Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E

5e - Änderungen/Neue Optionen an/für Ability Score Zuweisung angekündigt

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nobody@home:
@Thandbar: Dein Link verweist auf ein anderes Video als gedacht ("Violence as Narrative" vom selben YouTuber -- auch interessant, aber mehr für andere Fäden). "The Thermian Argument" findet sich hier.

Luxferre:
Bei der Diskussion sollte nicht vergessen werden, dass das eine Option ist und nicht sakrosankt in die Regeln fließt.

Rhylthar:

--- Zitat ---(Bspw. Wild! Unzivilisiert! Gefährlich! Heimtückisch! Heidnisch! Etc.) Damit bestärken sie aber auch diese Vorurteile, denn wir finden die Drow deutlich angsteinflößender, wenn wir sowieso schon eine tiefsitzende unterbewusste Angst vor, kA, den aggressiven Dunkelhäutigen haben, die unsere Gesellschaft unterwandern wollen.
--- Ende Zitat ---
Welches dieser Schlagwörter trifft auf Drow zu? In meinen Augen passt nichts wirklich, es sei denn, man zimmert es sich zurecht.

Es gibt immer die Möglichkeit, es in der einen oder eben der anderen Richtung zu sehen. Eine Diskussion darüber, ob es erstrebenswert ist, erstmal eher etwas negativ zu konnotieren, aus einem "Gefühl" heraus, würde hier im Forum zu weit führen und ist auch keine, die ich unbedingt führen wollte.

Thandbar:

--- Zitat von: Rhylthar am 28.06.2020 | 11:11 --- Und Nein, ich bin da vollkommen raus:
Die Nordische Mythology bzw. überhaupt Faeries, etc. werden herangezogen. 

--- Ende Zitat ---

Ich finde das aus dem Grund kein so überzeugendes Argument, weil es ja viele Beispiele für Proto-Rassimus in Mythen, ja sogar Märchen gibt. Auch schwarze Hautfarbe als göttliche Strafe gibt es ja häufiger und wurde später ja, wenn ich mich richtig erinnere, in die Bibel zumindest reingelesen, um damit Rassimus zu rechtfertigen.
(Und die schwarze Haut der Drow ist halt eine Bestrafung, ein Zeichen des Abfalls. Das steht halt so erstmal da.) 

Auf diese religiöse Basis konnte der ideologische, biologisch scheinbegründete Rassismus halt auch ziemlich gut andocken.

Und so ein Produkt wie D&D hat eine ganze Menge von diesem kulturellen Ballast geerbt und bewusst weitergetragen. Und es reproduziert teilweise bis heute halt Klischees, die jedem, der von den postcolonial studies herüberschneit, echt eine ganze Menge Material liefert.

Diese sozusagen "historisch bedingten/gewachsenen" Elemente in D&D setzen halt heutzutage auch ein bisschen Fingerspitzengefühl voraus und ein klares Bewusstsein der Spieler, dass man hier eben mit Fiktion hantiert, von der man sich hie und da eben auch mal distanzieren können muss, um sie genießen zu können.

Es ist ein ganz anderes Produkt als das, was ich für den heutigen Massengeschmack und -bedarf designen würde, also ein Rollenspiel, das so inklusiv wie möglich ist und so wenig potentielle negative Erlebnisse bei einer möglichst diversen Kundschaft auslösen kann, die sich womöglich weder vertieft mit den Inhalten beschäftigen kann oder will.

Beide Prämissen sind halt bis zu einem gewissen Punkt miteinander vereinbar, aber irgendwann müssen sich die WotCs halt enscheiden, ob sie den Kuchen aufessen oder behalten möchten.


--- Zitat von: nobody@home am 28.06.2020 | 11:30 ---@Thandbar: Dein Link verweist auf ein anderes Video als gedacht ("Violence as Narrative" vom selben YouTuber -- auch interessant, aber mehr für andere Fäden).
--- Ende Zitat ---

Vielen Dank! Ich ändere das auch gleich nochmal.

La Cipolla:

--- Zitat ---Die Krux bei der Sache ist doch im Kern, dass grundsätzlich alles Böse immer dark, darque, black, shadow, darkness, blackness, drab, jet black, pitch black, shade assoziiert ist. Das hat recht wenig mit einer stärker pigmentierten Hautfarbe zu tun, sondern vielmehr ist im alltäglichen Sprachgebrauch keine buntere Färbung angekommen.

[...]

Wer das Attribut "schwarz" noch nie für etwas Böses hergenommen haben sollte, werfe den ersten Stein.  8]
--- Ende Zitat ---

Damit ignorierst du aber eine Menge sprachliche Pragmatik, eine Menge sprachliche Assoziationen IM KONTEXT, die oben schon angesprochen wurden. Es hat bspw. niemand hier was gegen Obsidiangolems gesagt, oder die überproportional vielen "dunkelhäutigen Rassen" in D&D, die potenziell gut sind. (Oh, Moment ...) Es geht spezifisch um "böse Rassen", und da nimmt das Wort automatisch eine spezifische Bedeutung an, wie in jedem anderen sprachlichen Kontext auch.
Sonst macht man es sich da zu einfach.

That being said, wer in diesem Sinne mit Steinen wirft, hat imho sowieso das grundlegende Verständnisproblem, Rassismus wäre nur eine individuelle Charaktereigenschaft von "bösen" Menschen. Wir haben alle unsere Vorurteile, und man darf ruhig mal reflektieren, wo unsere Sprache herkommt und wie sich ihre Bedeutung verändert. Der "Schwarze Mann" bspw. (definitiv fucking racist!) ist etwas anderes als "Schwarze Magie" (vielleicht mit leichten rassistischen Untertönen?) und die wiederum was anderes als "Schwarze Pädagogik" (problematisch, aber wahrscheinlich nicht rassistisch ;D).

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