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Magietheorie des Barden (Ein paar diffuse Gedanken)

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nobody@home:
Der Begriff "Barde" kommt ja aus dem keltischen Kulturkreis, in dem der so Bezeichnete eben nicht bloß ein Bänkelsänger mit Klampfe war, sondern seinen Beitrag zu den noch mündlichen Überlieferungen der jeweiligen Gemeinden geleistet und damit die Vergangenheit am Leben erhalten hat -- als eine von evtl. mehreren Arten von "menschlichem Geschichtsbuch" also. Da muß es dann auch niemanden mehr wundern, daß so jemand auch zumindest stückweises Wissen über Magie und Rituale (wenn auch vielleicht nicht mit dem der Priesterschaft vergleichbar) mit sich herumtragen mag; wo's noch keine Bücher gibt, braucht's eben Leute, die sich möglichst viel persönlich merken und dann später auch wieder an andere weitergeben!

Insofern muß der "klassische" Barde aus meiner Sicht auch nicht unbedingt überhaupt singen oder musizieren, um zu zaubern; das gehört zwar auch mit zu seinem Beruf, aber nicht zwangsläufig oder zumindest nicht automatisch immer auch zu seiner Magie. Aber das ist wirklich nur meine persönliche Meinung, keine offizielle Regel. ;)

Urias:
Gabs nicht in 3.5 so eine Barden-Prestigeklasse deren Hintergrund es war irgendwie die Urtöne zu channeln, die erklungen sind als das Universum erschaffen wurde (oder so ähnlich)? Das wär evtl eine Erklärung warum der Barde zaubert und dass, weil das halt so archaisch ist, das nicht intelligent ergriffen sondern erspürt werden muss. Da fallen mir spontan auch die Pythagoreer ein, bei denen die Zahl - und damit auch die Musik mit Tonleiter usw - als der Urgrund alles Seins zählte.

Skele-Surtur:

--- Zitat von: nobody@home am 15.01.2021 | 19:32 ---Insofern muß der "klassische" Barde aus meiner Sicht auch nicht unbedingt überhaupt singen oder musizieren, um zu zaubern; das gehört zwar auch mit zu seinem Beruf, aber nicht zwangsläufig oder zumindest nicht automatisch immer auch zu seiner Magie. Aber das ist wirklich nur meine persönliche Meinung, keine offizielle Regel. ;)

--- Ende Zitat ---
Ich denke, um offizielle Regeln geht es mir hier nur mittelbar.
Mir geht es um den Fluff hinter dem Crunsh.
Der Fluff ist gerade bei Barden erfahrungsgemäß unproportional weniger ausgearbeitet.
Meist scheinen sich weder Bardenspieler große Gedanken darum zu machen, wo ihre Charaktere ihre Fähigkeiten her haben und wie ihre Magie eigentlich funktioniert, noch scheinen sich viele Spielleiter Gedanken zu machen, wie Barden in ihrer Welt funktionieren.

Das Resultat sind dann sehr, sehr oft (also bisher in meiner Spielerfahrung eigentlich IMMER) irgendwelche chaotisch guten bis chaotisch neutralen "minstrels with magic". Ich habe bestimmt schon meinen fair share an Barden in D&D-Sessions gesehen und es war immer dieser lustige, fröhliche, spitzbübische Hopsa-trallala-Bänkelsänger, gerne auch etwas amourös (nicht jedes mal). Ehrlich: ich habe mehr charakterliche Diversität bei Barbaren-Charakteren erlebt, inklusive diverser Interpretationen, was die Raserei eigentlich ist, wo sie herkommt und wie sie von dem Charakter empfunden wird.

Da erscheint es mir doch mal angemessen, sich darüber auszutauschen, wie man Bardenmagie und die übernatürlichen Auswirkungen von bardischer Musik interpretiert.

Maarzan:
Kann ein D&D Barde eigentlich Nekromatie?

Eine dann nicht gespielter "Wikinger"-HERO-Barde war ein Mittler zum "alten Land" und zu den Ahnen, der magisch ins Totenreich und ins Eis/Naturgeister-Repertoire griff. 

Zed:
Weitere lose Gedanken zu Magie und ihren unterschiedlichen Quellen.

Das Motiv des magischen Gesangs oder der magischen Musik ist ein sehr gängiges, siehe den Rattenfänger von Hameln oder Luthien, die sogar Morgoth in den Schlaf singt - klassische Bezauberungen. Die Sirenen fallen mir noch ein, oder das Kinderlied, das in der Mutter aller Geisterfilme "The Innocents" eine wichtige Rolle spielt, hier weht ein Hauch von nekromantischer Bezauberung.

Musik steht bei Tolkien am Anfang der Erschaffung der Welt (die Musik der Ainur), und gibt es nicht auch irdische Schöpfungsmythen, die die Musik in den Mittelpunkt stellen? Das wären in der DnD-Welt wohl Beschwörungen, oder?

Um nochmal Tolkien zu bemühen: In Mittelerde wird die enorm mächtige Magie durch das Schmieden hervorgerufen, seien es die Zwerge, die Aule erschafft, die Silmaril oder die Ringe der Macht.

Interessant finde ich auch den Gedanken, dass Bewegungen Magie erschaffen können, wie im Marveluniversum, in denen die Zauberwirker oft komplexe Gesten ausführen, oder  wie bei Avatar, in denen die Bewegungen schon fast magische Tänze sind (Hervorrufungen). Der Schattentänzer ist eine DnD-Umsetzung dieser Idee.

(By the way: Ist schon Alchemie mit zu den magischen Quellen hinzugezählt worden?)

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