Autor Thema: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?  (Gelesen 3879 mal)

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Offline postkarte

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #25 am: 27.07.2026 | 19:50 »
Wie gut können denn offline-KI-Modelle übersetzen?
Das ist die Frage, was Du willst. Für kurze Texte geht es so gut, dass man damit leben kann. Das Deutsch ist häufig auch nicht schlechter als was manche andere so verbrechen. Problematisch sind zwei Dinge: wie Feuersänger oben schon sagte, sind das einerseits Spezialbedeutungen, die gerade kleinere Modelle nicht so auf dem Kasten haben, und zweitens Konsistenz über längere Texte. Kleine LLMs müssen sich häufig nach ein paar Seiten verabschieden und dann neu anfangen.

Meiner Meinung nach sollte aber schon Gemma 4 12B (ein kleines Modell, das auch mit 16 GB Grafikkarten RAM flott läuft) reichen, um inhaltlich zu verstehen, worum es geht.
« Letzte Änderung: 27.07.2026 | 19:58 von postkarte »

Offline postkarte

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #26 am: 27.07.2026 | 19:58 »
Hier mal ein Beispiel aus der D&D 5.1 SRD (unter Creative Commons)

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

und hier die Übersetzung von Gemma 4 12b:

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

und die Übersetzung mit Qwen 3.6 27b. Ist besser, braucht aber auch stärkere Hardware:

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)


Disclaimer, weil ich hier kein Urheberrecht oder Copyright verletze:

This work includes material taken from the System Reference Document 5.1 (“SRD 5.1”) by Wizards of the Coast LLC which is available at https://dnd.wizards.com/resources/systems-reference-document. The SRD 5.1 is licensed under the Creative Commons Attribution 4.0 International License that can be found here https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode
« Letzte Änderung: 27.07.2026 | 23:55 von postkarte »

Offline Zocat

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #27 am: Gestern um 00:09 »
Beim Übersetzen geht es aber nicht um so kleine Textausschnitte. 
Es geht darum, dass ich der KI nen 200 Seiten Dokument gebe (oder nen 1000+ Seiten Regelwerk & Abenteuer) und auf Seite 15 und auf Seite 190 "power" immer mit "Kraft" übersetzt wird und nicht einmal mit "Kraft" und einmal mit "Stärke". Die KI muss in der Lage sein zu erkennen, dass es jeweils dasselbe Konzept einer Spielmechanik ist und sie daher denselben Begriff benutzen muss.

Offline postkarte

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #28 am: Gestern um 00:23 »
Beim Übersetzen geht es aber nicht um so kleine Textausschnitte. 
Es geht darum, dass ich der KI nen 200 Seiten Dokument gebe (oder nen 1000+ Seiten Regelwerk & Abenteuer) und auf Seite 15 und auf Seite 190 "power" immer mit "Kraft" übersetzt wird und nicht einmal mit "Kraft" und einmal mit "Stärke". Die KI muss in der Lage sein zu erkennen, dass es jeweils dasselbe Konzept einer Spielmechanik ist und sie daher denselben Begriff benutzen muss.
Komisch. Mir war als hätte ich das doch gerade selbst davor geschrieben. Stimmt, habe ich auch. Auch beim Lesen des Forums gibt es wohl zu kleine Kontextfenster  ;D

Aber Spaß beiseite, Du könntest ein Glossar anlegen und das der KI mitgeben. Das wird auch einigermaßen funktionieren und das Problem abmildern. Automatisch Lösen tun das auch große KI-Modelle nicht zu 100% und ehrlicherweise passieren auch bei menschlichen Übersetzungen an der Stelle immer mal wieder Fehler.
« Letzte Änderung: Gestern um 00:29 von postkarte »

Offline sma

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #29 am: Gestern um 00:43 »
Steht und
Beim Übersetzen geht es aber nicht um so kleine Textausschnitte. 
Es geht darum, dass ich der KI nen 200 Seiten Dokument gebe (oder nen 1000+ Seiten Regelwerk & Abenteuer) und auf Seite 15 und auf Seite 190 "power" immer mit "Kraft" übersetzt wird und nicht einmal mit "Kraft" und einmal mit "Stärke". Die KI muss in der Lage sein zu erkennen, dass es jeweils dasselbe Konzept einer Spielmechanik ist und sie daher denselben Begriff benutzen muss.
Grundsätzlich kein Problem. Dazu baut man ein Glossar, wie es auch bei menschlichen Übersetzern wäre. Und wenn es darum geht, ob man das mit einem lokalen Modell schafft, hängt wieder alles davon ab, was man als Rechner zur Verfügung hat.

Eine Normseite würde man als 1800 Anschläge zählen und pessimistisch sagen wir mal 3 Anschläge sind ein Token, d.h. 600 Token pro Seite, mal 200 wären das 120K Token. Die meisten aktuellen LLMs, auch die lokalen, haben über 200K Kontextfenster, d.h. man müsste noch nicht einmal stückeln. Gemma 4 31B hat genau wie Qwen 3.6 35B 256K. Die großen Online-LLMs haben inzwischen alle 1024K.

Ein Glossar mit 116 Einträgen, dass ich neulich benutzt habe, hat ~1K Token, das spielt so gut wie keine Rolle. Selbst wenn es 10x so groß wäre, ist das kein großer Overhead.

Ich würde aber wohl in jedem Fall einen Text in Kapitel unterteilen, dann eine Zusammenfassung der Kapitel generieren und diese als Kontext zusammen mit dem Glossar mitgeben. Und wie Postkarte schrieb, Ziel ist ja "inhaltlich zu verstehen, worum es geht" und nicht den nächsten Literaturpreis damit zu gewinnen.


Offline ArneBab

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #30 am: Gestern um 07:36 »
Gerade da es darum geht, dass ihr zusammen spielen könnt, musst du noch sehr gründliches Gegenlesen miteinberechnen. Ich habe vor einem Jahr versucht, einen meiner eigenen Texte mit ChatGPT zu übersetzen (allerdings von Deutsch auf Englisch), und bis ich alle inhaltlichen Fehler gefunden hatte, ging so viel Zeit drauf, dass ich in der Zeit die Übersetzung auch selbst hätte machen können.

Ohne die Korrekturen wären heftige inhaltliche Änderungen drin gewesen (die aber gut klangen). Deswegen blieb es bei einem Versuch.

Die Ergebnisse habe ich aufbereitet und alle nötigen Korrekturen beschrieben, von kleinen Unannehmlichkeiten (z.B. fehlte ein Drittel des Textes, aber das siehst du direkt) bis hin zu plausiblen aber inhaltlich völlig falschen Texten:
https://www.draketo.de/software/ai-translation-evaluated#completely-changed

Das krasseste Beispiel ist da "dominance of public perception" statt "dominance over public perception". Du musst also mit mehr Lektorartsrunden rechnen als bei Menschen, und mit anstrengenderen, weil ein KI-Modell andere Fehler macht als Menschen.
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Offline AndreJarosch

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #31 am: Gestern um 11:40 »
Gerade da es darum geht, dass ihr zusammen spielen könnt, musst du noch sehr gründliches Gegenlesen miteinberechnen. Ich habe vor einem Jahr versucht, einen meiner eigenen Texte mit ChatGPT zu übersetzen (allerdings von Deutsch auf Englisch), und bis ich alle inhaltlichen Fehler gefunden hatte, ging so viel Zeit drauf, dass ich in der Zeit die Übersetzung auch selbst hätte machen können.

Ohne die Korrekturen wären heftige inhaltliche Änderungen drin gewesen (die aber gut klangen). Deswegen blieb es bei einem Versuch.

Für den privaten Gebrauch habe ich auch mit automatischen Übersetzungen herumgespielt, um mit Zeit und Arbeit zu ersparen.
Letztendlich hat es weder Zeit noch Arbeit gespart. Das Editing des vom Computer übersetzen Textes kostet so viel Zeit und Arbeit, dass es sich eigentlich nicht lohnt.
Hin und wieder einen schwierigen Satz in DeepL übersetzen zu lassen, um zu sehen was eine KI daraus machen würde ist aber hilfreich. Auch wenn ich den Satz nie so nehme wie DeepL ihr ausspuckt, sondern nur als Hilfestellung für meine eigene Übersetzung ansehe.

Offline sma

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #32 am: Gestern um 11:41 »
Ich habe vor einem Jahr versucht, einen meiner eigenen Texte mit ChatGPT zu übersetzen (allerdings von Deutsch auf Englisch), und bis ich alle inhaltlichen Fehler gefunden hatte, ging so viel Zeit drauf, dass ich in der Zeit die Übersetzung auch selbst hätte machen können.

Ich denke, eine Erfahrung von vor über einem Jahr mit einer unbekannten GPT-Version und einem unbekannten Verfahren kannst du nicht verallgemeinern. Auch finde ich dein Resume, eine schlechte Übersetzung wäre besser, weil man sie als solche erkennen könnte, komisch. Auch die Annahme, dass ein Mensch es automatisch besser könnte und keine schwer zu findenden Fehler einbaut, gilt IMHO nicht automatisch. Ich schreibe z.B. gerne mal "ein" wenn ich eigentlich "kein" meinte. Passiert. Korrekt ist, dass wenn du es selbst machst, beschäftigt du dich intensiver mit dem Text und macht ein eigenes erstes Lektorat gleich mit. Aber auch schon vor über einem Jahr hättest du probieren können, die KI beide Texte vergleichen zu lassen und den Unterschied zu finden, quasi ein automatisches Lektorat. Oder den Text noch mal wieder zurück übersetzen lassen.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
« Letzte Änderung: Gestern um 11:58 von sma »

Offline Eisenmeile

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #33 am: Gestern um 12:18 »
Selbst die aktuellste Version der KI-Textgenerierung haben noch erhebliche Sachmängel, können keine Textsorten, und verstehen die Bedeutung einiger Worte nicht richtig (weswegen sie diese konsequent im falschen Kontext verwenden). Das sind deutlich gravierendere Fehler, als ab und zu "ein" und "kein" zu verwechseln (was man relativ schnell erkennt, und meist intuitiv korrigiert).

Oft ist es auch so, dass sich Laien nicht trauen, größere Änderungen an einem vorübersetzten Text vorzunehmen, selbst wenn sie eigentlich über derart ausreichende Sprachkompentenz verfügen, dass sie wenn man ihnen den Text im Original gibt und ihnen sagt "Schreibe das mal in deinen eigenen Worten in deiner Muttersprache" sie bessere Ergebnisse abliefern, als die fremdübersetzten (und von ihnen "korrigierten") Texte, die sie einreichen.

Offline ArneBab

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #34 am: Gestern um 17:11 »
Ich denke, eine Erfahrung von vor über einem Jahr mit einer unbekannten GPT-Version und einem unbekannten Verfahren kannst du nicht verallgemeinern.
In der Lilypond Mailingliste hat gerade letzte Woche jemand ein ähnliches Experiment gemacht, mit ähnlichen Ergebnissen (trotz deutlich weniger Text).

Dass KI eine öffentlich bekannte Übersetzung eines öffentlich bekannten Textes schafft, Die verschiedenen Modelle scrapen regelmäßig meine Webseite (laut meiner Serverlogs geht über die Hälfte der Bandbreite für KI-Scraper drauf), daher erlaubt „heute geht es“ keine Aussage darüber, wie ein unbekannter Text übersetzt würde.

Die Aussage „unbekannte GPT-Version“ finde ich aber komisch: da steht eindeutig “march 2025”. Ich habe jetzt mal "the publicly available" hinzugefügt. Welche Version das genau war, kannst du ja nachschauen.
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Offline sma

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #35 am: Gestern um 17:42 »
Die Aussage „unbekannte GPT-Version“ finde ich aber komisch: da steht eindeutig “march 2025”. Ich habe jetzt mal "the publicly available" hinzugefügt. Welche Version das genau war, kannst du ja nachschauen.
Aktuell gibt es z.B. GPT 5.6 Luna, Terra, Sol und man kann sie mit dem Aufwand Kurz, Mittel, Hoch, Sehr hoch und Ultra (nur Sol) betreiben. Ich empfinde so eine Information als Bringeschuld und nicht als Holeschuld, aber ich meine mich zurück zu erinnern, dass damals noch zwischen Thinking und Non-Thinking unterschieden wurde. Außerdem ist immer entscheidend, ob es eine kostenlose Version war oder die Bezahlversion. Und das kann ich nicht nachschauen.

Zu behaupten, dass mir die GPT und DeepL einfach nur den von dir übersetzten Text gegeben haben, ist doch falsch. Ab "For example the internet" weicht es ab. Und Gemini hat bereits anders angefangen.

Da es hier aber eigentlich um den Anwendungsfall geht, sich ein Rollenspiel egal von wem übersetzen zu lassen und was dann dann kostet, sollten wir den KI-Aspekt hier vielleicht besser begraben – auch wenn ich wie ich das sehe, das vor 1 1/2 Jahren selbst dahin abgelenkt habe. Mea Culpa.


Offline ArneBab

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #36 am: Gestern um 19:02 »
Oft ist es auch so, dass sich Laien nicht trauen, größere Änderungen an einem vorübersetzten Text vorzunehmen, selbst wenn sie eigentlich über derart ausreichende Sprachkompentenz verfügen, dass sie wenn man ihnen den Text im Original gibt und ihnen sagt "Schreibe das mal in deinen eigenen Worten in deiner Muttersprache" sie bessere Ergebnisse abliefern, als die fremdübersetzten (und von ihnen "korrigierten") Texte, die sie einreichen.

Zu den Effekten davon auf die Gesellschaft gibt es einen wissenschaftlichen Artikel über Verlust von Vielfalt in LLM-Ausgaben, der auch Anker-Effekte referenziert: https://arxiv.org/html/2503.01033v1
(das ist die Vorveröffentlichung -- der Artikel wurde dieses Jahr akzeptiert, aber der endgültige Text ist hinter Paywall: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/2057150X261419573 )
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Offline ArneBab

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #37 am: Gestern um 19:08 »
Außerdem ist immer entscheidend, ob es eine kostenlose Version war
Es war die kostenlose in Standardeinstellung.
Zitat
Zu behaupten, dass mir die GPT und DeepL einfach nur den von dir übersetzten Text gegeben haben, ist doch falsch.
Und das habe ich auch nicht behauptet.

Ich habe gesagt, dass die richtige Übersetzung in ihren Trainingsdaten ist.

Dass sie die dann mit anderen mischen ändert nichts daran, dass aus der Übersetzung heute nichts darüber gesagt werden kann, wie die Übersetzung wäre, wenn die richtige Übersetzung nicht in den Trainingsdaten wäre.
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Offline Zocat

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Re: Was kostet es ein Buch übersetzen zu lassen?
« Antwort #38 am: Gestern um 22:16 »
Komisch. Mir war als hätte ich das doch gerade selbst davor geschrieben. Stimmt, habe ich auch. Auch beim Lesen des Forums gibt es wohl zu kleine Kontextfenster  ;D

Sorry, da hatte ich echt nur Platz für einen Post im Kopf :D Mea culpa.