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Black Panther

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Vash the stampede:

--- Zitat von: Crimson King am 12.12.2018 | 16:13 ---Mich hat ja die Kombi aus High-Tech mit tribalistischer Kultur inklusive Krieger-König, der im rituellen Kampf ermittelt wird, wirklich angekotzt. Von einer Kultur mit einem entsprechenden technologischen Entwicklungs- und mutmaßlich auch Bildungsstand würde ich da echt was anderes erwarten, als "der stärkste Typ wird unser Anführer". Die Amazonengarde für den männlichen König hatte da obendrein ein G'schmäck'le. Obendrauf gibt es noch diesen faschistoiden Wakanda-für-immer-Gruß. Wenn da was ironisch aufgebrochen wurde, ist das komplett an mir vorbei gegangen.

--- Ende Zitat ---

Eine hervorragende Zusammenfassung. :d

@Film. Ich sah ihn die Tage nun zum wiederholten Male. Ist er schlecht? Für mich nicht. Ist er gut? Für mich nicht.
Er ist solide gemacht und schrammt für mich zum Glück an allem vorbei, was mich richtig ärgern ließ. Und zum Glück schreien sie nicht die ganze Zeit "Wakanda über alles", sonst wäre es zum :puke:

Achamanian:

--- Zitat von: Crimson King am 12.12.2018 | 16:13 ---Mich hat ja die Kombi aus High-Tech mit tribalistischer Kultur inklusive Krieger-König, der im rituellen Kampf ermittelt wird, wirklich angekotzt. Von einer Kultur mit einem entsprechenden technologischen Entwicklungs- und mutmaßlich auch Bildungsstand würde ich da echt was anderes erwarten, als "der stärkste Typ wird unser Anführer". Die Amazonengarde für den männlichen König hatte da obendrein ein G'schmäck'le. Obendrauf gibt es noch diesen faschistoiden Wakanda-für-immer-Gruß. Wenn da was ironisch aufgebrochen wurde, ist das komplett an mir vorbei gegangen.

--- Ende Zitat ---

Da legst du aber den Finger in die Wunde des gesamten Genres, weil da letztendlich in 99% der Fälle vermittelt wird, dass die Gesellschaft im Krisenfalle von außergewöhnlichen, vornehmlich gewaltsam handelnden Individuen geführt werden muss.
Aber klar, Wakanda romantisiert das noch mal ganz schön. Andererseits war's doch so, dass das eigentlich nur noch ein Zugehörigkeitsstiftendes Ritual ist, das in der Praxis eigentlich keine Bedeutung mehr hat, oder? (vielleicht habe ich mir das aber auch schön zurechtinterpretiert).
Dass man den ganzen gemeinschaftsstiftenden Hokuspokus um Wakanda jedenfalls nicht ernst nehmen muss, dafür steht ja T'Challas Schwester ganz gut ein.

Letztendlich ist das aber schon weit entfernt von der Kritik an der Reproduktion rassistischer Stereotype - hier geht's ja schon eher drum, was für ein Gesellschaftsbild vermittelt wird und wie man das findet. Da kann ich schon verstehen, dass Wakanda in vieler Hinsicht gruselig ist (allerdings auch nicht so viel gruseliger als eine hochtechnologische Gesellschaft, die es anscheinend irgendwie für schlau hält, ihren Planeten für die eigenen Spezies unbewohnbar zu machen). Ist bei BP jetzt aber nicht in einem Maße (und nicht so ungebrochen, sie T'Challas Schwester) so, dass es mir den Film verleidet hätte. Dem kam Infinity War (den ich auch mochte) dann doch deutlich näher mit seinem Eigentlich-hat-Thanos-ja-Recht-Unterton; dass keiner Thanos' apokalyptischen Fantasien da diskursiv irgendetwas entgegenzusetzen hatte und dieser zu groß geratene Siebtklässler, der in Philosophie und Gesellschaftskunde gerade so viel aufgepasst hat, dass er jetzt auf ganz tolle, superprovokative Gedanken kommt, die leider schrecklicher pubertärer Dünnpfiff sind, als tragische Figur abgefeiert wird, das fand ich schon echt bitter.

Eisenmeile:

--- Zitat von: YY am 12.12.2018 | 13:05 ---Du wirst nicht lange suchen müssen, um speziell hauptberufliche Kritiker zu finden, die ganz offensichtlich der Meinung sind, dass der Film durch diese Randaspekte nicht nur anders/bemerkenswert, sondern inhärent besser wird.

--- Ende Zitat ---

Ohne jetzt BP gesehen zu haben: das ist aber nicht der einzige Film, wo das passiert (und wird sonst deutlich weniger kritisch betrachtet) - und zu Recht: wer bei der Kritik den kulturellen Impact eines Films ignoriert, der wird dem Film letztendlich nicht gerecht.

Ich meine: was ist letztendlich der Unterschied zwischen "Star Wars" und "Flash Gordon"? Inhaltliche oder qualitative Kriterien ganz sicher nicht.

Talasha:

--- Zitat von: Crimson King am 12.12.2018 | 17:08 ---Bullshit. Dass ein Anführer über einen Zeikampf ermittelt wird, führt ganz sicher nicht dazu, dass der geeignetste Person auf den Chefsessel kommt. Im Gegeneil, so jemand wird wesentlich eher auf die Idee kommen, dass die enorme Macht, die so eine High Tech-Kultur nun mal hat, idealerweise genutzt wird, um seine Interessen mit Gewalt durchzusetzen. Schließlich hat genau das bei der Person selbst ja auch funktioniert.

--- Ende Zitat ---
Naja, außer dem Gorillastamm gibt es niemanden der T'Challas Familie immer mal herausfordert. Die restlichen Stämme werden wohl durch andere Faktoren ruhig gestellt.

YY:

--- Zitat von: Eisenmeile am 12.12.2018 | 20:17 ---wer bei der Kritik den kulturellen Impact eines Films ignoriert, der wird dem Film letztendlich nicht gerecht.

--- Ende Zitat ---

Genau so wenig wie jene, die den Film alleine oder zumindest primär darüber bewerten.

Der Golden Globe Award hat dafür jedenfalls keine Kategorie (was gar keine so blöde Idee wäre, aber wohl etwas mehr zeitlichen Abstand bräuchte) und für "Bester Film" reicht der Aufriss, den man in dieser Hinsicht um Black Panther gemacht hat, dann eben doch nicht - sogar ohne dass man sich wie hier noch mal gesondert drüber unterhalten hat, wie gut er seine Sache unter speziell diesem Blickwinkel überhaupt macht.


--- Zitat von: Eisenmeile am 12.12.2018 | 20:17 ---Ich meine: was ist letztendlich der Unterschied zwischen "Star Wars" und "Flash Gordon"? Inhaltliche oder qualitative Kriterien ganz sicher nicht.

--- Ende Zitat ---

Genau - dass einer dieser Filme seinen gewaltigen "kulturellen Impact" überhaupt entwickelt und nebenher ein SFX-Studio hervorgebracht hat, das inklusive seiner Ableger die Filmindustrie bis heute mit prägt und der andere sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden ist, wird sicher überhaupt nichts mit qualitativen Unterschieden in der Umsetzung zu tun haben.

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