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Braucht ein RPG-Eigenbau (zur VÖ) eigentlich ein eigenständiges Regelwerk?

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sma:
Ich würde so weit gehen und sagen, eigene Regeln sind nicht nur nicht nötig sondern auch ein Hindernis. Die meisten Leute haben keine Lust, neue Regeln zu lernen, sondern wollen wiederverwenden, was sie kennen. Das ist inzwischen in 60%-80% aller Fälle D&D 5E. Wenn du also "kompatibel zu 5E" drauf schreibst, hast du die größte Chance, dass jemand das Produkt anschaut und letztlich nutzt. Ein paar Setting-Anpassungen kannst du ja trotzdem "reinschmuggeln". Jedes andere System hat dann maximal 10% vom Marktanteil der 5E, bedient dann aber zumindest immer noch den Wunsch der Mehrheit, bekannte Regeln zu haben. Mit einem neuen System würde ich daher schätzen, dass man sich auf maximal 1% der potentiellen Spieler einschränkt. Eine gewisse Klientel kann man denke ich noch erreichen, indem man ein minimales System (möglichst innovativ) so mit dem Setting verschränkt, dass es etwas einzigartiges wird, aber das ist schwer und geht dann in Richtung Storygame.

Bei 1000 potentiellen Spielern könntest du 600-800 (in den USA eher 800, in D/A/CH sind wir glaube ich eher an der unteren Grenze, weil Cthulhu, Shadowrun und DSA noch vergleichsweise stark sind) mit einer 5E Version erreichen, 100 vielleicht mit einer Savage Worlds, FATE oder BRP-Version (eher weniger, Ein SW-Crowdfunding performt 10x schlechter als eins für DSA) und rechnerisch nicht mehr als 10 mit einem neuen Regelsystem.

Und ich würde erwarten, dass die Zahlen zukünftig noch stärker auseinander laufen. Glücklicherweise wächst ja der Markt und wenn man WotC glaubt, dass es weltweit 40 Mio D&D "Fans" gibt und wir das als 60% setzen, ist 1% immer noch 'ne halbe Million Leute. Die Frage ist nur, was ein Fan ist. Ich vermute, sie zählen da auch Leute mit, die einfach Spaß daran haben Critical Role zu gucken. Schätzen wir konservativ 10 Mio aktiv Spielende, wäre 1% noch 150.000 und davon mögen vielleicht 15.000 in der DACH-Region sein. Das kann immer noch genug Potential sein.

HEXer:
Also ohne die anderen Antworten gelesen zu haben: Für mich bedeutet "Rollenspiel" die Verbindung von Setting und Regeln. Einzeln würde ich es als "Regelwerk" bzw. "Settingband" bezeichnen.

tartex:
Man sollte aber bedenken, dass unterschiedliche Spiele unterschiedliche Akzeptanz fürs 3rd Party Produkte haben.

Die reine Marktgröße ist nicht unbedingt entscheidend.

Maarzan:

--- Zitat von: HEXer am 10.07.2021 | 10:32 ---Also ohne die anderen Antworten gelesen zu haben: Für mich bedeutet "Rollenspiel" die Verbindung von Setting und Regeln. Einzeln würde ich es als "Regelwerk" bzw. "Settingband" bezeichnen.

--- Ende Zitat ---

Was ist dann ein settingfreies Spiel - kein Rollenspiel?
Ich denke ein Setting ist inzwischen üblich, aber bei weitem nicht notwendig.

Am Ende würde ich sagen: Es zählt, was mit dem gegebenen Material spielbar ist und wo der Regelteil eben nicht nur eine nahezu 1:1 Kopie eines eigentlichen Regelwerkes darstellt.


CK:

--- Zitat von: HEXer am 10.07.2021 | 10:32 ---Also ohne die anderen Antworten gelesen zu haben: Für mich bedeutet "Rollenspiel" die Verbindung von Setting und Regeln. Einzeln würde ich es als "Regelwerk" bzw. "Settingband" bezeichnen.

--- Ende Zitat ---
Naja, dann wären nach dieser Definition die ersten Rollenspiele keine Rollenspiele gewesen ;)

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