Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Warum sind die erfolgreichsten Systeme auf deutsch immer “Regelmonster“?
Caranthir:
--- Zitat von: Crimson King am 20.07.2019 | 14:17 ---Außerhalb des Tanelorn-Biotops dürfte der hier erkennbare Massevorteil der Großen einer totalen Dominanz selbiger weichen.
--- Ende Zitat ---
Damit hast du höchstwahrscheinlich Recht!
nobody@home:
--- Zitat von: Crimson King am 20.07.2019 | 14:03 ---Dann stellt sich die Frage, wieso das bei FATE anders ist. Da steht zu vermuten, weil man das anders spielt.
--- Ende Zitat ---
Ein Unterschied mag darin liegen, daß sich Fate spätestens seit Core bewußt als "Baukasten" zum Selbermachen präsentiert. Da gibt's unter anderem keine großen offiziellen Listen an Feats oder Fertigkeiten oder Ausrüstung, die bitteschön genauso offiziell erweitert werden wollen, wenn man gerne mehr hätte; das sind schon ab Werk Sachen, die sich die Gruppe (und im Zweifelsfall speziell die SL) mit Unterstützung durch diverse Vorschläge und Daumenregeln selbst zurechtbasteln kann und auch ausdrücklich darf.
Was nun natürlich seinerseits auch wieder eher die Selbermacher, Bastler und Tüftler unter den Rollenspielern anspricht als die "Nur authentisches Kanonmaterial vom Originalhersteller (TM) zählt, alles andere ist übelste Ketzerei und gilt nicht!"-Fraktion...und unter anderem sind die eben schon aufgrund ihrer Vorlieben ein bißchen schwerer zu melken. ;)
Samael:
--- Zitat von: Little Indian #5 am 19.07.2019 | 21:54 ---
Das Schwarze Auge
Pathfinder
Dungeons & Dragons
Splittermond
Shadowrun
Cthulhu
Und das sind alles Systeme, die sehr umfangreiche (und detaillierte) Regeln mit dicken Regelbüchern haben.
--- Ende Zitat ---
Kann man zwar so sehen, aber zumindest D&D5 und Cthulhu haben keine Regelsplatbook-Flut.
Bilwiss:
--- Zitat von: Ravenking am 20.07.2019 | 10:54 ---Warum kauft ihr hauptsächlich nur regellastige Bücher? Sind das Regeln, die ihr alle zum Spielen braucht oder lest ihr Regeln nur aus Interesse?
--- Ende Zitat ---
Mir macht es Spaß gut geschriebene Regeln zu lesen. Ich krieg da gleich neue Ideen für den nächsten coolen Character.
Das ganze muss ja nicht zwangsläufig zu super crunchige Systemen führen.
Im Schatten des Dämonenfürsten ist z.B. ein System mit sehr vielen Optionen und viel Material.
Trotzdem ist es mMn relativ regelleicht.
Und wenn ich in irgendeine neue Welt eintauchen will dann lese ich ehrlichgesagt lieber einen Roman als ein Rollenspielfluffbuch.
BBB:
Gut, vielleicht war Fate als konkretes Beispiel schlecht gewählt, aber damals ist es mir halt aufgefallen. Zumal es damals in meiner Wahrnehmung nur Fate Core und Turbo Fate gab, was aber zumindest in der Außendarstellung ja eher zwei miteinander kompatible aber unabhängige Systeme sind.
Ist aber auch egal, ihr wisst worauf ich hinaus wollte.
--- Zitat von: Crimson King am 20.07.2019 | 12:57 ---Außer dem DnD 5 Grundregelwerk braucht man zum DnD spielen auch nichts. Trotzdem ist es das kommerziell erfolgreichste Rollenspiel aller Zeiten. Das alleine ist es nicht.
--- Ende Zitat ---
Ich brauche auch bei *hier Namen eines beliebigen, in deinen Augen regelschweren Rollenspiels einfügen* nicht mehr als ein Buch, um zu spielen.
Es gibt aber wesentlich mehr zu kaufen und ich glaube bei den meisten Spielern, gerade auch in Deutschland, herrscht die schon erwähnte Grundhaltung vor: Mehr Regeln bedeutet mehr Spielspaß, also kaufe ich mir die auch noch. Auch wenn sie optional sind.
DSA5 wird ja auch nicht müde zu betonen, dass es außer dem Grundregelwerk und dem Almanach (ich glaube das waren die zwei, ansonsten korrigiert mich gern - bin weder mit D&D noch mit DSA5 wirklich vertraut) nichts weiter braucht, um DSA zu spielen.
Und trotzdem ist in nahezu jedem DSA5 Buch ein mehr oder minder großer Anteil Fokusregeln.
Ich will das auch gar nicht an einem einzelnen System fest machen, sondern nur sagen:
Ganz grundsätzlich ist es so, dass Regeln zum Spiel notwendig sind, Fluff nur in sehr geringem Maße. Das heißt Regeln verkaufen sich besser. Und das heißt, für Verlage macht es Sinn, ihren Fokus grundsätzlich auf mittel bis schwere Regelmonster zu legen, eben weil sie damit mehr Umsatz machen (können).
--- Zitat von: Crimson King am 20.07.2019 | 12:57 ---Grundsätzlich dürfte die Antwort auf die Frage, weshalb kommerziell erfolgreiche Regelwerke mindestens mittelmäßig komplex sind, nicht so einfach zu beantworten sein.
--- Ende Zitat ---
Kann sehr gut sein, dass da noch andere Faktoren eine Rolle spielen, das will ich gar nicht bestreiten.
Aber ich glaube einer der größten, wenn nicht gar der größte, ist ein ökonomischer Faktor.
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