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Beste Regelmechanismen für sozialen Konflikt

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nobody@home:

--- Zitat von: Issi am 19.03.2017 | 09:44 ---@
nobody@home
Es geht finde ich in erster Linie darum die Ideen des Spielers nicht zu entwerten.
Ob der Spieler nun lieber eine Figur spielt mit der er sich stark identifizieren kann oder lieber eine mit der er sich nicht so stark identifizieren möchte, ist mMn sekundär. Auch für eine Figur, die der Spieler als "ihm recht unähnlich" ansieht, sollte er dennoch Ideen bezüglich ihres Vorgehens entwickeln dürfen.

--- Ende Zitat ---

Hat irgendjemand jemals verlangt, daß sie das nicht dürfen sollen, oder ist das nur dein persönlicher Strohmann?

(Mal ganz davon abgesehen, daß eine hinreichend in diese Richtung eingestellte SL beziehungsweise auch schon "nur" entsprechende Mitspieler allgemein die Ideen und Entscheidungen eines einzelnen Spielers unabhängig vom System immer entwerten können, wenn sie sich nur genug dahinterklemmen. Das ist also keine Regelfrage im eigentlichen Sinn.)

Issi:
nobody@home

Nun, mit erst Würfeln, dann nachstellen, sehe ich bislang tatsächlich keine große Einflussmöglichkeit durch die Spieler. Nachdem Wurf ist der Ausgang ja schon entschieden.
Aber vielleicht wolltest Du eben andeuten, dass sich die Spieler auch deiner Ansicht nach vor dem Wurf schon einbringen dürfen.
In welcher Form wäre interessant. Möchtest Du vielleicht kurz ein Beispiel für das wie anführen, so können wir möglicherweise unnötige Missverständnisse aus dem Weg räumen. :)

Edvard Elch:
@ Issi: Wo ist der Unterschied zwischen den folgenden beiden Szenarien?

1. S: "Ich möchte dem Typen mit meiner Balliste von hinten durch die Brust ins Auge schießen."
SL: "Okay, würfel mal."
Danach wird der Ausgang je nach Würfelergebnis ausgespielt und beschrieben.

2. S: "Ich möchte den Typen dazu überreden, mir die Schlüssel für die Schatzkammer des Königs zu geben."
SL: "Okay, würfel mal."
Danach wird der Ausgang je nach Würfelergebnis ausgespielt und beschrieben.

Chruschtschow:
Ist das überhaupt eine Entwertung der Spielerentscheidung, wenn auf die Beschreibung eine Probe folgt?

1) Zum Teil ist es eine Entwertung der Spielerentscheidung, wenn KEINE Probe erfolgt. Der tumbe Barbar, der durch tolle Beschreibungen im Revier des auch spieltechnisch unterstützten Diplomaten wildert, entwertet gemeinsam mit der SL dessen Entscheidung, weil Spielwerte in den meisten Fällen eine begrenzte Ressource darstellen. Hat sich ein Spieler entschieden Ressourcen dort zu verteilen und dann gibt es die Kompetenz "für Umme", wurde seine Entscheidung entwertet.

2) Ob eine Probe nach Beschreibung eine Entwertung darstellt, hängt stark von der Interpretation der Probe ab. In Systemen oder  bei SL, die in ihrem Interpretationsraum hier eingeschränkt sind, kann die Probe bei blanken Ja-Nein-Antworten - kenne ich selbst als Spieler so - zu blankem Frust führen. Nun gibt es aber einen deutlich größeren Spielraum als Ja und Nein, indem einfach an die Worte ein "aber" oder "und" angehangen wird.

Coole Gänsehautrede gehalten, dann aber den Wurf versemmelt? Ja, die Thorwaler helfen die Manufaktur zu stürmen, aber sie legen die Bude und die beiden Nebengebäude in Schutt und Asche. Und du wirst als Rädelsführer gesucht.

Verführen toll beschrieben, aber Probe verhauen? Ja, er findet dich großartig, aber seine Frau, hohes Tier in der Konzernsicherheit, ist nicht so begeistert.

Mr. Fast Talk mit dem Geldbeutel hat die Überredenprobe verhauen, um an der Wache vorbei zu kommen? Nein, die lässt dich nicht durch, aber dahinten scheint ein Diener deine Aufmerksamkeit auf sich ziehen zu wollen, der das Gebäude verließ, während du auf die Wachen eingelabert hast.

Mach das "Scheitern" zu einem Sieg an anderem Orte oder zu einem Pyrrhussieg. Gib den Spielern mehr als sie wollten oder etwas anderes, hilfreiches, als sie wollten. Lass das durch die Narration des Spielers bestimmt werden. Es wird die Aktion des Spielers und sein Spielwert wertgeschätzt, weil beide Eingang in das Ergebnis finden. Und das gibt der Geschichte einen Spin.

P.S. Das ist in Fate Core ab Werk drin, noch ein Punkt, warum ich das mit BW ganz am Anfang aufgeführt habe. BW erzielt ähnliches durch seinen zu verhandelnden Kompromiss, wenn vom System die groben Umrisse gegeben werden. Ein blankes Ja oder Nein ist da auch selten.

Issi:

--- Zitat von: Edvard Elch am 19.03.2017 | 10:25 ---@ Issi: Wo ist der Unterschied zwischen den folgenden beiden Szenarien?

1. S: "Ich möchte dem Typen mit meiner Balliste von hinten durch die Brust ins Auge schießen."
SL: "Okay, würfel mal."
Danach wird der Ausgang je nach Würfelergebnis ausgespielt und beschrieben.

2. S: "Ich möchte den Typen dazu überreden, mir die Schlüssel für die Schatzkammer des Königs zu geben."
SL: "Okay, würfel mal."
Danach wird der Ausgang je nach Würfelergebnis ausgespielt und beschrieben.

--- Ende Zitat ---
Sowohl bei 1. als auch bei 2. geht es um das "wie". Frage: Wie möchtest Du den Typen über reden?(welche Argumente benutzt du)
SL -schaetzt aufgrund der Argumentation ab, ob der Typ die Schlüssel hergibt.(Er weiss ja warum der Typ den Schlüssel besitzt bzw. bewacht)
Gegenfrage: Warum sollte er die Schlüssel ueberhaupt hergeben? (Grund)

Auch bei 1. muss erst das Vorgehen geklärt werden. Die Balista muss durch den SC richtig und unauffällig im Rücken des NSC positioniert werden ohne, dass der das merkt.Hier ist ebenfalls wichtig wie der Spieler mit dem SC vorgesehen will um sein Ziel zu erreichen.

Bei 2.kommt hinzu, dass die Intentionen des NSC für den Spieler nicht sichtbar und damit abschaetzbar sind. Die kennt nur der SL, der abschätzen muss, ob die Idee bzw. Argumentation des Spielers dem Ziel dienlich ist. Und eine Chance hat den NSC zu beeinflussen.

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