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Messerkämpfe in Realität und Rollenspiel

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nobody@home:

--- Zitat von: Outsider am 30.08.2024 | 05:29 ---Da ist es aber auch so das Waffen Schaden nach Größe machen und meist nur TP abziehen.
--- Ende Zitat ---

Ich denke, die erste Hälfte dieser Gleichung ist mit eine der Hauptursachen des Problems. Inwieweit das Gefahrenpotential in Sachen "reiner Schaden" am lebenden Objekt (was ja an sich schon eine grobe Verallgemeinerung darstellt, und vermutlich eine hochgradig subjektive obendrein) bei realen Waffen tatsächlich an deren Größe gekoppelt ist, bin ich mir nämlich trotz jahrzehntelanger Vorprägung durch Spielysteme, die die Idee jeweils vertrauensselig voneinander abgekupfert haben, alles andere als sicher.

(Und was die Trefferpunkte angeht, sollte man mMn auch noch mal mindestens zwischen solchen Spielen unterscheiden, bei denen deren Maximum im Lauf der Zeit beständig anwächst und solchen, bei denen es weitgehend oder komplett konstant bleibt -- das macht nämlich auch einen gehörigen Unterschied aus.)

unicum:

--- Zitat von: Eismann am 30.08.2024 | 14:29 ---Außerdem kann der menschliche Körper einerseits erstaunlich viel einstecken, geht aber andererseits an Kleinigkeiten zugrunde, wenn sie einen an richtigen (bzw. falschen) Stelle erwischen. Zum Beispiel Brezelstücke in der Luftröhre oder Kugelschreiber im Hals.

--- Ende Zitat ---

Ja da gibt es zum Teil recht gut dokumentierte Fälle, ich meine in Phoenix Command da auch das ein oder andere gelesen zu haben (ist aber schon so lange her das ich mich auch täuschen kann).
Der Cousin meines Vaters (97 dieses Jahr) war bei der Landung in der Normandy dabei,... naja also auf der falschen Seite. Der hat auf der Flucht eine Maschienengewehrsalve in den Rücken bekommen als er über einen Fluss schwamm. 4 Treffer,... Wirbelsäule beschädigt. Ist aber alles wieder so weit geheilt (naja Rückenprobleme hatte er immer)

und kleinigkeiten an denen man zugrunde gehen kann hatte ich auch schon erwähnt,... erinnert mich an das Plakat in der Kardiologie "Herzinfarkt bekommen nur ganz alte Menschen,... so ab 3 Monaten"

Zed:

--- Zitat von: AlucartDante am 29.08.2024 | 19:17 ---...die Thesen des Videos erscheinen mir jetzt erstmal nicht völlig hahnebüchen. Aber ich bitte gerne um Korrekturen.

--- Ende Zitat ---

Einige haben hier ja schon leichte Zweifel aufkommen lassen, ob das im Eingangspost verlinkte Video eine Aussagekraft hat zB im Sinne von "repräsentativ sein".

Nun sind wir alle wahrscheinlich keine Experten. Im Gegensatz zu "Florian Lahner, ein völlig unabhängiger Experte" (1:09), wie er im Video vorgestellt wird. "Mit der Lahner Group GmbH schult er Behörden und Zivilisten weltweit in taktischen Konzepten und Einsatztraining" (1:24). Völlig unabhängig würde ich es nicht nennen, wenn seine GmbH davon lebt, wenn Behörden um die Sicherheit ihrer Beamt:innen bangen - und Videos wie das verlinkte einzig die Fälle inszenieren, die von einem plötzlichen, potentiell tödlichen Angriff mit dem Messer ausgehen.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)In den USA gibt es einen Psychologen, der seit über 30 Jahren in der dortigen Polizeiausbildung einen erheblichen Einfluss hat, William Lewinski. Dessen Philosophie fasst die NewYork-Times mit "shot first, questions later" zusammen. An der Grundphilosphie dieses Polizeitrainings gibt es erhebliche Kritik, und dieses Training wird mitverantwortlich gemacht für die 1100 Opfer von tödlicher Polizeigewalt jedes Jahr in den USA. William Lewinski arbeitet auch als Gutachter in Prozessen, in denen sich Polizeibeamte für den Einsatz tödlicher Gewalt rechtfertigen müssen. Seine Tendenz: Sie handeln immer gerechtfertigt.

Runenstahl:
Das Messer wird ja hier als supertödlich dargestellt und das ist es zweifellos auch. Aber im Rollenspielkontext gibt es meist einen haufen Waffen die einfach noch tödlicher sind. Soweit ich das als Laie sagen kann braucht man mit Schwertern, Speeren oder Schußwaffen real meist so 3-5 Treffer um den Angreifer auszuschalten. Mit Messern ist es nicht unüblich das Opfer 10-20 Wunden aufweisen. Insofern scheint mir die übliche Herangehensweise das Messer weniger Schaden machen als größere Waffen durchaus plausibel.

In der Realität ist natürlich jede Wunde sehr gefährlich und sorgt auch beim Überleben für langwierige Schwierigkeiten bis sie völlig verheilt ist, WENN die Wunde denn überhaupt jemals völlig verheilt. Da stellt sich aber die Frage ob es denn Spaß machen würde mit Regeln zu spielen die das auch so abbilden.

Ich selbst bevorzuge dann doch eher abstrakte Regelwerke bei denen man nur ein paar HP verliert die man mehr oder weniger schnell wieder heilt. Die Option das der Charakter für den Rest seines Lebens humpelt weil ihm ein Streitkolben das Knie zerschmettert hat finde ich persönlich weniger Spaßig. Aber jedem das Seine.

nobody@home:
Das Messer ist aus meiner Sicht recht ähnlich tödlich wie andere Waffen auch, nämlich richtig eingesetzt an der passenden Körperstelle sehr, an anderer (oder wenn's kein ganz "solider" Treffer ist) weniger, und wenn es aus Mangel an Länge oder Können mal gar nicht trifft, dann eben in zumindest dem Sekundenbruchteil überhaupt nicht. Insofern sehe ich nicht unbedingt, daß es so viel weniger Wirkung haben soll als beispielsweise eine längere Klinge oder meinetwegen auch eine Schrotflinte, die ja auch erst mal mit mindestens einer Kugel treffen und dann die richtige(n) Stelle(n) erwischen muß...Hauptsache, es kriegt nicht künstlich mehr aufgedrückt. :)

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