Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen

Warum läuft Fantasy besser als jede anderes Genre?

<< < (2/20) > >>

Fillus:

--- Zitat von: YY am 18.08.2017 | 15:59 ---Wie kommst du darauf?

In jedem x-beliebigen Bücherladen ist die Fantasyecke nicht nur relativ groß, sondern auch voller Bücher, von denen ich noch nie gehört habe. Und wenn ich das nächste Mal da bin, ist der Bestand gefühlt komplett durchgewechselt mit neuen Büchern, von denen ich noch nie gehört habe.
Plus ein immer vorhandenes Regal GoT und lieblose Klone... :P



Zum eigentlichen Thema:
Der Eskapismus-Faktor ist bei Fantasy gefühlt am Größten - oft genug unberechtigt.

--- Ende Zitat ---

Noch vor Jahren konnte man fast jedes Buch mit dem Thema Buch mit dem Thema bei einem Verlag unterbringen und SF z.B. brauchte man gar nicht groß versuchen, sofern man nicht schon einen Namen hatte. Der Markt an Fantasy ist gesättigt und leicht Rückläufig.
So jedenfalls habe ich es vernommen, was nicht heissen muss das es die unumstößliche Wahrheit ist. ;)



YY:

--- Zitat von: KhornedBeef am 18.08.2017 | 16:08 ---Wobei ein SciFi-Setting Technologie kaum anders als Magie behandeln müsste. Arthur C. Clarke lässt grüßen.

--- Ende Zitat ---

Das kommt aufs Setting an - ebenso wie der Umstand, ob es bei SF überhaupt um "unsere" Zukunft geht.

Andersrum muss mir jedes Fantasy-Regelwerk auch neu erklären, wie die üblichen Verdächtigen in einem Setting X funktionieren, welche Unterschiede und Twists es gibt usw. usf.
Vom Thema Magie ganz zu schweigen. Da kommen dann nämlich haargenau die gleichen Fragen auf wie bei Hochtechnologie: Was kann sie, was warum nicht etc.


Gerade im Vergleich mit SF profitiert Fantasy mMn von einer deutlichen Fehlwahrnehmung speziell im Rollenspielkontext.
Da stellen sich viele Fragen nicht, weil man sie nicht stellen will. Wenn man sie in anderen Kontexten/Genres dann zwingend beantwortet sehen will, muss man sich an genau eine Nase packen, nämlich die eigene.




--- Zitat von: Fillus am 18.08.2017 | 16:15 ---Der Markt an Fantasy ist gesättigt und leicht Rückläufig.

--- Ende Zitat ---

Zauberwort gesättigt.
Will heißen: es gibt dermaßen viel Fantasy-Kram, dass das selbst die eingefleischten Fans nicht mehr alles kaufen können. Und an diesen Punkt ist man gekommen, weil Fantasy so gut läuft, nicht weil es am Verschwinden ist.
Und das wird auch auf einem immer noch hohen Niveau bleiben.

nobody@home:
Weil früher alles besser und einfacher war und das Leben heute schon so furchtbar kompliziert ist und sich daran in der Zukunft mit all ihrer futuristischen Hai-Tek auch nichts ändern wird. Das meine ich nicht mal primär historisch (wo es eh eine unzulässige Vereinfachung wäre), sondern vor allem von der persönlichen Entwicklung her -- mit Märchen und Magie und dergleichen sind viele von uns wahrscheinlich fast sofort in ihrer Kindheit in engere Berührung gekommen, als wir die ganzen Erwachsenenprobleme noch den Erwachsenen selbst überlassen konnten. Das ganze Gewicht der ärgerlichen und teils ganz offensichtlich unfair verwickelten "mundanen" Realität, in der man beispielsweise dem Drachen Finanzamt nicht mal eben mit einem schnellen heldenhaften Streich den Garaus machen kann, kam dagegen erst deutlich später.

Mit anderen Worten, der Rosarote-Brillen-Effekt. ;)

Moonmoth:
Fantasy ist erst einmal wirklich sehr nah am Vertrauten. Zauberei und quasi-Mittelalter als Konzepte sind den Leuten vertraut und man kann leicht Bilder im Kopf entstehen lassen, ohne viel zu erklären. Du kannst z.B. Zwerge relativ leicht erklären, da die Konzepte eigentlich einfach eine bestimmte Stereotype für Menschen als Grundlage verwenden: „Konservative, untersetzte Handwerker mit Bart und Neigung zu hartem Alkohol.“

So ähnlich geht es mit den Szenarien weiter: Es ist nah an einer bekannten Realität. Eine Gausskanone? Gib den Spielern ein Schwert, das kennen sie oder haben zumindest eine Vorstellung.

Es gibt daher meiner Ansicht nach durchaus gute Gründe, warum z.B. Shadorun das mit Abstand erfolgreichste Rollenspiel mit starken Cyberpunk-Einschlag wurde - der Einstieg über bekannte Völker und Konzepte aus der Standart-Tolkienesken Fantasy.

YY:

--- Zitat von: Moonmoth am 18.08.2017 | 16:56 ---Es gibt daher meiner Ansicht nach durchaus gute Gründe, warum z.B. Shadorun das mit Abstand erfolgreichste Rollenspiel mit starken Cyberpunk-Einschlag wurde - der Einstieg über bekannte Völker und Konzepte aus der Standart-Tolkienesken Fantasy.

--- Ende Zitat ---

Einspruch:

SR bietet genau die Konzepte und Fragestellungen und macht sie zum zentralen Inhalt, die hier als problematisch benannt wurden.
Nicht nur, aber auch.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln