Ich hab den neulich auf einer Flugreise gesehen und fand's jetzt echt nicht so schlimm. Umgehauen hat es mich nicht, und die Animation war nicht immer ideal (der Oberdunländer hatte irgendwie eine missglückte Gestik, und viele der Backgrounds wirkten zu fotorealistisch und haben sich mit dem sonstigen Stil gebissen). Der Fanservice (Auftritt von Saruman, noch mal in Isengart vorbeischauen, Hera trifft sich mit Gandalf, Ringgespräche der Orks) war etwas durchschaubar.
Aber die Figuren haben für mich ganz gut funktioniert, die tragische Story hat den Film getragen, und es gab viele gelungene Handlungselemente (der Tod von Heras Brüdern, der Spuk in der Hornburg). Für mich war das nette Fantasy, die den Tolkien-Kanon auch nirgends aggressiv gebrochen war. Hera war alles andere als eine Mary Sue, dass sie sich am Ende tatsächlich in den Zweikampf stürzt, war lange vorbereitet, und man hatte auch nicht den Eindruck, dass sie die Oberheldin war, die einfach alle wegrockern konnte. Ich fand's gut, dass man nicht irgendwie noch Elben oder Zwerge oder Ents oder gar Hobbits in die Story gepresst hat (deshalb haben mich auch die Orks etwas gestört in diesem "Menschenfilm").
Klar, man kann sagen, für einen Mittelerde-Film gelten höhere Maßstäbe (aber da ist für mich bei den Hobbit-Filmen schon der Zug abgefahren ...). Aber ich fand das insgesamt eine gelungene Fantasy-Trickfilm-Geschichte, die mich gut unterhalten hat. Mit meinen Kindern würde ich mir den auch nochmal angucken, wenn sie Lust haben.