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D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Tudor the Traveller:
Wobei halt der Char Bau in D&D auch oft stark mit dem Teambuilding verknüpft ist. Ich weiß nicht, wie oft ich auf die Frage "hast du schon eine Idee, was du spielen wirst?" als Antwort bekam "was fehlt denn in der Gruppe noch?"
Da wird dann ganz klar, dass man versucht bestimmte Rollen bzw. Funktionen zu besetzen*. Und welche das sind, hängt von den Erfahrungen der Spieler ab. Der eine sagt "wir brauchen einen Natur- Charakter" und für ihn ist auch der Nature Skill ganz zentral da wichtig. Die andere sagt "kann auch die Gruppe insgesamt abdecken, ist eh nicht so wichtig."
Das wiederum liegt imo daran, wie die SL die drei Säulen des Spiels umsetzt. Während Kampf relativ klar geregelt ist, sind soziale Encounter und Exploration recht frei, sodass die einen viel erzählerisch machen, und die anderen möglichst viele Skills abrufen.
UND die zwei letzteren Säulen können oft von einem einzelnen Char gemanagt werden, anders als der Kampf.
*edit: da haben sich halt Standards = Stereotype etabliert.
Ainor:
--- Zitat von: Weltengeist am 18.06.2021 | 13:57 ---Jetzt habe ich mich gestern mal drangesetzt mit einem neuen Versuch, D&D eine Chance zu geben. Und fast Dass sich die Stereotypen, die hier aufgebaut werden, einfach zu ähnlich sind.
--- Ende Zitat ---
Die Bezeichnung "Stereotypen" ist nicht ideal wenn es um eine MAngel an mechanischen Optionen geht. Da denkt man eher an "arrogante Elfen" oder "saufende Zwerge".
--- Zitat von: Weltengeist am 18.06.2021 | 13:57 ---Aber was mich wirklich nervt ist, dass sich letztlich alle Charaktere einer bestimmten Klasse doch sehr ähnlich anfühlen.
--- Ende Zitat ---
Klasse (im Sinne von Klassifikation) bedeutet ja grade dass man ähnliches zusammenfast.
--- Zitat von: Weltengeist am 18.06.2021 | 13:57 ---Wie macht ihr das in der Praxis, wenn ihr eine coole Idee habt (oder einer eurer Spieler)? Sagt ihr dann jedesmal: Nö, geht nicht, du kannst das nicht lernen, weil die am ehesten passende Klasse nun mal stattdessen Dinge vorsieht, die du nicht haben willst? Baut ihr dann lieber eine komplett neue Klasse mit den Regeln aus dem DMG? Oder habt ihr andere, elegante Lösungen dafür?
--- Ende Zitat ---
Eine andere Herrangehensweise ist es einfach das Problem nicht zu haben. Man kann einfach die angebotenen Optionen anschauen und eine auswählen. Und wenn einem die Speisekarte nicht passt geht man halt in ein anderes Restaurant.
Natürlich gibt es Systeme die das anders sehen. Die sind dann entweder Punktebasiert oder haben extrem viele Optionen, wie etwa PF1. Aber solche Systeme haben eben auch gravierende Nachteile.
Weltengeist:
--- Zitat von: aikar am 20.06.2021 | 07:52 ---Was mir gerade noch eingefallen/aufgefallen ist:
@Weltengeist und die anderen die zu sehr Stereotypen sehen: Habt ihr die Anpassungsoptionen (Austausch von Volks- und Klassenfähigkeiten und zusätzliche Talente/Feats) in Tasha's Cauldron eigentlich schon mit einbezogen? Die bieten, gerade in Kombination mit den vielen Subklassen aus Xanathars Ratgeber und Tasha's Cauldron immens viele Möglichkeiten Charaktere noch zu modifizieren.
--- Ende Zitat ---
Wie ich oben schon schrieb: Xanathar's und Tasha's hatte ich bisher tatsächlich nicht auf dem Schirm. Mein Problem - das hauptsächlich darin besteht, dass jeder SC einer bestimmten Klasse bestimmte Features und Proficiencies wählen MUSS, auch wenn sie null zum Figurenkonzept passen - kann man (kooperationsbereiter DM vorausgesetzt) wohl schon teilweise lösen, indem man die Anpassungsoptionen aus dem DMG benutzt. Die beiden Zusatzregelbücher werde ich mir aber tatsächlich in nächster Zeit mal anschauen. :d
Timrix:
--- Zitat von: Weltengeist am 20.06.2021 | 12:45 ---Mein Problem - das hauptsächlich darin besteht, dass jeder SC einer bestimmten Klasse bestimmte Features und Proficiencies wählen MUSS, auch wenn sie null zum Figurenkonzept passen
--- Ende Zitat ---
Kannst du bitte ein Beispiel nennen?
Weltengeist:
--- Zitat von: Timrix am 20.06.2021 | 13:03 ---Kannst du bitte ein Beispiel nennen?
--- Ende Zitat ---
Hab ich doch im Startposting schon getan, aber hier gerne nochmal etwas ausführlicher. Nehmen wir mal an, du willst einen Rogue spielen mit Schwerpunkt auf "Betrüger" (was im PHB auch ausdrücklich vorgesehen ist). Zwar kannst du nützliche Fähigkeiten über den Background: Charlatan erwerben, ansonsten aber MUSST du "Sneak Attack" lernen, du MUSST Proficiencies: Thieves' Tools nehmen, du musst dich (wenn du nur das PHB hast) auf Thief, Assassin oder Arcane Trickster spezialisieren usw. Natürlich könntest du stattdessen auch versuchen, das Konzept mit einem Barden umzusetzen, aber da kommst du vom Regen in die Traufe und bekommst jede Menge Features, mit denen du nur andere unterstützen kannst, was für einen egoistischen Betrüger ebenfalls nicht passt.
Oder nehmen wir an, du willst einen naturverbundenen Zauberer mit Heilfähigkeiten spielen (was ja nun wirklich ein 08/15 Trope in so gut wie jedem Fantasyroman/film ist, egal ob es sich da nun um eine Dorfhexe, einen Schamanen oder einen Druiden handelt). Bei D&D 5E landest du dann wahrscheinlich bei einem Druiden, und auch wenn hier ständig behauptet wird, dass die Klassen ja nur Hülsen sind, die man ganz unterschiedlich interpretieren kann, MUSST du als wichtigste Features Wild Shape nehmen, ob das nun dein Konzept war oder nicht. Klar, die sind supermächtig und supernützlich, aber am Ende bleibt eben hängen: Jeder Rogue ist auch ein Meuchler und ein Dieb. Jeder Barde verteilt Inspiration und Regeneration an seine Verbündeten. Jeder Druide ist ein Gestaltwandler. Jeder Kleriker (auch wenn seine Domäne "Bier" lautet wie bei "Midgard") vertreibt ab Stufe 5 Untote. Und so weiter. Außer, dein Spielleiter erlaubt dir das Austauschen oder du verzichtest freiwillig auf die Nutzung deiner mächtigsten Fähigkeiten.
Bei den Skill Proficiencies und den Spells ist das besser gelöst, weil du da eine Wahlfreiheit hast. Die Subklassen sind ebenfalls nett (jedenfalls wenn man besagte Zusatzbände hat und es somit genügend Auswahl gibt). Aber die festgeschriebenen Features und Proficiencies sorgen dafür, dass sich am Ende doch vieles ähnlich anfühlt - man schaut sich eben eine gegnerische Gruppe kurz an, folgert "Das ist der Rogue, der kann Sneak Attack" und behandelt ihn entsprechend. Unterschiedliche Interpretation my ass.
Die Lösung besteht mMn darin, hier mehr Flexibilität zuzulassen, was im DMG auch angedacht, allerdings nur sehr händewedelnd verregelt und von der Zustimmung des DM abhängig ist. Trotzdem löst das zumindest mein Problem.
tl;dr: Ich habe aus dem Thread mitgenommen, was ich daraus mitnehmen wollte, und werde mir insbesondere die Ergänzungen aus Xanathar's und Tasha's anschauen. Danke an alle, die sich konstruktiv eingebracht haben!
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