Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
5e - Änderungen/Neue Optionen an/für Ability Score Zuweisung angekündigt
Luxferre:
Ergo ist die Prämisse: losgelöst vom Hintergrund sollen/dürfen böse Völker nicht andershäutig, als weiß sein, damit das Thema nicht rassistisch ist?
Erkläre mal bitte den logischen und nicht-rassistischen Umkehrschluss Deiner Meinung, Zwiebel. Danke :d ... ich stehe da nämlich etwas auf dem Schlauch.
YY:
--- Zitat von: La Cipolla am 28.06.2020 | 11:29 ---Aber sie kommen irgendwo her, und sie haben IMMER Konsequenzen. Und da die Wizards nicht alle D&D-Spieler "umerziehen" werden (ist ja auch nicht ihre Aufgabe!), können sie sich nur auf die Frage konzentrieren, wie ihre Produkte diese Gefühle hervorrufen; egal ob sie fehlgeleitet sind oder nicht.
Also, natürlich können die Wizards auch drauf scheißen und sagen, dass ist jedermanns eigenes Problem, die Leute sind nun mal komisch ... Aber das sind wir wieder bei der Sache mit den Millionären, der Eigenverantwortung und letztlich wahrscheinlich bei einer guten Erklärung, warum es immer noch Rassismus gibt.
--- Ende Zitat ---
Ein guter Teil von Rassismus, Vorurteilen & Co. ist menschliche "Firmware". Nicht kulturell vermittelt, erlernt und immer weitergegeben, sondern hartkodiert.
Das kann man nicht "entlernen" oder sonstwie weg bekommen. Man kann aber einen akzeptablen Umgang damit finden (was im ausgehenden 20. Jahrhundert über weite Strecken ganz gut funktioniert hat, auch wenn das Ganze zu meinem Ärger selten irgendwo mal strukturiert aufgeschlüsselt wurde).
Komplexität ist hier tatsächlich die einzige sinnvolle Herangehensweise.
Da ist es mMn schon etwas abseitig, sich an immer neuen und immer kleineren Anlässen zu stören (und diese Art der Reinheitsspirale sehen wir sich seit ein paar Jahren immer schneller drehen), wenn einem zugleich klar sein müsste, dass einem im Alltag stets viel unmittelbar wirksamere Vorkommnisse dieser Art begegnen werden.
Daher geht auch der Gedanke ins Leere, dass die Spieler rassistische Denkmuster verinnerlichen und in die reale Welt tragen, wenn solche Sachen im Spiel vorkommen:
Wenn jemand einen brauchbaren Umgang mit seinen Vorurteilen usw. entwickelt hat, gleitet das ohnehin ab. Und wenn nicht, macht das den Bock auch nicht mehr fett - dann sind nämlich die deutlich schwerwiegenderen Tendenzen, die jedem in die Wiege gelegt sind, das eigentliche und größere Problem.
Unterm Strich ist das in meinen Augen ein Stück weit eine Variation der Killerspieldebatte. Man überschätzt die Auswirkungen massiv, arbeitet sich auf der falschen Baustelle mit Erziehungs- bzw. Reparaturversuchen ab und übersieht dabei die Stellen, wo solche Versuche überhaupt fruchten könn(t)en.
Bleibt die Gefühlslage jener, die sich davon betroffen, verunglimpft u.Ä. sehen. Da wirds dann zumindest halbwegs berechtigt, aber dass man sich dabei eher am Durchschnitt als an den Empfindlichsten orientiert, liegt für mich auf der Hand. Gilt ja für Gewalt und andere Inhalte ähnlich. Irgendwann kommt der Punkt, wo man sagt "Spiel mit anderen Leuten" bzw. "spiel ein anderes Spiel" (z.B. können die Gedanken in Richtung triggerfreies Spiel in WH4 oder Zweihänder bei Licht betrachtet nur Lippenbekenntnis bleiben).
--- Zitat von: La Cipolla am 28.06.2020 | 12:13 ---Viele Leute sagen ja auch, dass es (nach der ersten im Zuge von Vampire) inzwischen auch eine zweite Welle der Diversifizierung gab, und da spielen sicherlich tausend verschiedene Dinge mit rein, von neuen Spielen und Regelphilosophien und neue Medien und Verschiebungen im Mainstream, bis hin zu dieser spezifischen Arbeit an "Spielerbildern" etc.
Ist natürlich alles subjektiv, aber subjektiv ist in dieser Branche oft das beste, was wir haben, und imho auch eine Menge wert.
--- Ende Zitat ---
Das dürfte zum allergrößten Teil tatsächlich auf die Verschiebungen im Mainstream zurückgehen. Wenn Rollenspiel nicht mehr gar so sehr obskurer Nerdkram ist, entfällt eben das einzige wirklich greifbare "Gate", das potentielle Spieler flächendeckend abgehalten hat: Die soziale Hürde, nicht mit den komischen Nerds abzuhängen.
Ich kenne meine Runden von Anfang an nur divers. Das wird anderen da anders gegangen sein, wo die sozialen Zirkel einfach anders strukturiert waren - dann sehen natürlich auch die Runden so aus.
Rhylthar:
Okay, Du meine Lieblingspizza ( ^-^), dann zoomen wir mal raus. Wir gehen also ins oberflächliche Grobe (ja, dies ist wertend gemeint, aber ich kann verstehen, dass man dies ab und an wohl so machen muss/sollte):
a) Wir haben (D&D-historisch) gesehen ein Fantasy-Volk dunkelhäutiger Elfen, dass unter der Oberfläche lebt und mit vielen anderen Völkern verfeindet ist. (Zoom 1)
b) Dieses Volk wird von den Frauen dominiert und vollzieht viele Taten, die "wir" als "böse" deklarieren würden. Es gibt aber Ausnahmen, wie Drizzt Do´Urden (Zoom 2).
c) ...
d) ...
Was ist die Zoom-Stufe, von der "man" ausgehen sollte? Und: Wie bekannt ist Drizzt eigentlich (noch)?
nobody@home:
--- Zitat von: Luxferre am 28.06.2020 | 12:31 ---Ergo ist die Prämisse: losgelöst vom Hintergrund sollen/dürfen böse Völker nicht andershäutig, als weiß sein, damit das Thema nicht rassistisch ist?
--- Ende Zitat ---
Losgelöst vom Hintergrund sollten/dürften Völker gar nicht inhärent "gut" oder "böse" sein, wenn ich mir nicht den Vorwurf an die Backe nageln möchte, einschlägige Vorurteile bedienen zu wollen. Denn mit solchen von vornherein wertenden Verallgemeinerungen und Stereotypen fängt das Problem ja überhaupt erst an.
Rhylthar:
--- Zitat von: nobody@home am 28.06.2020 | 12:43 ---Losgelöst vom Hintergrund sollten/dürften Völker gar nicht inhärent "gut" oder "böse" sein, wenn ich mir nicht den Vorwurf an die Backe nageln möchte, einschlägige Vorurteile bedienen zu wollen. Denn mit solchen von vornherein wertenden Verallgemeinerungen und Stereotypen fängt das Problem ja überhaupt erst an.
--- Ende Zitat ---
Sind sie ja auch nicht (mehr). Oder sie werden dann doch genauso gemacht (vgl. Gnolle).
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