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Wie steht ihr zu "Bestrafungsmechaniken" bei Monster?
Ginster:
--- Zitat von: nobody@home am 2.02.2018 | 14:26 ---aber was die Monster meistens kriegen, ist eine Auswahl an verschiedenen Attacken und anderen aktiven Tricks, um die man sich als SC-Gruppe auch erst mal herumtaktieren muß und -- wichtig -- auch kann. Das ist aus meiner Sicht die allemal interessantere Herangehensweise ans Monsterdesign.
--- Ende Zitat ---
Darin, dass Resistenzen/Immunitäten eher langweilige Mittel sind, Monster stärker zu machen, da stimme ich mit dir überein.
Crimson King:
--- Zitat von: Sashael am 2.02.2018 | 21:12 ---Care to explain? wtf?
--- Ende Zitat ---
Nicht drüber nachdenken. Klassischer Fall von "Wer anders spielt als ich, spielt falsch".
Ansonsten sehe ich die 4e aus drei Gründen vor den anderen Editionen. Zum einen hat sie kein Save or suck/die, d.h. man wird nicht einfach durch einen schlechten Würfelwurf aus dem Spiel genommen, zum zweiten hat sie ein halbwegs funktionierendes Balancing zwischen den Klassen, zum dritten bietet sie wesentlich mehr taktische Möglichkeiten für beide Parteien. "Bestrafungsmechaniken" gibt es dort auch, sie sind allerdings von einer Form, die nicht dazu führt, dass man sich als Spieler verarscht vorkommt. Bei den alten Editionen haben sich die Abenteuer- und Monsterbuchautoren halt allerlei völlig abstrusen und absurden Kram ausgedacht, der ausschließlich darauf ausgelegt war, die Spieler zu verarschen, pardon, den Spielern anspruchsvolle Herausforderungen zu liefern. Bei den ganzen Mimiks, Laurern, Schleimen und Konsorten soll mir keiner mit dem Argument der Konsistenz der Spielwelt kommen.
ghoul:
--- Zitat von: Sashael am 2.02.2018 | 21:12 ---Care to explain?
--- Ende Zitat ---
Na klar. Wenn die Spielwelt mit dem Stufenaufstieg der Charaktere mitwächst, hat man kein Gefühl für die eigene Macht. Alles wird immer relativiert. Wenn jede Stadtwache, jeder 08/15-Pirat, jeder Wirtshausschläger mitgelevelt wird, ist die eigene Stufe wirkungslos. Das zeigt dann, dass der SL keine Ahnung hat, wie seine Welt außerhalb der Umgebung der Spielergruppe funktioniert.
Ich meine hier zivilisierte Gebiete und Handelsrouten. Was in Dungeons oder beim Ebenenreisen passiert, ist eine andere Sache, denn die kann man als mythische Unterwelt begreifen.
Ich denke, bei D&D3 wurden viele unerfahrene Spielleiter mit diesem Problem alleingelassen. Bei AD&D2 gab es noch Anhaltspunkte, was Stufen bedeuten: Titelstufe, Anhänger, Stufe 0. Aber auch bei AD&D2 gab es schon schlechte offizielle Abenteuer, die 08/15-Lakaien bspw. auf Stufe 4 gesetzt haben, um 10.-Stüflern eine Herausforderung zu bieten. Das ist Unsinn.
Mehr dazu habe ich vor einigen Jahren im Ghoultunnel dargelegt.
ghoul:
--- Zitat von: Deep One am 2.02.2018 | 14:00 ---Noch ein Punkt: Kämpfe dauern in klassischen A/D&D-Editionen üblicherweise nur kurze Zeit. Steht die Gruppe eben nur dumm rum, wenn der Elf die Ghule schnetzelt, 5 Minuten später sind alle wieder dabei. Das is' bei z.B. 4E ja etwas anders, eine Stunde aussetzen (oder, bei einer Encounters-Sitzung, das ganze Spiel) ist nicht ganz so prall.
--- Ende Zitat ---
Ich denke, in diesem Beitrag liegt der Schlüssel aller Antworten auf den Eröffnungsbeitrag. :d
Feuersänger:
Wenn man mal hin und wieder improvisieren muss, weil man seinen Primär-Shtick nicht anbringen kann, ist das völlig okay und kann auch ganz spaßig sein. Das hat so auch erstmal nichts mit Bestrafung zu tun, aber dazu schreibe ich gleich noch was.
Hingegen komplett aus dem Spiel rausgenommen zu werden, stört mich extrem. Da hätt ich auch daheim bleiben und was anderes mit meiner freien Zeit anfangen können. Deswegen mag ich keine Save-or-Sucks.
Allerdings: das operative Wort im ersten Satz ist "mal". Im Sinne von "ausnahmsweise". Blöd hingegen ist es, wenn ich Ressourcen in eine prinzipiell sinnvolle Option investiert habe, dann aber vom SL konsequent boykottiert werde sodass ich diese Option nur alle vier Schaltjahre mal einsetzen kann.
Beispiel: wenn du in Pathfinder "Cleave" nimmst, und sämtliche Gegner immer konsequent ein Feld Abstand zueinander halten, sodass du den Feat nie einsetzen kannst.
So, nun zum Thema "Bestrafung". Eine Bestrafung ist ja eine Sanktion für unerwünschtes Verhalten, mit der Absicht dass dieses Verhalten dadurch verändert wird.
Man kann aber nun schwerlich einen Magier dafür bestrafen, dass er zaubert oder einen Schurken dafür, dass er aus dem Hinterhalt zuschlägt. Dafür sind die Klassen da, und wenn man diese Elemente nicht im Spiel haben will, soll man das gefälligst _vorher_ sagen, damit eben andere Klassen gewählt werden.
Was anderes ist das jedoch, wenn sich z.B. ein Spieler ein extremes One Trick Pony baut der zu viele Flanken offen lässt. Ich hab das schon öfter beobachtet (z.B. in 3.0), dass etwa ein Spieler bei seinem Kämpfer alles in die Offensive gesetzt hatte und dafür u.a. mit Weisheit 8 und (auf Level 1-2) negativem Willsave rumlief. Und als wir es zum Beispiel (etwa um Level 7) mit furchterregenden Grabunholden zu tun bekamen, hatte dieser Held dann natürlich sofort die Hosen gestrichen voll und durfte sich wimmernd in die Ecke kauern. Und danach lief er dann zum SL und jammerte, er bräuchte ein Item für Furcht-Immunität, sonst könne er ja da gar nichts machen. Konnte er sich freilich an die Backe schmieren.
So. Ist das jetzt "Bestrafung"? Kann man sehen wie man will. Ich fand es jedenfalls völlig legitim, dass er da mit seinem Build auf die Nase geflogen ist. [Allerdings war das auch noch, bevor ich wusste wie geshaftet man als Kämpfer gegenüber einem Zauberer ist, aber das ist wieder ein anderes Thema.]
Erlebnisse wie dieses haben übrigens mein Verständnis von Powergaming ganz entscheidend geprägt. Sodass ich seither sage, ein optimierter Charakter ist nicht einer der 3125079 Schaden macht wenn alles glatt läuft, sondern einer der auch noch operieren kann wenn es eben _nicht_ glatt läuft.
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