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Moderne Systeme für Breitgefächerte Charactere

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Der Nârr:
Runequest 6 und folgende bzw. das aktuelle Call of Cthulhu. Man steigert, was man angewendet hat, dadurch sind breit gefächerte Charaktere sogar im Vorteil! Das ist eigentlich ein bisschen wie in DSA 2-3.

GURPS 4e. Es hängt natürlich auch von den CP ab, ich fand dort breitgefächerte Charaktere mit vielen Fertigkeiten sehr gut möglich.

Systeme, in denen man Allrounder sein kann weil es einfach keine Werte gibt, die das unterscheiden, lasse ich jetzt mal außen vor...

Greifenklause:

--- Zitat von: Ein Dämon auf Abwegen am 12.06.2017 | 16:18 ---In DSA 5 hab ich mich jetzt noh nict so stark eigelesen, aber bei DSA2-3 hatte man sobald man irgenwann mal bei höheren Stufen ankam schon rechbrauchbare werte in vielen Fähigkeiten. Und viel mehr als 10 braucht man bei den meisten Talenten mEn auch nicht wirklich.

Ich kann bei DSA3 zudem z.B. Locker einen Krieger bauen, der neben den Nahkampf auch gut im Fernkampf, Waffenlosen Kampf und Lanzenreiten ist, bei DSA4 wäre das unbezahlbar.

--- Ende Zitat ---

Nein, nicht in der entsprechenden Stufe. Es werden hier Äpfel mit Birnen verglichen.
Ich bin längst kein Fan von DSA4 (mehr). Aber dass bei etwa gleicher Erfahrung der DSA4-Kämpfer gegenüber dem DSA3-Kämpfer abstinkt, stimmt schlichtweg nicht. Zumindest dann nicht, wenn man bei DSA3 "ehrlich gewürfelt" hat.

Die Wahrnehmung war nur uU eine schlichtweg andere. In Foren wurden einem oft absurd hohe Werte um den Kopf gehauen und als "normal" verkauft, während bei DSA 3 eine 15 in Schwerter schon richtig geil war.
Des Weiteren kannte DSA4 Manöver mit absurd hohen Zuschlägen. Da reichte AT 16 halt nicht....
Wer sich aber wie zu DSA3-Zeiten mit Wuchtschlag und Finte begnügte, dem reichten auch entsprechende AT/PA-Werte.

Zumal man bei DSA4 sehr viel früher auf zB AT/PA-Werte von 15/15 kam (ohne dass andere Fertigkeiten absurd niedrig waren), dafür hätte man bei DSA3 ein Jahr stricken müssen. Wenn man wollte.
Ich konnte bei DSA4 wesentlich mehr Äcker bestellen, als es mir bei DSA3 jemals möglich war.
Beide Systeme habe ich jahrelang sehr gerne gespielt und fand sie rückblickend nur noch zum kotzen.
DSA5 macht es besser.
Splittermond macht es noch besser.

Greifenklause:

--- Zitat von: Der Narr am 12.06.2017 | 16:29 ---Runequest 6 und folgende bzw. das aktuelle Call of Cthulhu. Man steigert, was man angewendet hat, dadurch sind breit gefächerte Charaktere sogar im Vorteil! Das ist eigentlich ein bisschen wie in DSA 2-3.

...

--- Ende Zitat ---

Diese Regel ließe sich auf alle möglichen Systeme übertragen. Die meisten System kennen diese Regel auch, zumindest als optional.
Ich halte sie für überflüssig. Wenn ich breitgefächerte Charaktere will, bitte ich meine Spieler drum.
Im Zweifel machen sie es von allein. Und wenn nicht, mag es einfach an unterschiedlichen Interpretationen liegen.
Außerdem lösen solche harten Regeln weder das Problem von "Ausgespielt aber nicht ausgewürfelt, bekomme ich trotzdem ein Kreuz"
noch von "Lernen in der spielfreien Zeit".
Da ist mir "steigert, was ihr für richtig haltet" mittlerweile lieber. Wo man da individuell zB durch Caps (nach oben) oder Verbreitungsbegrenzungen (in die Breite) Begrenzungen einführt, soll jede Gruppe für sich selbst entscheiden.

Splittermond ist da vielleicht ein gutes Beispiel. Es kennt ein "weiches Stufensystem", das bedeutet: "Bis ihr 100 Erfahrungspunkte ausgegeben habt, dürft ihr eure Fertigkeitswerte nur bis 6 steigern und eure Eigenschaften jeweils nur 1x gesteigert haben"
Dadurch haben selbst durchgeplante Charaktere noch viele Punkte für Sekundär- und Tertiärfertigkeiten oft frei.
Und eher fluffig und breit aufgestellte Charaktere haben noch genug Zeit zum Aufholen, sollte das Fähnchen plötzlich Richtung "Optimierung" tendieren.

Zwar hat Splittermond viele Fähigkeiten zusammengefasst, gleicht dies aber über attraktive Spezialisierungen und interessante "Meisterschaften" wieder aus. Zwei Charaktere, die von ihren reinen Fertigkeitswerten sehr ähnlich aussehen, unterscheiden sich über Spezialisierungen und Meisterschaften dann halt doch (in kürzester Zeit).

Boba Fett:

--- Zitat von: Ein Dämon auf Abwegen am 12.06.2017 | 16:18 ---Ich kann bei DSA3 zudem z.B. Locker einen Krieger bauen, der neben den Nahkampf auch gut im Fernkampf, Waffenlosen Kampf und Lanzenreiten ist, bei DSA4 wäre das unbezahlbar.
--- Ende Zitat ---

Kurz gesagt, da Du ja ein System suchst:

Nimm Midgard 5, da ist das locker möglich. Er hat dann sogar noch Punkte übrig, um anderes zu lernen.
Midgard 5 ist von 2013

OldSam:
Spontan würde ich jetzt mal FATE und GURPS nennen, also gleich 2 prominente Universalsysteme... ;)

Ich verstehe es dabei so, dass die Systeme auch von den typischen "Anforderungen" der Abenteuer/Missionen gut mit breiter aufgestellten Fähigkeiten arbeiten. Bei FATE ist es natürlich etwas trickreich zu definieren (man kann es leicht auch anders sehen), aber im Prinzip erlaubt der Aspekt-Ansatz eine grundsätzlich enorm breite (kreative) Anwendung. Wenn die Aspekte selbst nun auch noch inhaltlich gut auseinander liegen, ist das ziemlich breit aufgestellt IMHO... FATE ist dann tendenziell auch eher ein System wo durch den SL solche kreativeren/breiteren Skill-Anwendungen gut zugelassen bzw. sogar gefördert werden :)

Bei GURPS entsteht die Breite durch viele verfügbare Skills u. Advantages, die verschiedenste Spezialisierungen zulassen (und eben auch kleine "fluffige" Ergänzungen wo man jeweils nur einzelne Punkte reinsteckt, die prozentual locker zu verschmerzen sind). Im Kontrast zu eng gefassten Skill-Sets ist dabei die Idee mehr Charakter-Differenzierung (Nischen) in den Gruppen zu fördern und natürlich auch in bestimmten Situationen, die jeweiligen Fachkenntnisse zu würdigen und den Chars Farbe zu verleihen - z.B. der Söldner, der Hobby-Astronom und Sportfechter ist :) ...auch hier wird tendenziell natürlich anvisiert, dass der SL solche Skills im Verlaufe von Kampagnen auch irgendwann mal anspielt, wenn es geht (bspw. nutzbares Wissen bestimmter Namen von Himmelskörpern o. die Gelegenheit den Pokal bei einem Fechtturnier zu gewinnen und dadurch an eine besondere Connection zu kommen).

Sowas in der Richtung...  :d


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