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Warum läuft Fantasy besser als jede anderes Genre?

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Der Rote Baron:
Viel Spaß damit!  :d

Allerdings: Für mich wäre die Vorstellung des Rolelnspiels vor dem Monitor mit all den Blickapparaten und ohne echte menschen um einen Tisch ein Grund, das Spielen einzustellen. Wäre gar nicht mein Fall - selbst wenn es natürlich genremäßig passt.

Ich selber habe in nunmehr 34 jahren kaum SciFi gespielt: in den 80er ein paar Mal Sternengrade und vielleicht dreimal Traveller, ein wenig Star Wars (nach D6 und nach HERO), Shadowrun und einmal Cyberpunk 20.20 und in den 90er und gerade aktuelle Space Gothic - wobei das ja mehr militärisch-dystopisch ist als SciFi im engeren Sinne.

Ansonsten haben wir schon moderne Sachen gespielt (Heroes Unlimited, Champions, Pulp HERO, Cthulhu, D20 Modern, Twillight 2000), aber für SciFi hat es nie gereicht für was längeres:
Shadowrun war uns zu powergamig und pubertär - später dann von der Realität überholt (Stichwort: Cyberspace)
Star Wars D6 gefiel vom System nicht, kam aber auch als HERO-Adaption nicht so sehr aus dem Quark.
Sternengarde war die Frühzeit und konkurrierte da stark mit D&D in der Spielgunst - und verlor.
Traveller war so gar nicht unser Ding - zu offen im Setting, zu wenig unterstützt mit Abenteuern, zu wenig geeignet als Kampagnenspiel ("Was?! Es git keinen Erfahrung und ich kann praktisch nie besser werden? Wasn't das fürn S... wie jetzt? Ich bin bei der Charaktererschaffung daruf gegangen!?! JA SUPER!"). Würde ich heute anders sehen, aber mit 15,16 ...
Space Gothic war mit unserer Kampfgruppe Nazareth da noch die längste und beste Kampagne im SciFi: Allkatholische Kampfschweine im Templarorden - treu wie Gold, dummw ie Brot, Grantae drauf, dann ab zur Beichte! Leider haben uns dann irgendwann die Aliens (die es gar nicht gibt - eigentlich) zerbissen. Das erste mal war am besten; jetzt ist es gut, aber kommt irgendwie nicht dran.

SciFi ist für mich unzugänglicher als Fantasy oder Moderne: Aber ich bin auch von Huase aus Historiker und Sozialwissenschaftler und nicht wehr technikaffiv (siehe oben  ;)).

YY:

--- Zitat von: Der Rote Baron am  2.09.2017 | 20:27 ---Aber ich bin auch von Huase aus Historiker und Sozialwissenschaftler

--- Ende Zitat ---

Da gibts doch keine bessere Spielwiese als gut aufgezogene SF  :)

Tante Petunia:

--- Zitat von: YY am  2.09.2017 | 20:36 ---Da gibts doch keine bessere Spielwiese als gut aufgezogene SF  :)

--- Ende Zitat ---
In der Tat!  :d

Der Rote Baron:
Ich kann dazu nur sagen, dass mir meinen Solomon Kane-Kampagne soviel Freude macht, weil ich (abgesehen, dass die Plot-Point-Kampagne wirklich gut ist) mich in allerlei historische Details wie Währungen, Herrscher des nahen und fernen Ostens, höfische und städtische Gepflogenheiten Frnakreichs, Verwaltung Transylvaniens, die portugiesische Eroberung Indiens, die Struktur des Wiener Hofes udn die Reichsverwaltung des Heiligen Römischen Reiches eingerarbeitete habe und dies das Spiel lebendiger, realistischer und aufregender machte.

Und man wird nicht dümmer dabei!  ;)

Sicherlich mag die Sozialstruktur des Imperiums, die Adelsstruktur bei Traveller oder das Dogma der allkatholischen Kirche bei Space Gothic ach wichtig sein bzw. das Spiel auch befördern, wenn man sich da als historisierender Sozialwissenschaftler oder sozialwissenscftlender Historiker hineinkniet, nur ist das alles im Vergleich
a) ziemlich faktearm (das bissschen über die Allkatholische Kirche in SP ist nicht der Rede wert)
b) machmal ziemlicher Krampf, wenn man da zu genau hinschaut (siehe oben), weil da eben oft entweder keien Gesellschaftswissenschaftler am Werke waren UND/ODER man der Meinung war, dass das die meisten Leute eh nicht so interessiert - und RECHT haben sie! Was ich da an Recherchen treibe ist ja meinem Interesse geschuldet und so sehr meine Spieler es auch schätzen, so oft stöhnen sie auch, wenn ich ihnen die neuesten Wechselkurse von Livre u Schilling, zu Rheinische Gulden zu Dinar, zu Käsch und wieder zurück zu Escudos entfalte. Und dann kommt noch der Baron Spezial: Waffengesetze für Ausländer im Osmanische Reich! Oder London! Paris ist eben nicht Tiefwasser, wo man ohne Plattenpanzernicht zum Bäcker geht (oder keiner was dabei findet) - und nach manchen Städtegesetzten im Reich konnte man bei dem Mitfhren eines zu langen Messers schon mal aus der Stadt gepeitscht werden oder die Hand (oder einen Finger) verlieren, wenn man die Strafe nicht zahlen konnte. - man kann die Plot-Point-Kampagne auch ohen diese Recherchen spielen - sie macht danna uch Spaß.
c) viel Arbeit ist, da man alle Lücken selber stopfen muss.
d) wenig dabei selber lernt. Mein Allgemeinwissen reichert sich an durch all diese interessanten kleinen Fakten. Klar, das tut es auch, wenn ich den Familienstammbau von Luke Skywalker auswendig lerne. Nur: Die Vilayet-Struktur des Ormanische Reichs find eich interessant - Lukes Onkel und Tanten nicht. Das erte behalte ich, das zweite finde ich schon beim Lesen zum Gähnen.

Sicherlich gibt es sehr interessante SciFi-Settings mit ausgeklügelten gesellschaftlichen Strukturen, zur Geschichte, dem Werden und Vergehen - ich kenne die nur zu wenig, auch weil ich wenig techikaffin bin und mich Raumfahrtszenarien nicht sonderlich reizen.

Ich würde jederzeit SciFi spielen wollen - "richtig", nicht unbedingt Star Wars (Fantasy im Weltraumkleid) oder bloß Space Gothic (gefällt mir, aber ich hätte da auch nichts gegen eine richtige Söldner- oder Militärkampagne), vor allem, weil ich das bisher noch nie gespielt habe über mehr als drei,vier Sitzungen (und das ist 25+ Jahre her).

Aber in meiner Gruppe findet sich niemand, der da große Lust zu hätte. Und ich recherchiere gerade was zu Köln um 1610 und bald zum Spansichen Vizekönigreich Mexiko. Für Balster und Raketen belibt da keine Zeit und Personal.  8)

nobody@home:
Okay, aber Solomon Kane ist auch ein Spezialfall, weil der schon vom Ansatz her in einer Epoche der realen Weltgeschichte herumabenteuert. (Und wahrscheinlich hat sich auch da schon der olle Robert E. Howard selbst nicht allzu sehr mit detaillierter Recherche für seine Geschichten abgegeben, zumal der ja seinerzeit auch noch kein jederzeit abrufbereites Internet zur Verfügung hatte; ein paar halbwegs authentisch klingende Namen, Orte, Jahreszahlen und sonstige Begriffe mußten eben reichen.) Da kann dann natürlich mangels Masse kein von maximal einer kleinen Gruppe von Leuten frei aus den Fingern gesogenes Originalsetting wirklich mithalten -- und das völlig unabhängig vom Genre.

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