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Herr der Ringe RPG (Coda System) - Erfahrungen???

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Boba Fett:
Dann berichte doch mal von Deinen Erfahrungen

Vanis:
Ich spiele leider nicht regelmäßig genug, um sagen zu können: Es bietet bei wöchentlichem Spiel genügend Motivation für jahrelanges Spiel. Aber seit es draußen ist, spiel ich mit einer vierköpfigen Gruppe durchgehend immer mal wieder. Wir haben Rollenspielneulinge dabei und alte Hasen. Die Regeln sind so einfach, dass auch Leute, die vorher noch nie ein Rollenspiel gespielt hatten, damit klar kommen. Die Erfahreneren mögen die Flexibilität des Systems.

Zu den Charakteren:
Es dauert bei normaler Vergabe von EPs länger bis ein Charakter aufsteigt. Wobei die Chars schon am Anfang gut genug sind, um mehr als 0815 Abenteuer spielen zu können. Im Lauf der Zeit können sich die Chars sehr gut spezialisieren und auf ihrem Gebiet großes leisten. In Verbindung mit relativ guten Anfangscharakteren und den "Schicksalspunkten" kann man sehr lange und epische Kampagnen durchleben. Regeln und der Hintergrund von Mittelerde greifen sehr schön ineinander.

Erfahrungen als SL:
Mir gefällt das System, der Hintergrund ohnehin. Das Grundsystem ist sehr einfach. Je länger die CHars gespielt werden, um so mehr "Zusatzregeln" kommen hinzu, die aber auch auf dem Grundsystem aufbauen (neue Fertigkeiten, neue Vorteile usw.). Ich achte als SL darauf, dass sich Spieler in Bezug auf neue Fertigkeiten usw. an den Hintergrund ihres Chars halten. Dadurch werden die Regeln sehr "durchsichtig" und verständlich, da sie einfach die Beschreibung des Charakters wiederspiegeln, den man gerne hätte.

Im Lauf der Zeit bauten sich meine Spieler feste Existenzen in Mittelerde auf. Sie wurden Teil der Welt. Die Gruppe zieht nicht mehr einfach durch die Gegend. Sie setzen sich für ihre Heimat und ihre Familien ein. Dadurch entfällt auch das nervige "wie viel Gold kriegen wie jetzt eigentlich für den Auftrag". Sie arbeiten nur noch für eigene Interessen und erzählen ihre Geschichte weiter. Als SL schreibe ich meine Kampagnen auf dem Hintergrund der Chars aufbauend.

Jens:
Ich habs übrigens auch schon ausprobiert (ist aber schon länger her) und es hat spontan allen Beteiligten gefallen. Wir hatten mit Stufe 3 angefangen und die Charas waren üüüble Powermonster ;) das Spiel war aber sehr genial: zu keiner Zeit hat das System den Spielfluss begrenzt und alles war einfach, dynamisch und vor allem gut erzählbar. Die Spieler nutzten nicht nur ihren üblen Waffenskill sondern auch die ganzen Talente die sie hatten (wozu hat man sie denn sonst? *g*) und es wurde entgegen meinen Erwartungen ein Spiel mit Pathos und wenig Hack'n'Slay. Dieses war kurz und bündig und brutal...

Das Erzählen einer langen Geschichte geht sicher super damit, leider war unser Abenteuerchen ein OneShot.

Vanis:

--- Zitat von: Jens am 23.03.2006 | 17:22 --- Wir hatten mit Stufe 3 angefangen und die Charas waren üüüble Powermonster ;) das Spiel war aber sehr genial: zu keiner Zeit hat das System den Spielfluss begrenzt und alles war einfach, dynamisch und vor allem gut erzählbar.

--- Ende Zitat ---

Stimmt, man darf nicht mit der Haltung aus anderen Rpg daherkommen. Die Chars sind Helden, schon am Anfang. Sie sollen es mit "Oberbösewichtern" zu tun bekommen und diese auch meistern können. Wobei das System auch bei den Gegner genügend Möglichkeiten offen lässt, um die Spieler ordentlich zu beschäftigen.

Was mir gerade so einfällt: Ich hab bisher kein System kennengelernt, in dem die Kampffertigkeiten im Prinzip nicht das entscheidende Spielelement waren. Die Macht eines Charakters basiert in Hdr eher auf dem Auftreten. In der Hinsicht sind die Fertigkeiten Inspirieren und Einschüchtern zentral. Einzelne Charaktere wie Gelehrte oder Magier könnten z.Bsp. Kämpfe gämzlich umgehen, indem sie ihre Macht demonstrieren und mit ehrfurchtseinflößender Stimme den Gegner in die Flucht schlagen.

Es kann also durchaus passieren, dass ein Charakter mit supertollen Kampfwerten gegen einen eigentlich schwächeren Gegner verlieren würde, weil diese einfach eine beeindruckendere Ausstrahlung hat (durch gesellschaftliche Stellung, Wille, Selbstbewusstsein...).

Andhur:
Ich habe das Spiel schon öfters gespielt, auch als Spielleiter.
Das System ist das beste System, das zu Mittelerde passt. Von den Magieregeln bis
zu den Vorteilen der Völker...echt klassse!
Für jeden der mit MERS großgeworden ist ein absolutes Muss!
Allerdings ist es für mich schwierig, mit der eindeutigen und "tolkinesquen" (so schreibt man das glaube ich)
Schwarz-Weiß-Einteilung der Welt auzukommen.
Meine Spieler wählen oft Charaktere, die "grauschattiert" sind. Natürlich klärt man vorher,
wie die Welt Mittelerde so ist und dass das System auf ein Schwarz-Weiß-Schema baut.
Allerdings schränke ich auch ungerne meine Spieler in ihrer Spielweise ein... es war immer ein
schmaler Grat.
Ansonsten kann ich es nur empfehlen. Wer gerne epische Kampagnen spielt und Mittelerde mag
kann sich mit diesem System vollkommen austoben. Schade das es mitlerweile untergegangen ist (habe ich gehört).

MfG
Saladin


PS: Auch wenn das Spiel 50 Euro kosten würde, kann ich es nur empfehlen, denn es gibt für Mittelerde
kein besseres. So viel Spass mir MERS auch gemacht hat, dieses schlägt es um Welten.

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