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Gibt es für euch rationale Regelwerks-Abtörner?

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alexandro:
Es gibt praktisch keinen nennenswerten Unterschied zwischen einer guten Fanfiction und einem guten Roman.
Ebenso wie es keine nennenswerte Unterschiede zwischen schlechter Fanfiction und schlechten Romanen gibt.
Der einzige Unterschied ist idR, dass das eine gedruckt ist und das andere nicht (wobei die Grenzen da auch fließend sind - siehe "light novels" oder GRRMs aktuelle Veröffentlichungsform von "Winds of Winter").

Sinnvoller wäre also:
Eine gute Geschichte entspricht sowohl einer Rollenspielrunde mit gutem SL, als auch einer harmonischen Runde im SL-losen Spiel.
Eine schlechte Geschichte entspricht sowohl einer Rollenspielrunde mit schlechtem SL, als auch einer nicht-harmonischen Runde im SL-losen Spiel.
Der zu überprüfende Faktor ist in diesem Fall das Ergebnis (was auch sinnvoll ist, da selbst (z.B.) zwei distinkte Runden bei (distinkten) guten SLs aus unterschiedlichen Komponenten bestehen und daher nicht vergleichbar sind.

Eulenspiegel:

--- Zitat von: alexandro am 18.12.2017 | 00:13 ---Es gibt praktisch keinen nennenswerten Unterschied zwischen einer guten Fanfiction und einem guten Roman.
--- Ende Zitat ---
Nicht im fertigen Produkt. Aber in der Erschaffung!

Bei einem Roman hat jemand anderes die Geschichte erschaffen. Der Fan ist nur passiver Leser.
Bei einer Fanfiction hat der Fan die Geschichte selber erschaffen. Er ist aktiver Autor.

Das fertige Produkt mag sich nicht unterscheiden. Aber die Art und Weise, wie der Fan es wahrnimmt, unterscheidet sich: Einmal als passiver Leser und beim anderen Mal als aktiver Autor.

Auch ist der Zweck ein anderer:
Bei einem Roman schreibt der Autor das Buch, damit andere Leute das Buch lesen.
Bei einer Fanfiction ist jedoch das Schreiben selbst der Mittelpunkt. Wenn andere die eigene Fanfiction lesen, mag das zwar ein netter Bonus sein. Aber selbst, wenn kein anderer die Fanfiction lesen will, hat es sich trotzdem gelohnt, da das Schreiben selber im Mittelpunkt steht und nicht das Lesen.

alexandro:
Das ist der größte Blödsinn. Du scheinst nicht zu verstehen, warum Leute Fanfiction schreiben. Der Fanfiction-Autor schreibt die Geschichte idR nicht nur für sich selbst, sondern für andere Fans (welche die Geschichte passiv lesen). Er teilt sie in entsprechenden Gruppen und freut sich über Feedback, genau wie ein "richtiger" Autor.

In beiden Fällen gibt es einen Autor und einen (mehr oder weniger großen) Leserkreis.

Eulenspiegel:

--- Zitat von: alexandro am 18.12.2017 | 01:46 ---Das ist der größte Blödsinn.
--- Ende Zitat ---
Solche Beleidigungen müssen echt nicht sein.  ::)

Zum nicht-beleidigenden Teil deines Posts:
Auf das Thema Wahrnehmung bist du nicht eingegangen.

Zum Thema Zweck:

--- Zitat ---Du scheinst nicht zu verstehen, warum Leute Fanfiction schreiben.
--- Ende Zitat ---
Nochmal die Frage an dich: Hast du schonmal eine Fanfiction geschrieben?

Klar, alle Geschichten, die man kennt (ohne den Autoren persönlich zu kennen), wurden veröffentlicht. Das liegt aber daran, dass man unveröffentlichte Geschichten selten kennt. (Außer man kennt zufällig den Autoren persönlich und tauscht sich darüber aus.)

Ich kann dir versichern, dass es zahlreiche unveröffentlichte Geschichten gibt. Und dass es während des Schreibens auch nie geplant war, diese Geschichten zu veröffentlichen.

Zum Thema Feedback:
Ja, man hätte gerne Feedback, weil man wissen möchte, wie es bei anderen ankommt.
Aber die Leser lesen die Geschichte dann nicht aus intrinsischen Motiven, sondern um den Gegenüber Feedback zu geben.

Das ist dann häufig "eine Hand wäscht die andere": Ich gebe dir Feedback. Dafür gibst du mir Feedback.

Ein George R. R. Martin oder ein Stephen King wollen in dieser Form kein Feedback von den Lesern. Die freuen sich, wenn ihr Produkt gut verkauft wird.

alexandro:
Dir ist schon klar, wie George Martin angefangen hat, oder?  ^-^ Und auch erfolgreiche Autoren (wie King) holen sich Feedback von ihren Kollegen (auch Fanfiction-Autoren zeigen ihre unfertigen Geschichten nicht jedem, sondern nur bestimmten Beta-Lesern - erst wenn sie von diesem das Feedback haben, teilen sie diese mit einem größeren Publikum - Feedback ist für sie also nicht Selbstzweck).

Und mal eine Gegenfrage: wieviele (unveröffentlichte) Fanfiction-Autoren kennst du persönlich, dass du derart pauschale Aussagen machen kannst (statistische Hypothesen brauchen Belege)?

Ist aber auch Belanglos, da du ja bestätigst, dass es für das Rollenspiel keinen Unterschied gibt: denn jede Spielrunde entsteht durch das Feedback, welches die Spielteilnehmenden geben. Selbst wenn der SL nur eine Situation beschreibt und der Spieler darauf sagt, was seine Figur machen würde, ist das Feedback. Folglich können (nach deiner Definition) Rollenspielrunden gar nicht wie Romane sein.

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