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Kritiker vs. Superheldenfilme, war: Avengers: Infinity War

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Jiba:

--- Zitat von: alexandro am  4.04.2018 | 13:23 ---...fehlt eine tiefgreifende Analyse der Oscar-Bait-Filme fast komplett...

--- Ende Zitat ---

Also jetzt komm aber! Die Tatsache, dass sie (mögliche) Auszeichnungs-Kandidaten sind sorgt bereits für eine kontroverse Haltung dazu. Gewinnt nicht der persönliche Lieblingsfilm in L.A., Cannes oder Berlin, oder wird er erst gar nicht nominiert, kommt man doch aus der Debatte gar nicht mehr heraus. Da überschlagen sich Laien und Kritiker darin, dass bestimmte Filme doch viel besser/schlechter sind als andere, aus den Gründen A, B, C. Die objektive Filmkritik wird ja ohnehin nie geschrieben... obwohl... vielleicht irgendwann von Algorithmen.

Und die Sache mit "Bitte nehmt Superhelden-Filme filmisch ernster" könnte ich auch in Hinblick auf dieses Forum hier retour geben. Ich meine, wenn es doch vielen Zuschauern ganz offensichtlich nur um dicke Effekte und krachige Action-Szenen geht, dann ist es auch legitim die nach dem Motto abzufrühstücken "Waren die Effekte gut? Waren die Actionszenen gut? Ja? Guter Film." Klar, Superheldenfilme können uns natürlich auch was über die elementaren Aspekte des Menschseins oder über Macht und Verantwortung oder über das Älterwerden erzählen. Aber im Ernst: Wie viele Superheldenfilme tun das denn?

Genau. Bei "Birdman" findet man sowas eben eher als bei "Batman".

Und ist ja jetzt auch nicht so, als würden uns dem Arthouse-Kino öffnen... noch nicht mal dem Phantastischen oder Dystopischen. Alle diskutieren seitenlang über "Star Wars", aber kaum einer spricht über "Moon". Alle reden sich den Mund über "True Blood" fusselig, aber keiner spricht über "When Animals Dream". Also ich sehe in der Aufmerksamkeits-Ökonomie, gerade unserer Szene, eine deutlich positivere Bilanz für die Blockbuster und Fantasy-Schmachtfetzen unserer Zeit. Und ich würde schon lieber über Artsy-Filme oder Oscarverleihungen reden. Scheitert hier jedesmal nach Beitrag 5 oder so. Dann herrscht hier nämlich gähnendes Desinteresse.

Und bzgl. Genrefilm: Genres sind vor allem dann interessant, wenn ein Film ein Genre entweder absolut perfekt verkörpert (Fluch der Karibik, Der Herr der Ringe) oder transzendiert (Leone's Italo-Western z.B.). Ansonsten können wir ja primär über tolle Momente reden. Die echte Bedeutung eines Films zeigt sich sowieso erst auf längere Sicht, nämlich darin wie oft er zitiert wird.

alexandro:

--- Zitat von: Jiba am  4.04.2018 | 14:08 ---Die Tatsache, dass sie (mögliche) Auszeichnungs-Kandidaten sind verhindert bereits für eine kontroverse Haltung dazu.

--- Ende Zitat ---

Fixed your post.

tartex:
Für mich nutzt halt ein guter Superhelden-Film das (finanziell gerechtfertigte) Marketing-Interesse, um dann die Zuseher, die sowieso und wegen der Action kommen, mit tollen Themen dann auch noch entsprechend den Bauch zu pinseln. Langfristig wird sich das Marvel-Universum nur halten können, wenn es ALLE Genres, die es so gibt, vampirisch aussaugt.

Man sieht das ja schon daran, wie Disney inzwischen im Fließbandbetrieb recht junge, interessante Indie-Regisseure für die Filme nutzt.

Ich hätte auch recht sicher mit einem Marvel-La-La-Land-Verschnitt Spass.

Persönliche Filmbiographie: Bis 16 Genre-Fan. Dann bis 26 eigentlich nur Indie-Kino. (Okay, Star Wars und Superhelden auch, wenn mal was kam.)  Seit es die große Superheldenschwemme gibt, bin ich damit eigentlich durchgehend beschäftigt, aber meine bezaubernde Ehefrau nimmt mich beinahe wöchentlich in einen Festival-Film mit. Und objektiv betrachtet, muss ich sagen, dass die meisten der Filme tatsächlich um Klassen besser sind, als das Genre-Kino.

Aber das Genre-Kino hält mit Dauermarketingbeschuß mein Interesse. Jeden Tag schiebt mir Google Now unzählige Artikel über die Superheldenfilme vom nächsten und übernächsten Jahr unter und ich will wirklich wissen, wie sie meine geliebten Comics umsetzen: ob sie die Ritzen, durch die ich damals in den Heften die Wahrheit hinten den Kostümen und Kämpfen fühlen konnte, auch dort setzen, wo ich das noch heute riechen könnte.

Ich freue mich über jede neue Film- und Serien-Ankündigung immer noch wie ein Kind. Auch wenn es dann im Endeffekt doch nicht so viel Spass macht, wie erhofft. Aber ich habe schon als Kind mit Spielzeugkatalogen und Computerspielzeitschriften eigentlich mehr Spass gehabt, als mit den angepriesenen Produkten nach dem Erwerb.

Jiba:

--- Zitat von: alexandro am  4.04.2018 | 14:59 ---Fixed your post.

--- Ende Zitat ---

Mehr hast du dazu nicht zu sagen?

First Orko:
@Jiba:  :d
Würd vielleicht nicht alles unterschreiben (besonders Batman <> Birdman  >;D) aber der Post bringt soviel Dinge auf den Punkt, die bei mir immer nur so vage Gedanken waren. Top! Hab ich jetzt was zum drüber grübeln...

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