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Combat as Sport vs Combat as War, Ausgabe Juni 2020

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nobody@home:

--- Zitat von: Rhylthar am 28.06.2020 | 19:22 ---Erkläre uns doch mal, warum es "Arschlochverhalten" ist, wenn die SL die Gegebenheiten der Spielwelt auspielt?

Im Gegenteil, in der 5E kann ein SL dies noch viel "einfacher" machen, weil die Spielmechanik quasi schon ein wenig "Sports" mit reinbringt. Sterben ist ja in der 5E deutlich schwieriger als in anderen Editionen.
Ansonsten empfehle ich wirklich mal den Blick in ältere (Turnier-) Module.

--- Ende Zitat ---

Arschlochverhalten ist in diesem Zusammenhang klassischerweise, sich dem "Jetzt mach' ich die mal richtig fertig!"-Impuls hinzugeben. Die "Gegebenheiten der Spielwelt" sind in dieser Hinsicht absolut zweitranging -- die kann sich die SL ja eh nach Belieben zusammenfabulieren.

Und Turniermodule würde ich gar nicht mal mit "normalen" Abenteuern in einen Topf werfen wollen. Turniermodule alten Stils sind ja gerade dazu da, SC-Gruppen abzumurksen, damit man am Ende den Turnierpreis den Spielern der Gruppe geben kann, die am weitesten gekommen ist. Ich glaube irgendwie nicht, daß es da draußen allzuviele SL gibt, die tatsächlich auch ihre normalen Kampagnen nach diesem Prinzip spielen...

Tegres:

--- Zitat von: nobody@home am 28.06.2020 | 19:16 ---Für mich stellt sich die Sache ganz einfach so dar: auch die stolzeste "110% Combat as War all the time, baby!"-Spielleitung wird ihre Spieler, wenn sie nicht gerade den Fehler macht, in Arschlochdenken zu verfallen, letztendlich nur auf "angemessene", vulgo "sportliche" Art herausfordern.

--- Ende Zitat ---
Nein, sie wird die Stufe-1-Charaktere, die sich in Höhle des uralten roten Drachen begeben, ohne zu zögern grillen (bzw. Odemsrettungswürfe ablegen lassen, die aber auch nicht viel helfen dürften), wenn sie keine entsprechenden Vorkehrungen getroffen haben. Allerdings werden die Charaktere, wenn sie nicht absolut blind durch die Spielwelt rennen, wissen, dass da ein uralter Drache oder zumindest ein ziemlich krasses Ungeheuer lebt. Dafür gibt es zum Beispiel Gerüchtetabelle.

Ich vermute hier einfach ein großes Missverständnis, was die Definitionen des einen und des anderen betrifft, das ist zumindest mein Eindruck.


--- Zitat von: nobody@home am 28.06.2020 | 19:31 ---Die "Gegebenheiten der Spielwelt" sind in dieser Hinsicht absolut zweitranging -- die kann sich die SL ja eh nach Belieben zusammenfabulieren.

--- Ende Zitat ---
Nein, das kann er nur dann nicht, wenn er und die Gruppe die Spieltwelt halbwegs ernst nehmen, und der Spielleiter daher nicht nach Belieben Dinge ändern kann. Beispiel: Ich habe für meine aktuelle Kampagne eine Sandbox aufgebaut mit ziemlich vielen Kaufabenteuer. Die habe ich fest platziert, und die bleiben auch in den ihnen zugewiesenen Hexfeldern. Die Spieler entscheiden, wo die Charaktere hingehen. Das kann ein Ort sein, an dem sehr große Gefahren lauern, und das kann ein ort sein, wo die Gefahr sehr klein ist. Ich justiere da nichts nach.
(Ob man die Spieltwelt sehr ernst nehmen will oder nicht, steht wieder auf einem anderen Blatt.)

Im Übrigen sehe ich es wie Rhylthar, dass konsequentes Ausspielen der Spielwelt und ihrer Akteure kein Arschlochverhalten ist. Arschlochverhalten wäre es, die Spieler nicht über die Gegebenheiten in der Spielwelt aufzuklären, obwohl sie entsprechende Nachforschungen anstellen.


--- Zitat von: nobody@home am 28.06.2020 | 19:31 ---Ich glaube irgendwie nicht, daß es da draußen allzuviele SL gibt, die tatsächlich auch ihre normalen Kampagnen nach diesem Prinzip spielen...

--- Ende Zitat ---
Wenn ich eines durch die Beschäftigung mit Rollenspiel im Internet gelernt habe, ist es, dass es für jeden diskutierten Spielstil auch Gruppen gibt, die den in Reinform praktizieren. ;)

nobody@home:

--- Zitat von: Tegres am 28.06.2020 | 19:38 ---Nein, sie wird die Stufe-1-Charaktere, die sich in Höhle des uralten roten Drachen begeben, ohne zu zögern grillen (bzw. Odemsrettungswürfe ablegen lassen, die aber auch nicht viel helfen dürften), wenn sie keine entsprechenden Vorkehrungen getroffen haben. Allerdings werden die Charaktere, wenn sie nicht absolut blind durch die Spielwelt rennen, wissen, dass da ein uralter Drache oder zumindest ein ziemlich krasses Ungeheuer lebt. Dafür gibt es zum Beispiel Gerüchtetabelle.
--- Ende Zitat ---

(Betonung von mir) Aha. Und natürlich wird der uralte rote Drache, vermute ich mal, seinerseits auch hübsch brav in seiner Höhle bleiben und nicht beispielsweise regelmäßig umherstreifen, um Neuabenteurer schon zu erwischen und abzufackeln, bevor sie überhaupt zu gefährlichen erfahrenen Abenteurern werden können...jedenfalls nicht auf eine Art, die sich ohne ausdrückliche Vorwarnung in "Würfelt Initiative, ihr wurdet gerade von einem uralten roten Drachen einfach mal so überrascht!" niederschlagen könnte. ;)


--- Zitat ---Ich vermute hier einfach ein großes Missverständnis, was die Definitionen des einen und des anderen betrifft, das ist zumindest mein Eindruck.
--- Ende Zitat ---

Ebenso. Ein Punkt, der mir beispielsweise nicht ganz klar ist, ist, wo manche Poster die Grenze zwischen "Kampf" und "Nicht-Kampf" eigentlich ziehen. Wenn man Combat as War so definiert, daß Erkunden, Planen, und Vorbereiten unbedingt mit dazugehören (denn die Möglichkeit, allzu gefährliche Begegnungen im Vorfeld schon zu erkennen und zu vermeiden, scheint ja das Hauptargument dafür zu sein, daß auch das Risiko, in einem Kampf gegen einen kraß überlegenen Gegner zermatscht zu werden, "okay" ist), dann kann es jedenfalls nicht gleichzeitig sein, daß "Combat" erst anfängt, wenn die Miniaturen auf die Battlemap gestellt werden... :think:


--- Zitat ---Nein, das kann er nur dann nicht, wenn er und die Gruppe die Spieltwelt halbwegs ernst nehmen, und der Spielleiter daher nicht nach Belieben Dinge ändern kann. Beispiel: Ich habe für meine aktuelle Kampagne eine Sandbox aufgebaut mit ziemlich vielen Kaufabenteuer. Die habe ich fest platziert, und die bleiben auch in den ihnen zugewiesenen Hexfeldern. Die Spieler entscheiden, wo die Charaktere hingehen. Das kann ein Ort sein, an dem sehr große Gefahren lauern, und das kann ein ort sein, wo die Gefahr sehr klein ist. Ich justiere da nichts nach.
--- Ende Zitat ---

Sagst du jedenfalls. ;) De fakto läßt sich das ohne Blick in deine Unterlagen schlecht überprüfen, denn die Dinge in der Spielwelt, von denen die Spieler noch gar nichts wissen (können), sind zumindest für sie ja einfach noch gar nicht festgelegt -- allgemein anerkanntes Spielwelt"fakt" ist nun mal erst, was man tatsächlich offen am Tisch etabliert hat, und selbst daran kann man als SL noch schrauben, wenn die Spieler mal eine Zeitlang nicht hingeguckt haben und es sich also glaubhaft vermitteln läßt, daß sich inzwischen was geändert haben könnte. Wie oft man das nun tatsächlich tut oder nicht, ist Geschmackssache; mangels Kontrollmöglichkeit läßt sich eine beliebige SL normalerweise weder daran hindern noch dazu verpflichten.

YY:

--- Zitat von: nobody@home am 28.06.2020 | 20:08 ---Ein Punkt, der mir beispielsweise nicht ganz klar ist, ist, wo manche Poster die Grenze zwischen "Kampf" und "Nicht-Kampf" eigentlich ziehen.

--- Ende Zitat ---

Warum ist das relevant?
Und wenn es wichtig ist: Warum nicht "Vorkampfphase" o.Ä. dranschreiben?


--- Zitat von: nobody@home am 28.06.2020 | 20:08 ---mangels Kontrollmöglichkeit läßt sich eine beliebige SL normalerweise weder daran hindern noch dazu verpflichten.

--- Ende Zitat ---

Nur weil man etwas nicht von außen sofort erkennt oder kontrollieren kann, bedeutet das nicht, dass es nicht so ist und entsprechende Auswirkungen hat. 
Stichwort "Redlichkeit" des SL vs. Illusionismus.

nobody@home:

--- Zitat von: YY am 28.06.2020 | 20:14 ---Warum ist das relevant?
--- Ende Zitat ---

Weil die Beschreibungen von Combat as Sport in diesem Faden nahelegen, daß da anscheinend der "Kampf" tatsächlich erst mit "Würfelt Initiative!" anfängt und alles vorher nicht wirklich zählt. In dem Fall könnte man sich beispielsweise überlegen, ob man anstatt des ja nicht ganz wertungsfreien Sport-gegen-Krieg-Vergleichs vielleicht zwischen Kämpfen mit und Kämpfen ohne "Vorphase" unterscheidet...


--- Zitat ---Nur weil man etwas nicht von außen sofort erkennt oder kontrollieren kann, bedeutet das nicht, dass es nicht so ist und entsprechende Auswirkungen hat. 
Stichwort "Redlichkeit" des SL vs. Illusionismus.
--- Ende Zitat ---

Und auch beim Illusionismus halten sich die Möglichkeiten der Spieler, ihn zu bemerken oder umgekehrt festzustellen, daß er definitiv nicht vorliegt, sehr in Grenzen. Man kann der SL im Wesentlichen nur entweder vertrauen oder es lassen -- völlig unabhängig davon, wie "redlich" sie nun wirklich sein mag. Wenn mich nämlich der telepathische Rest der Menschheit nicht gerade Zeit meines Lebens bemitleidend angelogen hat, damit ich ja nicht mitkriege, was mir fehlt, sind Gedankenleser nach wie vor eher die Ausnahme als die Regel.

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