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[Rant] Finsterworld - oder das Problem des Deutschen Films
Huhn:
Orko, ich bin voll bei dir. Im Allgemeinen ist das deutsche Kino einfach nur zum Abgewöhnen und regt mich mit seiner prätentiösen Art wirklich auf.
Gute Beispiele fallen mir aber auch spontan ein - die Verfilmung der Edelstein-Trilogie (Trailer zum ersten Film) von Kerstin Gier etwa hat mir überraschenderweise wirklich Spaß gemacht. Mara und der Feuerbringer soll ja auch sehr gut gewesen sein, den hab ich aber noch nicht gesehen. Halten wir fest - die deutsche Filmindustrie dürfte sich ruhig mal mehr Fantasy trauen. Und sich selbst weniger Ernst nehmen. :)
Jiba:
--- Zitat von: Huhn am 15.01.2020 | 17:02 ---Und sich selbst weniger Ernst nehmen. :)
--- Ende Zitat ---
Was ja nur eine Seite der Medaille ist. Wo sie witzig sein müsste, versagt sie ja auch. ;)
Und mehr Fantasy ist ein frommer Wunsch. Dieses spezielle Genre kriegt nämlich auch das US-Kino nicht unbedingt immer gut hin. Das Meiste ist eben einfach nur Show. Und das reicht mir nicht mehr.
Lyonesse:
Jo, die Edelsteine waren ganz nett, Krabat war ok und etwas wie Das finstere Tal war sogar richtig gut.
Die Komödien waren aber tatsächlich zum größten Teil Rotz; Schweiger & Schweighöfer - Junge, Junge ...
Ralf:
Das finstere Tal war in der Tat schweinegut, ist aber auch schon wieder aus Österreich. [/spitzfindig]
Jiba:
--- Zitat von: Lyonesse am 15.01.2020 | 17:29 ---Die Komödien waren aber tatsächlich zum größten Teil Rotz; Schweiger & Schweighöfer - Junge, Junge ...
--- Ende Zitat ---
Am schlimmsten in letzter Zeit fand ich da tatsächlich "Honig im Kopf". Die anderen Schweighöfer- oder Schweiger-Komödien kann man jetzt im Einzelfalle gut oder grottig finden.
Aber "Honig im Kopf" schießt für mich den Vogel ab: Ein hochgehypter Rührseels-Film, der sein sensibles Thema auf die schlechtmöglichste Weise anpackt ("Guck mal, Opi Alzheimer macht lustige Sachen!"). Klar, der versucht menschlich zu sein, der transportiert aber nicht, selbst wenn Hallervorden es noch so versucht. Schweiger ist halt einfach kein Typ, der den berührten Sohn spielen kann. Und Schweigers Frau im Film ist die schlimmste, eindimensionalste Frauenfigur, die ich seit langem gesehen habe - die Frau wurde absichtlich in die Hysterie reingeschrieben, damit der Zuschauer sie hassen soll. Und das klappt: Niemand ist so ätzend. Chance vertan da wirklich was Berührendes zu erzählen.
Wobei ich die "Fack You Göthe"-Filme auch in die Hall-of-Shame einreihen würde... als Filme, die die Chance hatten, was Witziges und Authentisches über das deutsche Schulwesen zu erzählen, sich dann doch darin gefallen, Jugendliche aufzubauen, die so reden, wie Erwachsene halt glauben, dass Jugendliche reden. Die sind auch irgendwie so konformistisch... bestimmte Dinge und Strukturen in den Schulen und bei den Schülern werden eben nicht hinterfragt. Da waren ja die Nietnagel-Penäler-Komödien zum Teil anarchistischer.
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