Autor Thema: [So tief die schwere See] Greymoor  (Gelesen 1308 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Desch1986

  • Bloody Beginner
  • *
  • Beiträge: 26
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Desch1986
[So tief die schwere See] Greymoor
« am: 5.04.2020 | 17:28 »
Ich habe die vergangenen zwei Samstage das Basis-Abenteuer aus dem Grundregelwerk von "So tief die schwere See" (Greymoor) für zwei unterschiedliche Gruppen geleitet. Auf Grund der vielen Handlungsmöglichkeiten auf der Insel bzw. im Dorf Greymoor und der Tatsache, das die beiden Gruppen bis auf eine Ausnahme unterschiedliche Rollen gespielt haben, wurden es zwei sehr verschiedene Abende. Jede Session dauerte circa 6-7 Stunden, die Charaktere haben wir vorher erstellt und am Abend vorher nur noch einmal die Bande zwischen den ihnen besprochen und festgezurrt. Über den Verlauf beider Abende will ich hier (leicht zeitversetzt) einmal berichten. Beginnen möchte ich mit der "Ave Maria" und ihrer Besatzung.
Leitet gerade: The Fall of London (Vampire V5), eigene Sternenfall-Kampagne (DSA5)
Spielt gerade: Descent into Avernus (DnD5e)

Kampagnen-Tagebücher unter: pnp.dschiavo.net

Offline Desch1986

  • Bloody Beginner
  • *
  • Beiträge: 26
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Desch1986
Re: [So tief die schwere See] Greymoor
« Antwort #1 am: 5.04.2020 | 17:30 »
Gruppe 1

Schiff: Ave Maria
Auftrag: Textilhandel
Besatzung: Neben dem Bootsmann Ulysses (NSC) und sieben weiteren Matrosen besteht die Besatzung der Ave Maria aus den folgenden Personen

  • Charles le Roy (frommer Kapitän), hat das Textilhandelsschiff von seinem Vater übernommen
  • Maynard Hawkins (vertrauter Smutje), fährt schon länger mit Kapitän le Roy auf See
  • John Harry Smith (geächteter Söldner), wurde in einer Kneipe aufgegabelt, hat in seiner Vergangenheit eine Meuterei auf einem anderen Schiff zu verantworten. Kapitän le Roy gibt ihm eine zweite Chance auf seinem Schiff
  • Samuel McCallister (andersartiger, blinder Passagier), wurde vor einigen Tagen aus dem Meer gefischt, gibt vor ein Schiffbrüchiger zu sein und sich an wenig zu erinnern; seine Kiemen und Abstammung von einem Unterwasservolk hält er geheim

Die zwölfköpfige Crew ist mit der "Ave Maria" unterwegs in den Gewässern im Norden Englands. Sie geraten in einen großen Sturm, dem sie mehr oder weniger hilflos ausgeliefert sind. Der Kapitän gibt aber klare Befehle zum Sichern des Segels und Sichern der Ladung und befiehlt dann alle unter Deck. Während der Sicherungsarbeiten geht der ältere Matrose Avery von Bord. Um sich dem Kapitän zu beweisen, schnürt sich Samuel ein Tau um den Bauch und springt hinterher. Durch wirklich wahnsinnig hohe Würfe gelingt das ohne Probleme (ausserdem bestand für Samuel auf Grund seiner Andersartigkeit hier keine große Gefahr; das wussten die anderen aber nicht). Der Smutje ermahnt ihn: "Das war wahnsinnig dumm und wahnsinnig mutig." Der Söldner hat den Bootsmann Ulysses auf dem Kieker und stellt ihm auf dem Schiff Beinchen, etc. und wird dafür harsch zurecht gewiesen.
 
Nach Stunden der puren Angst unter Deck läuft das Schiff auf eine Felswand auf, was sich durch ein lautes Knacken äußert. Die Besatzung schaut raus und sieht, dass sie scheinbar am Fuße einer Steilküste sind. Zwei Männer mit Fackeln machen sich an auf der Insel in ihre Richtung auf. Der Kapitän lässt das Leck stopfen und das Schiff mit Tauen festmachen. Dabei helfen die beiden Männer mit Fackeln: Sie sind die Küstenwache des kleinen Dorfes Greymoor, des einzigen Dorfes der kleinen Insel.
 
Nachdem das Schiff gesichert ist, machen sich alle ins Dorf auf, um im Wirtshaus Unterschlupf zu suchen. Auf dem Weg dahin wird Ronny, einer der beiden Männer der Küstenwache, ein Stein an den Kopf geworfen. Der Werfer beschimpft ihn als "Schwein" und haut dann ab. Im Wirtshaus erfahren die Charaktere, dass die Küstenwache seit einigen Monaten vom Sohn des Statthalters eingesetzt wurde, um den Alkoholschmuggel zu unterbinden. Ein Großteil des Dorfes hat da etwas gegen und äußert das entsprechend. In dem Wirtshaus ist außerdem ein Inspektor vom Festland, welcher das Verschwinden der Frau des Statthalters (Profos) aufklären soll. Er will bald wieder abreisen, er glaubt an Selbstmord und hat keine Lust mehr auf das eigentümliche Dorf.
 
Am Morgen schauen die Charaktere zusammen mit dem Schiffbauer des Dorfes das Schiff an. Dieser braucht zwei Tage für die Reparatur und will, dass die Spieler seiner Nichte im Hinterland einige Versorgungspakete bringen. Allerdings soll niemand erfahren, dass er die Pakete dahin bringen lässt. Der Smutje wandert parallel dazu durch die Stadt und verhindert, dass ein wütender Mob einer Frau und ihr scheinbar deformiertes Kind abnimmt. Dafür bekommt er als Geschenk einen alten Becher von ihr. Er solle ihn in Not dreimal mit Wasser füllen und wieder leeren, dann würde Hilfe kommen. Er tut es als Hirngespinste ab.
 
Die vier Charaktere liefern das Paket an die Nichte des Schiffbauers ab; sie lebt allein uns isoliert mit ihrem Sohn. Sie wurde aus dem Dorf verbannt, weil sie ein Kind mit ihrem Freund bekommen hatte, ohne dass sie geheiratet haben. Der fromme Kapitän Charles findet diese Tatsache ebenfalls schlimm. Ihr Mann sei vor zwei Jahren auf See bei der Robbenjagd verschwunden, zusammen mit dem gesamten Schiff und der Mannschaft. Seitdem bekomme sie und ihr Sohn immer Besuch von einer Robbe, die mit ihnen spielt. John und Samuel schauen sich diese Robbe an und haben das Gefühl, dass eine fast menschliche Gefühlstiefe in ihr wohnt - ihnen wird leicht unbehaglich. Bei der Verabschiedung traut die Nichte Samuel an, dass sie fest daran glaubt, dass die Robbe eine Reinkarnation von ihrem Mann ist.
 
Auf dem Weg zurück ins Dorf, werden sie vier von einem grobschlächtigen Typen aufgehalten, der sie eindringlich davor warnt mit der Nichte in Kontakt zu treten oder sich in die Angelegenheiten der Insel einzumischen. John schlägt ihn KO; beim Verhör finden sie heraus, dass die Nichte die Tochter einer gewissen Eileen, der "Chefin", ist. Die Charaktere vermuten, dass sie die Drahtzieherin des Alkoholschmuggels ist, von dem sie gehört haben.
 
Sie suchen den Statthalter auf - dieser hat schon vom Kapitän gehört (eine Fähigkeit, auf die der Kapitän würfeln kann) und ist ihm daher positiv gegenüber eingestellt. Die Charaktere beachten das Verschwinden seiner Frau nicht weiter, sondern fragen ihn nach dem Stimmungsbild im Dorf und dem Alkoholschmuggel. Es wird klar, dass der Statthalter nicht viel von den Dorfbewohnern hält. Seine Vorschläge, die Robbenjagd wieder aufzunehmen, um so einen legalen Handel hier auf der Insel aufzubauen, wird nicht akzeptiert, da sich viele fürchten weil das Schiff damals auf der Robbenjagd  verschwunden ist (vgl. die Geschichte von Eileens Tochter oben). Der Statthalter habe daher seinen Sohn mit dem Gründen der Küstenwache beauftragt; erst letztens sei ein großer Coup gelungen und sie hätten eine große Lieferung Alkohol konfisziert.
 
Die Charaktere bieten sich als Lockvogel an, um Eileen auf frischer Tat ertappen zu können. Sie sprechen mit dem Sohn des Statthalters einen geheimen Übergabeort für geschmuggelten Alkohol ab (Bucht im Osten) und wollen einen Teil der konfiszierten Ware an Eileen verkaufen. Der Plan klingt glaubhaft, da bekannt ist, dass sie schiffbrüchig sind und es durchaus sein kann, dass sie Alkohol geladen haben. Sie gehen im Anschluss zu Eileen - nach intensiven und angespannten Szenen des Verhandelns, wird sie überzeugt dem Handel zuzustimmen.
 
In einer Nacht und Nebel Aktion bringt Daniel mit seiner Küstenwache Teile des konfiszierten Alkohols zur Ave Maria. Sie werden nicht gesehen. Sie planen folgendes:
 
  • Samuel und ein weiterer Matrose verstecken sich an den Felsen in der Bucht.
  • Der Bootsmann Ulysses wird den Alkohol über den Meerweg in einer kleinen Nussschale in die Bucht bringen.
  • Charles, Maynard und John überwachen die Übergabe an Eileen und ihre Handlanger ohne sich zu verstecken.
  • Der Sohn des Statthalters und die Küstenwache verstecken sich ebenfalls.

Um Mitternacht ist es soweit: Eileen trifft mit Schlägern ein und nimmt den Alkohol an sich. Die Küstenwache greift noch nicht ein, sondern verfolgt die Gruppe mit dem Alkohol. Showdown am geheimen Lager, Konfrontation! Ein Schuss von John und ein Handlanger von Eileen ist tot; der Rest ist geschockt und ergibt sich. Der Sohn des Statthalters nimmt Eileen fest. Am Ende wird die Rechnung für die Schiffsreparatur vom Statthalter übernommen, die Ave Maria sticht wieder in See. Sie lassen ein Dorf zurück, was nach Auflösung des Schmugglerrings noch mehr als sonst gegen die Armut zu kämpfen hat und unruhigen Zeiten entgegen geht. Es bleibt zu hoffen, dass die Bewohner und der Statthalter sich annähern.


Der Bericht von Gruppe zwei folgt in den nächsten Tagen :).
« Letzte Änderung: 6.04.2020 | 19:47 von Desch1986 »
Leitet gerade: The Fall of London (Vampire V5), eigene Sternenfall-Kampagne (DSA5)
Spielt gerade: Descent into Avernus (DnD5e)

Kampagnen-Tagebücher unter: pnp.dschiavo.net

Skeptomai

  • Gast
Re: [So tief die schwere See] Greymoor
« Antwort #2 am: 6.04.2020 | 08:19 »
Liest sich gut. Abo.

Offline Desch1986

  • Bloody Beginner
  • *
  • Beiträge: 26
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Desch1986
Re: [So tief die schwere See] Greymoor
« Antwort #3 am: 6.04.2020 | 19:09 »
Gruppe 2

Schiff: Nightingale
Auftrag: Kohlentransport
Besatzung: Neben dem Bootsmann Ulysses (NSC) und sieben weiteren Matrosen besteht die Besatzung der Nightingale aus den folgenden Personen

  • Virgil "Virge" Morrison (verwandter Kapitän), Kohlenschiffer und Cousin von William
  • William Carter (geächteter Händler), schmuggelt gerne Rum; Brandunfall bei einer vergangenen Großlieferung brachte ihm eine Brandwunde am Arm ein; Cousin des Kapitäns
  • Luke Johnson (frommer Schiffsarzt), hat nach dem Brandunfall von William dessen Wunden behandelt und sieht diese als Strafe Gottes für seinen Schmuggel
  • Ibn al Saiid (vertrauter Gelehrter), marrokanischer Herkunft, verdingt sich verschiedenen Schiffen für seine Forschungen und war schon viel unterwegs

Die Crew ist auf der "Nightingale" unterwegs, um Kohle aus dem Norden Schottlands in den Süden Großbritanniens zu bringen. Schon zu Beginn ihrer Reise geraten sie in einen großen Sturm. Der Kapitän gibt aber klare Befehle zum Sichern des Segels und Sichern der Ladung; große Vorsicht ist mit den umherbewegenden Kohlebergen unter Deck geboten, durch die sich William kämpft, um seine paar Kisten mit Rumflaschen zu sichern und zu verstecken. Ein Matrose wird vom freischwingenden Quersegel getroffen und in die See geschleudert. Mit vereinten Kräften gelingt es der Crew unter Einsatz ihrer Gesundheit, ihm ein Seil entgegen zu werfen und ihn wieder an Bord zu ziehen. Schiffsarzt Luke kümmert sich direkt um ihn und bringt ihn unter Deck.

Nachdem der Kapitän mit seinem Steuermann das Steuerrad mit Seilen festgezurrt hat, gehen alle Mann unter Deck. Nach einigen Stunden läuft die "Nightingale" auf eine Steilklippe auf. Die Männer fangen an das Schiff an der Klippe zu sichern und beginnen mit der Evakuierung, wobei sie von den herbeigeeilten Küstenwächtern Ronny und Will unterstützt werden, welche das Leck im Rumpf des Schiffes provisorisch flicken. Zusammen mit einem Teil ihrer Ladung machen sie sich auf in das Wirtshaus des Dorfes.

Auf dem Weg zum Wirtshaus durch das Dorf erweckt die Truppe auf Grund der mitgeschleppten Ladung einiges an Interesse; die Bewohner des Dorfes beobachten sie durch ihre Fenster, schrecken aber schnell zurück wenn sich ihre Blicke mit denen der Gestrandeten trifft. Ein lauter Schrei: "Drecksverein" durchdringt das Plätschern des Regens und ehe sich die Charaktere versehen wird Ronny von einem Stein am Kopf getroffen und blutet. Die Angreifer fliehen. Ronny vermutet hinter dem Angriff Handlanger der "verrückten Alten". Diese sei sauer auf die Küstenwache, da erst vor einigen Tagen viel geschmuggelter Alkohol durch ihn und seine Kollegen in Gewahrsam genommen werden konnte, und das ihre Haupteinnahmequelle sei. Schiffsarzt Luke versorgt die leichte Wunde.

Die Charaktere kehren im Wirtshaus ein und erhalten von der Wirtin eine Fischsuppe, um wieder zu Kräften zu kommen. Die Ladung können sie hinter dem Wirtshaus lagern, bis ihr Schiff repariert ist. Auf Grund einer großzügigen Spende von Kapitän Morrison bietet die Wirtin der gesamten Mannschaft den Boden des Wirtshauses als Schlafmöglichkeit an. Mit der Wirtin und dem ebenfalls anwesenden Wachtmeister Gregory tauschen sich die Charaktere über den Ort aus. Sie erfahren davon, dass der Wachtmeister hier ist um das Verschwinden der Frau des Statthalters zu untersuchen. Von ihr oder ihrer Leiche fehle jede Spur. Die Bewohner seien aber nicht sehr kooperativ, sodass er mit dem nächsten Schiff Richtung Festland abreisen würde. Küstenwächter Will verabschiedet sich, um sich ein wenig auszuruhen; die vier Charaktere werden von Ronny zum Schiffbauer des Dorfes gebracht.

Der Schiffbauer begleitet die Charaktere zum Schiff und schätzt, dass er dieses bis zum Abend des kommenden Tages fertig haben sollte. Er macht den Charakteren einen guten Preis, sofern diese einige Pakete für ihn bei seiner Nichte im Hinterland abliefern würden. Die Charaktere stimmen zu und stehen nur wenige Stunden später vor dem heruntergekommenen Haus von Amy. Irritiert über ihr Vertrauen einer Gruppe von fünf fremden Männern gegenüber kommen die Charaktere mit ihr ins Gespräch. Ihr Mann sei vor einiger Zeit in einem Sturm bei der Robbenjagd verschwunden, sie selber sei da schon schwanger von ihm gewesen und anschließend auf Grund einer nicht vorher erfolgten Heirat von ihrer Mutter Eileen aus dem Dorf verbannt worden. Die Spieler vermuten, dass diese Eileen die "verrückte Alte" ist, von der Ronny gesprochen hat. Die Spieler begegnen der großen Robbe, die mit dem Sohn von Amy spielt und erfahren auch, dass sonst häufiger mal der alte Tom aus dem Dorf Warenlieferung für sie vorbei bringt. Dieser wüsste auch was über die Fischgründe, die immer weniger Erträge liefern und Fische, die krank seien oder krank machten. Kapitän Morrison verspricht die Lieferung von zwei Säcken Kohle zum Heizen, wofür sich Amy überschwänglich bedankt.

Auf dem Rückweg werden die Charaktere von einem grobschlächtigen Mann zur Rede gestellt, der ihnen untersagt, sich in die Belange des Dorfes und der Insel einzumischen. Niemand lege sich mit dem Willen der "Chefin" an. Es folgen verbale Provokationen, die in einer blutigen Messerstecherei zwischen dem Kapitän und dem Fremden enden. Beide gehen schwerstverwundet zu Boden. Der Schiffsarzt versorgt den Kapitän so gut er kann und die Gruppe entschließt sich den immer noch wortstark fluchenden Fremden dort zurückzulassen.

Zurück im Wirtshaus erkundigen sich die Charaktere nach der am Morgen verzehrten Fischsuppe, da sie Sorge haben dadurch krank zu werden. Die Wirtin tut die Gerüchte als Quatsch ab, was nicht zur Beruhigung der Charaktere beiträgt. Sie suchen den alten Tom auf dem Marktplatz des Dorfes auf und lockern seine Zunge mit ein paar Schluck aus dem Flachmann des Kapitäns. So erfahren sie vom Ort der kranken und angeblich traurigen Fische. Bevor sie diese Stelle aufsuchen, werden die Charaktere noch beim Statthalter vorständig und finden ihn im Gespräch mit Wachtmeister Gregory. Es geht um abschließende Fragen um das Verschwinden seiner Frau. Die Charaktere haben den Eindruck, dass der Statthalter  nicht sonderlich betroffen vom Verschwinden seiner Frau ist. Sie bieten dem Statthalter und auch Gregory  Hilfe bei der Festnahme von Eileen an, sollte sich ihnen eine geeignete Situation offenbaren. Der Kapitän stellt zwei seiner Matrosen in der Nähe von Eileens Haus ab, um diese zu beobachten. Mit einem alten Erste-Hilfe-Besteck aus der Militärzeit des Statthalters kann der Schiffsarzt weitere Wunden des Kapitäns versorgen.

Es ist nun schon Abend als die Charaktere die Bucht mit den vom alten Tom genannten Fischgründen aufsuchen. Kleine Boote, Fischernetze und Seile liegen in der verlassenen Bucht. William hört plötzlich aus Richtung das Meeres den Gesang einer Frau; ein Phänomen, welches sofort die Aufmerksamkeit des Gelehrten al Saiid auf sich zieht. Mit Penetranz und Überzeugungskraft bringt er die Charaktere dazu, mit einem der Boote dem Gesang entgegen zu fahren. Als die Charaktere der Quelle näher kommen, hören sie plötzlich alle den Gesang und sehen eine schwebende Frau in weissen Gewändern über dem Wasser. Die Strömungen lenken ihr Schiff immer näher an diese Frau. Bei dem Versuch das Wasser zu berühren, fällt der Gelehrte von Bord und wird von einer unglaublichen Traurigkeit erfasst und in die Tiefe gezogen. Er wird sich nach kurzer Zeit aber wieder der Situation gewahr und sieht am Meeresgrund eine Frauenleiche liegen. Als er wieder an Bord geholt wird, ziehen die Charaktere mit Mühe und Not auch die Leiche der Frau an Bord. Eine junge, rothaarige Frau. Der Kapitän erhält bei Berührung Bilder vor sein inneres Auge: Die Frau läuft den Strand entlang und hinter ihr nähert sich eine nicht zu erkennende zweite Person. Die Strömungen und der Gesang erlöschen. Die schwebende Frauengestalt lächelt und fährt gen Himmel. Der fromme Schiffsarzt versucht sich selber einzureden, dass das nur eine Nebelwolke war, die sich aufgelöst hat. Bei der Leiche finden die Charaktere ein ansteckbares Armeeabzeichen, welches noch Stoffetzen an sich hängen hat. Die Untersuchung der Frau durch den Schiffsarzt offenbart Blutergüsse an ihrem Hinterkopf, so als ob sie gewaltsam niedergedrückt worden wäre.

Zurück an Land und nach einer längeren Diskussion darüber, ob der Statthalter seine Frau ermordet hat oder ob gar Eileen das Armeeabzeichen absichtlich platziert habe, um den Statthalter los zu werden, entscheiden sich die Charaktere dazu, Wachtmeister Gregory einzuweihen und ihm die Leiche zu zeigen. Die am Haus von Eileen abgestellten Matrosen konnten derweil nichts auffälliges beobachten. Die Leiche wird unauffällig in das Wirthaus verbracht; Gregory und die Charaktere entschließen sich dazu, den Statthalter mit einer kleinen List zu konfrontieren. Sie verraten ihm, dass sie seine Frau "gefunden" haben. Als dieser daraufhin direkt damit herausplatzt, dass sie wirklich tot sei und wie schlimm das doch alles ist, ist für die Charaktere und den Wachtmeister alles klar. So sehr sich der Statthalter nun in Ausreden und Behauptungen flüchtet, so sehr halten die Charaktere dagegen und führen auch das gefundene Armeeabzeichen an. Schließlich wird der Druck zu groß und der Statthalter geesteht unter Tränen alles: Es gab einen Streit und er wollte seiner Frau eine Lektion erteilen und hat sie unter Wasser gedrückt. Plötzlich habe sie dann aufgehört sich zu bewegen.

Gregory nimmt den Statthalter auf der Stelle fest und bittet bei den Charakteren um eine Mitfahrgelegenheit auf ihrem Schiff. Im Wirtshaus fürchtet die Küstenwache eine Machtübernahme durch Eileen, weil das Abführen des Statthalters durch das Dorf schon die Runde macht. Will entschließt sich, mit seiner Frau und ihren fünf Kindern mit auf dem Schiff der Charaktere wegzusegeln. Am Nachmittag wird das reparierte Schiff in Empfang genommen und wieder beladen. Mit dem versteckten Alkohol von William und einem großen Segeltuch wird durch den Gelehrten die Leiche für die Überfahrt haltbar gemacht. Kenneth wird entsprechend belohnt.

Als das vollbeladene Schiff die Insel verlässt, sieht die Besatzung Rauchschwaden aus Richtung des Wirtshauses aufsteigen - Eileen und der Rest des Dorfes werden sich nun scheinbar an der Küstenwache rächen.

----

Auch wenn es einige Fixpunkte in dem Szenario gibt, hat sich diese Story komplett anders entwickelt. Faszinierend, wieviel Futter zum Anknüpfen und Improvisieren dass Szenario bietet. Zumal ich (aus meinen Augen) zu fantastischen Stoff (wie ein Unterwasserkönigreich von Robbenwesen) konsequent weggelassen habe :).
Leitet gerade: The Fall of London (Vampire V5), eigene Sternenfall-Kampagne (DSA5)
Spielt gerade: Descent into Avernus (DnD5e)

Kampagnen-Tagebücher unter: pnp.dschiavo.net