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Technologie im Zeitraffer
unicum:
Ich glaube nicht das Militaristen da viel "Geschwindigkeit" reinbringen können. Alle unsere Moderne Technik baut aufeinander auf.
Ich traue mir mit meinem Ingenieursstudium schon zu einiges an Unfug im Mitelalter machen zu können. Eisenbahn und Dampfmaschiene - vieleicht zusammen mit Zwergen. Weil das ist noch recht einfache Technik und ich denke die Metallverarbeitung war im Mitelalter schon weit genug (eigentlich trauen einige Leute das schon den Römern zu). Bei Schusswaffen hätte ich schon das Problem "Woher bekomme ich den Salpeter?" (um das einfachste zu denken: Schwarzpulver).
Viel anderes ist eben etwas das aufeinander aufbaut. Um mal Halbleiter zu nehmen, dafür brauche ich Reinräume, Temperaturregelungen, Hochpräzisionsoptik.
Also am wirklich "gefährlichsten" für den Geschwindigkeitsboost sehe ich tatsächlich nicht unbedingt Leute, sondern ... Dinge. Dinge wie ein Computer mit einem kleinen Generator auf dem die Wikipedia drauf ist.
Würde ich also im Mittelalter wirklich etwas reissen wollen im hinblick auf Technikinovation würde ich anfangen damit dort eine Schule zu bauen und nebenher eher kleine Sachen zu machen die einfach sind aber viel bringen (Dampfmaschiene etwa).
Pyromancer:
Dampfmaschinen jenseits von "hui, wir machen Feuer und dann bewegt sich was", also Maschinen, die Leistung bringen, sind mit Mittelalter-Metallurgie und Schmiedetechniken nicht machbar. Schienen mit von Pferden gezogenen Wagen bringt man aber hin und ist besser als nichts.
An sonsten bleiben bei lernwilliger einheimischer Bevölkerung eher so grundlegende Sachen, die die Lebensqualität und Lebenserwartung verbessern und damit auch langfristig Arbeitskraft freisetzen, die man dann für weitere Entwicklung verwenden kann: Hände waschen z.B., landwirtschaftliches Zeug wie Mehrfelderwirtschaft (wobei da die Frage ist, wie weit sich irdische Pflanzenkunde übertragen lässt), inkrementelle Verbesserungen bei Mühlen, Pferdegeschirr etc. Da geht schon was. Aber halt nicht: In 50 Jahren ist die Welt durchindustrialisiert. Sondern: In 50 Jahren brauchen wir 10% weniger Arbeitskraft für den gleichen Ernteertrag, und die 10% haben jetzt Zeit, Lesen und Schreiben zu lernen.
Falls die Neuankömmlinge saatfähige Kulturpflanzen mitbringen, die es dort noch nicht gibt, wäre das natürlich langfristig auch ein Gewinn, weil man damit (Mehrfelderwirtschaft) auch die Erträge steigern könnte.
JollyOrc:
--- Zitat von: Lichtschwerttänzer am 23.08.2021 | 10:05 ---wenn das Romanum Imperium nicht will was dann? da könnten Karl des Großen Franken aufnahmewilliger sein
--- Ende Zitat ---
Das erinnert mich daran, dass ich gerade vor kurzem "Terry Jones' Barbarians" gelesen habe. Da wird die These vertreten (und auch halbwegs belegt), dass die Griechen um 0AD herum kurz vor der Industrialisierung standen. Rom hat davon nur die sofort adaptierbare Waffentechnik übernommen, und auch da nur auf eher niedrigem Niveau. Den Rest interessierte das Imperium nicht, da die Technik mit Sklaven konkurrierte und aus der römischen Sicht denen in Sachen Kosten/Nutzen unterlegen war.
Dadurch, dass Griechenland mehr oder weniger erst militärisch und dann kulturell eingemeindet wurde, versandete alles und viel von der technischen Entwicklung stand dann mehrere Jahrhunderte still in Europa.
Sprich: Wenn sich die Gäste mit dem Technikwissen nicht politisch-militärisch durchsetzen können, stehen sie ggfs. durchaus auf verlorenem Posten.
Medizinmann:
so, Leute, bin wieder da :)
Outgame Rahmen :
Ich kenne so manche Edo Welt , bin auch mit GURPS Yrth gross geworden und Avatar tlA bzw Korra sind mir bekannt (Transition von Fantasy ---> Prä WW1)
ingame Rahmen :
typische EDOWelt wie man sie von Midgard, LotR, etc her kennt (nur ohne Magie ! )
den Einwohnern ist auch bekannt/bewußt, das seit den letzten 200 Jahren immer wieder mal sporadisch Besucher von woanders her kamen . Diese wurden zuerst als Götter/Gottähnlich angesehen,später nicht mehr .
Es gibt auch Überreste einer vergangenen Hochzivilisation ( 25. Jahrhundert ) die vor 1000 Jahren zerstört wurde (Shannara Chronicles), vom Dschungel überwucherte Hochbahntrassen , Überreste von Autobahnen,
in einer Wüste Hochhausruinen in denen Zombies hausen.
.....
Später mehr
P.S.
JA ,Ich habe Dokus gesehen ,wie schnell Technologie verschwindet, wenn der Mensch verschwindet .
Die Zahlangaben sind Ungenau bzw Variabel , nagelt mich deshalb nicht ans Kreuz
Hough
Medizinmann
Dr. Beckenstein:
Ich denke, die Einheimischen lernen schnell, die Technik zu benutzen, das ist eine Frage von Knöpfe drücken und Abzug ziehen. Aber es wird für sie unmöglich sein, die Technik selbst herzustellen.
Den Einheimischen - und den "Neuankömmlingen" - fehlt das Wissen, um die Werkzeugen herzustellen, die die Werkzeuge herzustellen, die letzten Endes die Spielzeuge herstellen.
Allein in Deutschland gab es 2011 über 600.000 Ingenieure. Die entwickelten in tausenden von Firmen Technologien, die dann von Millionen Arbeitnehmern produziert wurden -darunter auch viele Werkzeugmaschinen, die so Sachen wie Getriebe und Elektronik für Panzerwagen herstellen konnten.
In einer Mittelalter/Edo Welt gibt es wahrscheinlich hunderttausende von Bauern, die ein paar tausend Handwerker/Alchemisten/Kaufleute durchfüttern können, aber es wird das grundlegende Wissen für eine High Tech (oder wenigstens higher tech) Zivilisation zu fehlen.
Um die notwendigen Spezialisten auszubilden, müssten die Neuankömmlinge erst einmal ein modernes Schulsystem einführen, das dann nach mehreren Jahren die ersten Fachkräfte liefert und die dann ganz neue Ideen haben.
Ob das den lokalen Machthabern gefällt, ist eine andere Frage.
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