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Die Sache mit den Hitpoints

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nobody@home:

--- Zitat von: Ainor am  8.04.2020 | 13:19 ---Das wirft allerdings die Frage auf welches System denn detailierte Verwundungsregeln hat die wirklich funktionieren ?

--- Ende Zitat ---

Dazu müßten wir uns natürlich erst mal auf eine Definition von "wirklich funktionieren" einigen. ;) Das schließt aus meiner Sicht gleich die Frage mit ein, ob die meisten von uns überhaupt ein System wollen, das -- um mal leicht zu übertreiben -- nach jedem Treffer eine von echten Ärzten und Chirurgen abgesegnete medizinische Diagnose der Auswirkungen samt Therapievorschlägen liefert, oder ob's vielleicht etwas weniger auch sein darf...

Aus meiner persönlichen Sicht "funktioniert" für Actiongenres beispielsweise Fate ganz gut, weil die Anwendung recht einfach bleibt, ich aber trotzdem verschiedene Schweregrade von Verletzungen und anderen Traumata über die verschiedenen Arten von Konsequenzen schön dramatisch abbilden kann, ohne dabei automatisch in eine fest vorgegebene Abfolge etwa der Art "erst leicht, dann schwer, und dann erst kritisch" gepreßt zu werden. Aber das ist natürlich auch mein aktuelles Lieblingssystem, also bin ich da entsprechend voreingenommen. :)

Trollkongen:

--- Zitat von: nobody@home am  8.04.2020 | 12:34 ---Wie schon gesagt: wenn ich wirklich mehr oder weniger hart wie Butter zwischen "echten Verletzungen" und "upps, noch mal Glück gehabt" unterscheiden will, dann nehme ich ein anderes System. D&D spiele ich, wenn überhaupt, dann auch eben genau deswegen, weil ich weiß, daß ich auf Stufe einundelfzig einen Drachen unter anderem deshalb locker einhändig vermöbeln kann, weil ich mir inzwischen ein hinreichendes Sicherheitspolster angelevelt habe -- das gehört dann einfach mit zum speziellen D&D-Spielgefühl dazu und mehr Erklärung braucht's nicht. :)

--- Ende Zitat ---

Jein. Ich habe als Spielleiter D&D5 durchaus bewusst genommen, weil man eben später "larger than life" wird, also sich mit Drachen oder allein mit einer Horde Oger anlegen kann. Kein Problem damit. Und ich will auch gar nicht, dass ein Goblin einen drei Wochen ins Lazarett schicken kann.

Die Frage ist halt nur: Wie präsentiert man das? Dass man bei der Suspension of disbelief großzügig sein sollte, ist klar. Aber die aufrechtzuerhalten geht beim dritten kritischen Treffer des Drachen, wenn man diese als echt fiese Wunden interpretiert, nurmehr schwer. ;)

(Witzigerweise geht es auch gewissermaßen andersherum: Bei Coriolis hatte ein Spielercharakter durch einen kritischen Treffer ein gebrochenes Bein. Die regeltechnischen Auswirkungen dafür sind  verminderte Geschicklichkeit und gesenkte Geschwindigkeit - durchaus schlecht, aber geht halt irgendwie noch. Die Spielerin war aber der Meinung, dass mit einem gebrochenen Bein eigentlich nix mehr geht und hat das konsequent auch so gespielt.)

Arldwulf:
Ich trenne meist zwischen kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigem Schaden.

Kurzfristig sind Kratzer, blaue Flecken, Schmerz, aufgebrauchtes Glück, der runtergeschlagene Helm und wird über Trefferpunkte dargestellt.

Mittelfristig sind Wunden. Dargestellt werden sie über Heilung oder verbrauchte Heilschübe (in der 5E dann Hitdice). Sprich - immer wenn jemand geheilt werden musste hat dieser eine Wunde gehabt, wir schwer diese war sieht man aber eben erst wenn man Zeit hat für die Heilung. Klappt natürlich in der 4E etwas besser als in der 5E, weil dort mit der "Heilwährung" Heilschub eine etwas klarere Trennung möglich ist als bei den 5E hit dice und man auch sagen kann "hey Max, dein Krieger hat nur noch 3 von 10 Heilschüben, der sieht ganz schön angeschlagen aus". Aber für die Imagination klappt das auch hier.

Langfristig sind solche Sachen wie das gebrochene Bein, eine Krankheit, der Fluch oder die Vergiftung welche nicht durch eine Rast weggehen. Diese werden über spezielle Stati dargestellt und haben dann mit Hitpoints an sich nichts zu tun. Verwenden tu ich dafür meist (auch in der 5E) das System für Krankheiten aus dem Vorgänger...das gleiche verwende ich auch wenn ein Charakter z.B. süchtig wird oder dergleichen.

Der Vorteil des Systems ist, dass nur die Hitpoints ansteigen. Dadurch kann Max der Krieger auf Stufe 1 nicht zwingend mehr echte Wunden haben als Max der Krieger auf Stufe 10. Es ist nur viel schwerer ihm eine echte Wunde zu schlagen, und er kann viel mehr Attacken einstecken (durch Glück, Erfahrung etc.) als jemand der noch Grün hinter den Ohren ist.
 
Der Nachteil ist die zeitliche Komponente. Ob ein Schlag nun eine echte Wunde geschlagen hat und ob diese so schlimm ist, dass sie morgen noch Auswirkungen haben wird weiß man nicht direkt beim Schlag den man kassiert, sondern erst wenn sozusagen "nachgeschaut" wird.

Orlock:
Man kann das TP-System von D&D jetzt mögen oder nicht, aber darauf baut nun mal das ganze Spielsystem auf. Viele (Kauf-)Kampagnen haben den Ablauf X Kämpfe am Tag, danach lange Rast (Nachtruhe) und dann am nächsten Tag weiter. Und nicht erst nachdem man sich mehrere Tage/Wochen/Monate mit den Nachwirkungen einer Verletzung rumgeplagt hat weil dieser eine verflixte Heilenwurf nicht geklappt hat.
Ist das realistisch? Sicher nicht. Aber wir haben Spaß so wie es ist.

Wenn wir es mal fieser haben wollen, spielen wir auch was anderes. Speziell Warhammer Fantasy. Da muss der SL aber öfter mal an den Würfeln drehen, damit die liebgewordenen Charaktere nicht durch einen einzigen kritischen Treffer quasi unbrauchbar werden.

ghoul:

--- Zitat von: Orlock am  8.04.2020 | 18:51 ---Wenn wir es mal fieser haben wollen, spielen wir auch was anderes. Speziell Warhammer Fantasy. Da muss der SL aber öfter mal an den Würfeln drehen, damit die liebgewordenen Charaktere nicht durch einen einzigen kritischen Treffer quasi unbrauchbar werden.

--- Ende Zitat ---
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