Pen & Paper - Spielsysteme > D&D - Dungeons & Dragons

Warum beeinflusst Rüstung eigentlich die Rüstungsklasse?

<< < (5/16) > >>

Buddz:
@chad vader (& mittlerweile auch viral): Hier geht es ja erst mal nicht um Treffer, sondern eher um die "Nicht-Treffer". Das gehört natürlich mit zu der Problematik, denn bei einem Treffer hilft dir die Rüstung nämlich auch leider gar nicht. Aber, wie gesagt, es geht hier nicht um die Treffer. Das ist vielleicht ein Thema für ein anderes Mal.

@YY: Okay, das mit den heutigen Problemen war so daher gesagt. Es bezieht sich nicht unbedingt auf Probleme des Jahres 2018 sondern eher auf die Gegebenheiten welche sich seit den Kriegsspielvorläufern des Rollenspiels geändert haben. Wie der Kollege schon sagte, im Kriegsspielbereich gab es nach dem Angriffswurf halt nichts mehr außer dem Tod. "Heute" gibt es da aber noch Damage Dice, Hit Points, in manchen Editionen "Bloodied", und vieles mehr.

Und du hast natürlich recht - ganz weg von der Realität kommen wir nicht. Wir können unter "Baum" nicht grundsätzlich unterschiedliche Dinge verstehen. Und ganz ähnlich müssen wir uns auch drauf einigen, dass eine Rüstung auch das macht, was wir von einer Rüstung erwarten. Dies ist gerade in einem Rollenspiel wichtig wenn Spieler aufgrund der Interpretation dieser Worte Entscheidungen fällen sollen.

@Daigoro & Feuersänger: Genau das ist ja mein Anliegen. "Der Angegriffene hat die Gefahr vorausgesehen..." ist ein sehr gutes Erklärungsmuster warum der Angegriffene keinen Schaden erleidet. Aber es ist nun mal leider nicht der Proficiency Bonus welcher die AC modifiziert, sondern die getragene Rüstung. Und dann muss halt die Rüstung auch irgendwie in die Fiktion mit rein.

@simulativ: was meint ihr denn bitte mit simulativ? Simulativ im Sinne der Forge? Im Sinne von Steuererklärung '97? Und warum kommt ihr darauf, dass DnD nicht simulativ sei? Kampf ist einer der drei Grundpfeiler des Systems. Es werden (mindestens) zwei Würfelwürfe für eine einzige Attacke verwendet. Dazu kommen ein Dutzend Variablen welche auf dieses ganze Geschehen Einfluss nehmen. Kein einziges Sub-System von DnD ist so komplex. Was muss denn noch passieren damit ein Kampfsystem "simulativ" ist?

@Der Läuterer: ja, AC ist toll. Passt auch gut zu DnD. Aber Rüstung passt nicht zu AC. Oder nur in einem kleinen Sonderfall.

Lasst es mich vielleicht so formulieren. Pro Angriff gibt es zwei Fragen welche durch entsprechende Würfelwürfe und Stats beeinflusst sind. Die erste ist "Wird der Gegner getroffen?" und die zweite ist "Wie schwer wird der Gegner getroffen?". Seid ihr euch wirklich sicher, dass eine Rüstung ausschließlich auf die Beantwortung der ersten Fragen Einfluss nimmt? Ich will auch nicht abstreiten, dass eine Rüstung auch dazu beitragen kann, dass man gänzlich nicht getroffen wird. Und dass sie so minimalen Einfluss hat ist mMn auch nicht schlimm, bzw. sogar gut. Doch wenn ihr mich fragt, und ich nehme an, dass das in diesem Sinne auch gemeinhin so aufgefasst wird, dann gehört der Wirkungsbereich einer Rüstung zunächst einmal in den Einzugsbereich der zweiten Frage.

Rhylthar:
Die Variante "Armor as DR" gab es schon mal, war aber auch nicht grundlegend simulativ.

Wenn man es auf die jetzige Edition anwenden wollte, rüttelt man einem Eckpfeiler des Kampfsystems, so dass man alles andere mehr als stützen müsste, damit einem nicht das gesamte Gebilde um die Ohren fliegt. Ergo für mich: Passt, wie es ist.

Edit:
Die Fragestellungen sind nicht richtig. Eigentlich lautet die einzige Frage: "Treffe ich so, dass ich Schaden bewirke?"

Jeder Würfelwurf unterhalb der AC muss kein grundsätzliches Verfehlen sein. Man könnte es natürlich aufklamüsern (<10+DEX=Verfehlen; alles andere Treffer, aber kein Schaden), aber das ist ja eigentlich nur Makulatur.

Buddz:
"When you make an attack, your attack roll determines whether the attack hits or misses" (DnD5E, S. 194). Auch im Folgenden ist nicht von "Wirkungstreffern" die rede. Und ich meine auch nicht, dass ich das je schon mal irgendwo anders gelesen habe. Das ist erst mal RAW. Wir denken uns das mit den Wirktreffern meist dazu, da unsere Gehirne dafür gemacht sind Muster zu erkennen und den tieferen Sinn hinter etwas zu erkennen. AC entscheidet darüber ob man getroffen wird oder nicht. Aber Rüstung erhöht die AC. Da es aber keinen Sinn ergibt, dass man durch Rüstung Angriffen besser entkommen kann, kommt man logisch zu dem Schluss, dass der Angriffswurf halt nicht über Treffer sondern "Wirkungstreffer" entscheidet. Das beißt sich auch nicht mit dem Ausweichen Aspekt. Aber warum kommt dann noch hinterher ein Wurf mit dem Damage Die und Hit Points, und und und.

Ich glaube schlicht, dass Rüstung an der falschen Stelle ins Spielgeschehen eingreift. Das, oder ihr Einfluss ist zwar an der richtigen Stelle, aber der Rest danach ist überflüssig.

Und eben durch diese ungeschickte Wirkungsweise eignet sie sich schlecht als Erklärungsmuster um die Spielmechanik in die Fiktion einzubetten.

Rhylthar:
p. 7, "The d20":
Does an adventurer´s sword swing hurt a dragon or just bounce off its iron-hard scales?"

p. 14, "Armor Class":
"Your Armor Class (AC) represents how well you character avoids being wounded in battle."

chad vader:
In früheren Editionen gibt es doch auch noch diese Berührungsverteidigung, bei der einfach der Rüstungsbonus außen vor blieb. Soweit ich verstanden hatte war das so, weil es egal war, ob man eine geschützte oder eine ungeschützte Stelle damit traf. Der Umkehrschluss ist auch klar: Alle normalen Waffenangriffe waren dagegen um den AC-Bonus einer Waffe schwerer, weil ein "Hit" eben nur auf einer ungeschützten Stelle erfolgen kann. Ein "Miss" ist nach der Logik ein Schlag auf eine geschützte Stelle.

Vielleicht hilft das auch, die Vorstellung der Designer etwas zu verdeutlichen...

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln