben. Gut, nur Wendy hat das okkulte Zahnbuch gekauft. Auf die Frage nach einem verdächtigen Kunden erwähnt die Verkäuferin den Zahnarzt Dr. Palmer, welcher spitze Zahnprothesen anfertigt.

Nach einem kurzen Mittagessen teilt sich das Team schließlich auf. Amanda wiederholt die Obduktion, anschließend schaut sie sich zusammen mit Andrew und dem Gerichtsmediziner Dr. al'Gourdie die neuen Laborbefunde an. Die blaue Masse, die unter den Nägeln gefunden wurde, wächst. Der Prozess findet aber nicht langsam oder über Teilung statt, sondern geschieht plötzlich, so als würde man genau in dem Moment blinzeln, als es sich vermehrt. Und dies ist mit allen Proben geschehen. Einzig eine Probe, die höher gelegen hatte als die anderen, ist komplett verschwunden. Amanda schlägt eine Videoüberwachung mit gleichen Bedingungen vor. Dabei soll aber unbedingt eine High-Speed-Kamera verwendet werden, um verfälschende Effekte wie bei dem "Flying Light Rod"-Effekt zu vermeiden, bei dem gewöhnliche Kameras Insekten als obskure Lichtstrahlen aufnehmen. Und natürlich, damit dieser Blinzel-Effekt möglichst auch nicht auftritt. Zudem erfahren die beiden, dass die Kratzspuren beider Opfer keinem heute lebenden Tier zugeordnet werden können, sondern am ehesten den Krallen eines prähistorischen Schreckenswolfes entsprechen und ebenfalls die merkwürdige, blaue Substanz hinterlassen haben. Die Wunde in der Brust der Opfer dagegen sieht aus, als wären die Zellen einfach aufgelöst worden. Es gibt keine Verletzungen am benachbarten Gewebe.

Kathrin und Murphy reden kurz mit dem Arzt, der die katatonische Zeugin betreut. Dieser scheint regelrecht besessen von Wölfen zu sein, denn in seinem Büro findet man etliche Bilder der Tiere. Besonders ins Auge fällt ein Bild von "Peter und der Wolf", was fast schon ironisch ist, da der Arzt Dr. Peter heißt und sich selbst irgendwie darüber amüsiert.

Anschließend reden sie mit dem Ehemann eines Opfers und finden so heraus, dass diese über Kultur im Zusammenhang mit Zähnen und Zahnpflege recherchiert hat, daher wohl auch das Interesse an dem okkulten Zahnbuch. Die Recherchen waren für das Projekt Perlodento von der New World Industries.

Dann begibt sich die Gruppe zum Wohnheim, in dem das zweite Opfer gelebt hat. Hier finde sich etliche Bücher über Monster, Blut und sumerische Kultur. Der Computer ist an, doch es gibt keinen Internetverlauf und auch keine besonders interessanten Dokumente oder Bilder. Die Idee kommt auf, dass jemand hier war und Indizien mitgenommen hat. Doch bevor die Gruppe sich darüber mehr Gedanken machen kann, kommt ein Anruf: Eine weitere Leiche wurde gefunden.

In einer Gasse hinter der Ladenfront, in der die Ermittler noch am Vormittag waren, hat ein Kunde eines Weinladens einen merkwürdigen Geruch vernommen und ist so auf die Leiche gestoßen, welche in einen Müllcontainer geworfen wurde. Es ist eine Frau Ende 30. Bei ersten Befragungen fällt auf, dass bereits am Morgen ein leichter Geruch vorhanden war, doch man dachte eher an ein verendetes Tier. Wie bei den anderen Opfern hat auch diese Frau zertrümmerte Halswirbel und ein gebrochenes Schlüsselbein. Dieses Mal jedoch finden die Ermittler ein paar Hinweise: Auf etwas Moos ist der Abdruck eines großen Schuhs zu sehen: Er hat Schuhgröße 11, ist ein altmodischer Herrenschuh ohne Profil und mit Spitze. Auch von dem Abdruck geht der Schlachthausgeruch aus. Neben der Mülltonne liegt ein alter, schwarzer Fedorahut, der etliche Gebrauchsspuren aufweist. Im Hut ist das Herstellungsjahr 1924 eingestickt und ein paar Haare haften daran. Der Hut riecht besonders intensiv nach Verwesung.

Die Tote ist dieses Mal leicht übergewichtig, hat blaue Augen und ist brünett. Es ist Nancy Hardy, die beste Freundin des ersten Opfers.


Fazit

Ich fand diese Runde ehrlich gesagt noch etwas zäher als die erste, aber ich war dieses Mal auch ziemlich müde. Meine Lust auf Ermittlungsabenteuer vergeht leider trotzdem immer mehr. Wie man sieht haben wir wieder nicht viel herausgefunden, dafür aber wenigstens ein paar Ansätze mit den Proben und die Idee, es könne sich um eine andere Form von Vampir handeln. Also kein europäischer Vampir, sondern so etwas wie ein Aswang oder ein Wrokulakas.

Ich befürchte auch, dass die blaue Substanz, die verschwunden ist, sich jetzt irgendwo vermehrt und uns noch angreifen wird oder dergleichen. Ich denke jedenfalls, dass unsere Charaktere sich in der nächsten Nacht auf Lauer legen werden, um den Täter zu konfrontieren.

Wir hatten außerdem eine kleine Panne bezüglich der Ausdrucke für uns. Eine detaillierte Umgebungskarte, die uns der SL ausgehändigt hat, zeigte die Fundorte von 4 Opfern. Das ist zunächst nur 2 der 5 Spieler aufgefallen und die haben es dann dankenswerterweise auch erst erwähnt, als Opfer 3 gefunden wurde. Der nächste Fundort wird dann wohl abweichend sein von dem, was vorgegeben ist.

Insgesamt war die ganze Gruppe nicht so mit dem Verlauf und dem Tempo zufrieden, aber wir haben beschlossen, erstmal weiterzumachen, in der Hoffnung, dass es jetzt besser wird, wo wir dem Wesen weiter auf die Schliche kommen.
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Re: [Cthulhu] Die Wilde Jagd
« Antwort #2 am: 5.04.2017 | 15:37 »
auf meinem Kanal habe ich dazu übrigens auch ein quasi bis zum Ende bespieltes "Letsplay" bzw eine Spielrunde.

ich habs nun 2x erzählt und habe immer gute Kritiken bekommen :)