Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
5e - Änderungen/Neue Optionen an/für Ability Score Zuweisung angekündigt
Luxferre:
Danke für Deine Ausführungen :d ich verstehe, was Du meinst und denkst. Stimme Dir tendenziell zu, aber lasse einige Dinge halt auch nicht gelten.
Sehr schön auch, dass sich das Thema sehr kontruktiv diskutieren lässt.
Leider lässt es meine Zeit gerade nicht zu, mich gerade intensiver zu beschäftigen ...
YY:
--- Zitat von: nobody@home am 28.06.2020 | 13:56 ---Also soll mir bitte keiner erzählen (:P), die Trennlinie zwischen Realität und Fiktion wäre so supereinfach und sauber zu ziehen, daß letztere mein Verhalten im Umgang mit ersterer niiiieeemals nicht auch nur ein Fitzelchen beeinflussen könnte(*). Das ist aus meiner Sicht nämlich schlichtes Wunschdenken.
--- Ende Zitat ---
Dass manche Sachen schon nach sehr oberflächlicher Prüfung stichhaltiger sind als andere, ohne dass man immer Allem bis aufs Letzte auf den Grund gehen müsste, ist offensichtlich und selbstverständlich.
Mit verkopfter Erkenntnistheorie, die alles und jeden in Frage stellt, kommt man da nicht weit.
Und natürlich sollen Märchen Kindern Lektionen vermitteln.
Was sagte man aber zu einem Erwachsenen, der sein Leben ausschließlich nach diesen Lektionen führen würde?
Irgendwann merkt man eben, dass die Welt ein bisschen komplexer ist.
Es geht ja gerade nicht um "beeinflusst das Verhalten ein Fitzelchen", sondern "prägt das Verhalten so sehr, dass man unbedingt was dagegen machen muss". Das sehe ich da beim besten Willen nicht.
takti der blonde?:
--- Zitat von: La Cipolla am 28.06.2020 | 13:47 ---Kann gut sein! Ich würde einfach empfehlen: Weiter mit unterschiedlichen (gerade auch fremden) Leuten drüber reden, das ist oftmals sinnvoller als Statistik, aber in diesem Fall definitiv, weil wir nur sehr selten vernünftige Statistik kriegen. Ich habe bspw. auf dem Convention-Zyklus von einer Menge Leuten gehört, die dem Hobby jahrelang ferngeblieben sind, weil es sich nicht so angefühlt hätte, als wäre es für sie. Oft ging es dann bspw. auch um Indie-Spiele oder P&P online, wo die Leute einen Zugang gefunden haben.
--- Ende Zitat ---
Nani? Ich habe auch schon ganz andere Dinge gehört. Genau deshalb hilft uns Statistik an dieser Stelle weiter, um zu verstehen, ob das, was du gehört hast sich durch Zufall erklären lässt oder eben systematischer Natur ist. Was hast du denn zu verlieren bei einer ordentlichen Datenerhebung?
--- Zitat --- Am Ende ist die Frage halt auch: Geht irgendwas kaputt, wenn man es auf gut Glück versucht? Sicher greifen Firmen da manchmal ins Klo, aber dann kriegen sie ja auch auf die Mütze, und tendenziell sehe ich halt echt lieber einen misslungenen Versuch als ein Festhalten an altem.
--- Ende Zitat ---
Glaubwürdigkeit lässt sich so verlieren. Und Ressourcen, die wir hätten in eine sinnvolle Intervention stecken können anstatt in ein Placebo
Übrigens verwehre ich mich gegen die Einschränkung der Diskussion nur für Leute mit entsprechender Biographie. Und das sage ich als jemand mit entsprechender Biographie.
Drakon:
--- Zitat von: La Cipolla am 28.06.2020 | 13:47 ---Option #1: Eine komplett neue Fantasy-Welt, ohne D&D-Historie
--- Ende Zitat ---
Ich möchte in diesem Kontext nur mal kurz auf das in diesem Thread schon erwähnte (und von mir heißgeliebte) Eberron hinweisen, dass zwar keine 46-jährige D&D-Historie, aber zumindest auch schon 16 Jahre auf dem Buckel hat und somit doch ein wenig zur D&D-Historie gezählt werden kann.
Hier sind die Orks, aber auch die Drow oder die Goblinoiden definitiv nicht allgemein böse, ja sogar die Drachen können bzgl. ihrer Zuordnung zu chromatisch/metallisch nicht mehr eindeutig nach Gesinnung verortet werden.
Dennoch sind die Völker nicht beliebig und Keith hat sogar die (damals: D&D 3.5) geltenden Attributsboni berücksichtigt, also gerade nicht über Bord gekippt.
Was hat er gemacht: Er hat sich bei jedem Volk gefragt "Wenn ein Volk diese oder jene Boni hat, wie kann ich dann eine Gesellschaft entwerfen, die in sich stimmig ist, aber durchaus genaus divers wie die 0815-Standard-Menschen, aber sich in der ihrer spezifischen Kultur trotzdem in einer zu den hartcodierten Volks-Boni und -Eigenschaften passenden Weise von der "Mehrheitsgesellschaft" (im Eberron-Fall: die Ex-Galifar 5 Kingdoms) unterscheidet."
Nicht jede daraus resultierende Lösung ist komplett unproblematisch (die Orks transportieren z.B. schon ganz gern mal den Topos vom "edlen Wilden" und haben nicht z.B. eine hochstehende urbane Kultur, was das Klischee stärker brechen würde), aber vom Ansatz her löst es auf jeden Fall die Problematik der "bösen Völker" etwas auf.
Interessant auch, dass in dem Artikel von der D&D-Website, der als Ausgangspunkt für die Diskussion diente, Eberron ja durchaus als Positiv-Beispiel genannt wird.
Zed:
Das wird jetzt kein hartes Pro- oder Contra-Argument zur These, dass die Darstellung der Drows rassistisch sei. Zwei Sätze dazu aus diesem sehr empfehlenswerten Podcast, in dem es um aktuell gesteigerte Awareness zu Rassismus geht: https://mitvergnuegen.com/hotelmatze/tupoka-ogette/
1)) "Wir sind alle mit rassistischen Zuschreibungen aufgewachsen."
2) "Es ist egal, wie etwas gemeint ist (ob etwas nicht oder doch rassistisch gemeint ist)."
Zu 1) Ich muss bestätigen: Ich habe als Kind Negerküsse gegessen; in Filmen, die im Fersehen liefen, sprachen die Schwarzen sehr häufig Pidgin-Synchro oder Ghetto-Slang; und es hieß, "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?"
Zu 2) Ich kann verstehen, dass PoC diese stereotypen Zuschreibungen leid sind. Wie in dem Podcast umschrieben, gibt es keine aktuell gültige Gebrauchsanweisung, mit der man sich nun "richtig" verhalten kann. Dialog und Beweglichkeit sind die Prinzipien, mit denen wir es ab jetzt stärker versuchen sollten.
Was das für uns RPGamer bedeutet, weiß ich noch nicht. Selbst wenn wir Orks und Drows diversifizieren, ihnen andere Hautfarben gäben, und sie nicht länger automatisch als Gegenspieler wahrgenommen würden, würde es immer noch halbwegs vernunftbegabte Völker, Species, geben (Int 4 oder mehr), die automatisch die Gegenspielerposition einnehmen, und seien es Warge. Und wenn das Kernproblem sein sollte, dass Species überwiegend mit einer (ihnen zugeschriebenen) Kultur assoziiert werden, dann wird StarTrek, d a s Franchise des liberalen Fortschritts, ein Problem kriegen (haben?) Dieselben Probleme? Ich weiß auch nicht. Aber diese Detailfragen sind kein Grund, Orks und Drows nicht zu entstereotypisieren.
Hast Du schon einmal getestet, ob Du die Hautfarbe eines Gegenüber wirklich mit "neutral" assoziierst? Ich habe schlechter abgeschnitten als erhofft, und das schon während des Tests gespürt. Scheiße, wie tief unerwünschte Verknüpfungen gehen...:
https://implicit.harvard.edu/implicit/Study?tid=-1 (Der Test mit allem drumrum dauert unter 10 Minuten)
--- Zitat von: hassran am 28.06.2020 | 12:30 ---Zum einen frage ich danach, weil es schön wäre, die Behauptung(!) Die Spielerschaft sei nicht divers zu belegen.
--- Ende Zitat ---
Das fände ich auch interessant. Ließe sich dazu hier eine Umfrage machen?
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