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Geschlecht des Protagonist und Kauf Entscheidung ?

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KhornedBeef:
"politische Bildung"
Da gibt es ja zum Glück genügend Romane, die in der Hinsicht völlig unverdächtig sind.
Ich finde übrigens andere Geburtenrate, generell unerwartete Unterschiede  zwischen Menschen, Geschlechtern, Wesen genau den Bereich wo Fantasy ihre Daseinsberechtigung hat. Wenn natürlich die "Menschen" in einem Setting offensichtlich unsere Menschen sind dann sticht es schon ziemlich heraus, wenn nur Männer auftreten.

nobody@home:
Ich denke, an der ganzen "Männer sind halt der Normalfall und Frauen die Ausnahme"-Grundidee werden Gesellschaft und Literatur noch eine ganze Weile zu knabbern haben.

Wobei gemischte Protagonisten-Ensembles da meiner Meinung nach durchaus auch noch mitbetroffen sind. Gemischte Gruppe mit männlichem Anführer? Sicher, ganz normal, sieht man überall. Gemischte Gruppe mit einer Frau an der Spitze? Da gehen dann, denke ich, schon wieder die ersten Augenbrauen hoch -- das ist eben noch eindeutig "ungewöhnlich".

Kowalski:

--- Zitat von: nobody@home am  1.12.2017 | 11:45 ---Ich denke, an der ganzen "Männer sind halt der Normalfall und Frauen die Ausnahme"-Grundidee werden Gesellschaft und Literatur noch eine ganze Weile zu knabbern haben.

Wobei gemischte Protagonisten-Ensembles da meiner Meinung nach durchaus auch noch mitbetroffen sind. Gemischte Gruppe mit männlichem Anführer? Sicher, ganz normal, sieht man überall. Gemischte Gruppe mit einer Frau an der Spitze? Da gehen dann, denke ich, schon wieder die ersten Augenbrauen hoch -- das ist eben noch eindeutig "ungewöhnlich".

--- Ende Zitat ---

Das Problem kann auch die Fäntelalter Mischung sein.
Dann mischen wir Erwartungen und vermeintliches Wissen von der Vergangenheit mit einem Setting das ausgedacht und somit frei ist.

Dabei ist das eine Mesalliance zwischen Publikumserwartungen und vorauseilendem Gehorsam der AutorInnen.
Allerdings funktioniert es, werden doch Bücher die gegen den Strich bürsten eher gemieden weil sie eben den Klischees nicht entsprechen.

Bei mir ist die Kaufentscheidung eher der Autor. Nicht die Protagonisten.
Das männlich Autoren glaubhafter männliche Pro- und Antagonisten darstellen können, das ist in der Regel so.
Das weibliche Autoren in meinem Leserepertoire unterrepräsentiert sind liegt an der SciFi Konzertration.
Die wenigen Frauen die das auch schreiben haben es ordentlich gemacht, so das ich bei Büchern das Geschlecht des Autors nicht primär als Kaufentscheidung ansehe. Eigentlich heben die Frauen sogar das Niveau. MZB, Tanith Lee, C.J.Cherryh, Joan D. Vinge haben Werke vollbracht die zum Teil über dem durchschnitts-Sf-Schreiberling liegen. Trotzdem weniger als 10% meiner Bücher.  :(

Scimi:

--- Zitat von: KhornedBeef am  1.12.2017 | 08:23 ---Soso, deine Fantasyromane widersprechen deiner Alltagswahrnehmung? *gacker*  ~;D
Ich mein ja nur...

--- Ende Zitat ---

Da könnte man jetzt wieder eine "Realismus vs. Plausibilität"-Diskussion ansetzen.

Aber ich kann genausogut den ganzen Fantastikkram außen vor lassen und meine Aussage stehenlassen: meine Krimis, (nichtübernatürlicher) Horror, Kinderbücher, Abenteuerromane und was ich sonst noch so herumstehen habe — überall dasselbe Phänomen, dass Frauen häufig gar nicht vorkommen, unsichtbar sind, keine Rolle spielen oder flach, uninteressant oder scheiße sind.

Das Schwierige ist, dass sich das am einzelnen Buch nicht unbedingt festmachen lässt: Ein Hauptcharakter darf ja männlich sein, muss es vielleicht sogar sein, weil die ganze Geschichte an männlicher Kultur, männlicher Erfahrung und männlichen Rollenbildern hängt. Und ein Buch würde auch nicht automatisch besser, wenn man einfach das Geschlecht jeder Figur per Münzwurf bestimmt — der Autor hat sich ja bei der Auswahl und Besetzung seines Ensemble für die Geschichte etwas gedacht und eine gute Figur ist sehr viel mehr als nur Geschlechtsvertreter.

Aber aus einzelnen Büchern, die ich jedes für nicht beanstanden würde, wird insgesamt ein Bücherschrank, der ein monströses Problem mit Geschlechterverteilung hat.  :o Und das Einzige, was dagegen hilft, ist eine Quote.  ;)

Maarzan:

--- Zitat von: nobody@home am  1.12.2017 | 11:45 ---Wobei gemischte Protagonisten-Ensembles da meiner Meinung nach durchaus auch noch mitbetroffen sind. Gemischte Gruppe mit männlichem Anführer? Sicher, ganz normal, sieht man überall. Gemischte Gruppe mit einer Frau an der Spitze? Da gehen dann, denke ich, schon wieder die ersten Augenbrauen hoch -- das ist eben noch eindeutig "ungewöhnlich".

--- Ende Zitat ---

Das ist einfach eine Frage der Kultur und die ist wiederum weitgehend das Produkt der sozioökonomischen Umstände - und die können halt stark von unseren Bedingungen abweichen, sei es durch genügend Technik, Magie oder auch andere Überlebensumstände.

Wenn man jederzeit mit einem Angriff rechnen muss und nicht auf schnelle Hilfe hoffen kann, dann reicht es eben nicht, dass nur Männer wehrtauglich sind. Wenn Magie oder göttliches Wirken relevant ist, dann hebelt das auch viele "übliche" Geschlechterrollen aus.

Aber das ist dann ein tiefgreifenderer gesellschaftlicher Wandel als nur "its magic", jetzt einfach mit neuer Wünschdirwasgeschlechterpolitik.
Es gibt eben einen deutlichen Unterschied zwischen "starken Frauen" und "Feminismus-MarySues".

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