Autor Thema: Fate und Cthulhu  (Gelesen 595 mal)

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Offline Der Läuterer

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Fate und Cthulhu
« am: 8.10.2019 | 10:05 »
Vielleicht können mir die Fateranen unter Euch ja weiterhelfen.

Ich habe mich in FATE Accelerated eingelesen und habe den Eindruck, dass ich das Ganze als STS zu schätzen wüsste.
Mir gefällt der Aufbau, doch die pulpige Herangehensweise behagt mir nicht wirklich. Das wäre für mich wie TMNT gegen Cthulhu.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie ich, beim Aufbau und bei der Beschaffenheit der Chars, eine düstere, puristische Stimmung erzeugen soll.

Gibt es Erfahrungen in diesem Bereich?
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Offline Blechpirat

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Re: Fate und Cthulhu
« Antwort #1 am: 8.10.2019 | 10:17 »
Ich war/bin deiner Meinung. Fate führt zu kompetenten, aktiven PCs - der typische CoC-artige Horror geht so nicht. Mit CoC empfinde ich vor allem einen Horror der Hilflosigkeit gegen übermächtige, unverständliche Kräfte.

Ich war deiner Meinung, weil ich früher dachte, damit wäre Horror erledigt. Aber es gibt andere Horrorarten, und die gehen hingegen schon. Dazu gibt es ein eigenen Horror-Guide für Fate bei Uhrwerk.

Offline Mondsänger

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Re: Fate und Cthulhu
« Antwort #2 am: 8.10.2019 | 10:23 »
Hey,

Meiner Erfahrung nach macht die Art und Weise wie die Aspekte formuliert sind viel von der Stimmung am Tisch aus. Wenn du also eine düstere Atmosphäre erreichen willst, dann formulier die Aspekte entsprechend ernsthaft. Also lieber sowas wie "Alternder Bibliothekar" an Stelle von "Quell des Wissens". Ist jetzt ein wenig aus dem Handgelenk geschüttelt, aber ich hoffe die Idee kommt rüber. Ansonsten würde ich die Herausforderungen so gestalten, dass die Aktionen der SC auch mit hohen Erfolgsgraden nicht ins übermenschliche gehen, da das den angepeilten Stil leicht brechen könnte. Auch die Verknappung von Fatepunkten bzw. das häufigere Reizen von Troubles kann hier helfen.

Hoffe das hilft etwas weiter.
Hans Hermann Lohenstein
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Offline Isegrim

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Re: Fate und Cthulhu
« Antwort #3 am: 8.10.2019 | 10:42 »
Ich würds, glaub ich, eher mit anderen Fate-Varianten bespielen. Fate Accelerated untersützt mit den Approaches mE die pulpige Spielweise noch mal mehr als FateCore oä mit klassischen Fertigkeiten. Außerdem kann man die Zahl der Stunts bzw Refreshes einschränken, und ohne oder wenig Stresspunkten spielen, damit es schneller Konsequenzen hagelt.

Grade Mythos-Dinge & -Kreaturen kann man wohl daneben wirklich hohe Stufen bzw Schwierigkeitsgrade andichten. Die sind halt mächtig (&) gefährlich. Sollen sie ja auch sein, kompetente Charaktere hin oder her.
Lusor lusori lupus.

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Re: Fate und Cthulhu
« Antwort #4 am: 8.10.2019 | 12:19 »
Ich würde sagen: wer unbedingt "Call of Cthulhu: Das Rollenspiel: Die Erfahrung (tm)" haben möchte, ist vermutlich besser bedient, wenn er auch bei Call of Cthulhu: dem System bleibt. Da ist Fate ggf. schon rein vom Ansatz her eine etwas größere Umstellung als das vielleicht erhoffte "eigentlich dasselbe, nur mit anderen Werten und Würfeln".

Ansonsten ist Fate mMn schon "out of the box" durchaus auch mythostauglich -- die Gegner und mysteriösen Bedrohungen können ja grundsätzlich immer noch beliebig geheimnisvoll, herausfordernd, und gefährlich angesetzt werden, und auch von einem Fate-SC prallt längst nicht alles einfach nur spurlos ab. (Dies in diesem speziellen Zusammenhang insbesondere dann nicht, wenn man sich von der Vorstellung verabschieden kann, alles, was unter "Angriff" läuft, müßte unbedingt eine körperliche Attacke sein -- Streß und Traumata, vulgo Konsequenzen, kann man sich natürlich gerade im Horrorgenre sehr leicht auch ganz anders einfangen. Da braucht's dann gar nicht mal mehr unbedingt separate "Stabilitätsregeln"...)

Offline KhornedBeef

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Re: Fate und Cthulhu
« Antwort #5 am: 8.10.2019 | 13:03 »
Faule Antwort: Guck in Fate of Cthulhu!
Ernsthafte Antwort: ich weiß, dass Achtung! Cthulhu für Fate z.b. den Preis von Mythoskontakt betont. D.h. diese Orientierung an konkreten Fertigkeitswürfe ln und ob der jetzt schief läuft oder nicht bekommst du nicht. Aber einen Teil der übergeordneten Themen kannst du abdecken.
Und natürlich kannst "Kosten" auch auf Ebene der Resolution betonen. Z.b. Reizen nur, wenn es andere Leute reinreißt, weniger Aspekteinsätze je Probe oder ähnliches

Dieses trockene "ok bei Probe xy gepatzt, dein Bein ist hin, während das Junge sich über dir aufbaut" bedient man besser mit CoC
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Offline Der Läuterer

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Re: Fate und Cthulhu
« Antwort #6 am: 8.10.2019 | 13:56 »
Bevor ich mich noch weiter in die Materie einarbeite...
Wie einfallsreich müssen die Spieler durch die Bank sein? Braucht man dazu alles proaktive Spieler oder dürfen da auch Benjaminis mit am Tisch sitzen?
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Offline KhornedBeef

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Re: Fate und Cthulhu
« Antwort #7 am: 8.10.2019 | 16:40 »
Bevor ich mich noch weiter in die Materie einarbeite...
Wie einfallsreich müssen die Spieler durch die Bank sein? Braucht man dazu alles proaktive Spieler oder dürfen da auch Benjaminis mit am Tisch sitzen?
Sagen wir ... laberfreudige Benjaminis? "I Hit it with my Axe"*100 macht nicht so viel Spaß mit Fate, aber es animiert ja auch Leute,Fatepunkte auszugeben und überhaupt etwas zu machen
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Offline Makenyo

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Re: Fate und Cthulhu
« Antwort #8 am: 2.11.2019 | 11:56 »
Ich plane auch demnächst eine Runde Cthulhu mit Fate zu spielen. Ich möchte daher ein paar Tipps von mir weitergeben, wie ich es handhaben möchte:

Wie oben schon erwähnt, finde ich auch das Fate Core für Horror besser geeignet ist, da Turbo Fate schnell in Richtung Klamauk geht und außerdem kann man Mentalen Stress prima nutzen, wenn bei Call of Cthulhu üblicherweise eine Probe auf die geistige Stabilität verlangt wird.

Bei den Aspekten (ich denke mindestens zwei) sollte man mehr einen Fokus auf die Psyche setzen. Diese haben den Vorteil, dass man so ein extra Sanity System für Fate vermeiden kann. Man hat so zum einen die Möglichkeit irgendwelche psychischen Reaktion zu "reizen", ohne, dass man Sanity Punkte zählen muss. Außerdem kann man dann bei einem Meilenstein einen einst eher positiven psychischen Aspekt in eine eher düstere Richtung abrutschen lassen. Generell ist da das Horror Handbuch für Fate sehr empfehlenswert, wenn es darum geht Horror mit Aspekten abzubilden.

Es bietet sich da sowas wie eine Motivation an, die erklärt warum man eigentlich als "Normalo" gegen den Mythos ankämpft. Die Drives aus Trail of Cthulhu bieten da gute Anregungen. Aber auch die Sources of Stability und die Pillars of Sanity aus Trail of Cthulhu bieten prima Ideenanregungen für Aspekte.

Unknown Armies bietet mit den Eigenschaften Obsession, Angst, Wut und Talent auch ganz gute Ideenanregungen um danach Aspekte zu bauen.

Empfehlenswert sind auch die Beispiele an Setting Aspekten, wie sie im Achtung! Cthulhu Band für Fate im Kapitel 7 auf S. 125 beschrieben werden.

Hier ein Beispiel für Aspekte bei einem Spiel in dem "Mysteriöse Geheimnisse hinter jeder Ecke" lauern:
• Hüte dich vor den finsteren Ecken der Wirklichkeit
• Verborgene Wahrheiten und gefährliche Antworten
• Die Welt wird uns nicht unwissend bleiben lassen

Des Weiteren halte ich folgende Regelanpassungen noch als recht sinnvoll, um das Spiel allgemein mehr Gritty bzw. härter zu machen:

• Die Fertigkeitspyramide endet bei +3. Man hat somit zu Spielbeginn nur noch 6 verschiedene Fertigkeiten.
• Den höchste Fertigkeitswert muss man durch den Aspekt für das Kernkonzept erklären können.
• Wenn ein Vorteil erschaffen misslingt, bekommt der Gegner in der Regel die Möglichkeit ihn frei einzusetzen.
• Eine Einschränkung für den Einsatz von Fate-Punkten durch Low-powered Aspects bzw. Schwache Aspekte.
• Wenn man in einen Konflikt Flieht bzw. Aufgibt, dann ist das immer mit schlimmen Konsequenzen verbunden.