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Zauberdetails: Wohl oder Übel?

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Maarzan:

--- Zitat von: Megavolt am 21.12.2018 | 17:52 ---Ich kann den Ansatz total nachvollziehen, aber die Welt ist zu komplex für saubere Simulation. Simulier halt mal spaßeshalber sowas Olles, wie "was man für einen Silbertaler kaufen kann" - es geht schlicht nicht.

Insofern ist mir eine aktiv akzeptierte Unschärfe gewaltig viel lieber als immer komplexere und trotzdem scheiternde Simulationsversuche.

--- Ende Zitat ---

Eine akzeptierte, aber dabei vor allem eben auch beschriebene und bewußte Restungenauigkeit ist Teil jedes Simulationsversuchs.
Ein Teil des Reizes ist es dann aber diese Restungenauigkeit im Rahmen des für einen erträglichen Rahmens/verfügbaren Mitteln zu minimieren. Ein anderer Reiz ist dann diese "Weltmaschine" dann zu erkunden und zu testen.

Die übliche Anwendung dieser Unmöglichkeit der perfekten Simulation ist aber leider: Dann kann ich ja auch einfach und für mich angenehm spontane Willkür und Anarchie walten lassen - wobei dann geflissentlich außer Acht gelassen wird, dass für ein Gruppenspiel trotzdem ein stabiles, möglichst übereinstimmendes gemeinsames Spielweltbild erforderlich ist und im Fall des Spiels aus einer Rolle heraus heißt das eben Regeln, wie sich die Umgebung, in der sich das Trägerelement befindet, denn nun zumindest in dem von diesem Element wahrgenommenen/bekannten/interagierenden Bereich intrinsisch erhält.

Wobei wir im Falle von Magie hier ja erst gar nicht mit "realistisch" beginnen, also weniger von Simulation Bestehendens reden, sondern von Setzungen einer fiktiven Modellbildung, welche eben jedem seinen grundlegenden Zugang zum Settingverständnis und damit eigenständiger Spielbeteiligung bieten soll.

Megavolt:

--- Zitat von: Pyromancer am 21.12.2018 | 18:07 ---Die Idee hinter Simulationismus ist schlicht: "Was wäre denn jetzt realistisch?" - Im Gegensatz zu "Was wäre denn jetzt dramaturgisch passend?" oder "Was wäre denn jetzt cool?" Regelseitige Komplexität braucht es dazu nicht, und tatsächlich stehen sich die beiden sehr oft auch im Wege.

--- Ende Zitat ---

Du machst hier einen Nebenkriegsschauplatz auf mit der Dramaturgie.

Simulation gibt es in verschiedenen graduellen Abstufungen. Die Frage war: Ist ein hoher Grad an Simulation bei Magie sinnvoll? Meine Antwort ist: Nein, und ein hoher Grad an Simulation ist auch darüber hinaus meistens nicht sinnvoll. Siehe das Silbertaler-Beispiel. Es reicht zu wissen (und die Unschärfe zu akzeptieren), dass man dafür "ungefähr vier Bier" bekommt. Alles andere wird schnell abgründig. Das gilt 1:1 für die Magie.

 ~;D

Pyromancer:

--- Zitat von: Megavolt am 21.12.2018 | 18:14 ---Die Frage war: Ist ein hoher Grad an Simulation bei Magie sinnvoll?

--- Ende Zitat ---

Nein. Die Frage war, wie stark verregelt Magie sein soll. Du setzt den Grad der Verregelung mit Simulation gleich - ein Trugschluss.

Maarzan:

--- Zitat von: Megavolt am 21.12.2018 | 18:14 ---Du machst hier einen Nebenkriegsschauplatz auf mit der Dramaturgie.

Simulation gibt es in verschiedenen graduellen Abstufungen. Die Frage war: Ist ein hoher Grad an Simulation bei Magie sinnvoll? Meine Antwort ist: Nein, und ein hoher Grad an Simulation ist auch darüber hinaus meistens nicht sinnvoll. Siehe das Silbertaler-Beispiel. Es reicht zu wissen (und die Unschärfe zu akzeptieren), dass man dafür "ungefähr vier Bier" bekommt. Alles andere wird schnell abgründig. Das gilt 1:1 für die Magie.

 ~;D

--- Ende Zitat ---

Die "notwendige Grenze" steht nicht generell fest, sondern hängt eben davon ab, wer da wo genau hinschaut und vor allem dann Charakterentscheidungen an diesem Element aufhängen will.
Wo Helden nur echten Loot in der Kneipe versaufen mag das reichen, aber wenn jetzt jemand z.B. als Charakter eine Kneipe führen will, kann das deutlich zu ungenau werden.

Im Bereich Magie wird man aber, so denn die Gruppe regelmäßiger mit Magiern zu tun hat, insbesondere eigenen, regelmäßig vor entscheidende Fragen zum was geht und was geht nicht gestellt werden und damit gehört das auch in der dazu gehörigen Detailtiefe und Zuverlässigkeit verregelt.

Megavolt:

--- Zitat von: Maarzan am 21.12.2018 | 18:12 ---Die übliche Anwendung dieser Unmöglichkeit der perfekten Simulation ist aber leider: Dann kann ich ja auch einfach und für mich angenehm spontane Willkür und Anarchie walten lassen

--- Ende Zitat ---

Bei Mensch-ärgere-dich-nicht! ist auch nicht festgelegt, wie lange du dir Zeit lassen kannst, bis du würfelst. Mit dem Wissen um diese Möglichkeit zur uneingeschränkten Willkür kannst du jede Mädn!-Runde gründlich ruinieren.

Wenn du jetzt den Grad der Regulierung erhöhst und zum Beispiel ein Zeitlimit einführst, erreichst du nur eine Scheinsicherheit und verlagerst das Problem auf eine nächste Ebene.

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